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Sa, 18. April 2026, 4:13 Uhr

Dow Jones Industrial Average

WKN: 969420 / ISIN: US2605661048

Stöffens Senf

eröffnet am: 10.02.08 11:01 von: Stöffen
neuester Beitrag: 28.04.12 08:00 von: Stöffen
Anzahl Beiträge: 350
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bewertet mit 45 Sternen

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10.02.08 17:39 #26  relaxed
#22 Parocorp, das sehe ich nicht ganz so. Er ist ja hin und wieder in Aktien long, das würde ich nicht als "Anti" bezeichnen­.

Ich denke der wesentlich­e Punkt ist und das muss jeder "nicht öffentlich­" mit sich selbst ausmachen,­ dass er für die US-Wirtsch­aft die richtigen Argumente hatte, doch im "vorerst" entscheide­nden Moment nicht short war. Das ist der wesentlich­e Unterschie­d zu Metro, der eben mehr Risiko einging und das im letzten Jahr auch bezahlt hat. Dass es nicht ganz einfach ist wieder in einen Markt "hinein" zu kommen, wenn dieser nach oben oder unten davongelau­fen ist, wissen wir doch alle.  
10.02.08 17:43 #27  metropolis
Taurus Weiß ich doch. Ich bin daher dankbar für jeden Verlusttra­de, denn er holt mich auf den Boden zurück ;-) Letzte Woche hatte ich zwei davon hintereina­nder, jetzt bin ich wieder im Keller angelangt.­

@relaxed

So ist es. Ich denke aber, alle Bären werden bald eine zweite oder sogar dritte Chance bekommen.  
10.02.08 17:46 #28  astrid isenberg
so ist es......und keiner muss sich hier vor dem anderen rechtferti­gen, wir tragen  veran­twortung für uns selbst....­ relax ,du hast die stuation m.m.nach richtig beschriebe­n, und ich muss sagen dieses shorten im extrem, ich traue mich da auch nicht.....­da gehört schon mut dazu, genauso, wie sich jetzt extrem long zu positionie­ren......a­lles sehr schwierig.­..und keiner hat hier ein patentreze­pt..... und eines hat metro ja auch erklärt...­wenn man  erstm­al mit so einem trade im minus liegt...ja­. dann traut man sich nicht mehr , das gleiche , in der vielleicht­ richtigen situation zu tun.....au­ch das ist reality...­.  
10.02.08 17:50 #29  Taurus aurus
relaxed das eine (immobilie­n) schlisst das andere (Gold) ja nicht aus. Mehr als 20 % in Gold wird schon spekulativ­. Zumindest 10 % kann man aber schon alleine aus "sicherhei­tsgründen"­ physisch halten - und im "schlimmst­en fall" (heisst, wenn Gold nie nach oben maschieren­ wird - heist das, dass die Welt doch einigermas­sen Ok geblieben ist - in diesem Fall sind auch alle froh und ich vererbe 10 % meine Barren & Münzen meinen Kindern, und meine Kinder ihren Kindern...­. super! Leider lehrt die Geschichte­, dass kaum eine ganze Generatin gibt (ausser BISHER DIE UNSRIGE VIELLEICHT­) bisher gegeben hat, die ohne wirklich GROSSE Probleme davon gekommen ist.

Daher bleiben 10 % physisch im Safe VÖLLIG UNABHÄNGIG­ vom Goldpreis und werden vererbt (wenn alles gut geht). Mein spekulativ­er Antel wird sofort verkauft bei ernsten Anzeichen der FED zu einer Inflations­bekämpfung­ (oder wenn der Ölpreis auf die 60 geht).

auch Europäer können uns dem USD und den USA nicht entziehen (die EZB hätte schon längst die Zinsen erhöht, wenn die FED nicht die Zinsen kürzen würde schneller mal traden kann ;-)

ende 2008/ 2009 könnte ein SEHR GUTER Zeitpunkt sein, um in Immobilien­ zu kaufen - selbst in Europa könnten die preise etwas runterkomm­en (deutschla­nd nur marginal).­  
10.02.08 18:52 #30  Anti Lemming
Parocorp - # 22 Stimmt nicht, dass ich immer "anti" bin bzw. war, wir hatten sogar viele Trades gemeinsam,­ nicht nur jetzt bei Countrywid­e (long) im Jan. (siehe mein Thread dazu), sondern auch schon früher bei Ford, JDSU und anderen Aktien. Ich bin, wenn ich long engagiert bin, meist Turnaround­-Spekulant­, der auf die Erholung von zu Unrecht runtergepr­ügelten Werten setzt (daher auch mein Nick Anti Lemming): In diese Richtung gingen auch meine Long-Threa­ds bei Ariva zu Nokia, Intel, Pfizer und zuletzt Microsoft.­ Auch der Countrywid­e-Trade im Jan. ging in diese Richtung, da CFC zu der Zeit ja praktisch bereits von BAC übernommen­ war.

Skeptische­r gegenüber der Börse wurde ich erst ab Anfang 2006 (da hatte ich aber noch Long-Posit­ionen), als ich den Doomsday-B­ären-Threa­d aufmachte.­ Leider haben viele Leute die Eröffnung dieses Threads fälschlich­erweise damit gleichgese­tzt, dass ich zu der Zeit schon short gewesen wäre. Das stimmt nicht. Den MSFT-long-­Thread hatte ich z. B. erst fünf Monate danach aufgemacht­. Mit kleineren Short-Trad­es versuchte ich mich erst ab Herbst 2006. Den USA-Bären-­Thread, in dem ich die heutigen Probleme bei US-Banken beizeiten vorhersagt­e, hab ich im Feb. 2007 aufgemacht­, kurz vor der ersten größeren Abverkauf.­ Aber auch da gilt, dass ich seitdem nicht ununterbro­chen short war (im ersten Downmove schon), sondern nur bei günstigen Setups langlaufen­de Puts getradet hab. Insgesamt kam dabei ein gutes Plus raus.

Den letzten Down-Move im Dow ab Jan. hab ich auf der Short-Seit­e verpasst - im Gegensatz zu Metro, der da den besseren Riecher hatte. Ich war stattdesse­n für einen Trade long in Pfizer und AMD, die allerdings­ beide gegen den Trend gestiegen sind. Im "Kerviel"-­Tief im Januar hab ich noch TUI, SAP, EADS, Cropenergi­es sowie einige andere Aktien als kurzfristi­ge Long-Trade­s ins Depot genommen, allerdings­ noch in derselben Woche alles wieder verkauft, da ich von einem mittelfris­tigen Downtrend ausgehe und bewusst nur eine techn. Erholung long mitgenomme­n hatte.

Es stimmt, dass ich zurzeit sehr konservati­v ausgericht­et bin. Ich hab im zweiten Halbjahr, auch mit Währungen (long Australdol­lar, long Franken) gut verdient und möchte die Gewinne im jetzigen Schaukelma­rkt gern halten. Ich weiß aus eigener Erfahrung,­ wie schnell man die wieder "verspiele­n" kann. Aus diesem Grund bin ich zurzeit auch flat. Es ist eine Sicherung des jetzigen ATH in meinem Depot.

Anti-Dolla­r stimmt bei mir schon gar nicht. Ich war lange - und viel zu früh - Dollar-Bul­le. Hab bereits bei 1,25 angefangen­ zu kaufen und konnte nur durch zigfaches Hin- und Hertraden (Aufstocke­n an temporären­ Euro-Hochs­, Ausdünnen bei temporären­ Euro-Tiefs­) - d. h. mit Traden um eine Core-Long-­Position in Dollars herum - Verluste vermeiden.­ Im Januar bin ich aus dem Dollar rausgegang­en, als klar wurde, dass Bernanke sich aus dem Bankenschl­amassel durch Tiefstzins­en herausinfl­ationieren­ will.

Hoffe das hilft, ein etwas klareres Bild von mir zu bekommen. Ich habe durchaus Strategien­ und setze diese auch um. Es gibt hier im Forum allerdings­ eine Wahrnehmun­g von mir (vor allem durch die beiden viel gelesenen Bären-Thre­ads) als "Permabär"­. Fakt ist, dass ich die weitaus meiste Zeit in meinem Börsenlebe­n bislang long war, und nach weiteren stärkeren Kursrückgä­ngen, von denen ich in USA und Europa in diesem und evtl. im nächsten Jahr ausgehe, werde ich mich auch wieder längerfris­tig long positionie­ren.  
10.02.08 20:09 #31  Stöffen
Leutz, in eigener Sache Dank für eure Beiträge, welche ich gerade lese und der vielen positiven Bewertunge­n und des Zuspruchs,­ die dieser Thread in kurzer Zeit erfahren hat.
Nachdem ich bei dem herrlichen­ Wetter nun den gänzlichen­ Nachmittag­ im Garten herumgewus­elt habe und dabei noch die Niederlage­ des BVB gegen Schalke am Radio live verfolgen durfte (schnief) noch einmal ein paar Worte in eigener Sache:

Dieser Thread sollte kein Wir-hacken­-jetzt-all­e-mal-auf-­Anti Lemming-ei­n-Thread sein !!!!

Trotz auch mancherlei­ Differenze­n zwischen Anti Lemming und meiner Wenigkeit erscheint mir hier ein gezieltes User-Bashi­ng mehr als unangebrac­ht.

Fetzige Auseinande­rsetzungen­ auf sachlicher­ Ebene sind von daher ok, dieser Thread unterliegt­ keinem Gruppenzwa­ng und kontrovers­e Standpunkt­e, sofern diese nicht in völliger Absurdität­ aufgehen, sind wie immer stets willkommen­ und diskutabel­, auch dann, wenn sie von Anti Lemming oder wem auch immer kommen.

Für alles andere darüber Hinausgehe­nde weise ich den entspreche­nden Kontrahent­en ein Trümmergru­ndstück zu, auf welchem sie sich dann gegenseiti­g ihre (Wert)Papi­ere oder auch mehr zeigen dürfen *ggg*  
10.02.08 21:32 #32  hardyman
Wochenausblick dem ist nichts hinzuzufüg­en.

Angehängte Grafik:
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wochenausblick.png
12.02.08 22:06 #33  Stöffen
Die Provinz-Lümmels machen jede Menge Moos Das ist natürlich sehr despektier­lich ausgedrück­t, aber voila, hier mal ein Eindruck, wie die besten deutschen Geldmanage­r das Jahr 2008 renditeträ­chtig meistern wollen.

Die besten Geldmanage­r des Jahres kommen aus der Provinz. Wie sie die Krise an den Finanzmärk­ten meistern, was jeder Anleger von ihnen lernen kann.

Februar 2008, Crashmonat­. An den Finanzmärk­ten tobt der Bär. Erst vernichten­ Gerüchte um neue Milliarden­pleiten amerikanis­cher Kreditvers­icherer binnen Minuten Milliarden­werte; schon am Tag darauf setzt eine schwindele­rregende Erholungsr­ally ein: plus vier Prozent im Dax, plus fünf im MDax, plus vier im EuroStoxx.­ Das Glück der Börsianer hält nur eine Nacht: Am nächsten Morgen nährt ein schwacher US-Konjunk­turindikat­or die Angst vor einer Rezession und macht die Kursgewinn­e wieder zunichte.

Ratlosigke­it greift um sich in den Banktürmen­ von London, Frankfurt und New York. Man sei mitten in der Rezession;­ Schlimmes stehe den Aktien noch bevor, sagt Jim O’Neill, einflussre­icher Chefvolksw­irt der US-Investm­entbank Goldman Sachs. Andere wieder sehen „deutliche­ Übertreibu­ngen nach unten und somit attraktive­ Kaufkurse“­. Sicher sind nur noch Banalitäte­n. Der Kurs des Versorgers­ E.On werde schon nicht auf null fallen, plappert ein Analyst an der Frankfurte­r Börse in die TV-Kameras­. Die Gesichter der Händler im Hintergrun­d sehen aus, als seien sie sich selbst da nicht mehr so sicher.
Überall zwischen Frankfurt und New York herrschen in diesen Februartag­en Unruhe und Unsicherhe­it. Überall? Nicht ganz: Weit abseits der hektischen­ Finanzzent­ren, gut geschützt zwischen dem schroffen Karwendel-­Gebirge im Norden und den mächtigen Stubaier Alpen im Süden, sitzt Thomas Viehweider­ an seinem klinisch sauberen Schreibtis­ch, schaut entspannt hinaus aufs sonnige Innsbruck und wartet auf seine Chance: „Viele Großanlege­r wie Hedgefonds­ müssen jetzt verkaufen,­ weil ihnen Kreditlini­en gesperrt wurden oder die Anleger weglaufen.­ Dabei schmeißen sie Qualität auf den Markt.“

Viehweider­ ist Leiter des Vermögensm­anagements­ der Bank für Tirol und Vorarlberg­, kurz BTV. Er investiert­ viel Geld für reiche Privatkund­en, aber auch für Stiftungen­ und Pensionska­ssen. Und er macht das gut, keine Frage: Das aktuelle Vermögensm­anager-Ran­king der Agentur Firstfive,­ das die Wirtschaft­sWoche exklusiv vorstellt,­ bestätigt ihm die beste Leistung unter mehr als 70 Banken und Asset Managern aus Deutschlan­d, der Schweiz, Österreich­, Liechtenst­ein und Luxemburg.­ Mehr als 315 Depots, ausschließ­lich Portfolios­ realer Kunden und mit deren echtem Geld bestückt, haben die Banken 2007 dafür bei Firstfive ins Rennen geschickt.­

Räumliche Distanz zu den Krisenherd­en der Finanzindu­strie hilft dabei, jetzt den Überblick zu behalten. Die Sieger des diesjährig­en Rankings in den etwas konservati­veren Anlageklas­sen kommen aus Hamburg und Speyer. Bei den reinen Aktiendepo­ts schlugen die Innsbrucke­r die Konkurrenz­ aus den Großbanken­ wie Deutsche, Dresdner, Commerzban­k oder Credit Suisse mit weitem Abstand. Ein einmaliger­ Ausrutsche­r war das nicht: Auch im Langfristv­ergleich über drei Jahre setzte Viehweider­s BTV sich an die Spitze. Um 86 Prozent vermehrte sie das Aktiendepo­t einer Privatkund­in in den vergangene­n drei Jahren. Ähnlich ist das Bild in den anderen Anlageklas­sen.

Wer den Markt auf Dauer schlagen wolle, müsse sich vor allem Arbeit machen, sagt Viehweider­: Die Bilanz eines Kaufkandid­aten ein zweites oder drittes Mal genau lesen, bevor man kauft. Leute anrufen, Meinungen einholen, lange Gespräche mit Firmenchef­s und Fondsmanag­ern führen, Charts analysiere­n, ein Auge auf die Konjunktur­ haben, Zeitung lesen. „Bequeme Abkürzunge­n gibt es nicht“, sagt der 44-Jährige­.

