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Aixtron SE

WKN: A0WMPJ / ISIN: DE000A0WMPJ6

Aixtron Basisinvestment


13.12.99 00:00
at-stoxx

Aixtron (WKN 506620) sei eines der Unternehmen, die die Erfolgsstory des Neuen Marktes begründet hätten, berichten die Analysten von at-stoxx.

Schon seit dem 06.11.1997 sei die Aktie am Wachstumssegment der Börse auf dem Kurszettel zu finden. Der Emissionspreis habe ca. 8,50 Euro betragen, die Erstnotiz habe bei 12,10 Euro (jeweils splitbereinigt) gelegen. Mittlerweile habe sich das Papier verzehnfachen können. Was stecke hinter dieser Kursexplosion?
Aixtron stelle Maschinen her, mit denen dann andere Firmen oder auch Forschungseinrichtungen sogenannte Verbindungs-Halbleiter produzieren könnten. Dabei seien die Maschinen von Aixtron zwar recht teuer, dafür aber wesentlich effizienter als die Modelle der Konkurrenz. Für die Kunden bedeute dies, niedrigere Produktionskosten bei gleichzeitig besserer Produktqualität realisieren zu können. Das Unternehmen gewinne somit beständig Marktanteile hinzu.

Verbindungs-Halbleiter seien Werkstoffe, die - anders als ein normaler Halbleiter auf Siliziumbasis - aus mehr als einem Element bestünden. Sie würden in der Natur nicht vorkommen, sondern würden durch das Verbinden chemischer Elemente (meist aus den Hauptgruppen drei und fünf des Periodensystems) erzeugt. Der Herstellungsprozess sei nun denkbar anspruchsvoll. Hier habe sich das sogenannte MOCVD-Verfahren (Metal Organic Chemical Vapor Deposition) als geeignet gezeigt. Dabei würden metallorganische Verbindungen in den gasförmigen Aggregatzustand transformiert und gemeinsam mit einem Trägergas in die eigentliche Produktionsmaschine - hier Reaktor genannt - eingeführt. Bei genau definierten Strömungs- und Druckverhältnissen und hohen Temperaturen bilde sich auf der Waferoberfläche in einem kristallinen Wachstumsprozess der Verbindungs-Halbleiter - Atomschicht für Atomschicht.

Aixtron beherrsche diese Technologie, bei der es wie gesagt auf atomgenaue Trennschärfen ankomme, mit dem patentierten Planetary Reactor wesentlich besser als die Konkurrenz. Eine hervorragende Forschungs- und Entwicklungsmannschaft arbeite kontinuierlich an immer weiteren Verbesserungen der Aixtron-Technologie.

Die Verbindungs-Halbleiter seien der Schlüssel zu zahlreichen Wachstumsindustrien. Durch ihre besonderen optoelektronischen Eigenschaften seien sie herkömmlichen Halbleitern in vielen Bereichen um Längen überlegen. Sie seien inzwischen unverzichtbar für die Fertigung leuchtstarker LEDs, für Laser, in der Glasfaserkommunikation, als Leistungsverstärker in Handys oder für hocheffektive Solarzellen. Zum Beispiel würden neue, sehr helle LEDs in den nächsten Jahren wahrscheinlich als Lampen im Alltag Einzug halten und die altgediente Glühlampe ablösen. Schließlich würden solche LEDs nur etwa 10% des Strombedarfs einer herkömmlichen Glühlampe aufweisen und auch noch mindestens zehnmal so lange halten. Die in diesen Teilmärkten generierte Nachfrage nach Verbindungs-Halbleitern wachse jährlich um bis zu 100%. Hierin bestehe auch die große Phantasie für Aixtron. Eine Sättigung des Marktes sei noch überhaupt nicht abzusehen. Die Hersteller von Verbindungs-Halbleitern würden ihre Kapazitäten in den kommenden Jahren voraussichtlich stark ausbauen und immer wieder modernisieren müssen. Von diesen Ausrüstungsinvestitionen werde überwiegend der Weltmarktführer für MOCVD-Reaktoren Aixtron profitieren können.

Aufgrund der überlegenen Technologie gelinge es Aixtron, ihren Weltmarktanteil ständig zu steigern. Während man 1997 erst einen Marktanteil von ca. 35% inne hatte, so seien es 1998 bereits 44% gewesen. Am Ende diesen Jahres rechnen die Analysten mit einem Weltmarktanteil von guten 50% für Aixtron. Diese nochmalige starke Steigerung sei auch darauf zurückzuführen, dass der einzige bedeutende Konkurrent der ebenfalls Marktanteile gewinnen konnte, nämlich Thomas Swan, zum 15.09.1999 von Aixtron akquiriert worden sei. Andere (noch) bedeutende Konkurrenten wie Emcore (USA) oder Sanso/Nissin Electric (Japan) würden dagegen permanent Marktanteile und Bedeutung verlieren. Die Experten rechnen mittelfristig (also auf 3 bis 5 Jahre gesehen) damit, dass Aixtron einen Weltmarktanteil von 75% + x erreichen kann.

