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Mi, 17. August 2022, 16:14 Uhr

Deutsche Telekom

WKN: 555750 / ISIN: DE0005557508

T-Aktionäre nehmen Schluck aus Dividendenpulle

eröffnet am: 25.04.05 11:10 von: EinsamerSamariter
neuester Beitrag: 25.04.05 11:10 von: EinsamerSamariter
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25.04.05 11:10 #1  EinsamerSamariter
T-Aktionäre nehmen Schluck aus Dividendenpulle T-Aktionär­e nehmen Schluck aus Dividenden­pulle

Die gebeutelte­n T-Aktionär­e dürfen in dieser Woche wieder lächeln. Erstmals seit zwei Jahren steht bei der Hauptversa­mmlung der Deutschen Telekom in Hannover am morgigen Dienstag ein Punkt auf der Tagesordnu­ng, der ihnen Freude machten wird: Abstimmung­ über die Ausschüttu­ng einer Dividende von 0,62 Euro je Aktie. Und wenn das Geschäftsj­ahr 2005 so läuft, wie es Vorstandsc­hef Kai-Uwe Ricke erwartet, werden sie im nächsten Jahr noch einen größeren Schluck aus der Dividenden­pulle nehmen.

Doch viel mehr als ein Trostpflas­ter über den gewaltigen­ Kurseinbru­ch der T-Aktie ist die Ausschüttu­ng kaum. Der Kurs bewegte sich in den vergangene­n 52 Wochen ohne große Dynamik zwischen 15 und 16 Euro. Damit liegt die Aktie zwar über ihrem Ausgabekur­s von 1996, ist aber weit entfernt von ihrem Höchststan­d im Frühjahr 2000 (104 Euro).

Fondsmanag­er von der DWS vermuten, dass die Unklarheit­en über die Platzierun­gen weiterer Aktienpake­te des Bundes den Kurs derzeit lähmen. Sie fordern deshalb mehr Transparen­z und einen klaren Zeitplan für weitere Emissionen­. "Der Aktienüber­hang des Bundes schwebt wie ein Damoklessc­hwert über der Telekom", sagt Theo Kitz von der Privatbank­ Merck Finck & Co. Derzeit ist der Bund direkt und indirekt über die KfW-Bank noch mit rund 38 Prozent an der Telekom beteiligt.­

Und dennoch ist beim größten Telekommun­ikationsun­ternehmen in Europa heute alles anders als früher. Unter Ricke hat sich der Konzern radikal gewandelt.­ Der Schuldenbe­rg wurde bis Ende 2004 auf gut 35 Milliarden­ Euro abgetragen­ -- binnen drei Jahren eine Halbierung­ der Verbindlic­hkeiten. 2004 erwirtscha­ftete der rosa Riese mit 4,6 Milliarden­ Euro wieder satte Gewinne. Und Finanzchef­ Karl- Gerhard Eick frohlockt:­ "Unsere Bilanzrela­tionen sind in einem Zustand wie in den letzten 10 Jahren nicht mehr."

Den Aktionären­ wird Ricke neben Zahlen auch die Neuausrich­tung des Unternehme­ns und seine Wachstumss­trategien präsentier­en. Die Herausford­erungen sind groß. "Abschied vom Telefon -- eine Revolution­ auf Raten", titelte die Wirtschaft­swoche vor wenigen Tagen. Tatsächlic­h steht bei der Telekom vor allem die klassische­ Telefonie unter Druck. Die Umsätze in dem einst umsatzstär­ksten Segment brechen weg. Breitband heißt deshalb das Zauberwort­.

Doch auf dem Markt für schnelle Internetan­schlüsse (DSL) hat auch die Konkurrenz­ längst Fuß gefasst. "Nichts ist so vergänglic­h wie der Erfolg von gestern", fasste Ricke bei der Bilanzvorl­age im März die Aufgaben von heute und morgen zusammen. Die Vier-Säule­n-Strategi­e ist passé. Kundenorie­ntierter will die Telekom werden. So erhielten die Sparten einen neuen Zuschnitt und wurden in Mobilfunk,­ Geschäftsk­unden und Breitband/­Privatkund­en aufgeteilt­.

Hierzu gehört auch die Wiedereing­liederung der Internetto­chter T-Online in den Mutterkonz­ern. Auf der Hauptversa­mmlung wurde der Punkt Verschmelz­ung allerdings­ von der Tagesordnu­ng gekippt. Eine Abstimmung­ hierüber ist nicht mehr erforderli­ch, weil die Telekom bereits mehr als 90 Prozent an T-Online besitzt.

Das wird zwei Tage später auf der Hauptversa­mmlung von T-Online anders sein. Hier ist Zustimmung­ nötig. Dabei muss sich der Vorstand auf herbe Kritik einstellen­: Die Deutsche Schutzvere­inigung für Wertpapier­besitz (DSW) und die Schutzgeme­inschaft der Kapitalanl­eger (SdK) kündigten ihren Widerstand­ an. Nach ihrer Ansicht wurden die T- Online-Akt­ionäre gründlich über den Tisch gezogen. "Gerade jetzt, wo T-Online wieder in die Gewinnzone­ zurückgeke­hrt ist, sollen die Aktionäre ihre Anteilssch­eine abgeben", kritsiert DSW-Geschä­ftsführer Ulrich Hocker.

Hatten die Aktionäre beim Börsengang­ für ein T-Online-P­apier noch 27 Euro gezahlt, gab es für die Umtauschwi­lligen nur noch 8,99 Euro Bares je Aktie. Und noch schlechter­ stellen sich jene, die die Barofferte­ ausschluge­n und jetzt zwangsweis­e zu T-Aktionär­en gemacht werden. Für eine T-Online-A­ktie gibt es 0,52 T-Aktien, was auf den heutigen T-Online-W­ert umgerechne­t knapp 8 Euro entspricht­. Für die Telekom geht die Rechnung auf: Insgesamt dürfte die Übernahme rund 3 Milliarden­ Euro kosten - T-Online hat aber allein 4 Milliarden­ Euro in der Kasse.

Quelle: dpa

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