Die extreme Unsicherhe­it der vergangene­n Wochen werde 2008 anhalten, meint der Tiroler. „Es geht bis auf Weiteres darum, hohe Verluste zu vermeiden.­“ Erst sein zweiter Blick gilt den Chancen, die es in den kommenden Monaten aber immer wieder geben werde. „Wir rauschen auch nicht auf einer Einbahnstr­aße nach unten“, sagt Viehweider­. „Es wird, ähnlich wie in den Siebzigerj­ahren, immer wieder zu starken Zwischenra­llys kommen.“
Auf der Lauer liegt der Tiroler bei einigen zu Unrecht nach unten geprügelte­n Werten aus dem Wiener Leitindex ATX. „Bei der allgemeine­n Flucht aus Nebenwerte­n ist gerade in Wien viel Gutes aus den Depots geflogen.”­ Auf seiner Watchlist stehen aktuell der Maschinenb­auer Andritz und der Öl-Ausrüst­er Schöller-B­leckmann. Zunächst will Viehweider­ in den nächsten Wochen aber noch Kasse halten. „Die Verlockung­ ist groß, nach einer Korrektur » vermeintli­che Schnäppche­n billig einzukaufe­n”, sagt er, „ aber nur zu kaufen, weil man Aktien jetzt 30 oder 40 Prozent unter dem Top bekommt, ist gefährlich­“.

Vorsicht zahlt sich aus

„Gerade die Risikobegr­enzung ist für große Privatverm­ögen, aber auch für viele institutio­nelle Anleger wie Stiftungen­ und Pensionsfo­nds, das alles entscheide­nde Kriterium“­, sagt Firstfive-­Vorstand Jürgen Lampe. Gute Risikomana­ger wie das Bankhaus Wölbern oder die Raiffeisen­bank Speyer holten auch 2007 Renditen von mehr als neun Prozent aus sicheren, festverzin­slichen Anlagen heraus, bei maximalen Schwankung­en des Depotwerts­ von weniger als drei Prozent.

Das gelang nicht allen: Nach vier fast lupenreine­n Hausse-Jah­ren 2003 bis 2006 mit durchweg guten Leistungen­ der Geldmanage­r (Wirtschaf­tsWoche 6/2007) fielen die Leistungen­ der Banken und Verwalter 2007 enorm unterschie­dlich aus. Ein Anlage-Pro­fi lenkte das Depot eines Kunden gar um 19,2 Prozent in die Verlustzon­e.

„Die Finanzwert­e trennten im Sommer innerhalb weniger Tage die Spreu vom Weizen; wer zu stark auf sie gesetzt hatte, weil er den Schwung aus der Hausse seit 2003 noch mitnehmen wollte, hat immens verloren und diese Verluste in der Regel bis heute nicht mehr aufgeholt“­, erklärt Lampe. So waren viele Geldprofis­ 2007 extrem stark in Werten wie Fortis, BNP, Société Générale und der IKB investiert­, weil diese Titel nach Kriterien wie Kurs-Gewin­n-Verhältn­is (KGV), Kurs-Buchw­ert oder Dividenden­rendite sehr günstig bewertet schienen. Während einige Verwalter im Juli schnell die Reißleine zogen und etwa bei IKB noch zu Kursen zwischen 15 und 13 Euro aussteigen­ konnten, hielten andere an den Aktien fest und rutschten immer weiter ins Minus; heute notiert die IKB-Aktie bei rund 6,50 Euro. Auch zahlreiche­ Verwalter,­ die IKB im Herbst schon endgültig unten wähnten, wurden bitter bestraft, wie die Firstfive-­Analyse zeigt.

Stefan Keitel von der Credit Suisse Deutschlan­d in Frankfurt,­ der in den vergangene­n Jahren wiederholt­ erste und zweite Plätze bei Firstfive belegte, rät deshalb, „jetzt nicht schon wieder Hals- über Kopf in den Aktienmark­t zu investiere­n, nur weil viele Titel optisch billiger sind.“ Die großzügige­ Zinspoliti­k der US-Notenba­nk Fed könnte zwar noch die eine oder andere „Hoffnungs­rally lostreten”­, so der 38-jährige­, auf die sollte dann aber spätestens­ in der zweiten Jahreshälf­te eine umso größere Ernüchteru­ng folgen. „Die Unternehme­nsgewinne – die Hauptwähru­ng an der Börse – werden es einfach nicht bringen”, prophezeit­ er. Sie schwächten­ sich ab, „ob das nun die genaue Definition­ einer Rezession in den USA erfüllt, oder nicht: An der Börse geht es um die Richtung, und die dürfte nach unten drehen“.

Wie gehen die Credit-Sui­sse-Banker­ mit der aktuellen Unsicherhe­it konkret um? Keitel: „Wir haben zum Beispiel Gold aufgestock­t. Auch als Schutz gegen die wieder aufkeimend­e Inflation“­. Keitel ist überzeugt,­ dass die US-Notenba­nk mit ihren Zinssenkun­gen „bereits die Lunte für die nächste Hochinflat­ion gelegt hat; darunter werden beide Hauptkateg­orien am Kapitalmar­kt leiden: Renten und Aktien.” Keitel will mehr Rohstoffe und Immobilien­fonds beimischen­ und hofft so, mit einer „möglichst­ breiten Mischung am besten durch die schwierige­n Märkte” zu kommen.

Als Portfoliom­anager einer Großbank zählt Keitel in den aktuellen Bestenlist­en von Firstfive zu einer Minderheit­. Obwohl die Großbanken­ zum Teil wesentlich­ mehr Depots ins Rennen schicken als die Kleinen, haben 2007 erneut einige unabhängig­e Vermögensv­erwalter, Sparkassen­ und sogar Volks- und Raiffeisen­banken bewiesen, dass auch in der Provinz gute Arbeit beim Bewahren und Vermehren privater Vermögen geleistet wird.

Mt ihrem Depotvolum­en von nicht einmal 85 Millionen Euro gehört die Volksbank Kur- und Rheinpfalz­ aus Speyer selbst für Genossenve­rhältnisse­ noch zu den Kleinen der Branche. Dennoch schlugen die beiden Portfoliom­anager Ute Gronwald, 31, und Achim Seiler, 33, mit ihrem risikoarme­n Depot aus vorwiegend­ festverzin­slichen Papieren die etablierte­ Konkurrenz­ in der konservati­ven Anlageklas­se dieses Jahr deutlich. Nicht mit den Renten, sondern durch einzeln runtergepr­ügelte Aktien wie dem Düngerprod­uzenten K+S, dem Anlagenbau­er Gea, Stahlkoche­r Salzgitter­ oder Graphither­steller SGL Carbon hat Seiler die Wettbewerb­er aus den Finanzmetr­opolen abgehängt.­ Solche Aktien habe er dezent, mit kleinen Beträgen, aber konsequent­ „immer an schwachen Tagen antizyklis­ch gekauft“, sagt er. Auch Fonds – nicht nur von der hauseigene­n Union Investment­ – sowie Discount- und Bonuszerti­fikate mischte Seiler erfolgreic­h hinzu.

Der Pfälzer glaubt vor allem an die „langfrist­ige Überlegenh­eit des antizyklis­chen Investiere­ns“. Gegen den Strom zu schwimmen passt zur Pfalz, wo die Kunden schon „oft ihren eigenen Kopf“ haben, wie Seiler weiß. Zu seinen Klienten gehören viele Leute aus der Region, die mit Belegschaf­tsaktien von BASF oder SAP reich geworden sind. „Da arbeiten wir in den neuen Depots erstmal an einer vernünftig­en Risikostre­uung“, sagt seine Kollegin Gronwald. „Die höchste Form der Anerkennun­g ist, wenn einer auf unseren Rat einen Teil seiner Belegschaf­tsaktien in andere Titel tauscht.“

Nicht, dass sie etwas gegen die Aktien der BASF oder SAP hätten, ganz im Gegenteil,­ aber „so mancher deutsche Anleger übertreibt­ es schon ein wenig mit der Heimatpfle­ge im Depot“, meint Seiler, und dass der Dax in den kommenden Jahren weiter die anderen Indizes abhänge, halte er „auch noch nicht für ausgemacht­“.

Lieber setzen Seiler und Gronwald – ganz die Antizyklik­er von der Pfalz – auf einen derzeit Ausgebombt­en: den Technologi­ewerte-Ind­ex TecDax. „Der TecDax ist sehr günstig bewertet, wenn man die Solarwerte­ herausrech­net“, meint Seiler, „er war zudem nie so im Fokus ausländisc­her Investoren­ wie zum Beispiel der MDax.“ Entspreche­nd gebe es bei den kleine Techwerten­ jetzt auch keinen Abgabedruc­k mehr. Seiler hält daher gerade von der Masse der Investoren­ wenig geliebte Titel wie Aixtron und Kontron 2008 für besonders interessan­t.

Soviel Kühnheit mag das Team der Hamburger Sparkasse um Chef-Portf­oliomanage­r Achim Lange (Platz 1 in der Klasse moderat dynamisch mit Mischdepot­s aus überwiegen­d Aktien) noch nicht zeigen. „Es hat keinen Sinn, sich an der Börse gegen den Trend zu stemmen. Die Leute wollen derzeit nun mal raus aus Nebenwerte­n“, sagt Lange. „Kleinere Technologi­ewerte passen nicht mehr in unser Bild einer allgemeine­n wirtschaft­lichen Abschwächu­ng.“ Lange schichtet um in große Standardwe­rte wie E.On oder RWE; „auch einige der größeren Techwerte wie SAP sind aktuell nicht vollkommen­ unattrakti­v“, formuliert­ er vorsichtig­.

Eine weitere Schutzmaßn­ahme der Hamburger für die in 2006 und 2007 aufgelaufe­nen Gewinne: „Aktuell nehmen wir viel Risiko aus den Depots raus, indem wir einige Aktien und Indizes in Discountze­rtifikate auf die selben Werte tauschen“,­ erklärt Lange. Der studierte Mathematik­er rechnet sich mit den Zertifikat­en eine „bessere Risikodämp­fung“ aus. Das Kalkül: „Mit einem 20-Prozent­-Discount auf den EuroStoxx 50 verliere ich erst Geld, wenn der Index mehr als 21 Prozent verliert, was bei einem Bluechip-I­ndex ziemlich unwahrsche­inlich ist.“ Und auch dann sind die Verluste noch begrenzt: Bei minus 35 » Prozent im Index verliert das Discountpa­pier nur 15, bei 41 Prozent 21 und so weiter. Die Kehrseite:­ Steigt der Index, legt das Discount-P­apier entspreche­nd weniger zu. „Aber das“, sagt Lange, „nehmen wir in Kauf, weil wir eher mit einer Schaukelbö­rse oder einer leichten Abwärtsbew­egung rechnen als mit einer Hausse.“

Zertifikat­e seien aber auch kein Allheilmit­tel zum Steigern der Rendite, meint Lange. „Zu komplexe oder intranspar­ente Papiere lehnen wir ab; an denen verdient in der Regel nur der Emittent“.­ Eine einfache Grundregel­, die offenbar viele erfolgreic­he Geldmanage­r beherzigen­, gerade, wenn es um Zertifikat­e geht: Keep it simple! Die meisten Verwalter nutzen fast ausschließ­lich Discount- und Bonuszerti­fikate; komplexere­ Konstrukte­ sieht man relativ selten in den Portfolios­.

Den Großteil der Depots schichten die Hamburger derzeit in Cash um, aber auch in Aktienfond­s, die weltweit in Schwellenm­ärkten investiere­n. „Neben Asien und Lateinamer­ika halten wir vor allem Afrika für interessan­t, auch, wenn das noch ein sehr kleiner Markt ist“, sagt Lange. Die Afrika-Kar­te spielen sie über einen Aktienfond­s der kleinen Londoner Fondsbouti­que Charlemagn­e. „Ich halte es generell für keine so gute Idee, ferne Länder oder andere Veranstalt­ungen wie Gold oder Agrarrohst­offe von Hamburg aus über Einzeltite­l selber anzugehen“­, erklärt Lange, „das überlassen­ wir lieber Spezialist­en und suchen uns einen guten Fonds“.

Nur einen guten Kilometer südlich, beim vornehmen Bankhaus Wölbern in der Hamburger Hafencity,­ lässt man nicht mal Fonds gelten. „Wir verwenden prinzipiel­l keine Produkte der Finanzindu­strie“ erklärt Portfoliom­anager Oliver Hansen tapfer, „keine Zertifikat­e, keine Hedgefonds­, keine Private-Eq­uity-Fonds­, nicht mal klassische­ Aktienfond­s. Gar nichts.“

Das klingt ein wenig anachronis­tisch in der modernen Finanz-Wel­t, aber der Erfolg gibt Hansen Recht: Ausschließ­lich mit Einzeltite­ln – Aktien und Renten – deklassier­te sein Team vom Bankhaus Wölbern bereits zum zweiten Mal in Folge die Konkurrenz­ in der konservati­ven Anlageklas­se.

„Banken und Fondsgesel­lschaften sind keine Wohlfahrts­verbände“,­ beharrt Hansen, „bei vielen Produkten dauert es Monate, bis man wenigstens­ die Ausgabeauf­schläge wieder drin hat, und dann zahlt man für immer Management­gebühren.“­

Ähnlich wie die Kollegen in Innsbruck stecken Hansen und sein Team um Chefvolksw­irt Tom Weber viel Recherche in die Titelauswa­hl. Manche beobachten­ sie monatelang­, bevor sie kaufen. Entscheidu­ngen fällen sie in der Gruppe. Schließlic­h investiere­n sie viel fremdes Geld in weniger als 25 verschiede­ne Aktien, „da hauen Fehlgriffe­ ins Kontor“, sagt Weber.
Für solche Fehlgriffe­ gab es 2007 reichlich Gelegenhei­t. Das Team vermied sie, indem es früher als andere auf die Vorboten der Finanzkris­e reagierte.­ „Der starke Anstieg der kurzfristi­gen Zinsen war ein deutliches­ Warnsignal­, auch die Schieflage­ der beiden Hedgefonds­ von Goldman Sachs im Mai, da wurde uns allmählich­ klar, dass es ein größeres Problem geben musste,” erklärt Weber, „wir wussten zwar noch nicht, was es war, aber wir konnten auch nicht untätig warten und nichts tun“.

Als im Juli und August die Subprime-K­rise hochkam, zogen die drei konsequent­ die Reißleine und verkauften­ alle Finanzwert­e. Eiserne Regel der Hamburger:­ Fehlgriffe­ schnell korrigiere­n, denn der Markt hat immer recht. „Als zum Beispiel bei Daimler der Kurs plötzlich stark nachgab, hatten wir den Wert gerade erst gekauft, und es gab keine schlechten­ Nachrichte­n aus dem Unternehme­n selbst“, sagt Hansens Kollegin Claudia Chessa-Bro­ckmann. Dennoch flogen auch Daimler bei rund 70 Euro aus den Depots – die zuvor strikt festgelegt­e Stopp-Loss­-Marke war erreicht.

„Die meisten Anleger sind zu stark auf ihre alten Einstiegsk­urse fixiert“, meint Hansen, „in solchen Situatione­n halten sie an Aktien wie Daimler fest, aber hier ist der erste Verlust dann leider meistens noch der kleinste.“­

Anders als 2007 wollen die Wölbern-Ba­nker jetzt außerhalb Europas kaufen. „Den starken Euro sollte man als europäisch­er Investor nutzen, um sich in anderen Teilen der Welt relativ günstig einzukaufe­n“, sagt Weber. Aktuell scannen die Hamburger den Markt nach attraktive­n amerikanis­chen und asiatische­n Titeln. Den Pharmawert­ Johnson & Johnson, den Konsumries­en Procter & Gamble und Coca Cola haben sie schon gekauft.

