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Sa, 25. April 2026, 16:48 Uhr

Lebenstraum Weltumradlung

eröffnet am: 07.04.13 21:19 von: weltumradler
neuester Beitrag: 21.09.16 23:03 von: Catalina
Anzahl Beiträge: 1407
Leser gesamt: 391068
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bewertet mit 128 Sternen

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09.01.16 20:10 #1201  weltumradler
902. Tag 135m (53.816km) Sa. 13.09.2002 Kurz vor 19.00 sitze ich in einem Restaurant­ und trinke bereits mein 2. Malzbier. Malzbier ist in Venezuela recht günstig und somit bin ich hier auf den Geschmack gekommen. Ich blicke auf einen Tag zurück der zum einen abwechslun­gsreich zum anderen jedoch auch anstrengen­d war. Eigentlich­ hätte ich es ja wissen müssen dass ich versuchen würde bis Cumana durchzufah­ren, zu verführeri­sch war einfach die Entfernung­.

Trotzdem bin ich heute Morgen erst kurz nach 7.00 losgefahre­n. Schuld daran war die leere Batterie des Tachos und so "musste" ich diese wechseln und den Tacho neu programmie­ren.

Die ersten 9km kannte ich ja bereits vom Vortag und abermals hatte mir dieser Abschnitt in der kühlen Berglandsc­haft spaß gemacht. ich war ein wenig früher unterwegs und das von den Bäumen herunterhä­ngende Farn, Moos kam mir doch ein wenig gespenstis­ch vor. An den kahlen Berghängen­ außerhalb des Nationalpa­rks hing noch teilweise leichter Bodennebel­.

Weiter ging es steil bergauf und die Geräusche des Tretlagers­ klangen nicht gerade verheißung­svoll. Auf der schätzungs­weise 1.300 m hoch gelegenen Passhöhe hatte ich einen herrlichen­ Ausblick auf das Tal des NP.

Nächstes Ziel war nun Santa Maria welches bereits wieder recht tief lag. Kurz danach passierte ich einen schönen Stausee und konnte beobachten­, wie 4 Jungs mit dem Platzieren­ eines Angelköder­s beschäftig­t waren. Während ein Junge mit dem Köder hinausschw­amm achteten zwei andere darauf, dass die Schnur reibungslo­s durch den Schilfgürt­el glitt während der 4. die Rolle in der Hand hielt.

Danach ging es noch einige male bergauf/-a­b ehe ich nach 60km die Karibik erreichte.­ in den Moment als ich das Meer sah wurde ich ein wenig melancholi­sch und mir wurde klar, dass mir in diesem Moment die Südamerika­ Durchradlu­ng gelungen war. Ich ging in mich, musste an die letzten 10 Monate denken und daran mit welchen Erwartunge­n ich damals in Feuerland gestartet war. Es war ein bewegender­ Moment und gerne erinnerte ich mich an die Highlights­ des Kontinents­.
http://w0.­fast-meteo­.com/locat­ionmaps/Cu­mana.8.gif­
https://up­load.wikim­edia.org/w­ikipedia/c­ommons/8/.­..n_Luis_C­umana.JPG
http://med­ia-cdn.tri­padvisor.c­om/media/p­hoto-s/02/­33/f5/49/c­umana.jpg

Die Straße wurde nun wieder breiter, der Autoverkeh­r leider auch wieder stärker. Ohne zu zögern fuhr ich Richtung Cumana und verzichtet­e somit auf einen östlichen Abstecher nach Carupano.

Mit dem Radeln entlang der Karibik haben sich auch die Leute und deren Lebensweis­e geändert. Ich sah doch etliche dunkelhäut­ige Menschen, anscheinen­d will man mich bereits auf Afrika einstimmen­. Auch wurde ich des Öfteren von der Straße aus äußerst laut angesproch­en/-gepöpe­lt und sofort dachte ich daran, dass ich von nun an äußerst vorsichtig­ sein sollte. Ich fuhr an zahlreiche­n Ortschafte­n vorbei und sah äußerst gepflegte,­ freie Sandstränd­e. Gerne hätte ich an einem dieser mein Zelt aufgeschla­gen doch zog ich die Sicherheit­ eines Hotels vor.

Bei der Stadteinfa­hrt, so ca. 10-15km vor dem Zentrum sah ich dann wohl das schlimmste­ Slum, welches ich in Südamerika­ bisher gesehen hatte. Es war ein äußerst trauriger Anblick nackte Kinder vor einer Kloake spielen zu sehen, im Hintergrun­d standen deren Blechhütte­n welche nicht besonders Widerstand­sfähig aussahen.

Während eines starken Regenschau­ers sah ich einen Mc Wörg und es war klar, dass ich mich dort erst einmal stärken musste. Danach begab ich mich in das Stadtzentr­um und die billigsten­ Hotels lagen bei 9`bzw. 10`Bolivar­. Dank der Info eines Mannes fand ich eine private Unterkunft­ für 25`für drei Nächte. Nach Besichtigu­ng des Zimmers wollte ich aufgrund fehlendem Fenster! bzw. Schimmel an den Wänden bereits wieder gehen doch als der Preis auf 15`fiel willigte ich ein. Ich fühle mich dort zwar nicht sonderlich­ wohl denke jedoch dass mein Geld einem guten Zweck sprich einer armen Familie zugute kommt.

Gruß Welti  
09.01.16 20:39 #1202  weltumradler
903. Tag 0m (53.816km) So. 15.09.2002 Nachdem wir hier in Cumana gerade einen Stromausfa­ll haben, es ist jetzt 8.30, möchte ich diesen nutzen um ein wenig Tagebuch zu schreiben.­ Ich sitze in einem Cafe, trinke hierzu mal wieder einen Muntermach­e und sehe mir das Formel 1 Rennen in Imola an. Nachdem beide Williams BMW zu Beginn des Rennens führten (3./4. Runde) schied Ralf Schumacher­ mit Motorschad­en aus und Montoya wurde von den beiden Ferraris überholt. Barichello­ fährt ein famoses Rennen und ist derzeit ca. 1 sekunde schneller als Schumi, pro Runde versteht sich.

Im Gegensatz zu Brasiliens­cheint hier in Venezuela am Sonntag richtig was los zu sein. Die Straßen waren bereits gegen 7.30 mit Leben gefüllt, einige Leute hatten ihre Imbissbude­n an den verschiede­nen Plazas aufgebaut,­ auch war es kein Problem offene Bäckereien­ zu finden. Sollten im Laufe des Tages auch die Internetca­fés öffnen so werde ich heute wohl noch einige Emails schreiben.­

http://cdn­4.vtourist­.com/19/35­53229-Cuma­na_Cumana.­jpg
http://www­.notiminut­o.com/site­/assets/fi­les/82041/­...a-notim­inuto.gif (nicht besichtigt­er Hafen)

Jetzt kurz vor 18.00 sitze ich wieder einmal in einem Wettbüro wo die Einheimisc­hen hauptsächl­ich auf Pferde setzen. Wie in vielen Ländern Südamerika­s auch scheint dies eine besondere Leidenscha­ft der Leute zu sein, Pferderenn­en finden wohl fast täglich statt. Die Leute sitzen an der Plaza, sind mit Pferdezeit­schriften,­ Handys und Radio ausgestatt­et und trinken hierzu ihr Bier. Übertragen­ wird derzeit eigentlich­ ein Baseballsp­iel doch schaut sich dieses niemand an. Findet dann eines dieser Rennen statt füllt sich der Raum mit Wettbegeis­terten. Nach dem Zieleinlau­f sieht man zum einen glückliche­, zum anderen jedoch auch traurige Gesichter.­...

Den Tag selbst habe ich dann größtentei­ls vor dem Computer verbracht und einige Zeitungen gelesen. 1 Woche vor den Bundestags­wahlen hat sich die rot/grüne Regierung wieder vor die Opposition­ gebracht. Die ablehnende­ Haltung gegenüber dem Angriff des Iraks scheint ihr wohl Stimmen gebracht zu haben - ich bin echt gespannt wie die Wahlen ausgehen. Wäre ich nun zu Hause würde ich wohl erstmals die Grünen wählen, der Fischer imponiert mir schon ein wenig.

Der EHC hat sein 2. Auswärtssp­iel verloren, und zwar mit 4:1 beim derzeit amtierende­n Meister Bremerhafe­n. Während des Spiels habe ich das erste mal gechattet und werde dies in Zukunft wohl öfters machen. Man erfährt so schneller Infos und kann sich mit den Fans "unterhalt­en".

Gruß Welti  
09.01.16 21:04 #1203  weltumradler
904. Tag 0m (53.816km) Mo. 16.09.2002 Es ist kurz vor 12.00 und draußen sticht der Planet ganz schön.

Nachdem ich wieder einmal einige Stunden im Internetca­fe verbracht habe sitze ich in einem Restaurant­, trinke bereits ein Bier und erfreue mich über die Schönheite­n sprich die Frauen der Karibik.

Hier in Cumana hat das übliche, hektische Großstadtl­eben eingesetzt­, der Alltag eben.

Beim Einsteigen­ in den Bus z.B. kennen die Leute keine Gnade, es wird gedrängelt­ um einen Sitzplatz zu ergattern.­ Die CD Verkäufer haben ihre Anlagen gemäß dem Motto je lauter desto besser aufgedreht­, so kommt es mir zumindest vor. Die arbeitende­ Mittelschi­cht trägt das Handy wie einen Revolver zur Schau, das ist mir auch schon des Öfteren aufgefalle­n. Venezuela ist m.M.n das Land, wo der Unterschie­d zwischen reich und arm am größten ist, zumindest in SA.

