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Mo, 30. Januar 2023, 7:10 Uhr

JP Morgan Chase

WKN: 850628 / ISIN: US46625H1005

J. P. Morgan Chase Negativauszeichn.


31.01.05 16:53
SdK

Die SdK (Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e. V.) hat die J. P. Morgan Chase Bank (ISIN US46625H1005 / WKN 850628) zu den "Bank-Räubern des Jahres 2004" erklärt.

Mit der Negativauszeichnung "Bank-Räuber des Jahres" mache die SdK auf Kreditinstitute aufmerksam, die sich durch besondere Abzockerei, Dreistigkeit und Vorteilnahme zum Nachteil von Aktionären oder Anlegern profiliert hätten. Die Jury der SdK habe entschieden, dass die unrühmliche Auszeichnung dieses Jahr der J. P. Morgan Chase Bank für ihr Verhalten gegenüber den Aktionären der primacom AG verliehen werde.

Im Jahr 1999 habe sich die heute J. P. Morgan Chase genannte Bank über den Börsengang der primacom gefreut. Schließlich sei die Bank schon vorbörslich mit rund 5% beteiligt gewesen und habe nicht die von den Zeichnern verlangten 29 Euro berappen müssen. primacom betreibe Kabelnetze, die hauptsächlich mittelgroße und kleine Gemeinden in Deutschland versorgen würden. Diese Netze würden der Übermittlung von analogem Kabelfernsehen, Digital-TV, Telekommunikation, Internet- und Datendiensten dienen.

Die operative Geschäftsentwicklung der Gesellschaft sei äußerst positiv. primacom sei sowohl in einem attraktiven Wachstumsmarkt tätig und profitiere andererseits von einem stabilen Kundenstamm, der konjunkturell unabhängige Erlöse liefere. Der Kurs sei in den folgenden Monaten bis auf über 100 Euro gestiegen. Die J. P. Morgan Chase Bank habe sich jedoch als Aktionär verabschiedet und sämtliche Papiere verkauft.

Doch dabei sollte es nicht bleiben. In der Folge habe sich J. P. Morgen Chase bemüht, die Kabelgesellschaft regelrecht ausbluten zu lassen; offensichtlich mit dem Ziel, das Geschäft der primacom anschließend billigst an sich zu reißen. Das sollte so gehen: Im Jahr 2000 habe primacom den niederländischen Kabelnetzbetreiber Multikabel für 375 Mio. Euro erworben. Multikabel könnte derzeit für 530 Mio. Euro verkauft werden. Unter normalen Umständen also ein glänzendes Geschäft, das auch fremdfinanziert gut funktioniert hätte. Doch die Umstände seien nicht normal gewesen. Denn der damalige primacom-Vorstand Paul Thomason habe sehr eng mit J. P. Morgan Chase zusammengearbeitet.

Mit seiner Zustimmung und unter maßgeblicher Führung der J. P. Morgan Chase Bank seien die Kreditarrangements mehrfach - mitunter wirtschaftlich völlig unsinnig - umfinanziert worden. Dabei sei die exorbitant hohe Summe von über 80 Mio. Euro an Berater- und Bankgebühren berechnet worden. Die exzessiv teure Beratung habe zum Ergebnis gehabt, dass der Kredit über 375 Mio. Euro - der durch Zinseszinsen sukzessive anwachse - mit Belastungen von sage und schreibe 20% pro Jahr zu Buche schlage.

Auf Dauer könne selbst das gesündeste Unternehmen eine derartige Zinsbelastung nicht schultern. Weil primacom trotzdem tapfer weiter existiert habe, habe J. P. Morgan Chase am 16. April 2004 zum letzten Streich ansetzen wollen: Gemeinsam mit dem amerikanischen Geierfonds Apollo Management hätten sie geplant, den Geschäftsbetrieb der primacom AG ganz zu übernehmen. Die Aktionäre sollten mit 25 Cent je Papier abgespeist werden. Der Kurs der Aktien sei nach Bekannt werden dieser Pläne drastisch eingebrochen.

Vor der entscheidenden Hauptversammlung im Juni habe der Geschäftsführer des neuen Gemeinschaftsunternehmens der J. P. Morgan Chase und Apollo mehrfach Falschmeldungen veröffentlicht, in denen er behauptet habe, dass primacom unmittelbar von der Insolvenz bedroht sei, die unmittelbar nach der Hauptversammlung angemeldet werden müsse, falls die Aktionäre dem Plan nicht zustimmen würden.

Sogar eine Medienagentur sei eingeschaltet worden, um diese angebliche Insolvenzmeldung so weit wie möglich zu verbreiten. (Dass Kreditgeber einer besonderen Fürsorgepflicht unterliegen würden, schien J. P. Morgan Chase nicht zu stören.) Die Falschmeldungen haben nach Meinung der SdK zwei Ziele: Die Zustimmung der Aktionäre sollte erpresst werden und gleichzeitig sollte die Kreditwürdigkeit der primacom derart beschädigt werden, dass eine Umfinanzierung unmöglich werden sollte. Maßgeblich durch das Engagement der SdK habe dieses Vorhaben auf der Hauptversammlung im Juni verhindert werden können. Das Ergebnis der Hauptversammlung habe dann auch die Wende gebracht: Der Aufsichtsrat sei neu besetzt, der Vorstand ausgetauscht worden.

Inzwischen arbeite die primacom AG an einer Restrukturierung - der Aktienkurs notiere mit Kursen über 2,50 Euro bei mehr als dem 10-fachen des Bankangebots. Der hochverzinste Kredit der J. P. Morgan Chase Bank werde von zwei renommierten Gutachtern als "in Deutschland sittenwidrig" bezeichnet. Daraufhin habe primacom eine Klage auf Rückzahlung der Gelder angestrengt. Die Gesellschaft bemühe sich inzwischen auch um den Verkauf der Multikabel. Mit den Erlösen von 530 Mio. Euro könnte ein Großteil der Kredite zurückgeführt werden. Derzeit, so scheine es zumindest, würden J. P. Morgan Chase und Apollo den Verkauf blockieren wollen. Sie würden wohl immer noch hoffen, die Restrukturierung zu verhindern und wie geplant die Aktionäre enteignen zu können.

Die dreisten Versuche der J. P. Morgan Chase Bank, durch ihre Stellung als Kreditgeber Aktionäre zu enteignen, sind in dieser Form bisher einmalig und verdienen nach Ansicht der SdK den Titel "Bank-Räuber des Jahres". Um auch bei anderen Unternehmen Gefahren aufzuspüren, die offensichtlich bei Geschäftsbeziehungen börsennotierter Aktiengesellschaften mit der J. P. Morgan Chase Bank entstehen könnten, werde die SdK auf den wesentlichen der von ihr besuchten 800 Hauptversammlungen die eventuellen Beziehungen der Gesellschaften mit dem "Bank-Räuber des Jahres" detailliert hinterfragen.





 
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