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Fr, 17. April 2026, 10:47 Uhr

Accel Energy

WKN: A0LFLF / ISIN: CH0026238243

Accel Energy; Vorstandsinterview


22.04.08 12:03
Invest Inside

Zug (aktiencheck.de AG) - Accel Energy verfügt über eine Angebotspalette von Produkten auf Petroleumbasis. Diese Produkte unterstützen den Antrieb von Chinas Elektrizitäts-, Herstellungs- und Beförderungsunternehmen. In den kommenden Monaten strebt die Konzernleitung auch den Wechsel in den Entry Standard an.

Invest Inside führte das folgende Interview mit Anthony Chirico, dem Vorstandsvorsitzenden von Accel Energy.

Invest Inside: Sie haben gerade die Finanzzahlen für 2007 veröffentlicht. Waren sie damit zufrieden, wie würden sie die Zahlen bewerten?

Chirico: Die Zahlen waren so, wie wir sie erwartet haben. Wir sind natürlich immer froh, wenn wir mehr Gewinn machen und größere Umsätze erzielen. Dazu kommt natürlich, dass der Ölpreis weiter ansteigt, das macht sich auch bei unseren Gewinnen klar bemerkbar. Für die Leute an den Tankstellen ist das natürlich schlecht, für uns hat dieser Anstieg aber letztendlich nur positive Aspekte.

Invest Inside: Laut früheren Berichten soll es 2010 einen Umsatz von 161 Millionen Dollar geben. Für 2009 wird ein Gewinn von 36 Millionen Dollar angepeilt. Sind das Zahlen, mit denen sie auch heute noch gut leben können? Oder sind sie derzeit etwas vorsichtiger mit solchen Aussagen?

Chirico: Ich bin da derzeit etwas zurückhaltender. Wir wollen mehrere neue Fabriken aufbauen, so wollen wir größere Umsätze und Gewinne erzielen. 2008 sollte der Umsatz bei 75 Millionen Dollar liegen, vielleicht etwas darüber. Wir werden ein kontinuierliches Wachstum erleben. Auch wenn der Ölpreis steigt, werden sich unsere Ausgaben nicht verändern, der Gewinn sollte also stärker wachsen als der Umsatz. 2007 machten wir einen Gewinn von rund 10 Millionen Dollar, das sollten wir 2008 also übertreffen.

Invest Inside: Bei unserem letzten Gespräch waren sie über die aktuellen Verträge mit chinesischen Schifffahrtsgesellschaften sehr glücklich. Hat es dort Entwicklungen gegeben?

Chirico: Die Verträge laufen noch und man will das auch weiterführen. Für uns ist die große Frage: Wollen wir das Öl raffinieren und weiter veredeln oder wollen wir dieses einfachere Produkt an die Industrie ausliefern? Wir würden natürlich mehr Geld verdienen, wenn wir veredelte Produkte verkaufen. Aber wir haben diese langfristige Beziehung, die wir natürlich behalten wollen.

Invest Inside: Es wäre für sie also eigentlich sogar besser, aus den Verträgen auszusteigen, um das Öl zu veredeln, da sie dann bessere Margen erhalten?

Chirico: Genau so ist es.

Invest Inside: Möchten sie die Verträge denn dann trotzdem verlängern, um auf der sicheren Seite zu sein oder wollen sie diese letztlich auslaufen lassen?

Chirico: Ich möchte gerne all unsere Geschäftsbereiche erhalten. Ideal ist es natürlich, wenn wir unsere Kapazitäten ausbauen und mehr Ölschiefer abbauen könnten. Dann könnten wir alle Nachfragen bedienen, wie wir uns dies wünschen.

Invest Inside: Sie beliefern auch Tankstellen in China. Dort können sie ihre veredelten Produkte an den Mann bringen. Die Anzahl der Tankstellen, die sie beliefern, soll erhöht werden. Wie ist der Stand?

Chirico: Das hängt von unserem Vertragspartner ab. Im Mai werde ich nach China reisen und mir einiges ansehen. Ich weiß noch nicht genau, um wie viel sich die Anzahl der Tankstellen erhöhen wird, aber dort wird einiges geschehen. Und dort können wir die veredelten Produkte perfekt absetzen.

Invest Inside: Gibt es denn genügend Kapazitäten auf ihrer Seite, um all die Tankstellen zu beliefern?

Chirico: Wenn unser Partner seinen Plan komplett umsetzt und 1.000 Tankstellen beliefert werden sollen, haben wir wieder das alte Problem. Wir können nicht alle beliefern, dann müssten wir mehr Kapazitäten aufbauen, mehr Öl produzieren, die Raffinerie ausbauen. Daher sind wir derzeit auch hier in Deutschland, wir reden mit vielen Fonds, mit den großen Adressen, um den nächsten Wachstumsschub möglich zu machen.

Invest Inside: Fühlen sie momentan, dass man den Geschäften mit China misstraut? Hat die aktuelle politische Situation Einfluss auf ihre Geschäfte?

