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TRACOM HOLDING AG

WKN: 544940 / ISIN: DE0005449409

ComROAD schlimmer als befürchtet


04.03.02 11:22
Bluebull

Die Analysten von "Bluebull" gehen davon aus, dass Anleger bei der ComROAD-Aktie (WKN 544940) retten sollen, was zu retten ist.

In der Einschätzung von Anfang Januar habe man bereits auf die außerordentlich hohen Risiken in bezug auf das Geschäftsmodell des bayerischen Telematik-Unternehmens ComROAD hingewiesen. ComROAD wälze - so sehe es dieses Geschäftsmodell vor - eigene Verluste auf seine "Partner" ab und stehe selbst zumindest bilanziell auf der Sonnenseite. Das Businessmodell, das für die Partner erstellt werde, sehe zwar zahlenmäßig sehr hübsch aus, wie realistisch es sei, stehe jedoch auf einem anderen Blatt.

Vor zwei Wochen nun komme das dicke Ende für ComROAD: Zunächst einmal melde der britische Partner Skynet Telematics Insolvenz an. Skynet sollte eigentlich im Jahr 2001 angeblich 25.000 AVIS-Fahrzeuge mit ComROAD-Telematlk- Equipment ausrüsten und entsprechende Server-Technik liefern. Passiert sei nichts, und kleinlaut müsse ComROAD-CEO Schnabel eingestehen, dass AVIS vorläufig (was immer das heißen möge) von der endgültigen Auftragsvergabe abgesehen habe.

Seitdem ComROAD sich an dem an der Nasdaq-OTB gelisteten Unternehmen beteiligt habe, sei der Kurs von etwa 4 US-Dollar auf wenige Cent zusammengeschrumpft. Auf die Frage, ob daraus nicht doch ein wenig Abschreibungsbedarf resultiere, meinte Schnabel noch im Dezember: Wenn, dann werde dies mit den Wirtschaftsprüfern besprochen, aber man sehe die Beteiligungen ohnehin langfristig. Nun, langfristig hin, langfristig her, Skynet sei pleite (sei es schon monatelang, wenn nicht die Finanzspritze, die Schnabel bestreite, die Skynet aber melde, gewesen wäre).

Eine Million US-Doliar plus X im Kamin. Naja, alles nicht so schlimm, meine man bei ComROAD. Schließlich habe Skynet ja nur 2 Prozent zum Umsatz beigetragen und was sei schon eine Million? Nun ja, die Anleger sähen es dann wohl doch etwas anders: Bereits am Freitag, als das Gerücht zu kursieren begonnen habe, habe die Aktie fast 20 Prozent an Wert abgegeben, am Montag, als sich IR-Leiter Stefan Mehler dann endlich zu einer kleinlauten Bestätigung der Skynet-lnsolvenz bemüßigt gefühlt habe, sei ComROAD nur noch die Hälfte wert gewesen.

Übrigens: Die Bekanntgabe der Partnerschaft mit Skynet sei ComROAD mehrere Ad hoc-Meldungen wert gewesen, die Insolvenz nicht einmal eine offizielle Stellungnahme In Form einer Presseaussendung.

Am 20. Februar lege ausgerechnet der Wirtschaftsprüfer, mit dem man sich bezüglich des Abschreibungsbedarfs habe besprechen wollen, sein Mandat "aus wichtigem Grund" zurück und wolle die Prüfung des Geschäftsberichts für 2001 nicht vornehmen. Brisant, dass Börse Online dies schon tags zuvor gewusst habe und vor Handelsaussetzung noch Aktien Im Wert von 1,2 Mio. Euro den Besitzer gewechselt hätten - verbunden mit einem Kursabschlag von weiteren 25 Prozent.

Mittlerweile heiße es, die Meldung sei durch eine undichte Stelle verfrüht und nicht verabredungsgemäß publik geworden, die KPMG habe ihre Gründe offengelegt (im wesentlichen: Ein Partnerunternehmen In Asien sei unter der von ComROAD angegebenen Adresse nicht aufzufinden, auch Telefon gebe es keines. ComROAD sei sich dessen nicht bewusst gewesen, noch im Januar habe es Geschäftskontakte gegeben, beteuere man dort).

Eines jedenfalls ist sicher: Das Holzmann-gebrannte Kind KPMG könne- sich nicht mehr allzu viele weitere Blamagen erlauben. Hinsichtlich des Geschäftsmodells sei ComROAD immer schon ein hoch riskantes und außerordentlich spekulatives Unternehmen. Sollte es sich als wahr erweisen, dass nun auch noch in den Bilanzen der Wurm stecke, sei ComROAD auf keinen Fall mehr wert, als in der Portokasse stecke (unter der Voraussetzung, dass man sofort den Geschäftsbetrieb einstelle und den Laden dicht mache).

Und das seien derzeit wahrscheinlich noch etwa 30 Mio. Euro (was einem Kurs von unter 1,50 Euro entspreche).

Nachdem aber schon unter der Bedingung, dass wenigstens die Bilanzen sattelfest sind, ComROAD ein halsbrecherisches Invest war, kann man aus Sicht eines Value-Investors, so die Experten von "Bluebull" nun jedoch nur noch sagen "rette, was noch zu retten ist".





 
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