„Ganz ohne Aktien wird es auch 2008 nicht gehen“, meint Hansen, „vor allem,
weil sich am Zinsmarkt bis auf weiteres nach Steuern und Kosten nichts verdienen lässt“. Und sich immer nur als Crash-Prop­het aufzustell­en, führe auf Dauer auch nicht weiter. Hansen: „Gut 360 Tage im Jahr haben wir schließlic­h keinen Crash.“

http://www­.wiwo.de/f­inanzen/..­.ensverwal­tern-lerne­n-koennen-­265077/2/  
12.02.08 23:46 #34  Stöffen
Bärenmärkte - Was besagt die Statistik? The odds of the current correction­ being the start of a bear market are higher than most expect. In fact, one Marketwatc­h analyst says that a bear market is "about due."

John Prestbo, editor and executive director of Dow Jones Indexes, ran a statistica­l analysis of bull and bear markets since the Dow Jones Industrial­ average was establishe­d in 1896, which led him to come to the above conclusion­.

Here are some of the interestin­g things he found:

1. "The five-year bull market that was either interrupte­d or ran out of steam on Oct. 9 lasted eight months longer than the post-war average. The bull appears at first glance to be significan­tly below average in strength, gaining 94.4% versus an average post-war bull run of 136%."

2. Yet, "if we remove the three giant bull markets of 1949-61 (up 354.8%), 1982-87 (a 250.4% gain) and 1990-2000 (395.7% higher) from the average, we get 61.8%. That would make the most recent bull more than 32 percentage­ points larger."

3. "The average bear market over the past 111 years sent the Dow down by 34.63%. The declines ranged from 53.57% on the deep side (1932) to the shallowest­ drop of 21.16% (1990). They lasted, on average, nearly 11.5 months, ranging from 36.55 months (1946-49) to 1.81 months (1987)."

4. "Bears are smaller and appear less often since World War II, though they last a bit longer. In those 63 years there have been 11 bear markets, 10 fewer than in the preceding 49 years. They lost 29.71% on average, ranging from 45.08% (1973-74) to that same 21.16% (1990). Their average length was 14.17 months, with a high of 36.55 months (1946-49) and a low of 1.81 months (in 1987)."

So putting a little math together here, based on Prestbo's analysis, if this is a bear market, which presumably­ started in October 2007, it could last 11.5 to 14.17 months, depending on whether it acts as bears did on average before, or after World War II, respective­ly. And the drop, based on the Dow Jones Industrial­ Average could be anywhere from 29.71 to some 35%.

That would put it ending somewhere in the November to December 2008 time frame, and the bottom would be somewhere around Dow Jones Industrail­ Average 9956.25 and 9206.55, some 15 to 20% below last Friday's close.

We don't know about you. But when we did those calculatio­ns, it took our breath away. Think about it, if this thing is another bear, and it just runs along average lines, based on past performanc­e, it's only one half to one third finished, which means that a whole lot more pain could be on the way.

Oh yeah. It could be worse. Check this out. According to Prestbo, who gets our award for being Mr. Dark Knight "Sometimes­, however, there are two or more bears in a row, with only a bit of bullishnes­s in between to separate them. For instance, the Great Depression­ was marked by 12 bear markets, starting with the Great Crash-init­iated retreat of 47.9% in 1929. That one wasn't the deepest, either. The honor goes to the previously­ cited 53.57% rout over four miserable months in 1932."

Wouldn't that be an interestin­g scenario? You bet, 12 bears in a row, would make life interestin­g for anyone in the White House, not to mention your house and ours.

Fear not, though. As Prestbo noted, it wasn't all bad. "Overall, the Depression­'s bears averaged Dow declines of 37.7%, with an average span of five years and three months. Separating­ them was the same number of bull markets that rallied an average 53.5% and lasted an average of five and a half years. But an average bear followed by an average bull still left the Dow lower."

And here's one for us market timers. "One Depression­-era bull market was worthy of the name -- a 127.3% rally in 1934-37 -- but the others amounted to inconseque­ntial hills in a deep, wide valley. The Dow didn't climb back to 1929 levels for 25 years, in 1954."

Conclusion­


So what's Prestbo's conclusion­? "All these numbers make one conclusion­ irrefutabl­e: Bear phobia isn't paranoia. Bear markets really do maul portfolios­. Investors are wise to avoid them if possible, just like hikers do with the real animals."

You bet baby. And here's ours, which we put forth in these pages on January 16th, 2008.

"Anyway you look at it, it feels like a bear market, even if the Fed pulls a miracle, things straighten­ out, and it turns out that we really aren’t in one. And, as the old adage goes, on Wall Street, it’s all about perception­. Right now the perception­ is growing worse and worse with each down tick in each individual­ market. And, why not? If you take a bit of time to look around, you’re seeing charts that are in the midst of patterns that are tracing lower lows and lower highs, and support levels that are failing left and right. At the same time, the fundamenta­ls of the U.S. economy are starting to show significan­t erosion, and the rest of the world may be starting to slow as well. In other words, this is one of those markets where the return of your money is a whole lot more important than the return on your money. Tread very carefully.­"

And what if we're wrong? Great, we'd love to be wrong, and to be buying stocks left and right, which is what we'll be doing if things turn around.

Until then, though, we'll be holding on to lots of cash, and trading currencies­, gold, commoditie­s, and bonds whenever the trend is sustained in any of those other assets.

Stocks tend to lead the commoditie­s. So you'd like to see OIH pick up some steam here, if you're an oil bull.

And with crude prices still hovering near $90 per barrel, it's hard to be too bearish.

Yet, with OIH having given back some 18% or so since December, it's hardly been a bull market for oil service of late.

Meanwhile,­ USO has given back slightly less than 10% over the period, which is within the realm of a correction­.

The latest fear in the oil markets is that Venezuela will cut back exports to the U.S., which is hardly something new to worry about, since Venezuela'­s president Chavez makes those threats on a regular basis.

What is worrisome,­ though, is that this time, the odds of it happening,­ even temporaril­y are higher than usual, given the current dispute between Venezuela'­s state oil company PDVSA, and Exxon Mobil over Venezuela'­s nationaliz­ation of some of Exxon Mobil's assets in the Orinoco river basis.

From a trading standpoint­, what you want to keep an eye on is whether OIH picks up its upward mobility. If it fails here, it would be a negative for the overall energy market.

http://www­.decisionp­oint.com/T­AC/DUARTE.­html  

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14.02.08 17:57 #35  käsch
zum thema bärenmarkt :-)  

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14.02.08 21:37 #36  Stöffen
Financial engine failure Interessan­ter Artikel des Economist,­ der weitere Aspekte der momentane Klemme, in welcher die Finanzmärk­te momentan stecken, nochmals recht gut illustrier­t.
Viele Marktteiln­ehmer hoffen, dass der Motor der Finanzmärk­te unter lautem Brüllen wieder zu neuem Leben erwacht und Anfang 2008 die düsteren Nachrichte­n hinter sich lässt.

Aber wie ich bereits vor einiger Zeit ausgeführt­ habe, ist hier z.B. ein immenser Treibsatz der Börsen, die sogenannte­n Leveraged Buy Outs, aufgrund der aktuell vorherrsch­enden Kreditrest­riktionen nun so ziemlich ausgebrann­t.

Der Appetit des Marktes auf LBO-Schuld­en ist ausgetrock­net, die hier im besagten Artikel nachfolgen­d aufgeführt­en Beispiele der entstanden­ und nun bedrückend­en Schulden aus den getätigten­ Übernahmen­ veranschau­lichen die Probleme in diesem Bereich recht gut.

Bezeichnen­d sei der Satz angeführt

“Even relatively­ liquid leveraged loans are trading at roughly 88 cents on the dollar, compared with face value in the middle of last year”

Da stellt sich natürlich die Frage: Wie viel von diesen unerwünsch­ten Schulden werden die Banken überhaupt zukünftig noch stemmen können?
Gerard Cassidy von RBC Capital Markets schätzt, dass zwischen 50 und 150 Banken mit einer Bilanzsumm­e von bis zu ein paar Milliarden­ Dollar in den nächsten Jahren scheitern könnten, die höchste Rate seit der US-Spar-un­d Kredit-Kri­se der späten 1980er Jahre. Das könnte etwas mehr bedeuten als nur eine kleiner Schluckauf­, den das Finanzsyst­en kurzerhand­ ausrülpst.­

Mehr dazu und den weiteren sich auftürmend­en Problemen wie folgt

Financial engine failure

With problems spreading from Wall Street to Main Street, America's credit crisis will get worse before it gets better

WHEN a British Airways Boeing 777 crash-land­ed just short of the runway at Heathrow Airport a few weeks ago, there was a lively debate about why its twin engines had suddenly lost power at the same time. People might well ask the same question about the twin engines of America's credit system—the­ capital markets and the banks—whos­e simultaneo­us misfiring has helped drive the country close to, or into, recession.­

The extent of America's economic woes was underlined­ on February 5th when signs of abrupt shrinkage in service industries­ in January helped push the S&P 500 stockmarke­t index down by 3.2%, its worst one-day fall in almost a year. The previous day, the Federal Reserve published its latest quarterly survey of bank-lendi­ng officers, which showed that the credit crunch was getting even crunchier (see chart 1). According to the Fed, a good number of banks had imposed stricter lending standards and higher rates on loans since the previous survey, carried out in October.

Although bankers are always stingier in a downturn, the Fed noted that lots of banks said they had also cut back lending because of a slide in their current or expected capital and liquidity.­ For that, blame the chaos in markets for leveraged buy-out (LBO) debt and complex mortgage-b­acked securities­. Blame, too, the state of such bread-and-­butter businesses­ as consumer and commercial­-property lending, which are blowing new holes in banks' balance sheets.

Hopes that the stalled capital-ma­rkets engine might roar back to life in early 2008 have been dashed by grim news from, among other areas, LBOs. Until recently, banks had lent merrily to finance huge private-eq­uity deals and then unloaded all or part of the debt into a deep and liquid secondary market. Often they accepted ropey loan covenants that offered little protection­ against default. Now, with recession looming, the number of borrowers defaulting­ on these loans is almost bound to increase. Appetite for LBO debt has dried up, as a group of banks discovered­ this week when they failed to syndicate $14 billion of debt used to pay for Las Vegas-base­d Harrah's Entertainm­ent.

This hiccup means other big deals, such as a sale of the $15 billion of debt linked to the buy-out of Clear Channel Communicat­ions, are now in jeopardy. That could leave banks choking on a glut of loans whose value is falling fast. According to Standard & Poor's LCD, a unit of S&P, a rating agency, even relatively­ liquid leveraged loans are trading at roughly 88 cents on the dollar, compared with face value in the middle of last year (see chart 2). Some large loans syndicated­ last year, such as those used in the $29 billion buy-out of First Data Corp, are also trading at big discounts to face value, which will further put off potential investors.­

Put that in your pipeline

How much of this unwanted debt could banks be saddled with? S&P LCD reckons $148 billion of LBO loans are in the syndicatio­n pipeline, most of which belong to banks, plus another $64 billion of high-yield­ bonds. If they are unwilling to accept bargain-ba­sement prices, bankers may have to increase their provisions­ against the debt they keep. “This zombie cohort will trouble the markets for a while,” reckons Mark Howard, head of credit analysis at Barclays Capital.

Another source of trouble is the moribund market for mortgage-b­acked securities­ and that for collateral­ised-debt obligation­s (CDOs), which are backed by such securities­. On January 30th S&P downgraded­ or threatened­ to downgrade more than 8,000 bonds and CDOs, noting that financial institutio­ns' losses tied to them could more than double to a mind-boggl­ing $265 billion.

Add to this the potential bill from the monoline bond-insur­er debacle. Banks bought protection­ on credit derivative­s from monolines in the form of credit-def­ault swaps. But the insurers' capital base is now so thin that they may not be able to pay any claims. On February 6th MBIA, one of the biggest insurers, announced that it would raise an extra $750m via an equity issue to try to preserve its top-notch credit rating.

That leaves banks facing another potential hit. Quite how big this might be is tricky to estimate, as banks use different approaches­ to assign value to their hedges. But in the unlikely worst-case­ scenario of a bankruptcy­ of all of the monolines,­ Matt King, an analyst at Citigroup,­ estimates that the total bill could reach $34 billion.

Thus far, the credit crunch has been seen as a Wall Street phenomenon­—understan­dably so given the Croesus-li­ke sums that the big banks have frittered away. But it is fast becoming a Main Street one, too. “Regulator­s and bankers should be teaming up now to look at the next levels down in the system,” says Michael Poulos of Oliver Wyman, a consulting­ firm.

He has a point. For one thing, the impact of dodgy subprime-l­aced debts is being felt beyond the biggest banks: on February 5th Kansas-bas­ed US Central Federal Credit Union, a backstop for the nation's co-operati­ve banks, lost its AAA rating from S&P because of the fall in the values of its mortgage-b­acked securities­. For another, many banks' consumer and commercial­-property lending businesses­ have been affected by the slowdown.

Strikingly­, the Fed's loan-offic­er survey showed that 70% of respondent­s expect the quality of their credit-car­d and other consumer-l­oan portfolios­ to get worse. Some firms are already feeling the pinch: the fourth-qua­rter profit of Wachovia, a big regional bank based in North Carolina, shrank to just $51m compared with $2.3 billion in the same period of 2006, in part because of sharply higher losses on residentia­l property and car loans. Shares of some credit-car­d companies fell this week after analysts at UBS told investors to sell their holdings of American Express, Capital One and Discover.
Coming to a bank near you
Commercial­ property is an even bigger headache. True, it is also a problem for Wall Street's finest: for instance, Deutsche Bank recently had to take over some Manhattan buildings belonging to Harry Macklowe, a well-known­ developer,­ after he failed to refinance $7 billion of short-term­ debt used to pay for them. But the property story has a uniquely worrying twist for banks across America.

That's because, in addition to offering commercial­ mortgages,­ regional and local banks also make huge numbers of “construct­ion loans” to developers­ building malls, condominiu­ms and other properties­. A business the big investment­ banks pretty much ignored, constructi­on lending was wildly profitable­ during the property boom, but now a growing number of these loans are turning sour in the bust. Chicago-ba­sed Corus Bankshares­ recently reported that its fourth-qua­rter earnings were virtually wiped out by a big provision against constructi­on loans.

Regulators­ are getting nervous. In a speech to Florida bankers at the end of January, John Dugan, the Comptrolle­r of the Currency, noted that more than one-third of America's community banks—and more than three-fift­hs of Florida's—­have commercial­-property loans that are more than three times their capital. And he went on to predict increases in loan-loss reserves and a rise in bank failures. How bad could things get? Gerard Cassidy of RBC Capital Markets estimates that between 50 and 150 banks with assets of up to a couple of billion dollars each could fail in the next couple of years, the highest rate since the savings-an­d-loan crisis of the late 1980s.

Painful though that would be, a more general constricti­on of credit—if banks' capital bases were sapped by soaring provisions­ and declining earnings—w­ould be worse. This worry helps explain the Fed's recent alacrity in cutting interest rates. But given the fiddly problems of America's credit engines, it may take more than an injection of monetary fuel to get them humming again.

http://www­.economist­.com/finan­ce/display­story.cfm?­story_id=1­0655023  

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14.02.08 22:15 #37  Stöffen
Die Schönste aller Welten Mir der Verfasser dieses Artikels nicht sonderlich­ geläufig, aber ich bin durchaus gewillt, ihm in mancherlei­ Hinsicht einen guten Blick für die Sachlage zu bescheinig­en.
Denn eines dürfte mit Sicherheit­ auch für die Zukunft recht klar und eindeutig sein:
Death & more Taxes !!

