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Fr, 17. April 2026, 7:47 Uhr

DAX

WKN: 846900 / ISIN: DE0008469008

DAX: Neue US-Zolldrohungen belasten den Aktienmarkt


19.01.26 12:16
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag deutlicher unter Druck geraten, so die Analysten der NORD LB.

Neue Zollandrohungen des US‑Präsidenten Donald Trump im Zusammenhang mit dem Streit über Grönland hätten die Anleger verunsichert und den DAX unter die wichtige psychologische Marke von 25.000 Punkten gedrückt. Bereits vor Handelsbeginn habe die Indikation auf einen Rückgang auf etwa 24.938 Punkte hingedeutet - rund 1,4% weniger als der vorherige Schlussstand.

Trump habe am Wochenende angekündigt, ab dem 1. Februar Strafzölle von 10% und ab dem 1. Juni sogar 25% auf sämtliche Waren aus acht europäischen NATO‑Staaten - darunter Deutschland - zu erheben. Diese Maßnahmen sollten solange gelten, bis ein Abkommen über den "vollständigen Kauf Grönlands" erreicht werde. Die Verbindung geopolitischer Forderungen mit wirtschaftlichem Druck sorge für außergewöhnliche Verunsicherung. Es drohe eine mögliche Spirale aus Zöllen und Gegenzöllen mit schwer kalkulierbaren Folgen für die exportorientierte EU‑Wirtschaft.

Vor allem exportstarke DAX‑Unternehmen hätten unter der Aussicht auf höhere Handelsbarrieren gelitten. Bislang habe der deutsche Leitindex von einer Jahresanfangsrally profitiert, doch die neuen Spannungen hätten diesen Aufwärtstrend zunächst beendet. Die Europäische Union habe geschlossen kritisch auf die Eskalation reagiert. EU‑Ratspräsident António Costa habe kurzfristig einen Sondergipfel angekündigt, um eine gemeinsame Linie zu erarbeiten. Zur Diskussion stünden mehrere Optionen. Zum einen seien dies diplomatische Konsultationen. Vertreter der EU-Mitgliedstaaten würden sich bereits zu Krisensitzungen in Brüssel treffen, um eine abgestimmte Antwort vorzubereiten. Darüber hinaus würden Gegenzölle und sektorale Maßnahmen diskutiert. Einige europäische Politiker würden sich für gezielte Gegenmaßnahmen aussprechen - etwa in Form einer Digitalsteuer für US‑Konzerne oder Zöllen auf Produkte aus Trumps politischem Umfeld. Und zuletzt komme der strategischen Diversifikation eine immer größere Bedeutung zu. Die EU prüfe verstärkte Kooperationen und Handelsabkommen mit anderen Partnern, um mögliche Auswirkungen US‑amerikanischer Zölle abzufedern.

Mehrere führende EU‑Politiker würden betonen, dass man sich einerseits nicht unter Druck setzen lassen wolle und andererseits eine weitere Verschärfung der transatlantischen Beziehungen zu vermeiden sei. Solange unklar sei, ob und in welchem Umfang neue Handelsbeschränkungen eingeführt würden, dürfte der DAX volatil bleiben. Eine weitere Eskalation könnte die Märkte stark belasten, da ein breit angelegter Handelskonflikt die deutsche Exportwirtschaft erheblich treffen würde.

Fazit: Der Rutsch des DAX unter die 25.000‑Punkte‑Marke sei eine unmittelbare Reaktion auf die überraschend harten Zolldrohungen der USA. Die EU stehe vor der Herausforderung, einerseits Stärke zu demonstrieren, andererseits aber eine Eskalation zu verhindern, die die wirtschaftliche Stabilität gefährden könnte. Eine koordinierte europäische Antwort erscheine wahrscheinlich - ob diplomatisch, handelspolitisch oder strategisch. Klar sei: Die kommenden Wochen würden entscheidend sein für die weitere Marktentwicklung und die Zukunft der transatlantischen Beziehungen. (19.01.2026/ac/a/m)




 
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