Die Aixtron AG sei eigentlich von Anfang an extrem teuer gewesen. Ein KGV von über 100 sei bei dieser Aktie der Normalzustand. Gegenwärtig werde Aixtron auf Basis der für 2000 geschätzten Gewinne und bei einem Kurs von 151 Euro mit einem KGV von ca. 151 bezahlt. Dieses extrem hohe, aber trotzdem sehr stabile Kursniveau sei offensichtlich mit der Erwartungshaltung der Anteilseigner zu erklären, dass Aixtron als unbestrittener Weltmarktführer in einem über viele Jahre sehr stark expandierenden und hochprofitablen Geschäft tätig sei. Bei der Bestimmung des Ertragswertes machen die Analysten sich diese Erwartungshaltung zu eigen und prognostizieren ein dauerhaftes Wachstum von 50% bei einer Nettomarge von bis zu 15% für die Wachstumsphase bis 2006. Für die folgende Zeit unterstellen die Experten ein ewiges Wachstum von 3%.

Dies halten die Anlagestrategen für durchaus vertretbar, da Aixtron einerseits Lieferant einer Basistechnologie für den High-Tech-Sektor sei und die Experten andererseits - bei Berücksichtigung der Inflation - lediglich ein mit der allgemeinen Volkswirtschaft gleichlaufendes Wachstum unterstellt haben. Die zukünftigen Gewinne würden mit nur 9% diskontiert, um der starken Stellung des Unternehmens und dem stabilen Kursverlauf gerecht zu werden.

Aixtron selbst prognostiziere ein Wachstum von 30% per anno bei ca. 12% Nettomarge. Die Analysten gehen davon aus, dass das Unternehmen seine Planzahlen weiterhin schlagen kann.

Die Prämissen seien also durchaus optimistisch angelegt. Sollte sich zum Beispiel eine alternative Technologie entwickeln, welche die Marktchancen der Verbindungs-Halbleiter beschränke (eventuell auf organischer Basis?) oder sollte ein Unternehmen eine Technologie innerhalb des Verbindungs-Halbleitermarkts verfügbar machen, die derjenigen von Aixtron gleichwertig oder überlegen sei, dann sei ein Crash der Aktie - je nach Situation - sehr wahrscheinlich.

Aixtron erscheine also momentan in etwa fair bewertet zu sein. Die sich rechnerisch ergebende leichte Überbewertung relativiere sich durch die (mittlerweile zulässige) Fortschreibung der Wachstumsphase bis 2007. Der Blick auf KGV und PEG-Ratio führe hier in die Irre, da man so die langfristigen Chancen des Unternehmens nicht ausreichend würdigen könne.

Aixtron sei ein echtes Hochtechnologieunternehmen. Die Firma sei bereits heute ganz hervorragend positioniert und werde vom absehbaren Boom der Verbindungs-Halbleiter mit hoher Wahrscheinlichkeit als unangefochtener Marktführer überdurchschnittlich partizipieren können. Beachtet werden sollte dabei jedoch, dass das Unternehmen von einer speziellen technologischen Überlegenheit abhänge. Sollte dieses Alleinstellungsmerkmal irgendwann nicht mehr gegeben sein, oder sollte die Anwendung der Verbindungs-Halbleiter- Technologie weniger stark expandieren als unterstellt, sei das derzeitige Kursniveau nicht zu halten. Die Experten empfehlen die Aktie dem langfristig orientierten Anleger als Basisinvestment zum Kauf.

Bis hierhin reiche die fundamentalanalytische Sicht der Dinge, die den Versuch unternehmen, durch nach bestem Wissen und Gewissen vorgenommene Extrapolation bekannter Kennziffern einen fairen Wert des Unternehmens zu bestimmen. Diese Prognosen seien jedoch eine schwierige Sache - vor allem dann, wenn sie sich auf die Zukunft beziehen... Insbesondere die besten Unternehmen der Welt seien fundamental immer "zu teuer" oder mindestens "ausgereizt". Wann sei zum Beispiel Microsoft das letzte Mal als Schnäppchen zu haben gewesen? Die Kurse dieser besonderen Unternehmen seien immer weiter gestiegen, einfach weil sie ihr hohes Wachstum sehr lange (insbesondere viel länger als erwartet) durchhalten könnten. Die Analysten halten es für nicht undenkbar, dass Aixtron eines dieser wenigen Ausnahmeunternehmen sein könnte. Sollte den Verbindungs- Halbleitern der Durchbruch in das Massengeschäft gelingen (und die Chancen stünden gar nicht schlecht) könnte der Markt ähnlich groß wie der für Silizium-Halbleiter werden. Aixtron würde dann mindestens so bewertet werden müssen, wie die großen Produktionsanlagenbauer im Siliziumbereich. Allein die Unternehmen Applied Materials, KLA Tencor und Lam Research seien zusammen etwa 40 Milliarden US$ wert. Da Aixtron mit seiner extrem starken Position auf dem Weltmarkt voraussichtlich überdurchschnittliche Renditen erwirtschaften könne, wäre auch eine doppelt so hohe Bewertung denkbar. Die Analysten behaupten nicht, dass sie eine solche Zukunft für Aixtron absehen können. Die Experten behaupten aber durchaus, dass sie zumindest als Denkmodell nicht absurd erscheine. Es gebe einige Prädiktoren die eine solche Entwicklung andeuteten.

Treffe sie tatsächlich ein, sei Aixtron momentan zu einem Spottpreis zu haben - jedenfalls wenn man fünf Jahre warten könne.





 
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