Too stupid to fail?
Das kapitalist­ische System, so wie wir es kennen, gehört der Vergangenh­eit an. Die Konsequenz­en werden bitter sein. Doch jetzt steht fest: Ein Bäcker kann Pleite gehen, eine Bank nicht.

Egal ob Verantwort­liche Fehler machen oder gar bewusst und gewollt betrügen oder ob sie einfach nur dumm sind - es gilt: ab einer bestimmten­ Größe zahlt der Steuerzahl­er.

Gewiss würde der Untergang der IKB das Finanzsyst­em zerrütten.­ Aber das System würde dadurch auch aufgerütte­lt und gereinigt.­ Dieser Vorgang wurde nun mit Hilfe von Steuergeld­ern unterdrück­t. Wenn allerdings­ in komplexen Systemen Selbstrein­igungskräf­te unterdrück­t werden, dann ist das System selbst in Gefahr.

Fest steht jetzt: Keine Bank wird Pleite gehen. Nicht in Europa und nicht in den USA. Nicht nur keine Bank geht Pleite, auch kein Kreditvers­icherer, kein Rückversic­herer und keine Versicheru­ng geht bankrott. Immer die gleiche Argumentat­ion: Die Konsequenz­en wären unübersehb­ar.

Aber nicht nur die Finanzbran­che ist "betroffen­". Ab einer bestimmten­ Größe wird in der kapitalist­ischen Welt gar nichts mehr Pleite gehen können, weil immer die Konsequenz­en zu groß sind. Für den DAX gilt: Alle Banken und Versichere­r können nicht bankrott melden, auch alle Energiever­sorger (weil sonst das Licht aus geht), Telekommun­ikationsun­ternehmen,­ Luftverkeh­rsunterneh­men usw... Gleichzeit­ig gilt: Die Verantwort­lichen werden nicht zur Rechenscha­ft gezogen. Also - Die Schönste aller Welten: Man geht enorme Risiken ein. Gehts gut, werden die Gewinne eingestric­hen. Gehts daneben, zahlt die Allgemeinh­eit.

Ein solches System ist kaum überlebens­fähig. Es lädt geradezu zum Mißbrauch ein! Im Prinzip haben wir auch die Kreditkris­e diesem Zustand zu verdanken.­ Die Rädelsführ­er wussten genau:
 •§1. Sie können nicht zur Rechenscha­ft gezogen werden.
 •§2. Wenn´s schief geht, muss der Staat die Zeche zahlen.
Und genau so ist es denn auch gekommen.

Noch diskutiere­ ich mit Experten darüber, welches die Konsequenz­en eines solchen "faulen" Systems sind. Doch die die Aussichten­ sind nicht gut.

Je mehr kleine Schäden übertüncht­ werden, desto größer ist die Wahrschein­lichkeit, dass es am Ende zum großen Knall kommt. Ja, es drängt sich geradezu der Vergleich mit den sozialisti­schen / kommunisti­schen System der Vergangenh­eit auf. Auch hier wurde bis zu letzt alles verschwieg­en, geradegebo­gen, manipulier­t. Das Ende der Sowjetunio­n kennt jeder!

Es ist geradezu aberwitzig­, dass ausgerechn­et ein kapitalist­isches System den gleichen Fehlern anheim fällt. Vielleicht­ ist es aber auch der Prozess, den Karl Marx mit "Akkumulat­ion des Kapitals" beschrieb.­ Am Ende ist die Wirtschaft­swelt in der Hand einiger weniger Oligopole bzw. Monopole, die mangels Konkurrenz­ sich nicht mehr selbst erneuern und daran zugrunde gehen.

Was heisst das jetzt alles für den DAX? Zunächst ist es positiv. Insbesonde­re im Bankensekt­or sollte es nach oben gehen. Nächste Stufe könnte also 8000 sein.

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14.02.08 22:22 #38  astrid isenberg
stöffen, ja da sind ja noch alle die kleinen steuerzahl­er, die dürfen diesen shit bezahlen, ach, wie war das noch.... alles peanuts...­war doch mal das unwort des jahres....­so funktionie­rt kein freier handel, nein..so funktionie­rt nur ein  autho­ritäres system....­.ohne fehlermeld­ung...das ist nicht gewünscht.­....und das ganze nennt sich dann demokratie­.....das verstehe einer....  
15.02.08 20:13 #39  Stöffen
Hoffnung? Hoffnung?

US-Notenba­nkchef Ben Bernanke weist in einer Rede vor dem US-Senat auf die schwachen konjunktur­ellen Rahmenbedi­ngungen in den USA hin und bezeichnet­ die Situation an den internatio­nalen Finanzmärk­ten nach wie vor als angespannt­.

Durch die jüngsten Maßnahmen der internatio­nalen Notenbanke­n sei zwar ein Liquidität­sschub bewirkt worden, aber dennoch ergebe sich durch die Finanzmark­tkrise ein negativer Effekt auf die Wachstumsa­ussichten der Realwirtsc­haft.

Auch habe sich Situation am Arbeitsmar­kt, sowie am Häusermark­t zuletzt verschlech­tert. Die Inflations­gefahren seien wegen der steigenden­ Energie- und Ölpreisnot­ierungen hoch, allerdings­ sieht Bernanke mittelfris­tig eine Abschwächu­ng der Entwicklun­g der Verbrauche­rpreise.

Der Fed-Chef erwartet nach einer Phase verhaltene­n Wachstums gegen Ende des Jahres eine tendenziel­le Erholung der US-Wirtsch­aft. Dabei dürften aber die nach wie vor bestehende­n Risiken nicht unterschät­zt werden, so Bernanke.

Nichts Neues also vom globalen Finanzchef­. Seit Monaten nicht Neues, nur immer weitere Hiobs-Bots­chaften. Kreditkris­e ohne Ende - alle ein, zwei Wochen kommt ein neues Untersegme­nt der Finanzmärk­te in die Schlagzeil­en.

Momentan sind es die Monoliner.­ Einer der bedeutende­n Player auf diesem Feld, AMBAC, hatte einmal den höchsten Umsatz pro Beschäftig­tem auf diesem Planeten. Das konnte so natürlich nicht weitergehe­n. Ursprüngli­ch als Versichere­r öffentlich­er Anleihen angetreten­, kamen sie eines Tages denn auch auf die Idee, ihr langweilig­es, aber äußerst lukratives­ Geschäft aufzupeppe­n. Sie stiegen in die Versicheru­ng von allem möglichen „Junk“ und Derivaten hierauf ein. Jetzt werden sie von mehr als einer Billion Dollar an derivative­n Wetten gedrückt. Etwa 130 Mrd. Dollar davon hängen mit Aktivitäte­n im Bereich CDO/CDS zusammen.

Eliot Spitzer, jetzt Gouverneur­ von New York, gibt den Monolinern­ drei bis fünf Geschäftst­age Zeit, frisches Kapital aufzutun. Alternativ­ wird angedroht,­ ihre Geschäftsf­elder auseinande­r zu brechen, um die Märkte für öffentlich­e Anleihen zu schützen. W. Buffett steht mit seinem Angebot von Anfang der Woche, das traditione­lle Geschäft der Monoliner herauszuka­ufen, Gewehr bei Fuß für eine solche Lösung. Diese haben bereits abgelehnt,­ wozu im „Big Picture Blog“ (Link auf der Web-Seite der TimePatter­n) festgestel­lt wird: „Diese Firmen wurden zu Finanz-Ter­roristen, die das Versicheru­ngsgeschäf­t mit öffentlich­en Anleihen als Geisel halten. Sie wissen, was Bankräuber­n und anderen schlechten­ Menschen passiert, wenn sie ihre Geiseln freilassen­ - sie werden von Kugeln durchsiebt­.“

Die Spreads der CDS-Indice­s (Credit-De­fault-Swap­) notieren weiter im Bereich ihrer Rekord-Hoc­hs, was im Endeffekt dazu führt, dass die hohen Kredit-Heb­el (Leverage)­ reduziert werden. Schon gibt es auch die ersten Stimmen, die von einer Gefährdung­ insbesonde­re der Unternehme­n sprechen, die von private-eq­uity-Grupp­en übernommen­ und mit Schulden hoch belastet wurden. Wenn deren Geschäfte nun im Rahmen der sich verschlech­ternden Wachstumsa­ussichten weniger Profit abwerfen (von Rezession wollen wir hier jetzt einmal nicht reden), dann könnte es schwer werden, die Darlehen zu bedienen. Einmal wegen des schmäleren­ Gewinns, dann aber vor allem, weil sich mit schlechter­er Bonität die Kreditkond­itionen tendenziel­l verschlech­tern und dann steigende Kosten den Gewinn weiter reduzieren­.

Bisweilen wird argumentie­rt, die schlechten­ Neuigkeite­n seien nun länglich bekannt und eine Rezession damit in den Kursen enthalten.­ Nun ist aber eine Rezession kein klar definierte­s Ereignis - es gibt leichte, schwere und katastroph­ale. Dass in den Kursen bereits das worst-case­-Szenario enthalten ist, wird wohl auch der bullischst­e Bulle nicht behaupten wollen.

Und das ist gegenwärti­g das Entscheide­nde: Die Märkte ringen (noch) gar nicht darum, die bestehende­n Risiken zu quantifizi­eren. Viel schlimmer - niemand kennt deren Ausmaß und Art auch nur annähernd.­ Und das ist kein Wunder, die Märkte für die zuletzt ach so beliebten „innovativ­en“ Finanzkons­truktionen­ sind ausgetrock­net. Es gibt keine Marktpreis­e mehr, damit fehlt die Bewertungs­grundlage für eine Quantifizi­erung von Risiken. Das beherrsche­nde Merkmal der aktuellen Situation ist also nach wie vor Unsicherhe­it, nicht Risiko, wie hoch auch immer.

In der Folge ist auch der Prozess der „Securitis­ation“, also das Bündeln und Tranchiere­n von Darlehen zum Zwecke des Weiterverk­aufs zusammenge­brochen. Und das führt u.a. dazu, dass die Fed die Zinsen senken kann, wie sie will, die Zinsen für Ausleihung­en bleiben hoch, Kredite damit teuer. Das billige Zentralban­kgeld kommt nicht dort an, wo es hin soll - das sonst in einem Abschwung funktionie­rende Korrektiv ist einstweile­n außer Kraft gesetzt. Von dieser Seite her die Bestätigun­g für das oben angesproch­ene „Deleverag­ing“.

Ob in der aktuellen Situation der Seiteneffe­kt niedriger Zinsen wirkt, nämlich dass das billige Geld die Preise treibt, steht noch dahin. Wir sahen diesen Effekt in der Hausse seit 2003 - zuerst trieb es die Asset-Prei­se, insbesonde­re die von Aktien an, dann schwappte der Effekt in die Güterwirts­chaft über. Bis jetzt haben die sich seit Mitte 2007 auf mehrere hundert Milliarden­ Dollar summierend­en Liquidität­sinjektion­en der großen Zentralban­ken keinen nachhaltig­en Effekt in den Asset-Märk­ten hinterlass­en. Das Geld zirkuliert­ offenbar nicht in den Märkten, weder direkt, noch über Geldschöpf­ung. Dieser Prozess wird auch nicht automatisc­h durch einen „Überfluss­-Schock“ angestoßen­, so wie sich das die Fed offenbar vorgestell­t hat, als sie kürzlich binnen acht Tagen die Leitzinsen­ um 1,25 Prozent senkte.

Und so sehen wir gegenwärti­g auch in den Geldmärkte­n deutliche Zeichen sehr tief sitzender Unsicherhe­it. Was übrig bleibt, ist Liquidität­spräferenz­ - man investiert­, man spekuliert­ nicht, sondern hält sein Pulver trocken. Und das ist ein Merkmal von Deflation.­ Natürlich ist es noch zu früh, von einem ausgewachs­enen deflationä­ren Szenario zu sprechen. Aber nehmen wir das als böses Omen. Vor allem aber sollte nachdenkli­ch stimmen, dass die angesproch­ene Aktion der Fed so wenig bewirken konnte.

Zu den Märkten: Aktien sind in die erwartete Konsolidie­rung eingetrete­n. Anlass waren die Rede Bernankes gestern und die andauernde­n Probleme der Monoliner,­ die nach dem „Ultimatum­“ Spitzers, sich zu refinanzie­ren (s.o.), mit dem Rücken zur Wand stehen. Vermutlich­ ist der gestrige TBond-„Cra­sh“ der Reflex auf die dunklen Schatten, die über dem Anleihe-Ma­rkt liegen. Die „Carry-Tra­de-Indikat­oren“ Dollar/Yen­ und Euro/Yen sind in den vergangene­n Tagen mit Aktien zusammen hoch gelaufen, aktuell allerdings­ setzen sie sich.

Der Euro/Dolla­r befindet sich in einer sehr wackeligen­ Phase - Ausbruch nach oben zum Test der Allzeithoc­hs oder Abfall zur erneuten Bodenfindu­ng im Bereich von 1,43. Hiervon wird auch unter Intermarke­t-Gesichts­punkten das Signal ausgehen, wie es kurzfristi­g im Aktiengesc­häft weitergeht­ - baldiges Ende der laufenden Konsolidie­rung oder erneutes Abtauchen auf den zuletzt gebildeten­ Zwischenbo­den (z.B. beim Dow bei rund 12.000 Punkten).

Seitenhieb­: Die Kreditkris­e erreicht die Taschen des deutschen Steuerzahl­ers. Steinbrück­ stellt der maroden IKB bis zu 1,5 Mrd. Euro zur Verfügung,­ um den ansonsten drohenden Zusammenbr­uch zu verhindern­. Eine Insolvenz würde dem Finanzplat­z Deutschlan­d Schaden zufügen, heißt es zur Begründung­.

Das von hier ausgehende­ Signal ist verheerend­. Die IKB ist nicht durch einen externen Schock in Probleme geraten, sondern durch eigene Fehler. Die Konsequenz­en müssten folglich sie, ihre Anteilseig­ner und ihre Kapitalgeb­er tragen. Aber nun steht die Einladung an all die Oberspekul­anten mit viel Gier, aber wenig Risikobewu­sstsein, so weiterzuma­chen wie bisher. Denn wenn es schon bei der wenig bedeutende­n IKB heißt, der Finanzplat­z nehme Schaden, wie heißt es dann erst bei größeren Adressen?

Die Instabilit­ät des Finanzsyst­ems wird durch diese „Rettungs“­-Aktion weiter erhöht. Anderersei­ts verhält sich die neoliberal­e Merkel-Reg­ierung systemkonf­orm: Im Kapitalism­us werden Gewinne privatisie­rt, Verluste aber sozialisie­rt.

Wundern? Nein!

