Wienerberger (WKN: 852894)
| eröffnet am: | 14.02.08 09:33 von: | Peddy78 |
| neuester Beitrag: | 12.04.26 17:41 von: | MrTrillion3 |
| Anzahl Beiträge: | 267 | |
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bewertet mit 10 Sternen |
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Servus!
Ich nehme den größten Ziegelproduzenten der Welt jetzt mal mit auf die Watchlist. Bei den aktuellen Kursen bzw. für eine Dividendenrendite unter 5% für mich zur Zeit kein Kauf (zumal hier die österreichische Quellensteuer zuschlägt), aber das kann sich je nach Marktlage ja auch mal ändern.
Das Unternehmen selbst scheint nach wie vor solide aufgestellt und auf Wachstumskurs zu sein:
- Marketscreener-Daten
- Onvista-Kennzahlen
- Traderfox
- DivvyDiary
Bauwirtschaft ist in der Rezession & vermutlich könnte es zur Krise kommen
https://www.finanznachrichten.de/...-wie-geht-es-jetzt-weiter-486.htm
Wienerberger behauptet sich in rückläufigen Baumärkten und erfüllt Erwartungen
https://www.wienerberger.com/de/presse/.../2024/20240221-FY-2023.html
Wie schätzt Ihr die weiteren Aussichten ein?
"sharp declines in the new build segment, particularly in Europe, weighed on profits due to significantly higher interest and inflation rates. North America, proved to be more resilient and made a solid contribution to earnings."
https://www.wienerberger.com/de/investoren/aktuelle-ergebnisse.html
Wie ist Eure Einschätzung zu den neuen Zahlen?
https://www.wienerberger.com/de/investoren/aktuelle-ergebnisse.html
Seid Ihr mit dem Ergebnis zufrieden?
https://www.wienerberger.com/de/investoren/aktuelle-ergebnisse.html
https://www.wienerberger.com/de/presse/.../2025/20250520-Q1-2025.html
Haben Euch die Zahlen überzeugt?
https://www.wienerberger.com/de/presse/.../2025/20250813-H1-2025.html
Hat das Ergebnis Eure Erwartungen erfüllt?
https://www.wienerberger.com/de/presse/.../2025/20251113-Q3-2025.html
Haben die Zahlen Eure Erwartungen erfüllt?
Wienerberger ist für mich kein spektakulärer Wachstumswert, sondern ein zyklischer Qualitätswert mit solider industrieller Substanz, vernünftiger Bilanz und einer inzwischen deutlich besseren Aufstellung als viele Anleger noch im Kopf haben. Das Unternehmen wurde 1819 in Wien gegründet, ist seit 1869 an der Wiener Börse notiert und hat sich vom klassischen Ziegelhersteller zu einem internationalen Anbieter von Lösungen für Gebäudehülle sowie Wasser- und Energiemanagement entwickelt. Heute ist Wienerberger mit mehr als 200 Produktionsstandorten in Europa, Nordamerika und Indien vertreten; das Management betont selbst, dass mehr als die Hälfte von Umsatz und Ergebnis inzwischen aus Roofing- und Piping-Aktivitäten stammen. Genau das ist der entscheidende Punkt: Wienerberger ist heute breiter, weniger eindimensional und strategisch besser als das alte Bild vom bloßen Ziegelkonzern. (Corporate Website)
Fundamental war 2025 trotz des schwachen Neubauumfelds ein ordentliches Jahr. Der Konzern erzielte 4,6 Milliarden Euro Umsatz, ein operatives EBITDA von 754 Millionen Euro, einen Nettogewinn von 168 Millionen Euro, ein Ergebnis je Aktie von 1,52 Euro und einen freien Cashflow von 474 Millionen Euro. Das ist wichtig, weil diese Zahlen in einem Marktumfeld erzielt wurden, das von anhaltender Schwäche im Wohnungsneubau, makroökonomischer Unsicherheit und geopolitischen Belastungen geprägt war. Anders gesagt: Wienerberger hat 2025 nicht deshalb gut verdient, weil der Markt Rückenwind gab, sondern weil das Unternehmen Kosten diszipliniert gesteuert, den Produktmix verbessert und seine breitere Aufstellung ausgespielt hat. (Corporate Website)
Auch die Bilanz wirkt tragfähig, nicht makellos, aber beherrschbar. Die Nettoverschuldung lag Ende 2025 bei 1,636 Milliarden Euro, der Leverage bei 2,2x, das Gearing bei 58 Prozent. Das ist für einen kapitalintensiven Baustoffkonzern kein Leichtgewicht, aber auch kein Alarmzeichen. Positiv ist vor allem, dass der freie Cashflow stark war und die Nettoverschuldung gegenüber 2024 zurückging. Gleichzeitig hält Wienerberger an der Ausschüttung fest: Für das Geschäftsjahr 2025 wurden erneut 0,95 Euro je Aktie vorgeschlagen. Beim Kurs um 24,3 bis 25,4 Euro am 9./10. April 2026 ergibt das eine Dividendenrendite von grob 3,7 bis 3,9 Prozent. Das ist kein Hochdividendenwert, aber für einen industriellen Zykliker mit Investitions- und M&A-Spielraum eine respektable Ausschüttung. (Corporate Website)
