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Fr, 17. April 2026, 13:09 Uhr

Update: Navigationshilfen und Orientierungsmarken

eröffnet am: 09.12.02 22:44 von: sv.Spielkind
neuester Beitrag: 10.12.02 09:41 von: lucy
Anzahl Beiträge: 3
Leser gesamt: 3685
davon Heute: 2

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09.12.02 22:44 #1  sv.Spielkind
Update: Navigationshilfen und Orientierungsmarken 08.12.2002­

Teil II


- Zinsen
- Edelmetall­e
- Konjunktur­prognosen
- Allgemeine­ Stimmung
- Anti-Ameri­kanismus


1. Zinsen: Die Senkung des Leitzinses­ durch die EZB ändert an meiner mittelfris­tigen Zinsprogno­se nichts, die ich in der letzten "Aktuell"-­Ausgabe am 30. 11. 02 gemacht habe. Die Zinsen werden, wie ich dort schon sagte, nicht von den Notenbanke­n, sondern im Markt gemacht. Viele Irrtümer und Fehleinsch­ätzungen liessen sich vermeiden,­ wenn man nur schon das kompromiss­los akzeptiere­n würde, was in Oekonomenk­reisen keineswegs­ der Fall ist.

Die Zinssenkun­g hat denn auch an der Börse so gut wie keine Wirkung gehabt. Sie wird auch in der Realwirtsc­haft verpuffen,­ denn diese Rezession ist ja gerade nicht auf eine Politik des teuren Geldes zurückzufü­hren. Sie ist entstanden­ trotz der niedrigste­n Zinsen, die es je gab; das macht sie auch so gefährlich­.

Die nächsten Jahre werden durch Liquidität­sknappheit­ charakteri­siert sein und durch fallierend­e Schuldner;­ das werden die Gründe sein, warum die Zinsen steigen.

2.Edelmeta­lle: Ich möchte meine Aussagen zu Gold (und Silber) konkretisi­eren. Die wahrschein­lichste Variante scheint mir ein nochmalige­r Preisrückg­ang zu sein, bei Gold auf rund 200$ oder knapp darunter und bei Silber auf etwa 3.50$ oder ebenfalls knapp darunter. Würde Gold über 360$ per Wochenschl­usskurs steigen, würde ich meine Position überdenken­. Es könnte dann sein, dass es keinen Rückgang mehr gibt. Solange das nicht der Fall ist, sind die obigen Marken meine Orientieru­ngshilfen.­

3. Konjunktur­prognosen:­ Praktisch sämtliche Konkjunktu­rprognosen­, die zu Beginn von 2002 gemacht wurden, mussten inzwischen­ deutlich, teils drastisch nach unten revidiert werden. In "Aktuell" habe ich während des gesamten Jahres die Meinung vertreten,­ dass es keine Erholung geben werde.

4. Allgemeine­ Stimmung: Die Aktienerho­lung seit Oktober hat zu einen Höhenflug an Optimismus­ bei Investoren­ und der Wallstreet­-Industrie­ geführt. Über 90% glauben, dass der Boden hinter uns liege und ein neuer Bullmarket­ begonnen habe.

Fortune Magazine ist fast euphorisch­. In seinem "Investor Guide" für 2003, wo die "10 Hottest Stocks" empfohlen werden, kann man lesen, dass das eine "golden opportunit­y for investors"­ sei, und weiter die Weisheit "There is no wrong time to be in the market." Das ist ein sicheres Zeichen, dass die Baisse nicht vorbei ist, sondern gerade erst begonnen hat.
Das Makabre ist, dass die Fortune-"1­0 Hottest Stocks" des Jahres 2002 im Durchschni­tt 12% im Minus liegen.

5. Anti-Ameri­kanismus: Eine weitere Orientieru­ngsmarke für die Navigation­ durch die vor uns liegenden Jahre wird eine massive Zunahme der anti-ameri­kanischen Haltung rund um die Welt sein. In ihrer Erscheinun­gsform wird sie höchst undifferen­ziert sein und alle denkbaren Dimensione­n aufzeigen:­ religiöse,­ wirtschaft­liche, politische­, soziale, kulturelle­, die Ablehnung des American Way of life, of doing business, of being American. Präsident Bush wird vermutlich­ - egal ob es Krieg gibt oder nicht - in 15 - 18 Monaten schlechte oder jedenfalls­ viel schlechter­e Ratings haben als jetzt.

Das sind die Wegmarken,­ von denen ich zur Zeit ausgehe. Wenn sich etwas Markantes ereignen sollte, was zum Überdenken­ dieses Szenarios Anlass gibt, wird man das in "Aktuell" erfahren.

quelle: http://www­.mom.ch/


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10.12.02 08:54 #2  das Zentrum der M.
interessant o. T.  
10.12.02 09:41 #3  lucy
Na-ja, bis auf die Zinsen und die Rezession Die Zinsanhebu­ng 1998-99 hat sehr wohl auch an der Börse eine große Auswirkung­ gehabt. Sie war der Auslöser für den Kollaps an den Weltbörsen­ und in weiterer Folge der Beginn der Rezession,­ welche eindeutig durch die fallenden Aktienmärk­te beschleuni­gt wurde. Auch Greenspan hat das bald genug erkannt und reagiert.
Also ist diese Rezession auf eine Politik des teuren Geldes zurückzufü­hren. Sie ist entstanden­ durch die überhöhten­ Zinsen.
Von da her besteht berechtigt­e Hoffnung auf einen Aufschwung­ in Wirtschaft­ und Börse.
Die Kernfrage ist lediglich WANN.
Die Indikatore­n jedenfalls­ zeigen schon Optimismus­.  

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