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DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen-Crash nimmt panikartige Züge an


08.02.16 18:13
Dow Jones Newswires



DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen-Crash nimmt panikartige Züge an




Von Benjamin Krieger




FRANKFURT (Dow Jones)--Nicht nur in Deutschlands Karnevalshochburgen, auch an Europas Börsen wehte am Rosenmontag eine steife Brise. Anleger gingen in Deckung und verkauften auf breiter Front Aktien. Der DAX brach bei hohen Börsenumsätzen um 3,3 Prozent oder 307 Punkte auf 8.979 Punkte ein und schloss erstmals seit Oktober 2014 unter 9.000 Zählern. Damit hat sich die Kurskorrektur der vergangenen Wochen noch einmal spürbar verschärft. Der Euro-Stoxx-50 büßte 3,3 Prozent auf 2.785 Punkte ein. Keine europäische Börse, keine Branche und auch kaum ein Einzeltitel konnten sich dem Abwärtssog entziehen.




"Die Weltwirtschaft befindet sich in einer schwachen Verfassung, der Ölpreis liegt am Boden. Daraus erwachsen Sorgen über die Stabilität des Bankensektors", sagte Jochen Stanzl von CMC Markets. Europas Bankensektor sackte um 5,6 Prozent ab, angeführt von Commerzbank und Deutscher Bank, die um fast 10 Prozent abstürzten. "Es werden böse Erinnerungen an die Finanzkrise wach", sagte Stanzl. Der Anstieg des Goldpreises um 150 US-Dollar seit Jahresbeginn sei ein Signal für die Ernsthaftigkeit der Krise.




Die Resistenz der Krise an den Finanzmärkten gegen die bisherigen geldpolitischen Maßnahmen sei erschreckend, sagte Stanzl. Die Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember erweise sich nun als folgenschwerer Fehler. Die Fed habe den Märkten signalisiert, "dass alles in bester Ordnung ist". Statt aber die Märkte zu beruhigen, habe sie einen "Orkan" ausgelöst, der die Märkte nun in einen immer festeren Klammergriff nehme.




Der Goldpreis stieg um mehr als 3 Prozent auf fast 1.200 US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit Juni vergangenen Jahres. "Das Gold profitiert besonders von den stark nachlassenden Erwartungen höherer Zinsen durch die Federal Reserve in diesem Jahr", sagt Jameel Ahmad von FXTM. Zum Einen stütze ein schwacher Dollar den Goldpreis, Investoren flüchteten aber auch in sichere Anlagen wie eben Gold.




Nicht nur Gold, auch Bundesanleihen profitierten von der steigenden Unsicherheit und Risikoscheu der Anleger. Der Bund-Future, ein an der Derivatebörse Eurex gehandelter Terminkontrakt auf Bundesanleihen, stieg auf ein Rekordhoch. Rainer Guntermann von der Commerzbank verwies zur Begründung auch auf China: "Der deutliche Rückgang der Währungsreserven der chinesischen Notenbank dürfte die Sorgen um China kaum beschwichtigen", sagte der Rentenanalyst. Nicht zuletzt wegen China bleibe die Risikostimmung "fragil".




"Risk-off" hieß es auch am Londoner Kreditmarkt, wo sich Bondinvestoren gegen den Ausfall von Schuldnern absichern können. Die Prämien für solche Sicherungsgeschäfte schnellten nach oben: Der iTraxx Europe Index, der die Ausfallrisiken für einen Korb von Unternehmensanleihen mit guter Bonität abbildet, schoss um mehr als 10 Prozent nach oben.




Am Devisenmarkt wertete der Yen zum Dollar und zum Euro auf. Auch diese Bewegung passte ins Bild, gilt der Yen doch als sicherer Währungshafen in unsicheren Zeiten. Zum Dollar stieg der Yen auf den höchsten Stand seit Dezember 2014. Der Euro schwankte zum Dollar zwischen 1,1086 und 1,12 Euro. Am Abend wurde die Gemeinschaftswährung am oberen Ende dieser Spanne gehandelt.




Im schwer angeschlagenen DAX konnten sich Munich Re mit einem Kursabschlag von 0,8 Prozent noch am besten behaupten. Der Kurs des Rückversicherers tritt mit 170,65 Euro auf der Stelle, gestützt von einer Hochstufung durch die Credit Suisse von "Underperform" auf "Neutral". Commerzbank litten dagegen laut Händlern auch unter einer Abstufung auf "Underperform" durch die Investmentbank Keefe Bruyette & Woods.




In Paris stieg der Kurs der französischen Supermarktkette Casino um 2,7 Prozent. Zum Schuldenabbau verkaufen die Franzosen ihre Mehrheitsbeteiligung am thailändischen Supermarkt Big C Supercenter für 3,1 Milliarden Euro. Der Käufer ist der thailändische Milliardär Charoen Sirivadhanabhakdi.




Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 2.785,17 -94,22 -3,3% -14,8%
Stoxx-50 2.666,80 -82,20 -3,0% -14,0%
Stoxx-600 314,36 -11,54 -3,5% -14,1%
XETRA-DAX 8.979,36 -306,87 -3,3% -16,4%
FTSE-100 London 5.689,36 -158,70 -2,7% -8,9%
CAC-40 Paris 4.066,31 -134,36 -3,2% -12,3%
AEX Amsterdam 400,61 -13,33 -3,2% -9,3%
ATHEX-20 Athen 121,52 -13,82 -10,2% -33,7%
BEL-20 Bruessel 3.191,55 -114,14 -3,5% -13,7%
BUX Budapest 23.262,32 -374,90 -1,6% -2,8%
OMXH-25 Helsinki 2.990,62 -110,85 -3,6% -11,0%
ISE NAT. 30 Istanbul 88.211,43 -2791,74 -3,1% -1,3%
OMXC-20 Kopenhagen 853,32 -46,67 -5,2% -15,9%
PSI 20 Lissabon 4.908,96 -137,62 -2,8% -10,2%
IBEX-35 Madrid 8.122,10 -377,40 -4,4% -14,9%
FTSE-MIB Mailand 16.441,20 -809,06 -4,7% -23,2%
RTS Moskau 704,03 -21,88 -3,0% -7,0%
OBX Oslo 481,58 -21,57 -4,3% -10,6%
PX-GLOB Prag 1.136,16 -41,37 -3,5% -8,4%
OMXS-30 Stockholm 1.273,95 -56,16 -4,2% -11,9%
WIG-20 Warschau 1.769,71 -21,16 -1,2% -4,8%
ATX Wien 2.026,40 -103,54 -4,9% -15,5%
SMI Zuerich 7.759,21 -200,92 -2,5% -12,0%

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8.20 Uhr Fr, 17.16 Uhr
EUR/USD 1,1170 0,21% 1,1146 1,1138
EUR/JPY 129,29 -1,15% 130,80 130,40
EUR/CHF 1,1048 -0,21% 1,1072 1,1068
GBP/EUR 1,2898 -1,02% 1,3031 1,3006
USD/JPY 115,74 -1,38% 117,35 117,07
GBP/USD 1,4410 -0,77% 1,4522 1,4486



Kontakt zum Autor: benjamin.krieger@dowjones.com




DJG/bek/cln




(END) Dow Jones Newswires




February 08, 2016 12:13 ET (17:13 GMT)




Copyright (c) 2016 Dow Jones & Company, Inc.







 
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