Bewertungsseitig wirkt die Aktie auf diesem Niveau eher günstig bis moderat bewertet. Auf Basis eines Kurses von rund 24,2 Euro und des 2025er EPS von 1,52 Euro liegt das KGV bei rund 15,9. Rechnet man mit rund 109,5 Millionen Aktien und 1,636 Milliarden Euro Nettoschulden, kommt man auf einen Unternehmenswert von gut 4,29 Milliarden Euro; das entspricht einem EV/EBITDA von rund 5,7 auf Basis des 2025er operativen EBITDA. Für einen Konzern mit starker Marktstellung, langer Historie, solider Cashflow-Erzeugung und realistischen Chancen auf Ergebnisnormalisierung in einem besseren Bauzyklus ist das keine teure Bewertung. Der Markt zahlt hier erkennbar einen Abschlag auf die Zyklik und auf das schwache europäische Neubauumfeld. Das ist nachvollziehbar, aber aus meiner Sicht inzwischen eher zu vorsichtig als zu optimistisch. (Corporate Website)
Die operative Story für die nächsten Jahre hängt an drei Hebeln. Erstens: Erholung im Wohnungsneubau, vor allem in Europa. Hier ist Wienerberger weiter abhängig, gerade im Wand- und Ziegelgeschäft. Zweitens: weiteres Wachstum in Renovierung, Dach, Wasser- und Infrastrukturprodukten. Genau dort hat sich der Konzern in den letzten Jahren gezielt hingeschoben, unter anderem durch die Übernahme von Terreal, wodurch Wienerberger Anfang 2024 zum führenden europäischen Anbieter von innovativen Dach- und Solar-End-to-End-Lösungen ausgebaut wurde. Drittens: disziplinierte Zukäufe. Im Februar 2026 wurde der Erwerb von 50 Prozent plus einer Aktie an Italcer vereinbart, mit Option auf den Rest ab dem ersten Halbjahr 2027; im März 2026 folgte die Übernahme der schwedischen NEWS Group, um die Position im Wassermanagement in den Nordics zu stärken. Strategisch ist das stimmig: weniger Abhängigkeit vom reinen Neubau, mehr Exposure zu Renovierung, Dach und Wasserinfrastruktur. (annualreport.wienerberger.com)
Genau darin liegt aber auch das Hauptrisiko. Wienerberger ist kein defensiver Versorger und kein Burggraben-Wunder ohne Konjunkturrisiken. Wenn Europa im Wohnungsneubau länger schwach bleibt, Zinsen real hoch bleiben oder sich Renovierungs- und Infrastrukturmärkte ebenfalls abschwächen, dann wird die Ertragsnormalisierung zäher als viele hoffen. Das Management selbst erwartet für 2026 nur eine leichte Verbesserung beim operativen EBITDA auf rund 760 Millionen Euro und geht ausdrücklich nicht von einer breiten strukturellen Erholung im Wohnungsneubau aus. Das ist ein nüchterner, glaubwürdiger Ausblick und zugleich ein Warnsignal für alle, die hier auf eine schnelle Gewinnexplosion setzen. Wienerberger ist eher ein Fall für Geduld als für Euphorie. (Corporate Website)
Für einen Anlagehorizont von 5 bis 15 Jahren finde ich die Aktie trotzdem interessant. Der Grund ist simpel: Baustoffe bleiben zyklisch, aber die Kombination aus Sanierung des Gebäudebestands, Wasserinfrastruktur, Energieeffizienz, Dachsystemen und dezentralen Wasserlösungen ist strukturell brauchbarer als das alte, stark auf Ziegel und Neubau fokussierte Modell. Wienerberger profitiert nicht nur von mehr Bauen, sondern zunehmend auch von Erneuern, Modernisieren und Infrastrukturinvestitionen. Das macht die Firma qualitativ besser, auch wenn sie dadurch nicht unzyklisch wird. Ich halte Wienerberger deshalb für einen vernünftig geführten Industriewert, der im nächsten Aufschwung deutlich mehr Hebel haben dürfte, als der aktuelle Kurs suggeriert. (Corporate Website)
Mein Urteil zur Aktie per 10.04.2026 ist deshalb: eher unterbewertet als fair bewertet, aber nur für Anleger, die Zyklik aushalten können. Mein konservatives 12- bis 24-Monats-Kursziel liegt bei 28 Euro, mein Basisszenario bei 31 Euro und mein optimistisches Szenario bei 36 Euro. Im negativen Szenario, also bei anhaltender Bauflaute, Integrationsproblemen oder schwächerem Cashflow, halte ich auch Kurse um 20 bis 22 Euro für möglich. Auf 5 bis 15 Jahre sehe ich die Chance auf eine ordentliche Gesamtrendite aus Dividende, moderatem Gewinnwachstum, möglichen weiteren Portfolioverbesserungen und einer Bewertungsnormalisierung. Die Aktie ist aus meiner Sicht kein Selbstläufer, aber auf dem damaligen Niveau ein vernünftiger Kauf für geduldige Anleger, die keinen glamourösen, sondern einen industriell soliden Compounder mit Zyklik suchen.
Autor: ChatGPT