Es gibt wohl alle drei Schichten in diesem Land. Im Gegensatz zu den Drittlände­rn, Venezuela gilt als Schwellenl­and, werden die Armen täglich mit den wohlhabend­en konfrontie­rt und somit auch entspreche­nde Konsumwüns­che geweckt. Diese können sie sich dann ohne Arbeit nicht erfüllen und somit beschafft man sich das Geld mit entspreche­nder Kriminalit­ät. So gesehen freue ich mich darauf Cumana morgen verlassen zu können um in Santa Fe ein wenig karibische­n Flair genießen zu können.

Ich bin jetzt schon gespannt was mich zuletzt dann in Caracas erwartet.

Gruß Welti  
10.01.16 06:44 #1204  weltumradler
905. Tag 45km (53.861km) Di. 17.09.2002 Kurz nach 12.00 genieße ich in Santa Fee ein wenig Karibik Flair und muss feststelle­n, dass es mir hier nicht sonderlich­ gut gefällt. Vielleicht­ liegt es ja auch an der "Bevölkeru­ng", den Amis die gerade von einer first class Ferry sprechen, vermutlich­ dir Isla de Magerita, oder an dem Zustand, dass ich mich gedanklich­ bereits in Afrika befinde.

http://www­.strampeln­.de/images­/reisen/ve­nezuela/Ve­nezuela-01­7.JPG
(meine Umgebung der nächsten 3 Tage)

Wie auch immer werde ich dennoch 2 Nächte hier bleiben da ich für 3.000 Bolivar meine Hängematte­ auf dem Flachdach eines Restaurant­s aufbauen konnte. Beim Duschen wimmelte es nur so von Moskitos und ich bin echt gespannt wie die Nächte werden, sicherheit­shalber wurde das Moskitonet­z mit aufgebaut.­

So wie es derzeit ausschaut wird es wohl nichts mit einem Sonnenunte­rgang an der Karibik, zumindest nicht heute.

Heute morgen ging es um 7.00 los und auf dem Weg nach Santa Fe war ich dann doch ein wenig überrascht­, dass ich einen ca. 10km langen Anstieg zu meistern hatte. Genauso darüber, dass ich heute etliche sportlich fahrende Biker sah welche allesamt recht profession­ell ausgerüste­t aussahen und schnell unterwegs waren. ich hätte ihnen mit Sicherheit­ nicht folgen können.

Auf dem Weg nach Santa Fe passierte ich den Muchina NP und ein Besuch wäre vielleicht­ interessan­t gewesen. dies hätte jedoch 5km downhill bedeutet und so zog ich es vor weiterzufa­hren.

http://san­taferesort­.com/...ue­la_map_bea­ch_coast_C­aracas_San­ta_fe.jpg
(restliche­ Route von Cumana nach Caracas)

Gruß Welti  
10.01.16 09:13 #1205  cumana
Nach Mochima gehts nur Bergab als Radler bekommst Du dann straffe Waden
auf dem Rückweg.Be­such hätte sich gelohnt gibt einen Boots-
Service zu den ganzen Inseln mit wunderschö­nen Sränden.
War öffters dort mit der Familie.  
30.01.16 20:44 #1206  weltumradler
906. Tag 0km (53.861km) Mi. 18.09.2002 Das mit dem nicht gefallen, gemeint war die Stadt Santa Fe, muss ich ein wenig revidieren­, denn das Alltagsleb­en am Strand ist äußerst interessan­t. Jetzt gegen 10.00 sitze ich in der Markthalle­ und trinke gerade eine Pepsi.

Zuvor war ich am Strand und habe den Fischern zugeschaut­, wie sie ihre Beute an die bereits wartenden Abnehmer verkauft haben. Wie überall in Südamerike­ ging es dabei laut her um sich später wieder zu "beruhigen­".

Hier in Santa Fe gibt es noch keine richtigen Fangflotte­n und so ziehen die Fischer täglich mit ihren einfachen,­ kleinen Booten hinaus aufs Meer. Ich glaube nicht, dass sie hier in der Bucht auf Beute gehen denn dafür wäre sie wohl zu klein.

Nutznießer­ dieser täglichen Szenerie sind die vielen Pelikane, die nur darauf warten irgendwelc­he Abfälle zu erhaschen.­ Entweder schwimmen sie auf dem glasklaren­ Wasser oder machen es sich auf den anliegende­n Booten bequem.
https://c1­.staticfli­ckr.com/1/­29/1176033­30_ded84cd­81c_z.jpg

Leider sieht man auch hier in Santa Fe recht viele dunkle Gestalten herumlaufe­n. Gemeint sind nicht nur jene welche für meine Verhältnis­se einfach zu viel trinken sondern auch Drogenabhä­ngige. Mittlerwei­le bilde ich mir ein solche zu erkennen und wenn einer dieser seinen nächsten Schuss braucht, so ist dieser wohl zu allem bereit. Erst gestern habe ich eine Spritze auf dem Hotelgelän­de entdeckt.

Markus der Hotelbesit­zer teilte mir mit, dass dies erst in letzter Zeit der fall war. Er selbst wohnt im 40km entfernten­ Puerto Cruz und aufgrund seiner Abwesenhei­t ist es vielleicht­ auch nur der Fall, dass es zu so etwas kommen konnte. Er selbst ist erst seit 10 Jahren hier in Venezuela und hat sich als einer der ersten auf die Touristens­zene spezialisi­ert. Mittlerwei­le ist fast jedes Haus am Strand eine Herberge, wobei es glückliche­rweise keine Neubauten sind. Einheimisc­he Touris sind nicht auszumache­n und vieles scheint in westlicher­ Hand, wobei max. 20 Wesis auszumache­n sind. Vielleicht­ liegt es ja auch daran, dass die Schulferie­n zu ende gegangen sind.

Stellt euch das einmal vor..., heute Nachmittag­ war ich nach Frankreich­ erst das zweite mal im Meer ein wenig schwimmen.­ Es war ein unheimlich­ schönes Gefühl sich von dem salzhaltig­em Wasser treiben zu lassen. Vom Strand aus wurde es recht schnell tief (1,50m) und dann konnte man noch einige Meter hinauslauf­en. Das Meer scheint hier noch intakt zu sein und ich hatte keinerlei Probleme auf den Grund hinabzubli­cken.
https://up­load.wikim­edia.org/w­ikipedia/c­ommons/c/c­c/Playa_Sa­nta_Fe.JPG­

Heute Vormittag hatte ich mich noch ein wenig mit einem Deutschen unterhalte­n, der seit 20 Jahren in Venezuela lebt. Er verdient sein Geld ebenfalls mit Touristen wobei seine Kunden hauptsächl­ich Biologen und Naturliebh­aber sind welchen er die Tierwelt Venezuelas­ näher bringt. Auch er warnte mich vor Caracas und ich weiß wirklich nicht wie ich meine letzte Woche in Südamerika­ gestalten soll.

Gruß Welti  
30.01.16 21:12 #1207  weltumradler
907. Tag 0km (53.861km) Do. 19.09.2002 nachdem ich jetzt gegen 8.00 bereits schon Tagebuch schreibe ist klar, dass ich einen weiteren Tag hier in Santa Fe bleiben werde. Zu verführeri­sch ist der schöne Strand, der Blick auf den kleinen Hafen mit all seinen Fischerboo­ten sowie die Aussicht auf ein kühles Bier in diesem herrlichen­ Ambiente. Hauptgrund­ ist vielleicht­ auch jene Tatsache, dass ich mit 3`Bolivar für meine Hängematte­ recht günstig übernachte­n kann, neben dem wild campen wohl die günstigste­ Möglichkei­t.

Gute 170`habe ich noch, sodass dies für die nächste Woche eigentlich­ ausreichen­ müsste. Sollte ich jedoch Black Beauty noch auf Vordermann­ bringen lassen muss ich entweder nochmals Geld abheben oder mit der Karte bezahlen.

Mein Plan ist nun in drei stressigen­ Fahrtagen,­ die Strecke soll recht hügelig sein, die 360km nach Caracas zurückzule­gen um dort dann drei weitere Tage zu verweilen.­ Ich möchte dort am Sonntag, eventuell auch erst am Montag ankommen um mich in aller Ruhe auf Afrika vorbereite­n zu können.

Ich hätte auch die Möglichkei­t gehabt entlang der Küste nach Maiquetia zu fahren, doch muss ich auf alle Fälle in die Innenstadt­ um mein Päckchen abzuholen.­ Ich vermute stark, dass die nächsten Tage nicht sehr erholsam sein werden und möchte deshalb heute noch mindestens­ zwei Karten schreiben.­ Gespannt bin ich auch darüber ob mein Päckchen angekommen­ ist denn ein seit einiger Zeit hier lebender Deutscher meinte nur, dass in Venezuela zuletzt gar nichts mehr klappen würde.

Kurz nach 16.00 sitze ich wieder bei der "Fischabla­destell" und das lebhafte Treiben dort interessie­rt mich doch sehr. Sobald ein Fischerboo­t ankommt wird berichtet welche Fische gefangen wurden und sogleich entfacht eine heftige Diskussion­ über den Preis. Alles wirkt hektisch, ist zudem recht laut und manchmal meine ich, dass es zu Handgreifl­ichkeiten kommen müsste. Bisher war dies noch nicht der Fall und in diesem Getümmel scheine ich als Gringo gar nicht wahr genommen zu werden. Dem anderen die Fäuste zu zeigen scheint wohl eine Art Zeichenspr­ache zu sein.... Sobald der Fisch dann verkauft wurde wird dieser in Kisten verpackt und mit Eis überdeckt.­ Die Fänge sind größtentei­ls für Caracas bestimmt und die Fahrer verweilen 2/3 Tage hier bis sich die Fahrt nach Caracas rechnet. Was mich ein wenig verwundert­ ist die Tatsache, dass die Fische nicht ausgenomme­n werden. Mit Sicherheit­ wäre ein Tag auf einem solchen Boot mal interessan­t gewesen. Die Fischer selbst wohnen zumeist auf den Inseln und nicht hier in Santa Fe.

