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Fr, 17. April 2026, 12:02 Uhr

Sunburst Merchandising

WKN: 720150 / ISIN: DE0007201501

Sunburst äußerst günstig


25.05.00 00:00
AC Research

Die Analysten von AC Research halten auch die neuen, vor kurzem angehobenen Planzahlen der Sunburst Merchandising AG (WKN 720150) für sehr konservativ und raten vor allem vor dem Hintergrund der letzten Kursschwäche zu einem Engagement in deren Aktien.

Sunburst sei Europas führendes Merchandising-Unternehmen, tätig in den Bereichen Musik, Kino, Sport und vor allem TV und verfüge hier über fast alle wichtigen Lizenzen, darunter z.B. alle Disney- und Warner Bros.-Figuren. Nach der zuletzt erfolgreichen Geschäftsentwicklung und der geglückten Übernahme von Nastrovje Potsdam („NaPo“) wurden die Planzahlen für das laufende und das nächste Jahr auf 120 und 123,6 Mio. DM Umsatz und ein EBIT von 8,8 bzw. 10,9 Mio. DM angehoben:

Durch die NaPo-Akquisition habe sich Sunburst neben einer umfangreichen Palette an Merchandising-Accessoires zur Erweiterung des eigenen Angebots vor allem die etablierte Bekleidungsmarke „Vive Maria“ sichern können, die laut Vorstand Benjamin Gawlik in Zukunft der Hauptfokus von NaPo sein und deutlich ausgebaut werden soll: „Mittelfristig wollen wir hierbei nennenswerte Erlöse durch die Vergabe von Lizenzen generieren, die ersten Abschlüsse sind bereits unter Dach und Fach.“

Dabei erscheinen aber auch die neuen Planzahlen als äußerst vorsichtig vom Management geschätzt, da zahlreiche Aspekte hierin noch überhaupt nicht berücksichtigt sind, so die Anlageexperten:

Zum einen sei Sunburst im Kinobereich gerade dabei, Produkte für den Ende des Jahres herauskommenden neuen Disney-Streifen „Dinosaurs“ zu entwickeln, der wie jeder Weihnachtsfilm der Amerikaner ein Erfolg werden dürfte und demzufolge ein nicht unerhebliches Merchandising-Potenzial besitzen werde.

Zudem liefen in der Musiksparte aktuell konkrete Gespräche mit der Dt. Entertainment AG (DEAG), die Merchandising-Aktivitäten der Stella-Musicals auf die gemeinsame Tochtergesellschaft auszulagern. Ein entsprechender Abschluss erscheint AC Research sehr wahrscheinlich und würde Sunburst auf einen Schlag respektable und vor allem kontinuierliche Umsätze und auch Erträge bringen, auch wenn sich dieses Geschäft unter der Führung von Stella bisher nicht als sehr margenstark herausstellte. Vorstand Gawlik hierzu: „Obwohl gerade die mitreißende und emotionale Atmosphäre bei Musicals für besonders locker sitzende Geldbeutel bei den Besuchern sorgt, wurde das Thema Merchandisingverkauf bislang eher stiefmütterlich behandelt. Durch eine professionellere Herangehensweise dürfte dieses enorme Umsatzpotenzial auch ansehnliche Erträge bringen.“

Außerdem nicht in den Planungen enthalten, seien eventuelle Übernahmen, die aufgrund der immer noch gut gefüllten Kriegskasse leicht realisiert werden könnten. „Auch wenn die Kandidaten im Inland bereits deutlich weniger geworden sind, planen wir hierzulande noch ein bis zwei gezielte Zukäufe“, bestätigt der Vorstand, „und auch im europäischen Ausland wollen wir bis Jahresende noch zuschlagen". Eine sinnvolle Strategie, so die Meinung der Anlageexperten, ließen sich doch gerade über Akquisitionen umfassende Vertriebs- und Marketingsynergien und damit große Kosteneinsparungspotenziale erschließen, so die Analysten.

Desweiteren berge auch die Fussball-Europameisterschaft 2000 in Holland und Belgien, an der Sunburst die europaweiten Textil-Lizenzrechten besitze, noch weitere Ertragsphantasie. Denn von den erwarteten 30 Mio. DM Erlösbeitrag in diesem Jahr sei bereits ein Großteil durch entsprechende Orders abgesichert, so dass es, sollten die Nationalteams der fünf großen Absatzmärkte (Spanien, Frankreich, Italien, England und Deutschland) lange dabei sein, durchaus zu positiven Überraschungen kommen dürfte. „Je nach Verlauf des Turniers sind wir in der Lage, kurzfristige Kapazitäten hierfür zu nutzen“, so Gawlik.

Zudem bestehe im Sportbereich nach wie vor die Möglichkeit, dass sich der Medienriese und neuer Eigentümer der Formel 1 EM.TV, mit dem Sunburst einen bis 2003 befristeten First-Look-Vertrag vereinbart habe und für den bereits die Merchandising-Rechte an Tabaluga, der Sesamstraße und dem Oktoberfest ausgewertet würden, für die Münchner als Vermarktungspartner entscheiden. Ein derartiger Deal würde Sunburst in jedem Fall in eine völlig neue Umsatz- und Ertragsdimension befördern. Dem Vorstand nach liefen diesbezüglich erste Gespräche mit EM.TV-Chef Haffa, die bis Herbst eine Entscheidung bringen sollen.

Auch der Geschäftsbereich „Internet / e-Commerce“ habe in der letzten Zeit eine interessante Wendung genommen: Während das Management zu Jahresbeginn noch den europaweiten Start des eigenen Internetangebots „FanOmania“ anvisierte, das neben sämtlichen Sunburst-Produkten auch andere Merchandising-Artikel enthält, um dem Kunden ein komplettes Sortiment bieten zu können, versprechen die zuletzt erworbenen Beteiligungen an den Web-Großhändlern Adori (Deutschland) und Gotmerch.com (USA) mittelfristig ähnlich hohe Absatzzahlen bei gleichzeitig minimaler Marketingaufwendungen. Der Clou an der Geschäftsidee der neuen Partner, die nun die FanOmania-Produkte in ihr Sortiment aufnehmen, bestehe nämlich darin, dass diese ihre Shops auf vielbesuchten Sites (wie z.B. Focus, Tomorrow und Brainpool) einrichten und die Sitebetreiber dafür an den Shop-Umsätzen beteiligen, so AC Research.
„Dadurch können wir in kürzester Zeit bereits vorhandene, hochattraktive Absatzpotenziale erschließen und müssen uns nicht erst selbst mit viel Geld einen Namen machen. Auch wenn wir parallel dazu versuchen wollen, FanOmania eigenständig im europäischen Markt zu positionieren, werden wir hierfür keine roten Zahlen in Kauf nehmen“, so der Vorstand. Trotz dieser deutlich verbesserten Aussichten finde das gesamte Internetgeschäft aber noch keinerlei Berücksichtigung in den neuen Planzahlen.

Alles in allem stünden die Chancen also sehr gut, dass auch die neuen EPS-Prognosen, die im laufenden Jahr bei 1,15 und im nächsten Jahr bei etwa 1,25 Euro pro Aktie lägen, abermals (deutlich) nach oben revidiert werden müssten, so dass die Sunburst-Aktie, die aktuell sogar auf Basis dieser konservativen Schätzungen mit einem 2001er Kurs/Gewinn-Verhältnis von 35 günstig bewertet erscheine, in jedem Fall ein Investment wert ist, so die Analysten.





 
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