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Fr, 17. April 2026, 13:46 Uhr

Linde plc

WKN: A3D7VW / ISIN: IE000S9YS762

Anleger, hört die Signale!


24.10.24 09:01
Ralf Flierl

Spannung am Aktien- und Goldmarkt 


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Titelbild: © raquel – stock.adobe.com


Stark, stärker, SAP


Um das Geheimnis des neuerlichen Börsenerfolges von SAP (WKN: 716460) zu erklären, brauchte CEO Christian Klein nur zwei Sätze. „Das Wachstum der Cloud-Erlöse entwickelte sich außerordentlich gut.“ Und: „Ein wesentlicher Teil unserer Cloud-Vertragsabschlüsse im dritten Quartal beinhaltete KI-Anwendungsszenarien.“ Die Walldorfer haben alles richtig gemacht. Sie haben bei den Unternehmenssoftware-Angeboten auf Abo-Dienste und damit auf die Cloud gesetzt und frühzeitig KI-Anwendungen integriert. Entsprechend verkündete SAP diese Woche starke Geschäftszahlen und die Anleger erwarten weiterhin gute Geschäfte des deutschen Vorzeigeunternehmens. Am Dienstag trieben sie den Kurs auf ein neues Allzeithoch, am heutigen Mittwoch versucht die Aktie, sich dort oben zu akklimatisieren. 


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Sollte SAP weiterwachsen, geriete der Börsenwert des DAX-Schwergewichts an die Kappungsgrenze von 15%. Schwerer darf ein Unternehmen im DAX nicht werden, um den Index nicht zu stark zu beeinflussen; bei der turnusmäßigen Indexüberprüfung würde dann neu balanciert. Die Regel, die zu ständigem Kursdruck führen kann, hat bereits den ursprünglich deutschen Konzern Linde (WKN: A3D7VW) mit dazu bewogen, den DAX und Deutschland zu verlassen. Linde notiert jetzt in New York und hat seinen Sitz in Dublin. Der Umzug hat gut getan, Linde floriert, der Kurs des Industriegase-Herstellers befindet sich in einem übergeordneten Aufwärtstrend. SAP-Boss Klein wird sich Gedanken machen. Für Aktionäre wäre ein Wegzug womöglich ein Gewinn, für den Standort Deutschland sicher nicht.


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Der Wert des Goldes 


Der Goldkurs setzt seinen Höhenflug fort. Bislang betrug das Kursplus in diesem Jahr +32%. Bliebe es dabei, wäre das der höchste Jahreszuwachs, der in den letzten Jahrzehnten verzeichnet wurde. Bei engagierten Anlegern mischt sich in die Freude über die enormen Kursgewinne zunehmend Sorge. Der steigende Goldpreis ist auch ein Alarmsignal. Denn nach Lehrmeinung müsste er bei gut laufender Weltwirtschaft eher sinken. Derzeit boomen Aktienbörse und Konjunktur in den USA. Auch Europas Ökonomie schlägt sich wacker. Nur Deutschland bleibt die Ausnahme. Die Gründe für den Abstieg sind hausgemacht. Gerade senkte der Internationale Währungsfonds (IWF) die Wachstumsprognose für Deutschland im laufenden Jahr auf 0% (!) und für das kommende Jahr auf 0,8%. 

Der Anstieg des Goldpreises ist eine Misstrauensbekundung informierter Anleger gegenüber den steigenden Schuldenlasten der Staaten. Das Finanzsystem knirscht und Gold ist der Anzeiger. Angeblich wettet Stanley Druckenmiller bereits massiv gegen die Fed, die US-Zentralbank. Während die Börse noch mit weiteren Zinssenkungen rechnet, die den Aktienkursen zugute kämen, setzt – so das Gerücht – der Star-Investor bereits darauf, dass die Fed die Zinsen in absehbarer Zeit erhöhen wird, um das Vertrauen in die Tragfähigkeit des US-Schuldendienstes wieder zu festigen. 

Der Inhalt des Gerüchts kann zutreffen oder auch nicht. Wahrscheinlich wird es die Öffentlichkeit nie erfahren. Entscheidend ist, dass Marktteilnehmer überhaupt ein offenes Ohr für derlei Flüstereien haben, eine Spekulation gegen die allgewaltige Fed also für möglich halten. Bereits das untergräbt das Systemvertrauen und gibt dem Anstieg des Goldpreises womöglich weiterhin Kraft. Als schnell handelbares Instrument bietet sich Xetra Gold (WKN: A0S9GB) oder Euwax Gold (WKN: EWG0LD) an. Sicherer bei einer einschneidenden Krise ist natürlich die physische Anlage.