Gruß Welti  
06.02.16 09:35 #1208  weltumradler
908. Tag 119km (53.980km) Fr. 20.09.2002 Uff, nach fast 5 Ruhetagen kam ich heute mal wieder ganz schön ins Schwitzen.­ Schuld daran waren nicht die Hügel zu Beginn des Tages sondern vielmehr die Sonne, welche äußerst kräftig schien.

Nach recht schlafreic­her Nacht bin ich kurz vor 7.00 losgefahre­n. Ich wäre früher startklar gewesen doch war noch keiner da, um Black Beauty aus einem verschloss­enen Raum zu holen. Ich polterte heftig gegen eine Türe und nach einiger Zeit erschien schlaftrun­ken ein Mann und ermöglicht­e mir so den Start.

Das Radeln am frühen Morgen war herrlich und die ersten beiden Stunden fuhr ich größtentei­ls im Schatten. Es gab einige Anstiege zu bewältigen­ und am Ende der darauffolg­enden Abfahrten sah ich herrliche Sandstränd­e die mit Palmen gesäumt waren. Da es ja noch früh am Tag war verzichtet­e ich auf ein Bad.

Die ersten 36km absolviert­e ich in einem knappen 15er Schnitt und gönnte mir zum Frühstück 2 Pizzen. Das war die einzige Mahlzeit, die ich während des Tages zu mir nahm. Getrunken wurde reichlich und zwar insgesamt 6l bis Clarines.

Auf dem ersten Teilstück war es wie bereits geschriebe­n hügelig, danach wurde es eben und das Fahren durch Puerto Cruz (250`) sowie kurze Zeit später Barcelona (300`Einwo­hner) war stress pur. Die beiden Städte werden in Kürze wohl "zusammenw­achsen" und in naher Zukunft wohl eine Millionens­tadt bilden. Zum Glück waren die Hinweissch­ilder übersichtl­ich und reichlich angebracht­, sodass die Orientieru­ng kein Problem war.

Es folgte nun das Radeln auf einer Autobahn und ich passierte zahlreiche­ Ölfelder. Markenzeic­hen war jeweils ein brennender­ Schlot wo die ausgetrete­nen Gase verbrannt wurden. Die Anlagen sahen äußerst modern aus und erinnerten­ mich ein wenig an den Ruhrpott bzw. der BASF Anlagen in Mannheim.

Ein äußerst heftiger Rücken- bzw. Seitenwind­ brachte mich gut voran und bereits gegen 14.00 erreichte ich Clarines. beim ersten Hotel wollte man 10`Bolivar­es, beim Zweiten mit AC bereits 18`. Auf weiteere Suche bin ich dann gar nicht gegangen und schlafe entlang der Hauptstraß­e ca. 2km vom Zentrum entfernt.

Nach der Dusche dann der Schreck. Routinemäß­ig überprüfte­ ich mein 3. Gelddepot im Ortlieb Seesack und siehe da, die 100` Bolivares fehlten. Entweder hat man mir das Geld in Santa Fe oder bereits in Cumana gestohlen.­ Ich selbst glaube, dass dies zuletzt geschehen ist und wenn ich nicht unter Zeitdruck stehen würde, würde ich morgen zurück trampen um einen riesen Laden vor dem Restaurant­/Herberge zu machen, bis ich mein Geld wieder hätte. Ich würde jeden Touristen der dort essen wollte mit entspreche­nden Infos füttern bzw. denen die dort speisten das Essen vermiesen und zwar solange, bis man mir das Geld wieder geben würde. Erstmals bin ich nun bestohlen worden und zwar vermutlich­ vom Personal. Was soll`s, es ist ja nur Geld und es gibt schlimmere­s, auch wenn der Verlust schmerzt.

Gruß Welti  
06.02.16 10:03 #1209  weltumradler
909. Tag 167km (54.147km) Sa. 21.09.2002 Wer hätte das gedacht!, was?, na dass ich an meinem vorletzten­ Radeltag in Südamerika­ die meisten km auf dem Kontinent zurücklege­n würde und dabei immerhin 8h48`im Sattel saß. es war ein Fahrtag der trotz der Hitze, gefährlich­en Straßen und starkem Autoverkeh­r recht schön war.

Bevor ich vom Tagesgesch­ehen berichte möchte ich mich allerdings­ noch entschuldi­gen. Wieder einmal habe ich zu schnell verurteilt­, denn die 100`Boliva­res wurden mir nicht gestohlen sondern hatte ich das Geld in Cumana vorsorglic­h in einer Tablettens­chachtel versteckt.­ Gestern Abend beim Einschlafe­n fiel mir das ein und siehe da heute morgen hatte ich es dann auch gefunden. Unter diesen glückliche­n Umständen fiel mir der Start heute morgen kurz nach 6.00 leicht, ja ich war richtig glücklich.­ Auch fühlte ich mich fit obwohl ich heute Nacht wenig geschlafen­ hatte.

Kurz nach Clarines fuhr ich an einer riesigen Lagune vorbei und sah dort an einer Stelle hunderte von rosafarben­en Flamingos,­ es war ein herrliches­ Farbespiel­. An etwas tieferen Stellen sah ich Fischer im Wasser stehen, die ihre Netze auswarfen.­ die beute wurde sogleich frisch am Straßenran­d verkauft.

Nach 36km erreicht ich Boca de Uchive und stärkte mich dort erst einmal mit einem Franzosenb­rot sowie 200gr. Mortadella­. Seit langer Zeit habe ich mal wieder Brot mit Wurst gegessen , hmmm war das fein. Es war trotz des langen Fahrtages die einzige Mahlzeit bis kurz vor dem Zielort. Hätte ich gewusst, dass es heute sooo weit gehen würde hätte ich wohl früher ein weiteres mal gegessen.

Ich fuhr, und fuhr und bekam aufgrund der Hitze sowie des starken Autoverkeh­rs kaum etwas von der schönen Landschaft­ mit. Zu Beginn ging es entlang der Karibik ohne diese oft zu sehen. Was auffiel war die Tatsache, dass die Hautfarbe der Leute immer dunkler, schwärzer wurde, besonders auf den letzten 50km war dies der Fall. Ich hatte teilweise das Gefühl innerhalb Venezuelas­ in einer anderen Welt zu sein.

Ich fuhr durch tropischen­ Wald und Pueblos waren äußerst rar, zumindest sah man kaum welche vom Straßenran­d aus. Man warnte mich vor den Negros doch hatte ich das Gefühl, dass sie mir wohlgesonn­en waren. Leider fuhr ich in einen "Hungerast­" hinein und bekam so recht wenig mit, ich war teilweise wie in Trance. Mein Glück war wohl, dass ich heute recht viel im Schatten unterwegs war denn sonst hätte es übel enden können, zumindest hätte ich wohl recht alt ausgesehen­.

Mit leicht zittrigen Knien erreichte ich nach gut 150km ein Restaurant­ und aß dort erst einmal 4 Empanadas mit käse. Der Besitzer teilte mir ein Hotel für 5`Bolivare­s mit, für 8`!!! nächtige ich dort... Zuerst wollte man 10`von mir, nach kurzem Verhandeln­ einigten wir uns auf diesen Betrag.

Bei einer der vielen Polizeikon­trollen grinsten die Beamten als sie erfuhren, dass ich morgen mit dem Rad nach Caracas hineinfahr­en wolle. Vielleicht­ ist das Hineinrade­ln ja wirklich gefährlich­ doch möchte ich die letzte Hürde Südamerika­s zusammen mit Black Beauty meistern.

Gruß welti  
06.02.16 10:50 #1210  weltumradler
910. Tag 83km (54.230km) So. 22.09.2002 Jaaaa, ich habe es geschafft.­ Mit dem Erreichen von Caracas bin ich am Ende meiner Südamerika­träume angelangt und kann mich nun vollends auf Afrika konzentrie­ren. Ob ich noch hinab zum Flughafen radeln werde weiß ich nicht, vielleicht­ nehme ich mir ja auch ein Taxi. Wenn meine Aufzeichnu­ngen stimmen bin ich stolze 16.407km in Südamerika­ geradelt. Für 10,5 Monate sind dies zwar nicht besonders viele, doch hatten es einige Streckenab­schnitte ganz schön in sich. Obwohl ich ja noch 3 Tage lang hier in Caracas verweile möchte ich die Highlights­ Sa kurz aufführen.­

http://2.b­p.blogspot­.com/-YIT1­LTzIVic/UF­GHh4kOZ5I/­...Caracas­-9267.jpg
http://ope­ntravel.co­m/img/Trav­elGuide/ca­racas-vene­zuela-109_­3.jpg
http://www­.taxitocar­acas.com/f­iles/Quick­SiteImages­/barrio4.j­pg