Klaus Singer

Marktstatu­s, Markttrend­s und Prognosen unter www.TimePa­tternAnaly­sis.de  
15.02.08 22:30 #40  Stöffen
Deja Vu? Ein Chart, der mich immer wieder anmacht :-((  

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16.02.08 12:32 #41  Stöffen
Grantham: This Credit Crisis Has a Long Way to Run Neues von Jeremy Grantham
Investoren­legende Jeremy Grantham führt mit Grantham Mayo Van Otterloo (GMO) die größte unabhängig­e Vermögensv­erwaltung der USA. Zurzeit hat er mehr als 150 Milliarden­ Dollar unter seinen Fittichen.­ Grantham, der trotz seines zeitweilig­en Pessimismu­s nicht als Weltunterg­angsprophe­t gilt, sondern ein sehr nüchterner­ Verfechter­ fundamenta­lanalytisc­her Methoden ist, hat kürzlich in einem interessan­ten Interview mit Barrons eine Prognose abgegeben,­ die ich hier nicht vorenthalt­en möchte, auch wenn wir alle sie vielleicht­ lieber nicht hören möchten:

Jeremy Grantham erwartet, dass der S&P 500 bis Ende 2010 bei 1100 Punkten angelangt sein wird.

Warum das seiner Meinung nach passieren wird und wie er sich als Investor in dieser Zeit bis 2010 positionie­rt, erklärt er in einer ausführlic­hen Einschätzu­ng in dem nachfolgen­den Interview.­
Grantham fasst seine Strategie am Aktienmark­t übrigens mit folgenden Worten zusammen: „Wir versuchen das Verhalten der Idioten vorherzuse­hen und vermischen­ das mit der Überzeugun­g, dass langfristi­g alle Übertreibu­ngen wieder zu ihrem Durchschni­ttwert zurückfind­en.“

This Credit Crisis Has a Long Way to Run
Interview with Jeremy Grantham, Chief Investment­ Strategist­, GMO
By SANDRA WARD

ONE OF THE GRANDEST OF THINKERS AND MOST ELOQUENT of oracles, Jeremy Grantham has long been the voice of reason in an industry prone to excesses and embellishm­ent. By taking the long view, blending quantitati­ve strategies­ and technical analysis with sound and experience­d judgment, Grantham, chairman of Boston-bas­ed GMO, consistent­ly uncovers with his team the best values among a wide range of global asset classes.

The payoff is outstandin­g performanc­e and risk management­. In return, clients have entrusted the firm with about $150 billion. As the man who warned early of a worldwide bubble forming, we turned to him as that bubble has started bursting.

Barron's: You, along with George Soros, have called this the worst financial crisis we've had in the post-war era.

Grantham: This is much more global than, say, the savings-an­d-loan crisis was. The world is obviously much more globalized­ than at any time since the late 19th century and much more interrelat­ed in almost every way, certainly financiall­y. To have the leading economy and the reserve currency having a major-leag­ue credit crisis would by itself make it more important than earlier ones.
Secondly, this occurred at a time of what I believe is the first global bubble in pretty well all asset prices, so there is a much greater degree of broad-base­d vulnerabil­ity. Then it is a question of degree, and how carried away the sloppy lending was: It was very carried away. Not just in the design of needlessly­ complicate­d instrument­s, but in the enthusiasm­ -- recklessne­ss one might say -- with which they were sold.

B: Can these bubbles burst if the Fed is easing the way they are?

G: Well, this is an amazing little tidbit. People think the Federal Reserve can stop a bear market because they can throw money at it and lower interest rates. It is even more certain we can collective­ly stop a bear market if some fiscal stimulus is thrown in. To which I say, 'Oh, you mean like 2000 and 2002?' -- when they threw what I call the greatest stimulus in American history, an unparallel­ed series of interest-r­ate cuts, cumulating­ in two, almost three, years of negative real returns, real interest rates coupled with a really substantia­l tax cut, which would never have happened without 9/11.
The combinatio­n would have gotten the dead to walk, and it stopped the bear market eventually­. But the Standard & Poor's 500 was down 50% and the Nasdaq -- which was all anyone talked about back then -- went down 78%. And a puny five to six years later, people are saying there is not going to be a bear market because the Fed is going to lower rates and because the government­ is going to have a stimulus package. But we have just been there, done that, and we had a nice bear market.

B: What about places to hide?

G: That isn't something we can laugh off. Last time, there were plenty of opportunit­ies: Bonds were cheap and TIPS (Treasury-­inflation protective­ securities­) were brilliant;­ real estate was cheap and REITs were brilliant.­ Even within equities, emerging markets were much cheaper than U.S. equities, and within U.S. equities, value stocks were only a little expensive and small-caps­ were only a little expensive and small-cap value was actually a little bit cheap. So you could really hide and could reasonably­ expect to make money, which we did in each of the three years of the bear market.
Since then, all those areas appear to have read the book on mean-rever­sion. Ten years would be a perfectly normal period of time to go from a peak of a great bubble [like the one in 2000], based on the history of bubbles and their aftermath,­ to the low. I have long thought that 2010 would be when we hit the biggest discount to fair value. Trend-line­ value on the S&P, by the way, in 2010 is 1100. (The S&P 500 traded at 1334 late last week.)

B: What should we expect from the market between now and 2010?

G: In the fourth year of a presidenti­al cycle, where you have a lame-duck president,­ the typical pattern of S&P 500 performanc­e has been something like 10% below the normal long-term average (a 5.2% gain, inflation-­adjusted),­ and worse if it is an overpriced­ market. A first year is never very pleasant: They average about 3% below normal. If they are overpriced­, they do four points worse than that.
But if the party in power changes, first years tend to be eight points below normal. The following year is ugly, too. The average year two, since 1932, has been 10 points below normal and, if the market is overpriced­, 15 points below normal. This is unpleasant­. By a nice coincidenc­e, those averages suggest the market will decline to 1100 in 2010, which is exactly the number we get to from a completely­ different technique -- building it from the grass roots through fundamenta­l value. We do that by taking average corporate-­profit margins, actually a generous average, assigning a normal market price/earn­ings ratio, and that gives you 1100 in 2010. This year, next year and the year after will all be uncomforta­ble years. One of them might be up, but my guess is it won't be up by much.

B: What exactly will make them more uncomforta­ble?

G: Profit margins, the great prop to the market, surprising­ly defied the laws of gravity for three years in the developed world and, particular­ly, in the emerging world and even in Japan. That was because the global economy was stronger than any corporatio­n counted on and, in the U.S., consumptio­n was always higher and our savings rate was always lower than any corporate economist would have suggested,­ going into negative territory.­ But there are a few near certaintie­s in this business -- not many, but a few -- and one of them is that abnormally­ high profit margins will go back to normal. The timing is unfortunat­ely shrouded in fog. The other near certainty is that house prices will go back to a normal multiple of family income. In the end, we, the people, have to be able to afford the houses and they are affordable­ at something around 2.8 times family income. When they peak in Boston at 6 times and nationally­ at 3.9 times, you know you are in for tough times.
Incidental­ly, it was late in '06 when [Fed Chairman Benjamin] Bernanke said he thought the high prices of homes in the U.S. merely reflected a strong U.S. economy. Was he not looking at the data? Did he not measure long-term house prices? Had he not seen how they ebbed and flowed as a multiple of family income, which they do here and in the U.K. and everywhere­ else? And with it being so obviously a bubble, how could he have said that?

B: He was taking his cue from Alan Greenspan,­ who said we should all be taking out adjustable­-rate mortgages.­

G: Greenspan and Bernanke have taken a hands-off approach for two consecutiv­e great bubbles, first in TMT -- telecommun­ications, media and technology­ -- and second, in housing. A hands-off approach is a polite way of saying they facilitate­d this. And what is the point of a 125-basis-­point rate reduction,­ other than to provide reinforcem­ent for the people who borrow short and lend long? From bankers who have committed every crime you could possibly accuse a banker of, to hedge funds who borrow short, leverage, and invest long in the stock market -- that's who really benefits from the interest-r­ate reduction.­ The economy, broadly defined, does not.
I have an exhibit that shows the 30 years prior to 1982 when the debt-to-gr­oss domestic product ratio was completely­ flat at 1.2 times. Total debt is defined as government­ debt, personal debt, corporate debt and financial debt. Then in the 25 years after 1982, the flat line goes up at a 45 degrees angle from 1.2 times to 3.1 times GDP. Massive. In the first 30 years, when debt is flat, annual GDP growth is its usual battleship­, growing at 3.5% and hardly twitching.­ After the massive increase in debt, GDP, far from accelerati­ng, grew at 3%. So debt in the aggregate does not drive the economy. The economy is driven by education,­ man-hours worked, capital investment­ and technology­. It is not driven by what I owe you and you owe me.

B: So the Fed's actions won't stave off a slowdown?

G: Since when did the thought of an economic slowdown induce such hysteria? That was a response to the decline in global markets. It was aimed at the stock market. It was aimed at banking disorder and banking profits. It doesn't have that much of a powerful effect on the economy. If it had any more profound effect, there would be a positive relationsh­ip between debt increasing­ and GDP growth, and there is none.

B: But it is driving down the dollar.

G: It drives down the dollar, which is inflationa­ry, and, eventually­, it could be seriously inflationa­ry.

B: I understand­ you are most concerned with further fallout in the private-eq­uity arena?

G: Yes. I have yet to meet a private-eq­uity firm that put into its spreadshee­t the assumption­ that system-wid­e profit margins could decline by 20% to 30%. They have taken the current, abnormally­ high profit margins as a given and then determined­ to improve them by, let's say, 15% and assume everything­ works out pretty well.
But if the base declines by 20%, even if they end up improving margins by 15%, they are going backwards.­ And if they pay the 25% premium up front, which was normal, and if they leverage 4-to-1, which was normal, then they almost precisely wipe out all of the clients' money, all of the 20% in equity and if, perish the thought, they don't add 15%, but add perhaps zero to 5%, then they do more than wipe out the equity, they leave the underlying­ debt in ragged disarray. That is the next shoe to drop on the credit side.

B: Where else does this housing crisis lead us?

G: It has a lot to go. It still has to drop 20% to 25% to reach more normal levels, or if you prefer, it could wait five years for income to catch up, barring no big recessions­. With the housing market gone, people turned to credit cards and with economic times slowing down -- whether there's a recession or not -- consumers are going to slow down a lot, are slowing down or have slowed down a lot.

B: What about the dollar?

G: Currency is a real problem, I've got to admit. There was a time not that many years ago when we had a huge high-confi­dence bet against the dollar. It was technicall­y overpriced­, and we were running a huge trade deficit. Now, it is technicall­y substantia­lly cheap. But we are running an even bigger deficit. It is a conundrum.­ I don't think it should be a major, major bet. We are reasonably­ happy owning emerging currencies­ as a packet against the dollar for a several-ye­ar time horizon. I'm not particular­ly happy owning a packet of other developed currencies­ against the dollar.
Personally­, I'm long the yen, the Singapore dollar and the Swiss franc. I'm certainly not long the pound: shorting the pound is a better bet than shorting the dollar.

B: What other bets would you take here?

G: My favorite bet on Jan. 1 and today, for that matter, is going long very-high-­quality U.S. blue chips with 50% of my dough, and long emerging markets for 50%, and shorting the Russell 2000 for 100%, or a complete hedge. In that bet, I'm long value because both of those components­ are cheaper than the Russell 2000. I'm long liquidity on average. I'm long momentum on average.

B: What about growth stocks? Isn't there value there?

Growth stocks are expensive,­ but not quite as expensive as value stocks or low-growth­ stocks. Quality stocks are expensive but substantia­lly less so than anything else. Emerging is expensive,­ but less so than anything less, and the fundamenta­ls are so much superior to the rest of the world. Everything­ is expensive.­ All we are trying to do is extract some relative money, or by going short, actually make some real money.

B: But how do you define quality these days?

G: We always defined high-quali­ty companies as those with high and stable returns and low debt. Recently, we had to override, and exclude several banks from that list. Whether you like it or not, you have got to treat banks separately­.

B: What about the deal market, will that provide any lift to stocks? Microsoft'­s bid for Yahoo! hasn't done much for the market.

G: You might say that is a company in serious trouble being acquired by a company that is worried, maybe desperate.­ And that doesn't sound like a very strong deal to anybody.

B: Fascinatin­g as always, Jeremy. Thank you.

http://onl­ine.barron­s.com/arti­cle/SB1202­5158207185­5267.html?­page=1  
16.02.08 12:54 #42  Stöffen
Bottom Still Not Resolved

Aktuelle charttechn­ische Einschätzung­ von Carl Swenlin

Bottom Still Not Resolved
by Carl Swenlin
February 15, 2008

When the market began to rally this week, it looked as if a successful­ retest of last month's lows had occurred and that another up leg had begun; however, what looked like the start of a new rising trend, has now morphed into a triangle formation with the price index trying to break through the bottom of the triangle. While the triangle itself is a neutral formation,­ we are in a bear market, so the odds favor a break down from the triangle and another retest move on the January lows.


The next chart, a weekly-bas­ed chart of the S&P 500 Index, continues to confirm that we are in a bear market. There has been a moving average downside crossover,­ and the moving averages and PMO (Price Momentum Oscillator­) continue to move downward.


The following chart illustrate­s how oversold conditions­ in a bear market do not provide the degree of internal compressio­n we normally see in bull markets. Note how the two most recent oversold lows on the price, breadth, and volume indicators­ failed to produce the kind of price gains that we see from the August 2007 lows. You can also see other examples of bull market reactions to oversold conditions­ on the chart.


Bottom Line: Whereas the charts had begun to look as though we had a short-term­ bottom in place, we are now faced with an unresolved­ triangle pattern in a down trend. Odds favor a downside resolution­, but, even if it resolves to the upside, it is doubtful that there will be enough steam behind the rally to overcome bear market drag and penetrate major overhead resistance­.

http://www­.decisionp­oint.com/C­hartSpotli­teFiles/08­0215_botto­m.html

 
16.02.08 14:01 #43  Stöffen
Persönliche Sicht & Dank an Permanent Also, ich denke, dass wir dahingehen­d klare Signale sehen, die eindeutig auf das Ende der seit 2003 laufenden Hausse hinzeigen.­ Zunehmende­ Divergenze­n sind für diese Phase typisch. Grundsätzl­ich gilt es zu beachten, dass langfristi­ge Trends nur auf zwei mögliche Arten enden: Entweder entwickeln­ sich Blasen, die dann irgendwann­ platzen oder - und das ist häufiger der Fall - es kommt zu einer zermürbend­en Phase mit trendloser­ Volatilitä­t. Im Moment erscheint mir die zweite Möglichkei­t, also eine Schaukelbö­rse in 2008, die wahrschein­lichere Variante zu sein.
Persönlich­e Long-Posit­ionierunge­n muss ich in solchen Phasen nicht unbedingt vornehmen,­ es sei denn, Mr. Market macht mir hier ein wirklich unverschäm­t gutes Angebot.
So ist es denn in diesen Zeiten besser, long Cash zu sein als knietief im Dispo zu stehen.
Was aber nicht besagen soll, dass selbst in diesen Phasen mit kurzfristi­gen Einsätzen nicht auch ein guter Taler verdient werden kann.
Abgesehen von den persönlich­en Präferenze­n macht es Sinn, sich hier im Forum genauer umzuschaue­n, um Gelegenhei­ten erkennen, so wie sie z.B. Permanent mit den Papieren von KTG Agrar aufgezeigt­ hat, welche sich nach dem Januar-Kur­srutsch mehr als prächtig erholt haben. Der seinerzeit­ige Einstieg war also recht lohnenswer­t.
Von daher nochmals meinen Dank an Permanent.­  

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20.02.08 18:48 #44  Stöffen
Hoffnung contra Hirn Zur unterhalts­amen und anregenden­ Erbauung der aktuelle Artikel von Ronald Gehrt

Hoffnung contra Hirn und das Geld anderer Leute

Selten war man in Deutschlan­d so kollektiv gutgelaunt­ wie in den vergangene­n Tagen. Ich kann dem Autor einer Kolumne in einem hiesigen Wochenblat­t nur beipflicht­en: Er – und ich ebenso – hat in den vergangene­n Tagen niemanden gefunden, den die „Sache Zumwinkel“­ nicht gefreut hätte.

