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Fr, 17. April 2026, 14:40 Uhr

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WKN: ENAG99 / ISIN: DE000ENAG999

Strom fürs Depot


30.05.24 21:00
Ralf Flierl

Welche Unternehmen auch von der KI-Wende profitieren 


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Titelbild: © Ina – stock.adobe.com


Sechs Energie-Aktien


Künstliche Intelligenz (KI) verändert alles: Sie wälzt Produktions- und Verwaltungsprozesse um. Sie beschleunigt technische Entwicklungen, sie wird die menschliche Zivilisation womöglich auf eine neue Stufe heben. Ob sie Fluch oder Segen ist, das werden die Menschen erst später wissen. Heute ist schon sicher: Sie braucht elektrischen Strom, viel elektrischen Strom. Damit steht eine weitere Gruppe von Aktienprofiteuren fest. Es sind die Unternehmen aus dem Bereich Energie, die Strom erzeugen und verteilen, sowie jene Unternehmen, welche Grundstoffe fördern und für die Stromproduktion zuliefern. Beispiele: 


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Constellation Energy (WKN: A3DCXB) – der Kurs des US-Energieversorgers geht im Februar steil. Seitdem läuft die Aktie etwas gemächlicher aufwärts, scheint aber weiterhin stark zu bleiben. 
NRG Energy (WKN: A0BLR4) – ebenfalls ein US-Energieversorger, der einen ähnlichen Kurstrend wie Constellation Energy zeigt. 
Chesapeake Energy (WKN: A2QPFF) – ein US-Ölförderer, dessen Kursgewinne nicht so atemberaubend wie bei den Erstgenannten waren. Dennoch +15% im Jahr 2024 ohne nervenaufreibende Schwankungen. 


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Auffällig ist im Vergleich dazu die Schwäche deutscher Versorger:
E.On (WKN: ENAG99) – der Kurs pendelt dieses Jahr um die Nulllinie und der KI-Boom zieht vorbei. 
EnBW Energie Baden-Württemberg EBK (WKN: 522000) – der Jahreskursverlust liegt bei -10%, zurzeit kein Aufbäumen erkennbar. 
RWE (WKN: 703712) – wer ganz genau schaut, mag in der diesjährigen Kursentwicklung eine sanfte Wende nach oben erkennen. 

Weltweit werden neue stromhungrige Rechenzentren für KI-Anwendungen hochgezogen bzw. erweitert. Woran liegt es, dass deutsche Versorger und Stromproduzenten nicht profitieren? Eine der Ursachen könnte die „dümmste Energiepolitik der Welt“ sein, wie das Wall Street Journal den deutschen Sonderweg schon vor Jahren bezeichnete – ein Sonderweg, auf dem eine der führenden Industrienationen vorrangig durch Windkraftanlagen und Solarpaneele mit Energie versorgt werden soll. Der Bürger mag an dem Weg zweifeln, vielleicht verzweifeln, auf jeden Fall wird er ihn bezahlen müssen. Dem smarten Investor jedoch steht die Welt offen, er kann eine Alternative wählen, die sein Depot energetisch auflädt. 


Übrigens hat die deutsche Politik die hiesigen und die benachbarten (Atom-)Stromkonzerne in eine bemerkenswerte Machtposition gebracht und man sollte diese Unternehmen keineswegs aus den Augen verlieren. Schon bald könnte der deutsche Staat – und damit wieder der Steuerzahler – bereit sein, nahezu jeden geforderten Preis für einen Strom zu bezahlen, der sicher und wetterunabhängig zur Verfügung steht. Die KI-Wende wird unaufhaltsam und unerbittlich sein. Sie wird Energieleistung fordern. In einer nicht allzu fernen Zukunft könnten erhebliche Gelder geopfert werden, um Atomstrom von den Nachbarn zu beziehen. Oder es werden eilig teure neue Kraftwerke hochgezogen, nachdem gerade erst etliche stillgelegt und/oder abgerissen wurden.