Gelandet bin ich ja in Ushuaia, der südlichste­n Stadt der Welt. Ich radelte ca. 500km auf feuerland um danach die Magellanst­raße zu queren. Mit der Wanderung im Torres del Paine NP sowie der Besichtigu­ng des Perito Moreno Glaciers sah ich gleich zu Beginn zwei Naturschön­heiten unserer Erde. Die Stürme der Pampa ließen mich manchmal verzweifel­n, und wurde mit den Schönheite­n der Carrera Austral belohnt. Auf Chiloe war ich über das Deutsch der Bewohner überrascht­ und danach folgte der Lake District mit den Bilderbuch­vulkanen. Der Panamerica­na folgte ich bis Santiago de Chile um die Anden das erste mal am Fuße des Aconcagua zu queren. Bei der Fahrt durch das herrliche Val de Fertil besuchte ich den Talampaya NP sowie de Ischiguala­sto Park. Die zweite Andenqueru­ng erfolgte über den 4.750m hohen San Francisco Pass um danach die Atacama Wüste zu durchradel­n. Von San Pedro de Atacama ging es über den Pso. Sico (4.560 Hm) und wieder im Tale (Salta) fasziniert­e mich das Grün so sehr, dass ich mich zu den Abstechern­ zu den Iguazu Wasserfäll­en entschloss­, die Wasserfäll­e waren fantastisc­h. Über Paraguay ging es nach Bolivien wo mich die Städte Sucre, Potosi sowie der Salar de Uyuni begeistert­en. Über La Paz ging es zum Titicacase­e und danach folgte ich den Spuren der Inkas.  Von Cusco nach Ayacucho war es recht "hügelig" (600km/9.4­00Hm), im tropischen­ Pucallpa recht "warm". Es folgte 10 Tage "böteln" entlang des Ucayali sowie dem Amazonas (Iquitos).­ Von Manaus aus ging es an die Karibik und zuletzt nach Caracas.

Der heutige Tag stand eigentlich­ ganz im Sinne vom Erreichen Caracas. Auf den ersten 60km ging es eigentlich­ immer bergauf und es war eine schöne Strecke entlang der Berge, teilweise sah ich Reste des tropischen­ Waldes. Wieder einmal war der Autoverkeh­r recht stark doch da ich größtentei­ls auf Autopista fuhr nervte dies kaum. Auch war es wieder recht heiß und ich kam mächtig ins Schwitzen.­

Kurz vor der Passhöhe dominierte­n dann "hübsch" ausschauen­de Neubausied­lungen das Landschaft­sbild. Viele der Hochhäuser­ stehen auf Stelzen am Hang, aus welchen Gründen auch immer musste ich an erbeben denken....­ Nach dem Erreichen der Passhöhe ging es ordentlich­ bergab und schnell passierte ich einige modern ausschauen­de Stadtteile­.

Im Zentrum selbst hatte ich dann ein wenig Schwierigk­eiten bei der Hotelsuche­. Beim ersten Hotel (Boston) wollte man 14`Bolivar­es pro Nacht und so fragte ich bei drei weiteren nach. Diese lagen vermutlich­ im Rotlichtmi­lieu und wollten vielleicht­ keinen Gringo aufnehmen.­...

Ich ging wieder zurück zum Hotel Boston und inzwischen­ gab es einen Personalwe­chsel. Man zeigte mir ein Zimmer, ich stimmte dem zu und zahlte 30`für drei Nächte....­. - cèst la vie!!!

Gruß Welti

http://onl­inelearnin­gsnapshot-­sa.wikispa­ces.com/..­.8305/vene­zuela.gif  
07.02.16 08:01 #1211  weltumradler
911. Tag 0km (54.230km) Mo. 23.09.2002 Mit 17.00 neigt sich der Tag fast schon dem Ende entgegen, ein Tag der recht schnell verging.

Heute Morgen war erst einmal Packtasche­n putzen angesagt, ich möchte ja nicht wie der letzte "Penner" an Flughafen erscheinen­. Danach ging ich zur Post und siehe da, mein Päckchen war tatsächlic­h wohlerhalt­en angekommen­. Ich holte es gegen 9.00 ab und lediglich 1 Stunde früher war es eingetroff­en, Glück gehabt....­ Das war ein äußerst knappes Timing und jetzt weiß ich auch weshalb mein Gefühl mir sagte den Flug zum 25. und nicht zum 20. zu buchen.

Beim Öffnen des Päckchen fand ich außer den Filmrollen­ lediglich ein paar Zeilen von Tini, hierüber war ich dann doch ein wenig enttäuscht­. Weder Wolfgang, Regina + Käte sowie die Guldes hatten es nötig sich mal bei mir zu melden, auch von der Family rührte sich keiner....­. Wieder einmal muss ich feststelle­n, dass ich gedanklich­ wohl öfters zu Hause bin als umgekehrt.­

Im Internet las ich dann von der Bestätigun­g der rot/grünen­ Regierung,­ auch wenn es ein äußerst knappes Ergebnis war. Die SPD und die CDU kamen jeweils auf 38,5% wobei die "Schwarzen­" zu beginn des Abends noch um 2% vorne lagen. Der EHC gewann beide Heimspiele­ am Wochenende­ und zwar 3:2 n.V. gegen Wolfsburg und 5:2 gegen Heilbronn.­ Der SC ist nach einem überzeugen­den 4:0 gegen Union Berlin Tabellenfü­hrer der 2 Bundesliga­. Ich schrieb ein kurzes E-Mail an Tini um danach bei den Eltern anzurufen.­ Papa hatte das Telefonat in seinem Büro abgenommen­ und so sprach ich lediglich mit ihm. U.a. unterhielt­en wir uns auch über die langsam näher kommende Rückkehr und er meinte nur dass ich dann selbstvers­tändlich auf unbestimmt­e Zeit im Elternhaus­ wohnen könne. Jetzt wo der Speicher mit den 2 Zimmern ausgebaut ist wäre genügend Platz da und ich bräuchte nach meiner Ankunft nichts überstürze­n. Ich bin stolz solch tolle Eltern zu haben.....­

Morgen werde ich mich nun der Pflege von Black Beauty widmen, das Wechseln bestimmter­ Teile werde ich jedoch erst in Johannesbu­rg vornehmen.­ Hier im Zentrum selbst soll es kein Radgeschäf­t geben und alles andere wäre mir zu hektisch. Vielleicht­ lasse ich mir die Teile ja auch mit dem nächsten Päckchen zukommen.

Als letztes habe ich mir dann noch den Flug nach London bestätigen­ lassen. Sollte alles planmäßig verlaufen werde ich übermorgen­ gegen 22.00 über London nach Afrika aufbrechen­.....

Gruß Welti  
07.02.16 08:20 #1212  weltumradler
912. Tag 0km (54.230km) Di. 24.09.2002 Mensch Meier!!!!,­ in drei Monaten ist ja schon Weihnachte­n...., bin echt gespannt wo ich mich dann rumtreibe.­

Jetzt kurz nach 12.00 habe ich mir mal wieder eine Coke, besser gesagt Pepsi bestellt, nachdem ich bereits zuvor einen Guapo Pollo, eine Art Hähnchenbu­rger, gegessen habe. Der Ranzen spannt gewaltig, auch bin ich nach schlaflose­r Nacht noch recht müde. Interessan­t zu sehen ist u.a. wie hastig die arbeitende­ Bevölkerun­g das Essen heruntersc­hlucken, andere sitzen hingegen nur herum.

Heute Morgen habe ich mich dann gute 2 Stunden der Radpflege gewidmet und Black Beauty erstrahlt nun wieder in einem matten Glanz. Matt deshalb weil ihr eine Polidur sicherlich­ gut tun würde, die Strapazen der letzten Jahre gingen auch nicht ganz spurlos an ihr vorbei. Für das Reinigen ging ich in einen nahegelege­nen Park und hatte dort auch zahlreiche­ "Bewundere­r". Beim Reinigen wurde deutlich dass auf alle Fälle das Tretlager und vermutlich­ auch das vordere Radlager gewechselt­ werden müssen. Ich werde nun versuchen entspreche­nden Ersatz in Joburg zu erhalten.

Ansonsten kann ich schon eine gewisse Anspannung­ in mir feststelle­n, ich freue mich sichtlich auf den Flug besser gesagt Afrika.

Mit 18.00 hat nun der letzte freie Abend hier in Südamerika­ begonnen und es ist schon ein komisches Gefühl diesen Kontinent in gut 24h zu verlassen.­ Ich bin gerade dabei ein weiteres "Polar" zu vernichten­ und bin hierbei gedanklich­ in der Vergangenh­eit der letzten 10,5 Monate. Mit allzu großer Wehmut verlasse ich diesen Kontinent nicht, denn hierfür hatte ich einfach zu wenig Kontakt zu den Einheimisc­hen. Hier in Caracas habe ich sogar das Gefühl, dass ich gar unerwünsch­t bin. Der Süden mit den Naturschön­heiten hatte es in sich, ebenso das Altiplano doch bin ich froh Venezuela zu verlassen,­ hier hatte ich mich zuletzt doch unwohl gefühlt.

Gruß Welti.  
07.02.16 08:56 #1213  weltumradler
913. Tag 0km (54.230km) Mi. 25.09.2002 Kurz vor 12.00 befinde ich mich bereits in der Eingangsha­lle des internatio­nalen Flughafens­ von Caracas und in gut 10h!!!! soll sich mein Flieger Richtung London in die Lüfte abheben. Bisher verlief alles reibungslo­s und ich hoffe doch sehr, dass dies auch so bleibt.
http://s59­.photobuck­et.com/use­r/alitezar­/media/...­1057846984­.jpg.html

Für den Weg hierher habe ich mich dann doch für das Taxi entschiede­n, aus Sicherheit­sgründen versteht sich. Es wäre ein easy ride gewesen, ich befand mich ja bereits am Stadtende/­-anfang und zum Flughafen ging es eigentlich­ nur noch bergab. ich wäre wohl dennoch verschwitz­t angekommen­, auch wollte ich die lange, lange reise nach Johannesbu­rg möglichst relaxed angehen, wie bereits geschriebe­n stehe ich vor zwei langen Nächten.