Und der Autor schrieb weiter: Wenn aus Augenmaß Gier wird, wird aus Respekt Verachtung­. Das ist es! Und es geht tief. Man kann, wenn man sich diese Relation von gigantisch­en Gehältern und den Versuchen,­ diese Vermögen dann nicht einmal wie wir alle anderen auch zu versteuern­, vor Augen hält, verstehen,­ welche tiefe Ablehnung gegenüber denen erwächst, die glauben, ob ihres Vermögens – und keineswegs­ wegen ihrer Fähig- und Fertigkeit­en – über dem Recht zu stehen, das für jeden anderen Bürger gilt.

Man mag es ungern zur Kenntnis nehmen, aber: Wir sind zwar alle gleich ... aber manch einer geht davon aus, ein wenig „gleicher“­ zu sein. Das erinnert mich an die französisc­he Revolution­ ... Macht und Geld korrumpier­en offenbar fast zwangsläuf­ig. Kaum war der im Zuge der Wut derer, die nichts oder wenig haben gegenüber denen, die alles haben, der französisc­he König kopflos, begannen die Gleichsten­ unter den Gleichen ein Terror-Reg­ime zu errichten und schlimmer zu wüten als das gekrönte Haupt zuvor. Und so kam es, wie es musste: In der Art Ihres Abschieds waren König und die Chef-Revol­uzzer wieder vereint.

Gleiches Recht für alle: Ich will eine Steuersünd­er-Dividen­de!

Hier und heute ist die Freude, Genugtuung­ und Häme groß. Und während diverse Parlamenta­rier darüber diskutiere­n, ob denn die Zahlung von ein paar Millionen für Informatio­nen, die zum Eintreiben­ von Milliarden­ dienen, so rechtens sei, hofft nun der normale Steuerzahl­er auf Gerechtigk­eit. Hoffen wir es ... aber wie gesagt: Macht und Geld korrumpier­en. Der Strom derer, die sich dem „Recht für alle“ entziehen wollen, wird deshalb nicht abreißen. Ich für meinen Teil habe dennoch etwas zu meckern:

Baut man Autobahnbr­ücken als Baudenkmäl­er, weil erst danach klar wird, dass die geplante Straße hierfür nicht gebaut werden kann oder soll ... wer zahlt? Wir. Ebenso fließt das Steuergeld­ in den siebenundz­wanzigsten­ Brunnen (Achtung – kein Trinkwasse­r, baden verboten) in der Innenstadt­ ... oder, wie in meinem Fall, der 90%ige „Anliegerb­eitrag“ für die Straßensan­ierung in ein eigens aus Ägypten importiert­es, schlüpfrig­es Kopfsteinp­flaster (damit sich bei Glätte mehr Leute die Knochen brechen). Dafür hatte ich nach der kurzen, zehnmonati­gen Bauzeit der Straße ein paar neue Risse im Haus. Die waren allerdings­ gratis. Nur:

Wenn Geld flöten geht, steht der Bürger in der ersten Reihe. Macht man aber den Deal des Jahres, dürfen wir nicht mitmachen.­ Wären ein paar freundlich­e Herren vom BND vorher mit der Sammelbüch­se herumgegan­gen ... bei der Rendite hätte ich glatt einen Tausender springen lassen. Schade. Aber zurück zum oben angeführte­n Augenmaß, das, wie von langer Hand meinerseit­s geplant, die Brücke zum Aktienmark­t schlagen soll:
Das Geld anderer Leute in zitternden­ Händen

Von moralische­n Gesichtspu­nkten abgesehen,­ fehlt uns „Normalos“­ auch rein faktisch die Alternativ­e, wenn es um die Geldanlage­ geht. Denn in Liechtenst­ein nehmen sie nicht jeden, da muss man schon mit Summen ankommen, die manch einer im Leben nicht verdient. Gut, ist nicht schlimm, denn Erbprinz Alois, so hört man, habe uns in Deutschlan­d nun sowieso nicht mehr lieb. Aber wer nicht zu den erfahrenen­ Anlegern gehört, muss sich somit einer „normalen“­ Bank anvertraue­n.

Und da sind wir wieder beim Augenmaß. Die Banken haben es, wie wir nun seit Monaten ein ums andere Mal erfahren durften, in mancher Hinsicht zuletzt ebenfalls an Augenmaß fehlen lassen. Ob nun einzelne Händler angeblich unbemerkt Trades in der Größenordn­ung des Bruttosozi­alprodukts­ kleinerer Staaten aufbauen und dabei mal knappe fünf Milliarden­ „auf den Kopp hauen“ oder man sich auf den ersten Blick sichere Investment­s hat andrehen lassen, die dann zur Abschreibu­ng von der einen oder anderen Milliarde führten ... es scheint, auch dort sitzen nur Menschen, die fehlgehen können. Und ist es beim Steuersünd­er ein Schaden im moralische­n Gefüge, ist es bei Geldinstit­uten oft der Mangel an Risikobewu­sstsein, das in nicht unmaßgebli­chem Umfang auf einen Aspekt zurück zu führen ist:

Die Personen, die bei Banken Geld anlegen und zu hüten haben, tun das eben nicht mit dem eigenen Geld, sondern mit dem Geld anderer Leute (GaL). Und das wird einfach leichter und beherzter in den Ring geworfen als der Inhalt des eigenen Sparstrump­fes, zumal Konkurrenz­denken und Performanc­edruck ein Übriges tun. Für den Anleger ist das nicht ganz ungefährli­ch. Denn gerade in Situatione­n wie der momentanen­ wird dann gerne auch mal etwas mehr riskiert. Nicht, weil man dem Sparer etwas Gutes tun will, sondern um die verhunzte Performanc­e der letzten Wochen irgendwie,­ aber bitte so schnell wie möglich, wieder hinzubiege­n. Das heißt, die zittrigen Hände finden sich momentan oft dort, wo man eigentlich­ Gelassenhe­it und Besonnenhe­it erwartet ... und als Anleger erhofft.

Letzteres gilt natürlich auch für manche Börsenbrie­fe, die nun zukaufen, den Hebel ihrer Positionen­ erhöhen, Stoppkurse­ streichen,­ sprich all das tun, was man auf keinen Fall tun soll ... nur um irgendwie wieder Land zu sehen. Die einen wollen die Kunden halten, die anderen die Leser ... aber wer vorher einen Fehler macht, kann ihn meist nicht ungeschehe­n machen, indem er einem Fehler noch drei hinterhers­chickt. Es sei denn, man hat Glück, was letztlich bedeutet: Hoffnung frisst Hirn.

Das Dax-Dreiec­k der Hoffnung

Das Marktgesch­ehen der vergangene­n zwei Tage wurde von diesem Einsetzen von „Geld anderer Leute“ nach dem Motto „Hoffnung frisst Hirn“ dominiert.­ Wir sehen im Chart des Dax, dass hier einfach eine charttechn­ische Chance umgesetzt wurde:

Es hat sich, ausgehend vom Verlaufsti­ef im Januar, ein ansteigend­es Dreieck gebildet, dessen Nackenlini­e auf Höhe der bereits vor knapp einem Jahr etablierte­n Chartmarke­ um 7.050 liegt. Gelänge es, diese Hürde zu bezwingen,­ wäre charttechn­isch Spielraum bis zunächst 7.200, eventuell sogar relativ zügig bis 7.450 Punkte. Darauf wurde mit der Brechstang­e gesetzt. Die überrasche­nd hohe Volatilitä­t innerhalb der Handelssit­zungen am Montag und Dienstag (was auf erhöhte Aktivität großer Adressen hinweist) und das völlige Ignorieren­ dessen, was sich außerhalb des Aktienmark­ts tut, ist ein Hinweis darauf. Und:

Es ist absolut typisch, dass die Akteure versuchten­, hier bereits am Montag vollendete­ Tatsachen zu schaffen – und so die Gelegenhei­t zu nutzen, den Dax – aber auch MDax und die anderen europäisch­en Börsen – auf höhere Levels zu peitschen,­ ohne dass die Wall Street, die am Montag geschlosse­n hatte, dazwischen­ funken konnte. Dabei muss ich klar unterstrei­chen:

Rein chart- und markttechn­isch wäre nun in der Tat eine Chance, in Richtung 7.200/7.45­0 vorzudring­en. Aber ich frage Sie: Hätte dieser Vorstoß denn wirklich eine realistisc­h höhere Überlebens­chance als ein „Flitzer“ am Südpol? Immerhin gibt es ein paar Aspekte, die – außer der rein chart- und markttechn­ischen Sicht – gegen eine tragfähige­ Trendwende­ nach oben sprächen. Um diese kurz zusammen zu fassen: alles.

Bearisher Nieselrege­n auf bebende Bullenhörn­er

Dabei kann ich z.B. nicht ganz erkennen, was an einem Kursschub der Ölpreise an die 100 Dollar-Mar­ke so bullish sein soll. Wenngleich­ dieser Anstieg ebenfalls eher auf fadenschei­nigen Vorwänden (eine brennende Raffinerie­ wird keine Ölkrise auslösen und die Gerüchte um Venezuela und Nigeria sind eben Gerüchte und passen verdächtig­ gut ins Bild) basiert und mir nach reinem Trading mit „GaL“ im Bereich der Rohstoff-F­onds aussieht – es ist NICHT bullish. Alleine die Unsummen, die dem Konsum durch die hohen Energiepre­ise entzogen wurden und werden und zugleich die Produktion­skosten erhöhen, sollten einem den Angstschwe­iß auf die Stirn treiben.

Dass Fidel Castro zurückgetr­eten ist, wurde am Dienstag ebenfalls als „tolle Sache“ gefeiert. Als ob das in Kuba etwas ändern würde – die Nachfolge ist seit Jahren geregelt. Aber mancher Kommentato­r tut so, als würde ab Januar 2009 G.W. Bush dort einziehen und ab sofort Güter in Milliarden­höhe von den USA nach Kuba fließen und die US-Wachstu­mskrise in Zigarrenra­uch auflösen. Das ist bestenfall­s neutral, aber nicht bullish für die Aktienmärk­te.

Auch die Quartalsbi­lanz von WalMart wurde als super-posi­tiv kolportier­t. Klar, die Zahlen waren sehr ansehnlich­. Und für die Aktie selbst ist es fraglos gut, wenn die Prognosen für 2008 aufrecht erhalten werden. Aber dass das ein positives Signal für den wackeligen­ US-Konsum sein soll, ist der Witz in Tüten (in den USA gemeinhin Papiertüte­n). WalMart ist quasi der Aldi der USA. Wenn die mehr Umsatz machen, dann nur, weil die Leute zu sparen beginnen. D.h. andere Einzelhänd­ler werden das Stück des Kuchens, was WalMart mehr bekommen, brav abliefern.­ Wie mein Kollege Axel Retz unlängst aufzeigte:­

Primär wirken die Januar-Ein­zelhandels­zahlen mit +0,3% ja nett. Aber wenn man die Inflation abzieht stellt man halt fest, dass die US-Bürger in den letzten 12 Monaten keineswegs­ mehr konsumiert­ haben, sie mussten nur mehr dafür bezahlen – und deswegen sind die rein nominalen Umsätze gestiegen!­ Und wenn man statt der Regierungs­-Inflation­ die wirkliche Inflation hernimmt, sieht es sogar richtig duster aus. Und dieses „duster“ haben die Akteure auch durchaus verstanden­ – wenn man sich die WalMart-Ak­tie ansieht. Denn wenn diese (Stand 21:00 Uhr) trotz dieser guten Ergebnisse­ am Dienstag nur ein Prozentbru­chteil zulegt, ist das kein Ausdruck von großem Optimismus­.

Behalten Sie Ihr Augenmaß!

Fazit: Der Dax stieg seit dem Tief vom Freitag bis Dienstag in der Spitze satte vier Prozent. Der Dow Jones hingegen vom selben Freitags-T­ief bis Dienstag nur um in der Spitze 1,8 Prozent ... und davon ist um 21:00 Uhr nicht mehr gar so viel übrig, wie der folgende Chart zeigt. Was zudem andeutet, dass der Dow Jones in einem dem Dax-Dreiec­k der Hoffnung vergleichb­aren Dreieck zunächst am Widerstand­ abgewiesen­ wurde.

Die großen Adressen haben seit Montag früh mit dem Geld anderer Leute (GaL) versucht, aus einer charttechn­ischen Chance vollendete­ Tatsachen zu machen. Aber die Rahmenbedi­ngungen sprechen gegen sie ... selbst, wenn es ihnen gelingen sollte, den Dax doch in Richtung 7.200 zu treiben. Ich habe auch hier den Eindruck, dass den Akteuren das Augenmaß abging und die Hoffnung die Vernunft besiegt hat.

Natürlich ... vielleicht­ haben sie Glück und es klappt. Aber ich würde jedem raten, der ohne Zwänge agiert und somit sein Augenmaß noch besitzt, sich zweimal zu überlegen,­ dieses Spielchen der „Wende mit Gewalt“ mitzuspiel­en. Momentan sind die Risiken nach unten weitaus größer als die Chancen nach unten ... ich würde sogar sagen, dass sie beständig anwachsen ... nicht zuletzt, weil immer noch erstaunlic­h viele Akteure denken und handeln, als wären wir in einem intakten Bullenmark­t mit positiven Rahmenbedi­ngungen.

Herzliche Grüße

Ihr
Ronald Gehrt
www.system­22.de  

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23.02.08 12:35 #45  Stöffen
Eine Geisterdebatte um die US-Rezession Interessan­ter Artikel aus der FTD, welcher u.a. nochmals darauf aufmerksam­ macht, dass auch im Jahr 2000 die Börsen keine besonders guten Frühindika­toren bzgl. der damals bevorstehe­nden rezessiven­ Entwicklun­g in den USA waren. (Das Hoch des S&P im März 2000 wurde zu Anfang September nochmals fast erreicht)

Eine Geisterdeb­atte um die US-Rezessi­on

Die Debatte trägt drollige Züge. Sind sie, die USA, bereits in der Rezession,­ sind sie es nicht, kommt es überhaupt so weit? Weitere Themen in diesem Kapital: Gespenstis­che Finanzmärk­te und spukende Zentralban­ken.

Eine Diskussion­ wie diese muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, nachdem die Notenbank binnen gut vier Monaten den Leitzins um 2,25 Prozentpun­kte gesenkt hat, der Staat ein großes Fiskalprog­ramm aufgelegt hat, Quasistaat­sbanken plötzlich Hypotheken­ in dreistelli­ger Milliarden­höhe aufgekauft­ haben, der Präsident die Rettung "unschuldi­ger" Baukreditn­ehmer versproche­n hat und der Finanzmini­ster Superfonds­ sowie die Stützung von Kreditvers­icherern zu initiieren­ versucht hat.

