Westwing Aktie: Radikaler Umbau
05.02.26 17:30
Börse Global
Der Münchener Möbelhändler Westwing Group zündet heute gleich ein Doppelfeuerwerk: Das Unternehmen zieht über 1,2 Millionen eigene Aktien ein und startet gleichzeitig ein neues Rückkaufprogramm im Volumen von bis zu 8 Millionen Euro. Was auf den ersten Blick nach Routine-Kapitalmassnahmen aussieht, wirft eine zentrale Frage auf: Warum dieser aggressive Schritt ausgerechnet jetzt?
Grundkapital schrumpft um 6 Prozent
Mit sofortiger Wirkung vernichtet Westwing 1.253.968 eigene Aktien. Das Grundkapital sinkt dadurch von 20,9 Millionen Euro auf 19,65 Millionen Euro – ein Rückgang um rund 6 Prozent. Die Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien reduziert sich entsprechend von gut 20,9 Millionen auf exakt 19,65 Millionen Stück.
Diese Massnahme basiert auf einer Ermächtigung der Hauptversammlung vom 17. Juni 2025. Vorstand und Aufsichtsrat nutzten den Spielraum nun vollständig aus. Nach der Einziehung hält die Gesellschaft noch 812.043 eigene Aktien, was etwa 4,13 Prozent des neuen Grundkapitals entspricht.
8 Millionen Euro für weitere Käufe
Doch damit nicht genug: Parallel startet Westwing ab dem 9. Februar 2026 ein Rückkaufprogramm für bis zu 700.000 weitere Aktien. Das entspricht nochmals rund 3,56 Prozent des reduzierten Grundkapitals. Der maximale Kaufpreis ist auf 8 Millionen Euro begrenzt, das Programm läuft bis Ende Juli 2026.
Der Rückkauf erfolgt über ein unabhängiges Kreditinstitut im Xetra-Handel. Das beauftragte Institut entscheidet eigenständig über den Zeitpunkt der Käufe – auch während geschlossener Zeiträume, in denen Unternehmensinsider nicht handeln dürften. Pro Handelstag dürfen maximal 25 Prozent des durchschnittlichen Tagesvolumens der vergangenen 20 Handelstage erworben werden.
Rocket Internet profitiert – ohne Konsequenzen
Ein brisantes Detail: Die Kapitalherabsetzung könnte dazu führen, dass die Beteiligung von Rocket Internet SE an Westwing über die kritische 30-Prozent-Schwelle klettert. Normalerweise würde dies ein Pflichtangebot nach dem Übernahmegesetz auslösen. Doch Rocket Internet sowie die dahinterstehenden Gesellschaften Zerena, Rocata und Global Founders sind von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unter Auflagen von dieser Verpflichtung befreit worden.
Westwing begründet die Massnahmen nicht näher. Die Kombination aus Vernichtung bestehender und gleichzeitigem Rückkauf neuer Aktien deutet aber auf eine klare Strategie hin: Das Unternehmen will die Anzahl ausstehender Aktien deutlich reduzieren und damit den Wert der verbleibenden Anteile rechnerisch erhöhen. Ob dieser Plan bei den Anlegern verfängt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
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