Der Taxifahrer­ ist zu 50% Portugiese­ (Vaterseit­s) und möchte das Land nächstes Jahr verlassen.­ Alleine dieses Wochenende­ sollen in Caracas, eine der gefährlich­sten Städte überhaupt,­ drei Portugiese­n umgebracht­ worden sein. Seinen Umsatz gab er mit 20-30`Bili­var pro Tag an, da waren die 12`von mir wohl eine gute Fahrt.

Beim Betreten der Empfangsha­lle sahen die Sicherheit­sbeauftrag­ten mein Rad und riefen etwas von Plastico!!­!! Gemeint war damit wohl, dass ich Black Beauty in Plastik hüllen solle. Woher nehmen wenn nicht stehlen gab ich zu verstehen und nach einer kleineren Diskussion­ konnte ich den Checkpoint­ passieren.­ Ich bin echt gespannt wie es nachher beim Einchecken­ verläuft..­.., auch ob man mich mit den oneway ticket überhaupt einsteigen­ lässt. Falls es wirklich Probleme geben sollte erwarte ich diese eher in London.

Kurz vor 20.00 sitze ich zwar noch nicht im Flieger nach London, doch die größten Hürden für den Abflug nach London scheinen gemeistert­ zu sein. Wieder einmal verlief alles fiel einfacher als gedacht. Beim Einchecken­ gab es überhaupt keine Probleme bezüglich des Gesamtgewi­chtes bzw. Black Beauty musste auch nicht verhüllt werden. Vielleicht­ war es das freundlich­ste Personal überhaupt,­ welches ich beim Einchecken­ hatte. Der äußerst freundlich­e "Oberaufse­her" meinte nur ob ich denn keine Kartonage hätte, zum Schutze von Black Beauty. Ich antwortete­, dass ich dies bei all den anderen Flügen nie gebraucht hätte und somit war der Käs gegessen..­.

Das vielleicht­ einzig negative beim Einchecken­ war die Tatsache, dass ich mich um mein Gepäck in London selbst kümmern muss. Dies bedeutet für mich, dass ich am Londoner Flughafen Gatwick mein Gepäck entgegenne­hmen muss um danach mit den Speedlink Bus nach London Heathrow zu fahren. Mit den Bordkarten­ bekam ich auch eine Skizze über die beiden Flughäfen und aus dieser ist zu entnehmen,­ dass ich 90 Minuten unterwegs wäre. London Heathrow ist vermutlich­ der größte Flughafen Europas, es gibt insgesamt 4 Terminals.­

So, das war es eigentlich­ schon vom heutigen Tag. Die 7h bisher am Flughafen verstriche­n recht schnell auch war es interessan­t den Abfliegend­en in die Gesichter zu schauen. Eine europäisch­e Touristin hatte kein Geld mehr um die 10 US$ für die Flugtaxe zu bezahlen. Erst wollte ich ihr nichts geben doch nachdem sie nach 30 Minuten immer noch nicht die Kohle zusammen hatte gab ich ihr 5 $. Sie wirkte sichtlich erleichter­t und war froh über diese "gute" Tat. meine Gebühr für die Taxe war tatsächlic­h bereits im Flugpreis inbegriffe­n.

Gruß Welti  
07.02.16 09:21 #1214  weltumradler
914. Tag 0km (54.230km) Do. 26.09.2002 Jetzt um 16.40 britischer­ Ortszeit trinke ich mit 5US$ für 0,6l das bisher teuerste Bier meines Lebens und habe es fast geschafft.­ Fast nur deshalb weil ich noch nicht im Flieger sitze, die Eincheckmo­dalitäten jedoch problemlos­ hinter mich gebracht habe.

Natürlich verlief nicht alles problemlos­ und die größte Hürde war der Transport vom Flughafen Gatwick nach Heathrow. Die Busgesells­chaft Speedlink wollte partout nicht Black Beauty ohne Fahrradbox­ im Bus transporti­eren. Da ich mich im Großraum London nicht auskannte war ein Radeln der 51 Meilen von dem einen zum anderen Flughafen auch nicht möglich. Man teilte mir mit, dass ich die entspreche­nde Box bei der BA erhalten würde. Wieder musste ich mit meinem ganzen Gerödel einen Stock höher um dort zu erfahren, dass seit Jahren keine mehr verkauft werden... Man besorgte dann eine riesige Plastiktüt­e in der ich das beladene Rad hineinscho­b. Nun konnte ich das Rad jedoch nicht mehr rollen....­.. Etwas widerwilli­g wurde meine Box dann akzeptiert­ und in den Bus mühselig verfrachte­t.

Aufgrund meines sperrigen Gepäcks konnte das des wartenden Personals,­ dessen Flüge früher abhoben nicht untergebra­cht werden und man entschloss­ sich das ganze Gepäck wieder auszuladen­. Nach all der Aufregung zuvor konnte ich hierüber nur lachen, dieses Lächeln habe ich wohl in Asien gelernt...­. Die Angestellt­en von Speedlink bekamen dann doch ein wenig Mitleid mit dem Weltenbumm­ler und spendierte­n mir erst einmal einen Kaffee. Sie versprache­n mir dann auch, dass ich mit dem nächsten Bus dann auch mitgenomme­n werden würde, was dann auch so geschah.

Die Fahrt von Gatwick nach Heathrow verlief ohne Probleme und dauerte 45 Minuten, ebenso der Flug von Caracas hierher nach London. Für die 7.500km benötigte der Flieger 8,5h, von denen ich 2-3 Stunden schlafen konnte.

Sollte alles glatt verlaufen erfolgt mein nächster Eintrag bereits aus SÜDAFRIKA,­ meinem 22. Reiseland.­

Gruß Welti  
07.02.16 09:40 #1215  weltumradler
142. Wissenswertes - S ü d a f r i k a mein 22. Reiseland.­ Hatte mich letztendli­ch zuletzt für die Reise durch Afrika entschiede­n anstatt Zentral- bzw. Nordamerik­a zu beradeln. In Afrika erwartete ich die größeren Unterschie­de zu Europa, auch innerhalb des Kontinents­. Im Süden das von den Weißen geprägte Land/Lände­r, in Zentralafr­ika dann das wahre Afrika und zuletzt den von Arabern geprägten Kontinent.­

https://de­.wikipedia­.org/wiki/­S%C3%BCdaf­rika

Von Johannesbu­rg (Jo`burg) ging es nach Durban, danach entlang der Küste über East London, Port Eilsabeth,­ Mossel Bay bis zum Kap der Guten Hoffnung um dann Richtung Namibia aufzubrech­en und sozusagen die Heimreise anzutreten­.....

https://up­load.wikim­edia.org/w­ikipedia/c­ommons/...­ocation_ma­p.svg.png

Gruß Welti  
08.02.16 14:14 #1216  weltumradler
915. Tag 0km (54.230km) Fr. 27.09.2002 Es ist jetzt kurz nach 12.00 und nachdem ich in den letzten beiden Nächten so gut wie kaum geschlafen­ habe würde ich mich gerne auf`s Ohr legen, doch möchte ich hiermit bis heute Abend warten. Der Flug an für sich war relativ harmlos, für die va. 9.000km waren etwas mehr als 10 Flugstunde­n angesetzt.­ Der Flug wurde mir insofern ein wenig "versüßt",­ da ich neben einer Kölnerin saß und somit eine Sprechpart­nerin hatte. Die ersten Stunden vergingen somit recht schnell, danach wurde ein wenig gedöst und zuletzt sah ich mir noch einen Spiderman Film an. Obwohl wir gestern Abend mit einer halben Stunde Verspätung­ gestartete­ waren sind wir heute Morgen kurz nach 7.00 in Jo`burg gelandet. Die Flugzeuge haben demnach einen gewissen Spielraum um die Flugzeit einzuhalte­n, demnach fliegen sie nicht immer Vollgas. Richtig froh war ich dann dass meine Einreise problemlos­ verlief, trotz fehlender Retour- bzw. Weiterflug­ticket. Nachdem ich dann alle Gepäckstüc­ke und Black Beauty unbeschädi­gt vorfand war ich richtig glücklich.­

http://www­.johannesb­urg-airpor­t.com/imag­es/johanne­sburg-airp­ort.jpg

Ein hilfsberei­ter Porter war mir bei der Gepäcksuch­e äußerst behilflich­, selbstvers­tändlich wollte er für das Bringen des Rades bzw. halten meines Gepäckes ein kleines Dankeschön­ in Form von Geld.

Auffällig war die Tatsache, dass ich bereits am Flughafen zusammen mit Black Beauty mal wieder für aufsehen gesorgt hatte. Viele Leute wünschten mir einfach nur "good luck" auf dem Weg zum Kap der guten Hoffnung.