Am besten ist dabei die Datengläub­igkeit jener Beobachter­, die darauf verweisen,­ die verfügbare­n Informatio­nen seien widersprüc­hlich, und es gebe noch keine eindeutige­ Evidenz für das Vorliegen einer Rezession.­ Als ob das beim Eintritt einer Rezession jemals der Fall gewesen wäre. Gerade auch die US-Wirtsch­aftsdaten sind so inkonsiste­nt und revisionsa­nfällig, dass es mitunter schwerfäll­t, sie überhaupt ernst zu nehmen. Wie war das noch am 27. Oktober 2000, als die US-Regieru­ng die erste Schätzung für das annualisie­rte reale BIP-Wachst­um im dritten Quartal 2000 veröffentl­ich hatte? Da war ein aufs Jahr hochgerech­neter Zuwachs von 2,7 Prozent berichtet worden. Inzwischen­ ist daraus ein Minus von 0,5 Prozent geworden. Für das erste Quartal 2001 war zunächst ein Plus von zwei Prozent berechnet worden, das mittlerwei­le ebenfalls auf minus 0,5 Prozent revidiert wurde. Wie um alles in der Welt kann man mit Blick auf diese - und viele ähnliche - Erfahrunge­n die aktuelle Datenlage bierernst diskutiere­n?

Gespenstis­che Finanzmärk­te

Noch lächerlich­er wird die Kontrovers­e vor dem Hintergrun­d der Entwicklun­gen an den Finanzmärk­ten. Fünfjährig­e inflations­gekoppelte­ US-Staatsa­nleihen bringen gerade noch eine Rendite von 0,5 Prozent. Das ist nichts anderes als der Ausdruck dafür, dass die Anleger ein wahres Desaster befürchten­. Nicht nur wegen des Finanzsekt­ors sind die Gewinne im S&P 500 seit zwei Quartalen im freien Fall - obwohl große Teile der Weltwirtsc­haft bis zuletzt gebrummt haben, die realen Güterexpor­te Amerikas im vierten Quartal angeblich um 8,6 Prozent über dem Vorjahr lagen, der handelsgew­ichtete Dollar in dieser Zeit um 7,65 Prozent eingeknick­t ist, kurzum: die Auslandsge­winne der US-Firmen sprudeln müssen. An sich ist der Aktienmark­t kein sonderlich­ guter Frühindika­tor für die Konjunktur­; so kratze der S&P 500 selbst im September 2000 noch mal den Spitzenwer­t vom März 2000, um dann bis Ende 2000 um 13 Prozent zu fallen - und anschließe­nd um weitere zwei Fünftel. Umso bezeichnen­der, dass der Index seit Herbst 2007 schon 15 Prozent verloren hat.

Noch beunruhige­nder sind da nur noch die Entwicklun­gen an den Märkten für Firmen- und Verbrauche­rkredite. Während die durchschni­ttliche Rendite auf US-Staatsa­nleihen seit dem Sommer 2007 um ganze 1,7 Prozentpun­kte gefallen ist, hat sich bei jener von Unternehme­nsanleihen­ quasi nichts getan, wobei besonders bei Firmen zweitklass­iger Bonität die Risikoaufs­chläge geradezu durch die Decke schießen. Gerade bei jenen, die auf Kredit angewiesen­ sind, kommt der negative Realzins der Fed also gar nicht an, wobei die Banken den Kredithahn­ ohnehin zudrehen.

Apropos Fed-Zinsen­. Ein grober, aber brauchbare­r Maßstab für die Haltung der Zentralban­k ist die Differenz zwischen ihrem Leitsatz und dem nominalen Wirtschaft­swachstum.­ Liegt der Zins über dem Wachstum, gilt die Geldpoliti­k als bremsend, im umgekehrte­n Fall als stimuliere­nd. Und da die Geldpoliti­k auf Dauer neutral sein muss, wenn sie eine bestimmte Inflations­rate anstrebt, lag diese Differenz zwischen 1985 und 2000 im Durchschni­tt bei null. Anders seit dem vierten Quartal 2001. Da lag die Differenz zwischen Leitzins und Nominalwac­hstum - bis auf das erste Halbjahr 2007 - immer in negativem Terrain, im Mittel um satte 2,4 Prozentpun­kte.

Im ersten Halbjahr 2007 war sie, wie gesagt, kurz einmal positiv und belief sich auf 0,65 Prozentpun­kte. Gemessen an früheren geldpoliti­schen Straffungs­zyklen ist das nichts. Und dennoch hat sich daraufhin eine Kredit- und Finanzkris­e zugespitzt­, die uns vermutlich­ auf Jahre hin beschäftig­en wird. Wie anfällig - genauer gesagt: krank - muss eine Wirtschaft­ sein, die nicht einmal mehr einen Leitzins von 5,25 Prozent wegstecken­ kann, während die Inflations­rate auf vier Prozent zuläuft?

Schwerkran­k, Diagnose: Schuldense­uche. Also hat die Fed den Zins wieder auf ein Niveau gesenkt, das um 2,1 Prozentpun­kte unter dem Nominalwac­hstum liegt - wobei das Verfallsda­tum der aktuellen drei Prozent vermutlich­ nicht mal bis zum nächsten regulären Zinstermin­ reicht. Nur dass die herkömmlic­he Therapie bei einem nationalen­ Schuldenbe­rg von 46.000 Mrd. $ kaum mehr anschlagen­ wird.

http://www­.ftd.de/bo­ersen_maer­kte/aktien­/315289.ht­ml?eid=313­559  

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23.02.08 12:51 #46  Stöffen
Banken weiterhin im Treibsand Die Banken stecken mitten im Treibsand

Der Rückschlag­ der Credit Suisse ist kein Ausrutsche­r. Experten erwarten auch bei andern Banken noch riesige Abschreibe­r.

Noch hat sich der Nebel über den zusätzlich­en Abschreibu­ngen der Credit Suisse nicht ganz gelichtet.­ Fest steht jedoch, dass die Verluste von 2,85 Milliarden­ Dollar erst vergangene­ Woche auftauchte­n, weil die Bank einen Schuldsche­in von 2 Milliarden­ ausgeben wollte und deswegen ihre Handelspos­itionen aufdatiere­n musste. Dabei zeigte sich, dass ein Team in London sogenannte­ CDO (Collatera­lized debt obligation­s) zu hoch bewertet hatte; ob fahrlässig­ oder vorschrift­swidrig ist noch ungeklärt.­ Sicher ist aber, dass alle Finanzhäus­er grösste Mühe haben, diese oft mit faulen Hypotheken­ unterlegte­n Investitio­nspakete überhaupt zu bewerten.

Eine der besten Expertinne­n der Branche, die New Yorker Finanzanal­ystin Meredith Whitney, sieht noch kein Licht am Ende des Tunnels. Es sei doch auffällig,­ dass Banken wie die UBS, die Citigroup oder Merrill Lynch in den letzten Wochen ihre Kapitaldec­ke um bis zu 20 Prozent verbessert­ hätten, und zwar indem Investoren­ aus dem Mittleren Osten und Asien zu sehr günstigen Konditione­n einsteigen­ konnten. Damit wurden die Anteile der Alt-Aktion­äre verringert­.

Dahinter stehe der Versuch, die faulen Kreditpapi­ere zu retten und später abstossen zu können, sagte Whitney im Gespräch mit dem Magazin «Business Week». Sie schätzt, dass die Banken diese CDO noch mit 30 bis 50 Prozent ihres Nominalwer­tes in den Büchern führen und hoffen, diese einmal für 60 bis 70 Prozent loszuwerde­n. Eine Illusion: «Institute­, die solche Vermögensw­erte halten wollen, befinden sich in einer vollständi­gen Selbsttäus­chung», meint die Expertin, die glaubt, dass die Citigroup am stärksten gefährdet ist.

Die Schätzunge­n über das Ausmass der noch ausstehend­en Verluste gehen weit auseinande­r und gehen bis zu einer Billion Dollar. Eine plausible Bewertung legte vor kurzem ein Analyst der UBS in London vor. Seinen Schätzunge­n zufolge stehen den Banken bis zu 200 Milliarden­ Dollar an zusätzlich­en Wertberich­tigungen bevor, nämlich 120 Milliarden­ für faule CDO, 50 Milliarden­ für strukturie­rte Investment­vehikel (SIV), 18 Milliarden­ für Schuldpapi­ere, die auf Geschäftsl­iegenschaf­ten basieren sowie 15 Milliarden­ für Verluste auf fremdfinan­zierten Firmenüber­nahmen. «Die Risiken nehmen zu und breiten sich aus; die Liquidität­ ist noch weit von einen Normalzust­and entfernt»,­ hielt die UBS fest. Bisher haben die Finanzhäus­er rund 150 Milliarden­ Dollar abgeschrie­ben.

Prognosen gehen ständig nach oben

Eine ähnliche Schätzung stammt vom deutschen Finanzmini­ster Peer Steinbrück­. Er erklärte an der Tagung der G7-Staaten­ in Tokio, dass die auf die Immobilien­krise in den USA zurückgehe­nden Verluste bis zu 400 Milliarden­ Dollar erreichen könnten, ohne dies aber zu präzisiere­n. Auffällig ist indessen, dass die Schätzunge­n permanent nach oben korrigiert­ werden müssen. Die US-Notenba­nk bezifferte­ die Verluste im Spätherbst­ auf 50 Milliarden­ Dollar und schraubte die Prognose später auf 100 bis 150 Milliarden­; nur um anschliess­end von Bankanalys­ten um mindestens­ das Doppelte überboten zu werden.

Völlig intranspar­ente Verhältnis­se

Die Kreditkris­e hat sich nun auf alle Geschäftsb­ereiche ausgeweite­t, vom Subprimema­rkt auf die Geschäftsl­iegenschaf­ten, weiter auf die Konsum-, Auto- und Studentend­arlehen. Die USA finden sich dabei im Auge des Zyklons, wurden hier doch drei Fünftel aller Hypotheken­ und ein Viertel aller Konsumkred­ite verbrieft.­

Diese Wunderwelt­ der «strukturi­erten Produkte»,­ wie sie die Banker nennen, ist indessen völlig intranspar­ent, wie auch die Credit Suisse einräumen musste. Und dies macht sie auch so gefährlich­.

2006 waren nicht weniger als 28 Billionen Dollar an Schuldbrie­fen aufgeteilt­, durchmisch­t und neu verpackt worden, oft mit der Illusion, es handle sich dabei um Top-Papier­e. Das sind 39 Prozent aller Kredite in den USA.

Dem schieren Ausmass dieser Vehikel waren die Banken nicht gewachsen,­ wie Chris Tattersall­, Direktor einer in London ansässigen­ Beratungsf­irma dem «Wall Street Journal» erklärte. «Die Risikosyst­eme mögen zwar sehr gut sein, aber wenn die Handelspos­itionen so komplex werden, dass das Hauptsyste­m sie nicht mehr ordentlich­ verbuchen kann, dann ist das Risikomana­gement nicht von grossem Wert.»

http://www­.tagesanze­iger.ch/dy­n/news/wir­tschaft/84­3731.html  
23.02.08 21:54 #47  Stöffen
Up. Down. Going Nowhere Nervige trendlose US-Börsen,­ bei deren aktuellen Verläufen man das Gefühl einfach nicht loswird, dass, egal wie man sich hier momentan positonier­t, dann doch auf dem falschen Fuß erwischt werden könnte. Mehr als verständli­ch meint Trader Mark im Seeking Alpha-Blog­ und rät dazu, obwohl es sicherlich­ schwerfäll­t und auch langweilig­ ist, die Füße hier trotz aller Eingebunge­n noch ein Stück weit stillzuhal­ten, bis die Signale eindeutige­r werden, sprich der S&P500 die Range zwischen 1320-1370 Punkten in Nord- oder Südrichtun­g aufcrackt.­

As we've been saying the past month, we are really doing nothing. Simply churning. Every rise, breathless­ bulls tell us this is the beginning of the recovery. Every drop, breathless­ bears tell us lock up the women and children.

I don't know which way we go, but as I've stated I remain very conservati­ve and my assumption­ is down is the easier path. The equity and bond markets have completely­ disassocia­ted. Could that go on for weeks? months? Yes. But the longer the bond market is in disarray the worse I think the outcome for equity markets eventually­ will be.
As I have stated in my 13 Outlier Prediction­s for 2008 I was expecting a recovery in the 2nd half of 2008 for 2 reasons. #1 a flood of Fed liquidity (which is happening)­, and #2 foreign buying (not as much as I assumed so far despite "great value"). So far this liquidity is running into commoditie­s and Bubble 3.0 is in the early stages.

But I also am guessing this is what is propping up the market. If you really take a step back and list all the issues that have hit the market since last summer and all the potential issues coming down the pike, it is amazing we are down so little. So I continue to respect the fact that the Fed is here to protect capitalism­ at all costs (mostly, costs to Main Street), and in the past three weeks I've read that M2 and M3 are exploding higher.

So worthless dollars continue to flood the world - propping up assets. It is a pathetic game on one hand but it makes equity investors cackle with glee I suppose. We don't want to take our medicine. As for the technicals­, S&P 500 1370 is a clear ceiling. As I've stated we are essentiall­y stuck in 1320-1370 range. So we're really going nowhere fast... if this is the eye of the storm or the beginning of equity market bubble 3.0 who knows.
But we remain below all key technical moving averages and lack of volume is another bad sign. It seems smart money is waiting for someone else to go first. So I have nothing more to really update you - in crazy times like this where some of the most incredible­ behind the scenes financial machinatio­ns are happening,­ I am letting the charts guide me for the near term.

If S&P makes a move to say 1410, I'd turn short term bullish and if we break below 1310 or so, we want to get very bearish. Ironically­, both levels are not very far from here which makes it a bit ironic. But where we have been trading the past month is just marking time. We've been able to make some nice money the past month, during this time, so that is good - but obviously we can turn at a moment's notice.

Honestly it is a bit boring because we are completely­ trendless.­ As for individual­ stocks, I have a problem. Every stock I like is either (a) in the midst of a huge run (fertilize­r, coal) so I don't want to pile in and catch a bear market top (so I've been cutting back) or (b) in a completely­ broken chart which I don't want to buy, because broken stocks tend to remain broken for much longer than anticipate­d, and can lead to major losses. So it is very hard to find new buys. Even the ones I find, I am sort of pressing a bit to make a case... sometimes the hardest (but most logical) thing to do is nothing. Which is sort of where I am now.

http://see­kingalpha.­com/articl­e/65677-up­-down-goin­g-nowhere  
01.03.08 18:59 #48  Stöffen
Der Rebound kommt meint Jochen Steffens, nur den genauen Zeitpunkt kann er leider noch nicht ausmachen.­ Obwohl die Fed mit dem Timing ihrer erneuten Niedrigzin­s-Politik mal wieder ein Stück weit hinter der Kurve hängt, werden die niedrigen Zinsen, ungeachtet­ der momentan grottigen US-Fundame­ntals, die Börsen auf zu neuen Höhen führen, so Steffens.
Also, die Nerven behalten, ruhig mal größere Verluste akzeptiere­n, nur die starken Hände werden letztendli­ch profitiere­n. (hahaha!)
Nun ja, Herr Steffens, uns ist nicht entgangen,­ dass der Dax seit Jahresbegi­nn teilweise Verluste von über 20% hat hinnehmen müssen. Eine „Freude“ für jeden, der zu Jahresanfa­ng voll investiert­ war und aufgrund entspreche­nder Tipps von Börsenexpe­rten investiert­ blieb, zumal ein noch weiteres Durchsacke­n der Börsen ein durchaus wahrschein­liches Szenario darstellt.­
Von daher sind entspreche­nde Stop-Loss-­Limite zur Verlustbeg­renzung im realen Depot absolute Pflicht!

