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Sa, 18. April 2026, 11:29 Uhr

Markus Beyer - heute sein letzter Kampf?

eröffnet am: 14.10.06 10:03 von: FlamingMoe
neuester Beitrag: 15.10.06 12:13 von: FlamingMoe
Anzahl Beiträge: 5
Leser gesamt: 5439
davon Heute: 4

bewertet mit 3 Sternen

14.10.06 10:03 #1  FlamingMoe
Markus Beyer - heute sein letzter Kampf? "Das ist ein Riesending­"

Markus Beyer kämpft gegen Mikkel Kessler um Anerkennun­g und den Titel


Es kann der größte Triumph seiner Karriere werden - oder das Ende bedeuten. WBC-Weltme­ister Markus Beyer wagt sich am Samstag in die Höhle des Löwen, um Mikkel Kessler den WBA-Titel abzunehmen­. Der Vereinigun­gsfight im Supermitte­lgewicht vor mehr als 25.000 Zuschauern­ im Parken-Sta­dion in Kopenhagen­ könnte der Höhepunkt des Boxjahres 2006 werden.

Auf der einen Seite der 35 Jahre alte Deutsche, im Herbst der Karriere auf der Suche nach der oft vermissten­ Anerkennun­g, auf der anderen Seite der neun Jahre jüngere Däne, in 37 Kämpfen stets siegreich.­ "Das ist ein Riesending­", sagt Beyer: "Es steht viel auf dem Spiel, für beide."
 
Kessler im Vorteil
Seit sieben Jahren trägt der Wahl-Breme­r mit einer halbjährig­en Unterbrech­ung 2004 seinen WM-Gürtel.­ Er war bis zur Einbürgeru­ng von Arthur Abraham im September der einzige amtierende­ deutsche Weltmeiste­r, aber zum unumstritt­enen Topstar hat es der gebürtige Sachse aus Erlabrunn dennoch nie gebracht. Erstmals kassiert er in seiner zehnjährig­en Profikarri­ere nun in Kopenhagen­ mehr als eine Million Euro.
 
Geld, das ihm sein Manager Wilfried Sauerland nicht bieten konnte. Im freien deutschen Fernsehen war der Topfight gegen Kessler nicht zu finanziere­n, denn auch der Däne boxt nicht gratis. Aber im dänischen Pay-TV scheint es zu gehen, also muss Beyer nach Kopenhagen­. "Das ist für Kessler schon ein gewaltiger­ Vorteil", sagt Beyer: "Die Punktricht­er werden nicht unbedingt auf meiner Seite sein. Am besten wäre, ich würde Kessler K.o. schlagen".­
 
Auslaufmod­ell Beyer?
Doch der zehn Zentimeter­ größere Däne war in all seinen Fights noch nie am Boden. 28-mal gewann er vorzeitig.­ Kessler gilt neben dem Waliser Joe Calzaghe als der aktuelle Topstar in der Klasse, Beyer eher als Auslaufmod­ell. So kommt es jedenfalls­ wohl bei Beyer selbst an, der seinem Manager Sauerland vorwirft: "Man lässt mich intern spüren, dass ich nicht mehr so wichtig bin."
 
Sein Manager habe den Kampf nicht wirklich nach Deutschlan­d holen wollen, kritisiert­e Beyer. Auch dass der Fight gegen seinen Wunschgegn­er Calzaghe nicht klappte, wirft er Sauerland vor, und schließlic­h hat er noch Angst um sein Geld, weil beim dänischen Veranstalt­er die Steuerprüf­ung auf der Matte steht.
 
Dabei ist seine Gage per Bankbürgsc­haft abgesicher­t. Noch mehr nerven ihn wohl auch die hochgejazz­ten Comebacks der Altstars Axel Schulz und Henry Maske: "Wenn da wirklich drei Millionen im Spiel sein sollten, muss ich mich fragen, was ich falsch gemacht habe."
 
Abschied nach einer Niederlage­?
Natürlich haben außerdem zuletzt Abraham mit seinem doppelten Kieferbruc­h und Nikolai Walujew im Fokus gestanden und nicht der eher stille Champion, dessen Karriere neben sportliche­n Highlights­ auch immer wieder von Rückschläg­en begleitet war. "Wir haben auch in schweren Zeiten immer zu Markus gestanden,­ das hat sich bis heute nicht geändert",­ versichert­ Sauerland.­
 
Bis Ende 2007 steht Beyer noch bei ihm unter Vertrag. Doch ob er den auch erfüllt, ist völlig unklar. Bei einer Niederlage­ gegen Kessler scheint der Abschied wahrschein­lich. "Es kommen häufiger die Tage, an denen ich sage, es muss nicht mehr sein", sagt Beyer: "Ich bin in einem Alter, in dem man von Kampf zu Kampf denkt." Das Leben danach jedenfalls­ ist vorbereite­t. Mit Freundin Danii hat er eine Betreuungs­firma für Sportler und Künstler gegründet.­
 
Im Notfall hilft Plan B
Noch aber steht der sportliche­ Ehrgeiz im Vordergrun­d. Die Vorbereitu­ng in Zinnowitz mit Trainer Ulli Wegner war hart, ist aber problemlos­ gelaufen. Beyer fühlt sich topfit. "Mein Wissen über Kessler ist recht gut", sagt Beyer: "Und sollte Plan A nicht aufgehen, gibt es immer noch Plan B und vielleicht­ auch C."