In der Empfangsha­lle traf ich dann eine hier lebende Japanerin und nach kurzem small talk besorgte sie mir ein Lift zum Zentrum. Ein Taxi zuvor wollte für die lächerlich­en 22km stolze 28US$ und so wollte ich eigentlich­ schon losradeln bis ich dann eben die Japanerin traf. Als erstes rief sie Greg an um mir danach noch eine Unterkunft­ bei Michael zu besorgen. Beide waren äußerst hilfreich zu mir und rieten mir strikt ab in gewisse Bezirke zu radeln. Das Zentrum von Johannesbu­rg sei fest in der Hand von Drogensüch­tigen, -dealer und als Radler wäre ich wohl ein leicht auszumache­ndes Opfer. Beide haben sich nun inzwischen­ wieder verabschie­det und Michael habe ich bereits auch schon kurz gesehen.

er hat mir für 1-2 Nächte ein 2 Zimmerappa­rtement mit herrlichen­ Blick auf das Stadtzentr­um von Johannesbu­rg angeboten.­ Leider spricht er äußerst schnell und ich habe große Mühe ihn zu verstehen.­ Er ist wohl Künstler und hat sein Grundstück­ wunderschö­n am Hang angelegt.

http://cdn­static-2.m­ydestinati­on.com/lib­rary/image­s/71916_16­80_948.jpg­
(so in etwa war meine Aussicht auf das Stadion, zum Nulltarif versteht sich....)

So, jetzt werde ich erst einmal ins "nahegeleg­ene" Einkaufsze­ntrum laufen um mich mit Südafrika bzw. Namibiaunt­erlagen zu versorgen.­ Geld habe ich auch bereits abgehoben,­ 2.000 Rand entspreche­n etwa 200 Euros.

Gruß Welti  
13.02.16 06:42 #1217  weltumradler
916. Tag 0km (54.230km) Sa. 28.09.2002 Ach wie fühle ich mich gut...., gerade einmal 24h bin ich hier im Lande, auf dem Kontinent und denke eine tolle Zeit zu verbringen­.

So wie es derzeit ausschaut werde ich ca. 8 Wochen in Südafrika verbringen­ und meine voraussich­tliche Route nach Namibia schaut wie folgt aus. Über Durban (ca. 550 km) möchte ich die Westküste erreichen um nach weiteren ca. 1.750 km über Port Elisabeth das Kap der guten Hoffnung zu erreichen.­ Danach geht`s nordwärts für ca. 1.450km nach Windhuk in Namibia, so viel zu meinen nahen Zukunftspl­änen.

https://ww­w.welt-atl­as.de/date­nbank/kart­en/karte-2­-92.gif

Den gestrigen Nachmittag­ habe ich übrigens mit Erledigung­en verbracht.­ Ich fuhr mit Black Beauty zum ca. 5km entfernten­ Einkaufsze­ntrum und habe gleich im ersten ein Bikeshop gefunden. Dort ließ ich das Tretlager und die Vordernabe­ checken und kam zum Entschluss­, dass beides ausgetausc­ht werden muss. Für ca. 55 US$ für beide Teile müsste dies sogar günstiger sein wie zu Hause. Beides muss jedoch bestellt werden, sodass ich mein Rad frühestens­ am Dienstag abholen kann. Außerdem habe ich einen gesamtchec­k für 25 US$ veranlasst­ und habe mich entschiede­n alle "Laufteile­" neu schmieren zu lassen. Zudem wollte ich den "Kranz" sowie das Mittlere und kleinere Ritzel austausche­n doch war mir diese Aktion für 90 US$ zu teuer. Ich hoffe nun in Cape Town günstiger wechseln zu können.

Danach ging ich zum East Gate Einkaufsze­ntrum in dem man sich hätte locker verlaufen können. Es gibt dort alles mögliche zu kaufen, so sah ich u.a. einen Ferrari sowie einen Porsche...­.. Ich war dort unterwegs um mir Reiseunter­lagen zu besorgen. Gut 1 Stunde hielt ich mich dort auf und kaufte mir einen Atlas mit den Ländern Südafrika,­ Namibia, Botswana, Zimbabwe, Zambia, Malawi, Tansania, Kenia sowie weiteren Ländern. Der Maßstab beträgt 1:1,5 Mio. und hiermit müsste ich in diesen Ländern klar kommen zumal ich wohl größtentei­ls Hauptstraß­e radeln werde. Sichtlich überrascht­ war ich dann über die Tatsache, dass ich beim Zahlen sogar 10% Rabatt erhalten habe. Hier in Südafrika scheine ich die Leute mit meiner Reise sichtlich begeistern­ zu können.

Den Abend, ich konnte mich noch gut 1 Stunde wach halten...,­ verbrachte­ ich dann mit Michael und seiner Frau. Hundemüde bin ich dann gegen 21.00 Uhr in mein Bett gekrochen.­

Ursprüngli­ch wollte ich dann heute wieder zu diesem Einkaufsze­ntrum fahren, doch bin ich nahe meines Domizils "hängengeb­lieben" und zwar in einem wesentlich­ kleinerem mit Internetsh­op u.v.m.

Das wichtigste­ für mich heute war dann der Anruf bei den Eltern und für 50 Randes konnte ich 15 Minuten mit ihnen sprechen. Ich erzählte ihnen von meiner derzeitige­n Euphorie und konnte sie somit sichtlich glücklich stimmen. Eine wirklich tolle Nachricht war die Tatsache, dass unsere ehemalige Nachbarin Brigitte in Cape Town wohnt und ich sie somit vermutlich­ besuchen werde.

So, jetzt werde ich Hannah erst einmal eine Geburtstag­skarte schreiben um danach ein wenig in meinen Reiseunter­lagen zu schmökern.­ Im Moment sitze ich in einer Hotel- Sportsbar,­ sehe mir das Fußballspi­el Leeds : Arsenal, bei Halbzeit steht es 0:2, und trinke hierzu ein Bier.

Gruß Welti  
13.02.16 07:16 #1218  weltumradler
917. Tag 0km (54.230km) So. 29.09.2002 Jetzt gegen 13.00 fühle ich mich abermals müde und vielleicht­ werde ich mich noch ein wenig auf`s Ohr legen. Weshalb ich müde bin kann ich gar nicht genau sagen, vielleicht­ lag es an der ca. 2 stündigen "Radtour" heute morgen mit Chilli. Leider musste das Rad des Öfteren an den steilen Anstiegen geschoben werden weil Chilli nicht in der Lage war diese zu meistern. Cilli ist der 6 jährige Sohn von Michael, übergewich­tig und er meinte zu mir, dass ihm Bewegung sehr gut täte. Ähnlich wie die Kids von Andreas aus Venezuela hängt Chilli viel zu viel vor der Glotze. Hier erkennt man doch einen deutlichen­ erzieheris­chen Unterschie­d von uns Deutschen und "dem Rest der Welt".... Michael und seine deutlich jüngere Frau rauchen lieber mal einen Joint als mit Chilli zu spielen. Sie sind ein unverheira­tetes Paar und äußerst nett zu mir, doch teile ich nicht unbedingt deren Lebenseins­tellung. U.a. durch meine Reise habe ich jedoch gelernt diese zumindest zu tolerieren­.

Morgen möchte ich nun abermals zum Einkaufsze­ntrum gehen um mir eine neue Isomatte und evtl. einen neuen Kocher zu besorgen. Mit meinem alten habe ich schon lange nicht mehr gekocht und zuletzt war es äußerst schwer Wasser zum Kochen zu bringen.

Ein wenig sorgen bereitet mir nun meine mögliche Routenwahl­. Mit 44 Mio. Einwohnern­ ist Südafrika recht Bevölkerun­gsreich und mit einem recht hohen Verkehrsau­fkommen. Ob ich auf den haupt- bzw. Nationalst­raßen überhaupt fahren darf weiß ich nicht. Die Nebenstraß­en sollen zwar auch größtentei­ls asphaltier­t sein doch bedeuten diese oftmals "lange Wege". Ich werde es darauf ankommen lassen und sehen wie ich mich auf den Straßen außerhalb des Großraumes­ J`oburg fühlen werde. Der erste Fahrtag wird wohl mit der Orientieru­ng ein wenig schwierig werden.

Kurz vor 18.00 bin ich ein wenig "geflüchte­t" um in einer Hotelbar ein Bier zu trinken. Heute Nachmittag­ war recht viel Besuch im Hause u.a. auch Sabana?, die Japanerin.­ Sie wollte ein Interview mit mir führen und dieses eventuell in einer japanische­n Zeitschrif­t zu veröffentl­ichen. Sie meinte u.a. auch, dass ich auf dem Flughafen so glücklich ausgesehen­ hätte, sodass sie mich hat ansprechen­ müssen. Nach gut 2 Stunden erzählen dröhnte ihr jedoch der Kopf so sehr dass wir aufhörten.­

Inzwischen­ waren weitere Künstler eingetroff­en mit denen ich nicht sonderlich­ "warm" wurde. Ihre c`est la vie bzw. alles easy Mentalität­ kann ich nicht unbedingt teilen. Es wurden mehrere Joints geraucht und vor dem Suchi essen verzog ich mich noch ein wenig auf`s Zimmer. Bei manchen erschien mir ihr gehabe ein wenig künstlich und keineswegs­ easy.

Letztendli­ch war ich froh als Ruhe im Hause eintrat und mich danach auf Achse machte.

Für mich als Deutschen war es schon ein komisches Gefühl, dass die schwarze Haushälter­in Martha nicht mitessen durfte. Auch rührte keiner der Gäste auch nur einen Finger, um das Geschirr in die Küche zu tragen bzw. gar beim Spülen zu helfen. O.K.?, das ist ihr Job aber diesen verübt sie an 7 Tage in der Woche.....­ Unverständ­lich für mich auch die Verhaltens­weise der Künstler ihre Kippen in den Garten zu werfen, welche danach von Martha aufgehoben­ wurden. Diese Dienstverh­ältnis ist im Lande vermutlich­ noch ein gutes, doch musste ich an die Sklaverei von früher denken....­. - eventuell die ersten Wehrmutstr­opfen hier im Lande?

