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DJ MÄRKTE EUROPA/Ausverkauf drückt DAX kurzzeitig unter 9.000 Punkte


08.02.16 15:22
Dow Jones Newswires



DJ MÄRKTE EUROPA/Ausverkauf drückt DAX kurzzeitig unter 9.000 Punkte




Von Benjamin Krieger




FRANKFURT (Dow Jones)--Anleger ziehen auch zu Beginn der neuen Börsenwoche kräftig an der Reißleine. Aktien werden am Rosenmontag weggeworfen wie "olle Kamelle". Der DAX verliert am Nachmittag 2,8 Prozent auf 9.029 Punkte und war vorübergehend sogar unter 9.000 Punkte gerutscht. Der DAX handelt damit auf dem niedrigsten Stand seit Ende Oktober 2014. Händler und Analysten begründen den Ausverkauf unter anderem mit dem Fall des DAX unter eine wichtige Unterstützungszone bei 9.300 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 büßt 2,4 Prozent auf 2.809 ein.




Jochen Stanzl von CMC Markets verweist zudem darauf, dass Chinas Devisenreserven im Januar um weitere 100 Milliarden US-Dollar geschmolzen seien. "Der Rückgang ist ein Hinweis darauf, dass die chinesische Währung weiterhin überbewertet ist", sagt der Stratege. Andernfalls hätte die Regierung nicht diese Summe einsetzen müssen, um den Yuan zu stützen. Das wiederum verstärke an den Börsen die Angst vor einer weiteren Abwertung der chinesischen Währung.




Da Chinas Börsen aber wegen den Neujahresfestes geschlossen sind, mangele es zum Wochenbeginn auch am deutschen Aktienmarkt an Impulsen. "Der Handel ist deshalb technisch getrieben", sagt auch Stanzl. Der Fall des DAX unter 9.300 Punkte könne das Signal sein, das einen weiteren Rückgang bis auf 8.300 Punkte in den kommenden Wochen ankündigt. "Ein 1000-Punkte-Rutsch ist technisch betrachtet nicht unmöglich", sagt Stanzl.




Der Goldpreis steigt um 2,1 Prozent auf 1.182 US-Dollar, das ist der höchste Stand seit Oktober vergangenen Jahres. "Das Gold profitiert besonders von den stark nachlassenden Erwartungen höherer Zinsen durch die Federal Reserve in diesem Jahr", sagt Jameel Ahmad von FXTM. Zum Einen stütze ein schwacher Dollar den Goldpreis, Investoren flüchteten aber auch in sichere Anlagen wie eben Gold.




Nicht nur Gold, auch Bundesanleihen profitieren von der steigenden Unsicherheit und Risikoscheu der Anleger. Der Bund-Future, ein an der Derivatebörse Eurex gehandelter Terminkontrakt auf Bundesanleihen, ist auf ein Rekordhoch gestiegen. "Der deutliche Rückgang der Währungsreserven der chinesischen Notenbank dürfte die Sorgen um China kaum beschwichtigen", sagt Rainer Guntermann von der Commerzbank. Nicht zuletzt wegen China bleibe die Risikostimmung "fragil".




"Risk-off" heißt es auch am Londoner Kreditmarkt, wo sich Bondinvestoren gegen den Ausfall von Schuldnern absichern können. Die Prämien für solche Sicherungsgeschäfte schnellen nach oben. Der iTraxx Europe Index, der die Ausfallrisiken für einen Korb von Unternehmensanleihen mit guter Bonität abbildet, steigt um 8 Prozent.




Am Devisenmarkt wertet der Euro zum Dollar wieder ab auf rund 1,1110. Im Tageshoch kostete der Euro noch 1,1184 Dollar. In der vergangenen Woche war die Gemeinschaftswährung zum Dollar in der Spitze um mehr als 4 US-Cent nach oben gesprungen.




Im schwer angeschlagenen DAX sind Munich Re der einzige Titel, der sich dem Abwärtssog entzieht. Der Kurs des Rückversicherers tritt mit 170,65 Euro auf der Stelle, gestützt von einer Hochstufung durch die Credit Suisse von "Underperform" auf "Neutral".




In Paris steigt der Kurs der französischen Supermarktkette Casino um 3,7 Prozent. Zum Schuldenabbau verkaufen die Franzosen ihre Mehrheitsbeteiligung am thailändischen Supermarkt Big C Supercenter für 3,1 Milliarden Euro. Der Käufer ist der thailändische Milliardär Charoen Sirivadhanabhakdi.





INDEX Stand +-%
EuroStoxx50 2.808,71 -2,45%
Stoxx50 2.689,85 -2,15%
DAX 9.028,78 -2,77%
FTSE 5.736,94 -1,90%
CAC 4.099,00 -2,42%
EUREX Stand +-Ticks
Bund-Future 164,45 +51

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8.20 Uhr Fr, 17.16 Uhr
EUR/USD 1,1111 -0,32% 1,1146 1,1138
EUR/JPY 129,16 -1,25% 130,80 130,40
EUR/CHF 1,1049 -0,20% 1,1072 1,1068
GBP/EUR 1,2951 -0,61% 1,3031 1,3006
USD/JPY 116,28 -0,92% 117,35 117,07
GBP/USD 1,4385 -0,94% 1,4522 1,4486


Kontakt zum Autor: benjamin.krieger@dowjones.com




DJG/bek/cln




(END) Dow Jones Newswires




February 08, 2016 09:22 ET (14:22 GMT)




Copyright (c) 2016 Dow Jones & Company, Inc.







 
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