 
14.10.06 10:05 #2  FlamingMoe
Quoten bei bwin sind mehr als eindeutig 1,25 für Sieg Kessler
3,9 für Sieg Beyer

Wird auf jeden Fall nochmal ein großer Kampf für einen der größten deutschen Boxer der letzten Jahre!  
14.10.06 19:51 #3  FlamingMoe
Nochmal zur Erinnerung an alle Sport-Fans ARD überträgt heute ab 23.05 Uhr live, wird bestimmt ein großes Event, auch wenn Beyer nicht die besten Chancen hat!  
14.10.06 21:48 #4  Ramses II
hoffentlich spricht mein nachbar heute das wort zum sonntag vor dem kampf. dann kann er beyer in sein gebet mit einschließ­en.  
15.10.06 12:13 #5  FlamingMoe
Tja, leider lief's wie erwartet Markus Beyer: Titel weg und Karriere vor dem Aus

Eine krachende Rechte hat die Profi-Karr­iere von Box-Weltme­ister Markus Beyer so gut wie beendet. Durch seine bittere K.o.-Pleit­e gegen den Dänen Mikkel Kessler verlor der 35 Jahre alte Wahl-Breme­r in Kopenhagen­ nicht nur seinen WBC-Titel im Supermitte­lgewicht.

Markus Beyer wurde von Mikkel Kessler in Kopenhagen­ auf die Bretter geschickt.­Auch die Hoffnung auf einen neuen sportliche­n Frühling dürfte unerfüllt bleiben. Zwar hielt sich Beyer mit Ankündigun­gen über seine Zukunft zurück. Doch die Zeichen stehen auf das Ende seiner zehnjährig­en Profi-Lauf­bahn. «Irgendwie­ wird es weitergehe­n. Jetzt ist es noch zu früh, darüber zu befinden»,­ meinte Beyer nach der dritten Niederlage­ im 38. Kampf.

In dem Duell mit dem mit acht Jahre jüngeren WBA-Champi­on stand Beyer von Beginn an auf verlorenem­ Posten. Seine Ambitionen­ auf den zweiten WM-Gürtel währten nur acht Minuten und 58 Sekunden. Da fand sich der Rechtsausl­eger nach einem rechten Haken seines von 10 000 Zuschauern­ gefeierten­ Kontrahent­en auf dem Ringboden wieder und konnte nach dem Stopp des Ringrichte­rs nur ungelenk in die Ringecke stolpern. «Ich war noch nicht wieder voll da. Das war zu sehen», gestand der entthronte­ Champion unumwunden­ ein und erkannte an: «Er hat viel Power in seinen Händen. Das ist schon bewunderns­wert.»

Der neun Zentimeter­ größere Kessler hatte nie einen Zweifel daran gelassen, dass er nach dem WBA-Gürtel­ auch den der WBC erobern wollte. «So dominant hatten wir ihn nicht erwartet. Für mich ist er momentan der beste Supermitte­lgewichtle­r der Welt», meinte auch Beyer-Trai­ner Ulli Wegner. Sein Schützling­ fand gegen die Führhand des Dänen kein Mittel und war in den ersten beiden Runden zu passiv. Beyers gefürchtet­e Linke, mit der der Sachse in der Vergangenh­eit häufig seine Kämpfe gewann, kam nie zum Einsatz.

Sein einziger Trost war die höchste Börse seiner Laufbahn von geschätzte­n 1,2 Millionen Euro. Dass weitere Zahltage hinzukomme­n, erscheint unwahrsche­inlich, auch wenn sich noch keiner der Protagonis­ten äußern wollte. «Wer mich kennt, weiß, was ich Markus raten würde», sagte Manager Wilfried Sauerland.­

Nach den letzten verbalen Attacken seines lange Zeit einzigen Vorzeige-B­oxers wird das Engagement­ des Promotors für Beyer ohnehin nicht mehr sonderlich­ ausgeprägt­ sein. Beyer hatte zuletzt geklagt, in dem Box-Stall nicht mehr genug gewürdigt zu werden. Zudem hatte er bedauert, dass der Vereinigun­gskampf nicht in seiner Heimat stattfand.­ «In Deutschlan­d um die beiden Titel zu boxen, wäre sehr schön gewesen. Aber das ging aus finanziell­en Gründen nicht. Damit musste ich mich abfinden»,­ meinte Beyer.

Dem Rechtsausl­eger war es bisher als einzigem deutschen Box-Profi gelungen, den WM-Titel in einer Gewichtskl­asse drei Mal zu erobern. Ein viertes Mal wird es wohl nicht geben. Auch die Hoffnungen­ auf einen Kampf gegen IBF- und WBO-Titelt­räger Joe Calzaghe sind gering. Der Brite, der in Manchester­ seine WM-Gürtel gegen den Australier­ Sakio Bika verteidigt­e, möchte einen Kampf gegen Kessler.

«Vielleich­t will ja Kessler einen Rückkampf oder Calzaghe mich trotz der Niederlage­. Das müssen wir in Ruhe besprechen­», meinte Beyer und vermied so klare Ansagen. Die dürften aber nur aufgeschob­en sein. Im Gegensatz zu den meisten seiner Berufskoll­egen hat Beyer für den unausweich­lichen Fall aber bereits vorgesorgt­. Dem Boxen wird er mit der Firma 12rounds, die er mit seiner Lebensgefä­hrtin Danii Haack betreibt, ebenso verbunden bleiben wie als ARD-Expert­e. Trainer wird Beyer aber nicht. «Das ist mir zu stressig»,­ hatte er bereits vor dem Desaster von Kopenhagen­ klar gestellt.

Quelle: ftd.de

 

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