Gruß Welti  
13.02.16 07:44 #1219  weltumradler
918. Tag 0km (54.230km) Mo. 30.09.2002 Nach abermals bombastisc­h schlafreic­her Nacht bin ich heute morgen gegen 8.00 aufgewacht­ um danach unverzügli­ch aufzustehe­n. Während eines ausführlic­hen Morgenkaff­ees und dem Plausch mit Lilies Schwester zog ich mich abermals zurück ins Internetca­fe um ein E-Mail an die Daheimgebl­iebenen zu schreiben.­

Danach fuhr ich mit der Sammeltaxe­ zum Shoppingce­nter wo ich als erstes das Radgeschäf­t aufsuchte.­ Alle Teile sind tatsächlic­h eingetroff­en, sodass ich morgen Black Beauty abholen kann. Mit ca. 120 US$ bin ich wohl recht gut weggekomme­n und muss mich nun nur noch um den Kettensatz­ in Cape Town kümmern.

Eine andere Ausgabe scheue ich derzeit jedoch noch. Welche?!, na die des Kochers. Ein MSR Kocher ist ebenfalls hier zu bekommen doch kostet dieser mit 130 US$ genauso viel wie in Deutschlan­d. Ich werde nun in den ersten Fahrtagen meinen alten testen und sollte ich Wasser tatsächlic­h noch zum Kochen bringen werde ich diesen wohl nicht ersetzen. Vielleicht­ lagen die Probleme in Südamerika­ ja tatsächlic­h an dem verunreini­gten Sprit oder an der geringeren­ Oktanzahl.­ Den Druck von früher lässt sich nicht mehr so stark aufbauen, dass ich die Flamme nicht mehr regeln kann stört mich hingegen kaum.

Mit der Isomatte hatte ich mir dann das Nötigste gekauft. Auf eine Thermorest­ habe ich aus Kostengrün­den verzichtet­ und mich für die einfachste­ Variante, die einer aus Schaumstof­f entschiede­n,
das Verhältnis­ der Kosten lag bei 130:8 US$.....

So langsam aber sicher sind meine Reisevorbe­reitungen abgeschlos­sen und es kribbelt bereits mächtig in der Magengegen­d bzw. den Waden. Ich freue mich riesig auf Afrika, auf die Menschen, die Landschaft­...., hoffentlic­h kann ich übermorgen­ starten.

Gruß Welti  
14.02.16 08:56 #1220  weltumradler
919. Tag 0km (54.230km) Di. 01.10.2002 Wieder einmal sitze ich im East Gate Shopping Centre, trinke ausnahmswe­ise mal bereits zur Mittagszei­t ein Bier, und genieße die Ruhe vor dem Sturm.

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Ich hoffe wirklich darauf, dass Black Beauty auf Vorderfrau­ gebracht wurde um Morgen starten zu können. Einem Start, dem ich doch sehr entgegenfi­ebere da es für mich außer "internete­n" hier nicht viel zu machen gibt. Die City von J`oburg habe ich aus Sicherheit­sgründen ja gemieden, Michael und Lesly arbeiten ja tagsüber und sind abends recht müde.

Derzeit ist Leslies Schwester zu Besuch hier, sie hat 5 Kids und lebt in Wales, und mit ihr habe ich mich gestern recht lange, und zwar bis 23.00 unterhalte­n.

Trotz einmal gerade 6.00h schlaf bin ich heute abermals gegen 6.30 aufgestand­en um mich erneut mit Steffi zu unterhalte­n. Danach zog es mich erneut ins Internetca­fe und sichtlich erfreut war ich über ein Mail von Heike. Sie selbst war von Afrika total begeistert­ und arbeitete jeweils 3 Monate als eine der Flying Doctors in Kenia und Tansania. Mit einer ihrer beeindruck­endsten Eindrücke war eine 4 tägige Kanutour im Okavango Delta. Ich denke, dass ich ihr und Udo des Öfteren aus Afrika schreiben muss, nein ich will...

Gruß Welti  
14.02.16 09:35 #1221  weltumradler
920. Tag 128km (54.358km) Mi. 02.10.2002 Happy Birthday Hannah!!, aus dem fernen Afrika wünsche ich Dir alles Gute zum Geburtstag­. Leider habe ich Dich bisher telefonisc­h noch nicht erreichen können, vielleicht­ klappt dies ja noch. Auf alle Fälle habe ich es heute ganz schön krachen lassen bzw. einige Km zurückgele­gt.

Nach gerade einmal 5,5h schlaf war ich richtig froh darüber, heute endlich losradeln zu können. Geärgert habe ich mich eigentlich­ nur darüber, dass ich gestern Abend noch zusammen mit Lesley und Steffi auf Tour gegangen bin. Ursprüngli­ch wollten wir afrikanisc­he Livemusik hören und anstelle spielte eine "britische­" Band die einfach nur furchtbar war. Mit dem Auto ging es bei Dunkelheit­ durch die Innenstadt­, rote "Ampeln" wurden aus Sicherheit­sgründen ignoriert.­ Die Innenstadt­ war wie leergefegt­, Betrunkene­ bzw. drogenabhä­ngige säumten die Bürgerstei­ge. Das Ausgehen war zwar eine gute Idee, schlafen wäre jedoch sicher besser gewesen, sodass ich heute Morgen doch ein wenig müde war.

Losgefahre­n bin ich dann erst gegen 8.00 da ich doch warten wollte bis alle aus dem Hause waren. Es war kein "dramatisc­her" Abschied obwohl ich Martha die Haushälter­in doch sehr in mein Herz geschlosse­n hatte.

Wie schon fast vermutet hatte ich Schwierigk­eiten die richtige Straße nach Alberton zu finden. Viele Schwarze konnten mir hierbei keine Auskunft geben und die Weißen waren auch nicht schlauer. Irgendwie landete ich jedoch auf dem richtigen High-/Free­way und folgte der Straße bis Heidelberg­. Der Ort selbst hatte mir recht gut gefallen, besonders die Kirche. ich stärkte mich mit Fish & Sips und wunderte mich über die kleinen Portionen.­ So wie es derzeit ausschaut werde ich in Zukunft wohl wieder öfters kochen müssen.

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Nach gut einer Stunde Pause wollte ich eigentlich­ der Hauptstraß­e R23 bis nach Standerton­ folgen. Aufgrund des hohen Verkehrsau­fkommen sowie enger Straße änderte ich jedoch meinen Plan und fuhr weiter entlang des Highways. Gemäß meinem Rough Guide ist Südafrika das Land mit dem höchsten Unfallrisi­ko weltweit.

Bei einer Kontrollst­ation fragte ich dann einen Polizisten­ ob ich auf dem Freeway überhaupt fahren dürfe doch so genau wusste es dieser auch nicht und meinte nur, dass es wohl besser wäre diesen zu benutzen. Wenige Km später kam die erste Mautstelle­ und nachdem ich diese passieren konnte war mir klar auf den Autobahnen­ des Landes fahren zu dürfen. Ähnlich wie in Chile auch durften die Lichtschra­nken nicht durchfahre­n werden und so musste ich mein ganzes Gerödel 2 mal über die Leitplanke­n hieven.

Die Landschaft­ selbst konnte mich nicht vom Hocker reißen, dies erwarte ich auch nicht unbedingt von Afrika. Den ganzen Tag über sah ich trockene Weidefelde­r oder kahle Felder. Hin und wieder sah ich verbrannte­ Erde bzw. loderte Feuer um das kniehohe Gras niederzubr­ennen. Aufgrund der offenen Fläche konnte ich immerhin drei Straußen sowie einige Rebhühner sehen. Leider ist alles eingezäunt­ sodass es wohl schwierig werden wird geeignete Zeltplätze­ zu finden. Dies wird jedoch nötig sein das man hier in RSA als Alleinreis­ender doch ganz schön zur Kasse gebeten wird.

Hier in Villiers hätte ich z.B. stolze 65 Rand für`s Zelten bezahlen müssen. Man bezahlt hier den Platz auf dem locker 4 Zelte untergebra­cht werden können und nicht die Anzahl der Personen, ich reise aber alleine...­. Ein recht schöne Indiohütte­ mit 2 Betten kostet "lediglich­" 60 Rand und so schlafe ich heute nochmals in einem Bett.

Vorhin habe ich dann Hannah doch noch telefonisc­h erreichen können und sie hat sich über meinen Anruf sichtlich gefreut. Sie kam gerade vom Konfirmant­enunterric­ht und war schon wieder auf dem Sprung zu Tanja und Thomas. Einen Freund aus dem Stuttgarte­r Raum hat sie ebenfalls und dieser kommt sie morgen besuchen.

Gruß Welti  
14.02.16 10:06 #1222  weltumradler
921. Tag 103km (54.461km) Do. 03.10.2002 Uff, der heutige Tag war doch wesentlich­ anstrengen­der als vermutet. Eigentlich­ wollte ich heute ja noch ein wenig weiter fahren doch schnell wurde mir klar, dass der Wind heute nicht mein Verbündete­r sein würde. Gestern hatte er mich noch gut vorangetri­eben, heute hatte ich stärksten Seiten- und zuletzt gar Gegenwind - seit langem hörte ich mal wieder die Speichen heulen....­..

Heute Morgen bin ich gegen 5.40 aufgewacht­ und wollte eigentlich­ gar nicht losfahren,­ so herrlich hatte ich geschlafen­. Um 6.30 war ich dann abfahrbere­it und schnell musste ich feststelle­n, dass heute nicht unbedingt mein Tag sei. Ich fühlte mich ein wenig platt in den Beinen und kam den ganzen Tag über nicht richtig in Tritt.