Daraus ergeben sich neue Fragen, etwa die des konkreten Handels und insbesondere der (rechts)sicheren Lagerung. Im neuen Smart Investor 11/2024 beschäftigen wir uns genau mit solchen Themen im Rahmen des Kapitalschutzreports – der unverzichtbare Begleiter für Ihr persönliches „Soft Landing“ in stürmischen Zeiten. Das Heft erscheint zum Wochenende.


Trump-Trades 


An der Wall Street rechnen immer mehr Händler und Hedgefonds-Manager damit, dass Donald Trump in zwei Wochen das Rennen um die US-Präsidentschaft machen wird. Sie positionieren sich an der Börse entsprechend. Mark Dowding, Chief Investment Officer von RBC BlueBay, erwartet unter einer erneuten Trump-Regentschaft steigende Inflationsraten, die auch zurückzuführen wären auf neue Zölle, die Trump einführen will. 10 bis 20% Pauschalzölle sind im Gespräch, über 60% für Waren aus China. Für Fahrzeuge aus Mexiko wären 200% Zoll drin, sagte Trump kürzlich. Auch wenn es nicht so heftig käme, für deutsche Autoaktien, für die Exportnation Deutschland insgesamt, scheinen sich die Aussichten weiter einzutrüben. 

Der amerikanische Hedgefonds-Manager Dan Loeb erklärt: „Wir glauben, dass die Zölle der vorgeschlagenen America First-Richtlinie die inländische Produktion, die Infrastrukturausgaben und die Preise für bestimmte Materialien und Rohstoffe erhöhen werden.“ Die Reduzierung der Regulierung unter einer Trump-Administration könne „eine Welle von Unternehmensaktivitäten auslösen“. Wenn Loeb Recht hat, dann dürften die kleineren US-Aktienwerte von Trumps Sieg besonders profitieren. Ihre Wertentwicklung lässt sich im Nebenwerte-Index Russell 2000 verfolgen. Er enthält die 2.000 nach Marktkapitalisierung kleinsten US-Aktienunternehmen. Investierbar ist der Index zum Beispiel über den Invesco Russell 2000 ETF (WKN: A0RGCT). 


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Zu den Märkten


Betrachtet man den DAX-Chart, dann lassen sich kaum Haare in der Suppe finden. Die deutschen Blue Chips erreichten erneut ein Allzeithoch und auch die anschließende Konsolidierung fiel bislang moderat aus. Allenfalls die Umsatzentwicklung lässt etwas zu wünschen übrig. Idealerweise sollten die Hochs mit hohen Umsätzen erzielt werden, während in der Konsolidierung nur abwartend gehandelt wird. Dramatisch ist das zuletzt gegenläufige Umsatzverhalten bislang aber noch nicht.

Immer wieder fragt man sich, wie diese Kursentwicklung zu der Malaise der deutschen Wirtschaft passt. Eine Erklärung liefert der Blick an den Anfang dieses Newsletters. Die Kursentwicklung von SAP, die zugleich der marktschwerste Indexwert ist. Das deutsche Vorzeigeunternehmen entwickelt sich so viel besser als der Rest der DAX-Unternehmen, dass man sich leicht ausmalen kann, wo der deutsche Leitindex ohne die Walldorfer stünde. Ganz ohne Risiken ist diese Entwicklung allerdings nicht. Zum einen schafft es Abhängigkeiten, denn SAP muss weiter liefern, damit der DAX insgesamt unterstützt wird. Falls SAP aber weiterhin so viel besser performt als der Rest, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Unternehmen an der Kappungsgrenze von 15% Indexanteil anstößt und Gegenstand eines Rebalancing wird (s.o.). Das wiederum würde zu der paradoxen Situation führen, dass ETFs ihren SAP-Anteil reduzieren müssten, weil das Unternehmen so viel erfolgreicher ist als der Durchschnitt. 


Fazit


 


SAP entpuppte sich einmal mehr als Retter und Motor des DAX. Wenn Wohl und Wehe eines Index wesentlich von einem oder nur wenigen Unternehmen abhängen, ist das nicht ohne Risiken.

Ralf Flierl, Frank Sauerland, Ralph Malisch


 





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