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Live-Unterhaltung boomt 


CTS Eventim (WKN: A2QHM1) verkauft Konzerttickets. Der Markt boomt. Nach Corona wollen die Menschen ausgehen, nachholen, feiern. Bereits im April 2022 machte Smart Investor in der Titelgeschichte „Familienbande“ auf das außerordentliche Unternehmen aus Deutschland aufmerksam. Nun steht der Kurs von CTS Eventim gut 30% höher, nahe dem Allzeithoch – und ist noch immer mehr als nur einen Blick wert. Die Analysten sind weiterhin positiv gestimmt. David Karnovsky von JPMorgan erwartet neuen Rückenwind für CTS Eventim aus den USA. Dort klagt seit vergangener Woche das US-Justizministerium gegen Live Nation Entertainment. Deren Unternehmensteil Ticketmaster ist Marktführer in den USA, hat fast eine Monopolstellung im Land. Das Ministerium vermutet hierin einen Grund für die hohen Ticketpreise im Land und möchte den Markt öffnen. Der Klage werden Erfolgschancen gegeben und CTS Eventim steht als Konkurrent bereit. Das könnte dem Kurs des deutschen Ticketverkäufers neue Fantasie verleihen. Für das laufende Jahr erwarten Analysten bei CTS Eventim einen Jahresüberschuss von 287 Mio. EUR, für 2025 halten sie hier ein Plus von über 8% für möglich.


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Deutsche Dividendentitel: heute Evonik


Hohe Energiepreise und eine schwächelnde Konjunktur setzten der deutschen Chemieindustrie – nach Umsatz immerhin die Nr. 3 hinter dem Fahrzeug- und dem Maschinenbau – stark zu. Erste positive Anzeichen, etwa durch das ifo-Institut, mehren die Hoffnung, dass das Gröbste überstanden sein könnte. Ein ähnliches Bild zeigt sich für den Spezialchemiekonzern Evonik (WKN: EVNK01). Die Zahlen zum operativen Gewinn im ersten Quartal 2024 übertrafen überraschenderweise die Erwartungen der Analysten. Doch nach wie vor belasten die niedrigen Preise für Chemikalien, weshalb man gut beraten sein dürfte, die Sektkorken nicht zu früh knallen zu lassen.
Aus Dividendensicht fällt als erstes die üppige Rendite auf: mit rund 5,8% bei einem aktuellen Kurs von 20,20 EUR belegen die Essener Platz sieben unter den deutschen Dividendenzahlern. Dies ist vor allem dem nach wie vor recht niedrigen Aktienkurs geschuldet. Vor knapp drei Jahren notierte das Papier noch rund 50% höher. Evonik ist sicher kein klassischer Wachstumstitel, von dem jedes Jahr neue Auszahlungssteigerungen zu erwarten wären. Allerdings bleibt positiv zu erwähnen, dass auch in schwierigen Zeiten, die Dividende zumindest nicht gekürzt wurde und sich die Aktionäre daher auf eine gewisse Kontinuität verlassen können. Wer in dem mittelfristigen Chartbild eine Art Bodenbildung samt aktueller Erholung erkennt und am 7. Juni in den Genuss der Jahresausschüttung kommen möchte, sollte sich die Aktie bis zum Ex-Datum 5. Juni ins Depot holen.


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Zu den Märkten


Einen ersten Dämpfer musste der DAX am Mittwoch hinnehmen. Zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe lag der deutsche Leitindex 1,2% im Minus. Die Höhe des Kursrückgangs selbst ist an sich noch kein Beinbruch, sticht aber unter den Handelstagen der letzten Wochen deutlich heraus. Mehr noch, damit wurde das Plateau der letzten Handelstage ohne Anstrengung nach unten durchschlagen. Anlass waren die deutschen Inflationsdaten, die mit +2,4% p.a. für den Mai schlechter ausfielen als im April (+2,2%), Damit gerät nicht nur das Narrativ von der eingehegten Inflation unter Druck, mögliche Zinssenkungen rücken wieder in weitere Ferne. Das Thema Inflation und Zins wird uns auch im neuen Smart Investor 6/2024 intensiver beschäftigen, der zum Wochenende erscheint. Möglicherweise wurde den Märkten da zu viel Hoffnung auf ein Ende der Hochzinsphase gemacht. Auch die Stärke von Gold und Silber deutet weiter darauf hin, dass Inflationsgefahr besteht. Wie sollte es auch anders sein? In einer Zeit, in der alle Welt vom Krieg redet und der neue Sponsor des Erstligisten und Champions-League-Finalisten Borussia Dortmund (BVB) der Panzerbauer Rheinmetall geworden ist, muss man über Inflation reden. Krieg war schon immer eine massive Belastung für den Geldwert. Es wird diesmal nicht anders sein. 


Fazit


Die Stromerzeugung klingt nach einer alten und langweiligen Industrie. Tatsächlich läuft auch in der KI ohne Unmengen an Strom nichts. Für Energiewende-Deutschland sind das keine guten Nachrichten.

Ralf Flierl, Frank Sauerland, Ralph Malisch


 




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