Chirico: Davon habe ich noch nichts gehört. Die großen Investorengruppen, die Projekte finanzieren, sind darin weiterhin sehr aktiv. Ob es negative Reaktionen geben wird, kann man nicht sagen, aber bisher haben wir absolut nichts in dieser Hinsicht gehört.

Invest Inside: Sie suchen derzeit Investoren, um in China neue Produktionsstätten aufzubauen. Damit handelt es sich vor allem um die Extraktion von Ölschiefer. Welche Fortschritte gibt es bei der Suche nach Geld?

Chirico: Momentan laufen die Verhandlungen mit zwei potentiellen Investoren. Wenn sich der Aktienkurs wieder einem fairen Bewertungsniveau nähern würde, wäre das für die weiteren Verhandlungen sicherlich hilfreich. Denn auch darauf achten Geldgeber. Sie wollen Sicherheiten.

Invest Inside: Um welche Summen geht es denn dabei, wie viel Geld soll investiert werden?

Chirico: Die Vorschläge, die auf dem Tisch liegen, gehen von zwei weiteren Anlagen aus, die jeweils 10.000 Barrel am Tag verarbeiten können. Jede davon kostet rund 180 Millionen Dollar.

Invest Inside: Mit welchen Investoren sprechen sie derzeit? Sind das Europäer, stammen die möglichen Geldgeber aus den USA?

Chirico: Derzeit reden wir mit einer Gruppe aus Singapur unter Federführung von Merrill Lynch. Bei der anderen Gruppe handelt es sich um Privatinvestoren aus Dubai bzw. aus Kuwait. Mit den Gruppen wird es in den kommenden Wochen weitere Treffen geben. Danach kann man sicherlich weitere Namen und Details veröffentlichen.

Invest Inside: Wie sollte das Investment ablaufen? Werden sie dafür im Gegenzug Aktien ausgeben?

Chirico: Nein, das ist ein normales Kreditgeschäft, für alles andere ist das Volumen viel zu groß. Wir alle bevorzugen diese Variante. Man muss dabei keine Zinsen zahlen, bevor die Anlagen aufgebaut sind. Diese Projektfinanzierung hat zudem den Vorteil eines normalen Zinssatzes, der nicht zu hoch liegt und dazu noch festgeschrieben ist.

Invest Inside: Die Investoren wollten sich also nicht direkt in ihrem Unternehmen engagieren?

Chirico: Nein. Aber man ist interessiert, dass das Unternehmen an der Börse notiert ist. Das erhöht die Transparenz. Außerdem schauen sie auch auf den Aktienkurs und auf das Volumen.

Invest Inside: Sind sie denn mit dem aktuellen Aktienkurs zufrieden?

Chirico: Nein, natürlich nicht. Ich wundere mich, ob der Grund dafür im Frankfurter Aktienmarkt liegt, ob dies in der Natur der hiesigen Börse begründet ist, am offenen Markt und seiner Handhabe. Ich weiß, dass wir hart daran arbeiten, dass sich der Kurs wieder normalisiert. Daher waren wir in Stuttgart bei der Invest dabei, daher gehen wir auf Roadshows, um uns zu zeigen. Wir sind real, wir machen Gewinne. Aber wie der Markt sich letztlich entwickelt, das liegt nicht in unserer Hand. Wir können nur sagen, was wir machen. Deshalb wollen wir auch an den Entry Standard gehen und später vielleicht an den General Standard.

Invest Inside: Der Einstieg in den Entry Standard soll noch im ersten Halbjahr 2008 erfolgen?

Chirico: Wir haben mit verschiedenen Sponsoren gesprochen, das sollte in den kommenden Monaten über die Bühne gehen, so schnell wie möglich. Unser Prospekt ist zudem auch sehr weit fortgeschritten.

Invest Inside: Lassen sie uns noch mal auf Asien schauen: Wie sehen die Zeitpläne für die Produktionsanlagen in China aus?

Chirico: Sobald wir die Finanzierung abgeschlossen haben, können wir mit den Bauarbeiten anfangen. Bis diese beendet sind, wird es wohl rund 18 Monate dauern. So einen Bau macht man in 9 verschiedenen Abschnitten. Etwa ein Jahr nach dem Baubeginn kann man bereits mit der Produktion beginnen. Den ersten Umsatz sollten wir also noch in 2009 machen.

Invest Inside: Wo sollen die Anlagen gebaut werden?

Chirico: Eine Anlage soll in der Region von Maoming entstehen. Die andere Anlage soll in Liaoning, einer Region im Nordosten des Landes gebaut werden, wo wir schon jetzt eine Anlage haben.

Invest Inside: Sie haben für die Bauvorhaben schon das grüne Licht der chinesischen Behörden?

Chirico: Ja, das ist alles schon geklärt. Man ist interessiert an entsprechenden Investitionen und man kennt uns von anderen Projekten. Die Behörden begrüßen es, dass wir dort aktiv sind. Man ist von staatlicher Seite sehr an Energiegewinnung jeglicher Art interessiert, sei es Öl, Ölschiefer, Nuklearenergie, Windkraft oder Solarenergie, das ist alles sehr interessant für China.