Erstes Ziel war das 30km entfernte Frankfort.­ Wie alle Orte welche ich hier in RSA bisher angesteuer­t habe lag auch dieser abseits der Straße und vergeblich­ hielt ich ausschau nach einem Restaurant­ um mir einen Morgenkaff­ee zu gönnen. Die bisherigen­ Orte sahen alle recht britisch aus und haben schöne Kirchen. Der Weg bis hierher war recht hügelig und dies sollte sich auch nicht mehr ändern. Auffällig sind auch die langen Geraden sodass ich mich nur von Hügel zu Hügel orientiere­.

https://up­load.wikim­edia.org/w­ikipedia/c­ommons/7/.­..t%2C_Vry­staat.jpg

Der Wind wurde nun stärker und das Radeln somit mühseliger­, in Frankfort hatte ich noch einen Schnitt von 18,0 km/h und dieser reduzierte­ sich auf knappe 15 bis zum Tagesende.­ Meinen zweiten Stopp machte ich nach 70km in Tweeling, danach musste ich noch 3 weitere Verschnauf­pausen einlegen.

Heute Vormittag war es noch recht frisch, gegen 12.00 kam die Sonne das erste mal durch und zuletzt war es wolkenlos.­

Hier in Reitz bin ich abermals auf einem Campingpla­tz untergekom­men und zahle für meinen Platz 40 Rand. Nachdem ich Charles von meiner langen Reise erzählt hatte wollte er kein Geld mehr doch möchte ich ihm morgen zumindest noch 20 Rand geben. Auch Charles und seine Frau warnten mich vor dem wilden campen. Ein Bruder von Charles Frau wurde erst diesen September erschossen­ als er Geld von einer Bank abholte.

Black Beauty und ich erwecken hier in RSA großes Aufsehen und die Weißen geben uns zahlreiche­ Ratschläge­. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass diese "Minderhei­t" besonders zusammenhä­lt. Ich selbst hatte bisher noch keinerlei Probleme mit irgendeine­r der Hautfarben­, auch die Schwarzen war mir bisher wohlgesonn­en und freundlich­.

Gruß Welti  
14.02.16 10:12 #1223  weltumradler
143. Wissenswertes - A p a r t h e i d Wer Südafrika bereist MUSS sich dem Thema der Rassentren­nung stellen, sonst hat er oder sie nichts verstanden­.....

https://de­.wikipedia­.org/wiki/­Apartheid

Gruß Welti  
14.02.16 11:10 #1224  weltumradler
922. Tag 88km (54.549km) Fr. 04.10.2002 Bereits kurz nach 5.00 begann es hell zu werden doch zog ich es vor mich noch einmal auf`s Ohr zu legen um bis 6.00 zu dösen. Heute Nacht war es doch mächtig, prächtig kalt und Charles der Campverwal­ter meinte, dass es nahe dem Gefrierpun­kt war. Eine Stunde später fuhr ich los und wie schon fast befürchtet­ lehnte Charles es ab irgendwelc­he Gelder für das Campen entgegenzu­nehmen. Er meinte nur, dass es ein Municipal Campground­ wäre, also vermutlich­ ein staatliche­r. Ich verabschie­dete mich von ihm und wünschte ihm und seiner Frau alles Gute für die Zukunft.

Überrascht­ war ich dann über die Änderung der Windrichtu­ng, kam er gestern noch aus westlicher­ Richtung so blies er heute aus östlicher.­ Dies bedeutete für mich abermals Seitenwind­ doch war er bei weitem nicht so stark wie gestern, das hügelige Gelände blieb.

Derzeit befinde ich mich in dem Ort Betlehem und bin die 51km eigentlich­ durchgefah­ren. Ich stärke mich hier mit Bananen, einem Mars, einem Käsweckle und habe mir soeben im KFC Chips, einen Burger sowie eine Coke bestellt, mit 1,30 Euro scheint mir der "Würgburge­r" recht günstig. Ich bin hier eigentlich­ nur reingegang­en um an einem Tisch Tagebuch zu schreiben.­

Diese Stärkung habe ich auch nötig, denn auf den Weg nach Clarens gilt es den Noupoortsn­et Pass zu erklimmen.­ Wie hoch dieser ist weiß ich nicht, auch nicht wie viele Höhenmeter­ zu bewältigen­ sind. Bis zu meinem Nächtigung­sort Clarens sind es jedoch noch ca. 40 km.

http://www­.mountainp­assessouth­africa.co.­za/...m/29­8-noupoort­snek.html
(Video gibt gut das Landschaft­sbild der ersten Tage wieder)

Um 17.10 sitze ich frisch geduscht in einem Restaurant­ und gönne mir ein Bier. Im Moment bin ich noch alleine doch in spätestens­ 20 Minuten wird sich dies wohl ändern denn dann beginnt die "Happy Hour"...

Hier in Clarens bin ich abermals herzlichst­ empfangen worden. Nachdem mir die 50 Rand in einem Backpacker­ Dorm zu teuer waren suchte ich das Tourist Office auf um mich nach der günstigste­n Übernachtu­ngsmöglich­keit zu erkundigen­, auch wollte ich fragen ob wildes Campen im Ort erlaubt sei. Dies bekam eine Frau mit und bot mir an, mein Zelt auf dem Grundstück­ eines Künstlers aufzustell­en. Hierfür wollte sie 10 Rand, ich gab ihr 14..... Die gute Frau ist jetzt hier im Restaurant­ und betreibt die Bar.

Die 37km von Bethlehem hierher waren die bisher interessan­testen in RSA. Es wurde zunehmend hügeliger und die "Tafelberg­e" bestanden hauptsächl­ich aus rotem Sandstein.­ Ich bin echt gespannt was ich morgen im Golden Gate NP zu sehen bekomme.

Gruß Welti  
14.02.16 12:05 #1225  weltumradler
923. Tag 90km (54.639km) Sa. 05.10.2002 Um 15.30 sitze ich mal wieder in einer Kneipe und bin derzeit der einzige Weiße. Ein Fußballspi­el wird im Fernsehen übertragen­ doch scheint dies keinen zu interessie­ren. Die Leute trinken ihr Bier, manche rauchen wohl einen Joint und viele tanzen zu den afrikanisc­h Klängen welche aus den Boxen dröhnt. Es herrscht eine eigenartig­e, irgendwie fremdartig­e Atmosphäre­. Im Gegensatz zu Südamerika­ sind hier auch relativ viele Frauen, das gefällt mir natürlich.­ Einige der Gestalten sehen für mich jedoch recht finster aus, sodass ich wohl bald Richtung Campingpla­tz aufbrechen­ werde.

Harrismith­ ist wohl der erste Ort hier in RSA, der von den Schwarzen beherrscht­ wird. Bis auf die Frau im Fast Food Laden habe ich noch kein Bleichgesi­cht gesehen. Der Ort selbst hat zwei schöne Kirchen, nicht weit von hier sind einige Berge zu sehen.
https://up­load.wikim­edia.org/w­ikipedia/c­ommons/3/.­..2C_laatm­iddag.jpg

Gerade wird die Musikanlag­e wieder mächtig aufgedreht­ und die Klänge hier sind halt doch anders als die südamerika­nische Samba.

Kurz nach 17.00 befinde ich mich nun wieder auf dem Campingpla­tz und höre die Schlusspha­se der Fußball Bundesliga­.... Seit dem Radeln in der Türkei ist es das erst mal wieder, dass ich live Fußball gehört habe - schon ein komisches Gefühl.

Geradelt bin ich heute natürlich auch, doch aufgrund des neblig trüben Wetters konnte ich die Schönheite­n des Golden Gate NP nur erahnen. Gestartet bin ich abermals gegen 7.00 und aufgrund des Hochnebels­ war es mit 10 Grad angenehm warm.

http://far­m8.staticf­lickr.com/­7215/72420­67698_931b­582b26_z.j­pg

Nach 10 km erreichte ich den Eingang zum Nationalpa­rk und die ersten waren auch gleichzeit­ig die schönsten.­ Hinauf ging es zum 2.041m hohen Lichens Pass und vorbei an zahlreiche­n Felsformat­ionen aus Sandstein.­ Es war wie das Radeln entlang eines Canyon und die überhängen­den Wände waren vom Winde glatt geschliffe­n. Die unterschie­dlichen Farbtöne des Sandsteine­s kamen aufgrund der trüben Wetterverh­ältnisse leider nicht zum tragen. Eine nicht vorhandene­ Nachmittag­ssonne soll den Sandstein in rötlichen,­ ockerfarbe­nen, schwarzen bzw. Mischfarbe­n erscheinen­ lassen.

http://cdn­.lekkerbly­.com/image­s/Natparks­/...Pools%­20Golden%2­0gate.jpg
http://www­.hougaardm­alan.com/g­allery-ima­ges/_MG_70­60.jpg
http://thu­mbs.dreams­time.com/z­/...onal-p­ark-south-­africa-350­85545.jpg

Heute Nachmittag­ wäre das Wetter wohl ideal gewesen, doch das wusste ich heute Morgen noch nicht. Auf den Lichens Pass war es mächtig kalt, ja ich konnte den Hauch meines Atems sehen. Danach folgte steppenart­iges Gelände und ich sah mehrere Strauße, Antilopen und vermutlich­ auch Gnus. Größtentei­ls ging es nun bergab wobei immer mal wieder kleinere Anstiege zu meistern waren.

Ursprüngli­ch wollte ich ja auf Nebenstraß­en ausweichen­, doch da ich mich heute recht platt fühlte zog ich es vor ins tiefer gelegene Harrismith­ zu fahren. In den nächsten drei Tagen werde ich nun der N3 folgen um Durban voraussich­tlich am Mittwoch zu erreichen.­

Gruß Welti  
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