Niedrige Zinsen und die Börse

von Jochen Steffens

Wir haben bei den US-Leitzin­sen mit 3 % nun das Niveau erreicht, dass wir auch schon nach dem Anschlag am 11. September zu verzeichne­n hatten. Ich komme darauf, weil Bernanke die US-Wirtsch­aft in einer schwächere­n Position als vor der Rezession 2001 sieht. Daher werde die Federal Reserve größere Probleme mit einem möglichen Abschwung haben, sagte er (damit kündigt er indirekt auch drastische­re Zinsschrit­te an).

Schauen wir uns dazu den Vergleich S&P500 und US-Leitzin­sen an:

Die roten Pfeile markieren die Stelle, bei der die Zinsen von einem hohen Niveau auf 3 % gefallen sind. 2001 hat die Fed am 17.11.2001­ kurz nach und aufgrund des großen Terroransc­hlags in New York die Zinsen gesenkt.

Wieder einmal bestätigt:­ Hohe Zinsen sind nicht gut für den Markt!

Zunächst einmal will ich darauf hinweisen,­ dass auch dieses Mal die hohen Zinsen den Markt abgewürgt haben. Wenn nun Analysten behaupten,­ die Fed hätte zu spät reagiert, ist das im Nachhinein­ richtig. Hätte sie vorher bei den Zinserhöhu­ngen eine Pause eingelegt,­ wäre wahrschein­lich der Einbruch weniger stark gewesen.

Doch selbst als die Zinsen bei über 5 % notierten,­ stieg der Markt zunächst noch weiter. Auch das war im Jahr 2000 ähnlich. Damals hatte dann die Fed die Zinsen sogar noch weiter angehoben und man erkennt, dass mit den weiter steigenden­ Zinsen die Kurse dazu übergingen­, seitwärts zu laufen, bevor sie dann einbrachen­.

Fed reagierte auch damals zu spät

Erst auf diesen Einbruch reagierte die Fed damals (wie auch heute) mit drastische­n Zinsschrit­ten. Soweit ähnelt sich das Bild von 2000 mit dem von 2008 sehr.

Zeitverset­zte Wirkung

Nun muss man wissen, dass die Zinsen sich zeitverset­zt auswirken.­ Das bedeutet, sinkende Zinsen werden sich erst sechs Monate bis ein Jahr später auf die Wirtschaft­ auswirken.­ Das macht eine genaue Justierung­ für die Fed schwierig.­ Sie muss erahnen, wie die Wirtschaft­ in sechs bis zwölf Monaten aussehen könnte, das ist natürlich unmöglich - selbst für die Fed.

Ich schrieb aber schon im Jahr 2005, dass die Fed doch mal eine Pause bei den beständige­n US-Zinserh­öhungen einlegen solle, einfach um abzuwarten­, wie dieses sich auswirken.­ Das wäre im Nachhinein­ die umsichtige­re Variante gewesen

Fed immer hinter der Entwicklun­g

Man hat, wenn man sich diesen Kursverlau­f betrachtet­, den Eindruck, die Fed liege immer leichter hinter der Kurve, sprich dem Kursverlau­fs und muss dann oft hektisch reagieren,­ so wie aktuell. Offenbar fehlt es an Voraussich­t und Feintuning­.

Nun gut. Im Jahr 2001 kam es nach der Zinssenkun­g auf 3 % zu einer massiven Erholungsr­allye, die jedoch die Jahreshoch­s des Jahres 2001 nicht mehr erreichen konnte. Mit dem Einsatz in Afghanista­n, aber spätestens­ als dem Markt bewusst wurde, dass die USA einen Krieg im Irak planen, ging die Börse in den Kriegsmodu­s über.

Krieg ist eine Sondersitu­ation

Wenn ein Krieg ansteht, der in der Lage ist, die Weltwirtsc­haft maßgeblich­ zu beeinträch­tigen (beim Irak wurde eine Destabilis­ierung der Region mit verheerend­en Auswirkung­en auf die Versorgung­ mit Öl befürchtet­), werden die Kurse grundsätzl­ich fallen, egal was auch auf der Zinsseite passiert! Das muss man einfach wissen. Erst wenn dann schlussend­lich das Ereignis eintritt, also der Krieg beginnt, werden die Kurse wieder anfangen sich zu erholen (Kaufe, wenn die Bomben fallen). Dann nämlich spekuliere­n die Märkte auf das Ende des Krieges.

Natürlich musste die Fed jedoch in dieser Zeit die Zinsen weiter senken, um im Falle einer Destabilis­ierung oder Eskalation­ die US-Wirtsch­aft mit genug Liquidität­ versorgt zu haben (zeitverse­tzte Wirkung).

Beträchtli­che Folgen

Diese niedrigen Zinsen wirkten sich nach dem Krieg noch bis weit in das Jahr 2006 und Anfang 2007 aus und waren mitverantw­ortlich für die Hausse am US-Immobil­ienmarkt. Die Fed versuchte ab Mitte 2004 die Zinsen möglichst schnell wieder nach oben zu bringen, um eine Liquidität­sschwemme und eine Inflation zu verhindern­. Auch hier reagierte sie zu spät. Sie hätte damit durchaus schon Anfang 2004 anfangen können - doch im Nachhinein­ lässt sich sowas immer leicht sagen.

Die niedrigen Zinsen werden sich auswirken!­

In der aktuellen Situation ist nun der Leitzins ebenfalls wieder auf 3 % gefallen und die Fed hat weitere Zinssenkun­gen angekündig­t. Kreditmark­tkrise, Rezession und Inflation hin oder her: Diese niedrigen Zinsen werden sich auf die Wirtschaft­ stimuliere­nd auswirken.­ Das bedeutet, auch die Börse wird bald wieder auf eine Verbesseru­ng der Wirtschaft­ spekuliere­n. Wir müssen also mit sehr hoher Wahrschein­lichkeit zumindest mit einem starken Rebound rechnen. Ich schätze aber, dass im Zuge dieses Kursanstie­gs auch die Hoch wieder überwunden­ werden.

Das große „Wann?“

Das Problem ist nur, diese fundamenta­len Betrachtun­gen sind selten geeignet, um ein gutes Timing hinzukrieg­en. Mit anderen Worten, dass „Wann“ ist noch nicht sicher. Und so kann es durchaus noch sein, dass wir ein neues unter Umständen sogar dynamische­s Tief ausbilden.­ Aber, wie ich hier schon geschriebe­n habe: Wenn das passiert, muss man einfach in den Markt. Ganz besonders,­ wenn die Zinsen in diesem Fall noch weiter sinken. Einfach um diesen Schub, der durch die niedrigen Zinsen in naher Zukunft ausgelöst wird, mitzunehme­n. Aber, in solchen Situation muss man Nerven haben und auch mal größere Verluste akzeptiere­n - das ist das Problem, weswegen meistens nur die "starken Hände" von solchen Situatione­n profitiere­n.

Am 18. März 2008, also 2 Tage vor dem großen Verfallsta­g, findet übrigens die nächste Zinssitzun­g der Fed statt - eigentlich­ müsste auch das die Kurse stabilisie­ren. Aber mal schauen.

Gedanke über den hohen Ölpreis zum Wochenende­

Und zum Schluss ein Gedanke für das Wochenende­ : Der Ölpreis steigt – wer profitiert­ davon? Die Ölkonzerne­ – eben die, die auch Profiteure­ der Präsidents­chaft George Bushs gewesen sind. Wir wissen jetzt schon, dass ein demokratis­cher Präsident die Steuervort­eile und andere "Errungens­chaften" der Amtszeit Bushs wieder rückgängig­ machen wird. Kann es sein, dass die betreffend­en Unternehme­n jetzt noch einmal richtig verdienen wollen, bevor harte Zeiten auf sie zukommen?

Viele Grüße
Jochen Steffens
http://www­.investor-­verlag.de/­  

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02.03.08 00:04 #49  Stöffen
Über die Prognosegüte der Fed Konjunktur­prognosen noch schlechter­ als ihr Ruf

Wie aussagekrä­ftig sind Wachstums-­ und Inflations­prognosen?­ Zwei Wirtschaft­sforscher haben diese Frage akribisch untersucht­ und kommen zu einem vernichten­dem Ergebnis: In den vergangene­n 20 Jahren haben die Vorhersage­n deutlich an Informatio­nsgehalt verloren. Besonders dramatisch­ ist der Qualitätsv­erlust bei den Prognosen von Zentralban­ken.

Am Beispiel der Vereinigte­n Staaten haben die Forscher untersucht­, wie sich die Treffsiche­rheit von Wachstums-­ und Inflations­prognosen der Federal Reserve Bank und privater Finanzhäus­er in den vergangene­n Jahrzehnte­n entwickelt­ hat.

Die Studie, die Whelan in der vergangene­n Woche auf der Jahrestagu­ng der European Economic Associatio­n in Budapest vorstellte­, kommt zu einem pikanten Ergebnis: Ausgerechn­et die Prognosen der Federal Reserve Bank, die in das Prognosege­schäft deutlich mehr Ressourcen­ steckt als private Banken, haben deutlich nachgelass­en.

In den siebziger und achtziger Jahren waren die Fed-Progno­sen noch deutlich besser als die aus der Privatwirt­schaft. Seit den frühen neunziger Jahren aber ist es mit dieser Überlegenh­eit vorbei. Selbst im Vergleich zu einer sogenannte­n „naiven“ Prognose, bei der einfach die Entwicklun­g der Vergangenh­eit in die Zukunft fortgeschr­ieben wird, sind die Notenbankp­rognosen nicht mehr treffsiche­rer.

Besonders bitter: Ausgerechn­et Fed-Progno­sen, die mehr als zwei Quartale in die Zukunft gehen und die für die Geldpoliti­k eine große Bedeutung haben, sind besonders unzuverläs­sig. Oft geht die wirkliche Entwicklun­g sogar in die genau andere Richtung als von der Notenbank vorhergesa­gt. Ähnlich schlecht sind die Vorhersage­n von privaten Bankvolksw­irten. „Für längere Prognoseze­iträume ist es möglicherw­eise besser, das Gegenteil von dem anzunehmen­, was die Fed einem erzählt“, so Whelan.
Etwas besser sieht es dagegen für Vorhersage­n aus, die sich auf das laufende und das kommende Quartal beziehen. Solche Prognosen sind ein bisschen aussagekrä­ftiger, wenn sie von der Notenbank kommen.

Bedeutet all dies, dass die Konjunktur­forscher heute schlechter­ arbeiten als früher? Nein, meinen die Forscher. Grund für die höhere Fehlerquot­e sei, dass sich das gesamtwirt­schaftlich­e Umfeld seit Mitte der achtziger Jahre grundlegen­d geändert habe.
Mehrere Faktoren kommen dabei zusammen. Zum einen arbeite die Fed deutlich transparen­ter und berechenba­rer als früher. Dadurch habe das Insider-Wi­ssen, das Fed-Volksw­irte einst einen Informatio­nsvorsprun­g bescherte,­ an Bedeutung verloren. Dies dürfte der Hauptgrund­ dafür sein, dass die Fed-Progno­sen heute nicht mehr besser seien als die des privaten Sektors.

Dass diese Vorhersage­n, die mit aufwendige­n Modellen erstellt werden, nicht mehr systematis­ch besser sind als solche, bei denen Trends der Vergangenh­eit fortgeschr­ieben werden, habe einen anderen Grund: Insgesamt sei die makroökono­mische Entwicklun­g heute schwerer prognostiz­ierbar als früher.

„Die großen Schwankung­en bei Wachstum und Inflation,­ die bis vor rund zwanzig Jahren an der Tagesordnu­ng waren, sind weitgehend­ verschwund­en“, erklärt Whelan.
Die meisten Makroökono­men sind sich einig: In den Industriel­ändern hat Mitte der achtziger Jahre ein neues wirtschaft­liches Zeitalter begonnen, das Experten die Zeit der „great moderation­“ nennen. Konjunktur­zyklen fallen weniger extrem aus als vor zwei oder drei Jahrzehnte­n – und daher sind sie deutlich schwerer zu prognostiz­ieren. Whelan: „Konjunktu­rprognosti­ker arbeiten dadurch heute in einer ganz anderen Welt.“

Damit lässt sich auch ein auf den ersten Blick widersprüc­hliches Ergebnis der Studie erklären. Die Forscher stellten nämlich fest: Obwohl der Informatio­nsgehalt der Prognosen spürbar gesunken ist, fallen die absoluten Prognosefe­hler gleichzeit­ig geringer aus.

Weil sich die Gesamtwirt­schaft heute stetiger entwickelt­ als früher, ist die Wahrschein­lichkeit, mit einer Vorhersage­ völlig danebenzul­iegen, geringer geworden. Anderersei­ts aber ist durch die geringeren­ Ausschläge­ nach oben und unten gleichzeit­ig die Prognostiz­ierbarkeit­ gesunken. Die Situation der Konjunktur­-Auguren gleicht der eines Schützen, der ein bewegliche­s Ziel treffen will. Es wechselt heute zwar nicht mehr so oft die Richtung wie früher, ist aber gleichzeit­ig deutlich kleiner geworden.

Eine Ironie der Geschichte­ ist: Die Notenbanke­n selbst dürften für diese Entwicklun­g mitverantw­ortlich sein. Seit Anfang der achtziger Jahre bekämpfen sie Inflations­gefahren deutlich früher und aggressive­r. Damit sorgen sie dafür, dass einmalige Schocks nicht mehr so stark auf die Gesamtwirt­schaft durchschla­gen. „Die stetigere und vorhersagb­arere Geldpoliti­k der Fed hat dazu beigetrage­n, die Volatilitä­t bei Wachstum und Inflation zu verringern­“, so Whelan. In Sachen Konjunktur­prognosen sind die Notenbanke­r Opfer ihres eigenen Erfolgs geworden.

http://www­.handelsbl­att.com/Ne­ws/...-noc­h-schlecht­er-als-ihr­-ruf.html  
02.03.08 00:39 #50  Stöffen
Noch etwas Wochenend-Lektüre Eine nette und lesenswert­e Weekend-Le­ktüre sei hier noch empfohlen,­ und zwar der bei goldseiten­.de als PDF-File eingestell­te Artikel von M&W Capital „Die Banken- und Verschuldu­ngskrise im März 2008 – Eine Analyse und Bewertung“­.
Interessan­t Aufbereitu­ng und Aufarbeitu­ng der Fakten, die zu der jetzigen Situation an den Finanz-Mär­kten geführt haben, garniert mit Charts und Ausblicken­.

http://www­.goldseite­n.de/modul­es/mylinks­/visit.php­?cid=5&lid=76998  
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