Invest Inside: Ein Vorteil in China sind sicherlich die Arbeitskosten, die geringer sind als in Europa. Aber wie sieht es mit den Steuern aus, lohnt es sich auch in dieser Hinsicht?

Chirico: Das ist ein sehr interessanter Aspekt. Hier gibt es einige Ansatzpunkte, von denen wir profitieren, z.B. auch hinsichtlich Abschreibungen.

Invest Inside: Sie sind auch in Jordanien aktiv. Wie sieht es dort derzeit aus?

Chirico: In Jordanien läuft vieles etwas langsamer ab, das hängt auch mit den Systemen zusammen. Wir sind dort gerade dabei, das Büro und das Unternehmen offiziell zu registrieren. Wir brauchten dafür zunächst die genauen Zahlen für 2007, diese liegen jetzt vor. Der nächste Schritt ist dann, eine entsprechende Lizenz für eine Schieferlagerstätte zu erhalten. Das ist eher eine mittelfristige Angelegenheit, hier brauchen wir sicherlich noch zwei Jahre, bis wir alle Genehmigungen erhalten. Das dauert also länger, als wir dies zunächst vermutet hatten.

Invest Inside: Gibt es weitere internationale Expansionspläne?

Chirico: China ist zunächst unser Hauptfokus. Das Wachstum ist hoch, die Nachfrage ist vorhanden. Warum sollten wir irgendwo anders hingehen? Natürlich überlegen wir, beispielsweise den Asphaltbinder zu exportieren. Aber das wäre mit zusätzlichen Kosten, unter anderem für den Transport, verbunden. Wieso sollten wir dies machen, wenn wir alles in China verkaufen können? Der Preis stimmt dort, alles ist vorab verkauft.

Invest Inside: Würden dann nicht auch in dieser Hinsicht neue Fabriken Sinn machen?

Chirico: Da führen wir gerade mit anderen Finanzgruppen entsprechende Gespräche. Wir wollen ganz klar auch neue Asphaltbinderfabriken aufbauen.

Invest Inside: Wo sehen sie ihr Unternehmen in einigen Jahren?

Chirico: Wir werden in den kommenden Jahren einige neue Produktionsanlagen aufgebaut haben. Damit werden wir vom Umsatz her klar über 100 Millionen Dollar liegen.

Invest Inside: Sind sie damit auch ein Ziel für eine mögliche Übernahme?

Chirico: Vielleicht. Aber das ist nicht unsere Absicht, wir wollen unabhängig bleiben. Ein interessantes Angebot würden wir uns natürlich anhören.

Invest Inside: Planen sie weitere Kapitalrunden, wollen sie neue Aktien ausgeben?

Chirico: Das kommt ganz darauf an. Alles hängt von der Finanzstruktur ab. Eventuell wollen wir in Zusammenhang mit der neuen Asphaltbinderfabrik etwas machen, hier müssen wir 5 bis 8 Millionen Euro investieren. In diesem Zusammenhang könnte es zu einer Kapitalerhöhung kommen. Das wird in einem Vorstandstreffen besprochen werden, das bald ansteht. Damit verbunden könnte auch der Gang an den Entry Standard interessant sein. Vielleicht verknüpfen wir das mit einer kleinen Kapitalerhöhung, die wir als Privatplatzierung durchführen. Im vergangenen Jahr haben wir bei einer Kapitalerhöhung rund 3 Millionen Dollar hereingeholt und diese in die Firma investiert. Das war ein guter Schachzug.

Invest Inside: Ist die derzeitige Situation denn reif, um in Europa ein solche Maßnahme durchzuführen?

Chirico: Da bin ich mir auch noch nicht ganz sicher, diese Frage brennt mir wirklich unter den Nägeln. Ob wir warten oder es versuchen, das müssen wir noch diskutieren. Die aktuelle Börsensituation ist anders als je zuvor, wir hören von verschiedenen Seiten, die uns wohl gesonnen sind, dass wir noch warten sollen. Diese Frage stelle ich allen, die wir treffen. Mögliche Sponsoren werden auch danach ausgewählt werden, ob sie ggfs. ein Private Placement durchführen können. Wir möchten mit jemandem zusammenarbeiten, der die Lage kennt, der alles realistisch einschätzen kann. Auch wenn wir dabei noch Geduld haben müssen und warten sollen, wäre dies in Ordnung. Für einige ist die derzeitige Lage am Markt eine willkommene Entschuldigung, aber wir sehen das anders.

Invest Inside: Wo sehen sie einen akzeptablen Aktienpreis für ihr Unternehmen?

Chirico: Genaue Zahlen kann ich dazu natürlich nicht nennen. Aber wenn sie sehen, wie sich unsere Umsätze entwickeln und welche Gewinne wir machen, dann kann man zu anderen Kursen als den aktuellen kommen. Aber das ist das große Fragezeichen, das derzeit keiner beantworten kann.

Invest Inside: Vielen Dank für das Gespräch!
(Ausgabe vom 22.04.2008) (22.04.2008/ac/n/a)





 
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