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Sa, 13. August 2022, 20:01 Uhr

Deutsche Telekom

WKN: 555750 / ISIN: DE0005557508

Lohndumping schadet allen

eröffnet am: 15.05.07 14:33 von: Dr.UdoBroemme
neuester Beitrag: 19.05.07 00:54 von: Dr.UdoBroemme
Anzahl Beiträge: 61
Leser gesamt: 8164
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bewertet mit 5 Sternen

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15.05.07 14:33 #1  Dr.UdoBroemme
Lohndumping schadet allen Durch die Ausglieder­ung der 50.000 Angestellt­en würde der Konzern nicht einmal ein Sechstel dessen einsparen,­ was er an die Aktionäre ausschütte­n will und handelt sich dafür demotivier­te, unwillige Mitarbeite­r ein.

Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf...

Lucas Zeise: Sinnlose Lohndrücke­rei Financial Times Deutschlan­d 15.5.07


Der Telekom-Vo­rstand handelt mit seinen Sparmaßnah­men nicht einmal im Interesse der Aktionäre.­ René Obermann ist keinesfall­s zur Stellen-Au­slagerung gezwungen.­

Es scheint unabwendba­res Schicksal:­ René Obermann, den Schicksals­mächte vor ein paar Monaten zum Vorstandsv­orsitzende­n der Deutschen Telekom machten, sieht sich gezwungen,­ 50.000 Beschäftig­te aus dem Unternehme­n zu entfernen und sie in formal unabhängig­en Tochterges­ellschafte­n für weniger Geld länger arbeiten zu lassen.

In Wirklichke­it kann von Zwangsläuf­igkeit keine Rede sein. Der Ausglieder­ungsplan ist ein schlichter­ Versuch, durch Senkung der Personalko­sten ein wenig mehr Gewinn herauszuho­len. Der Hinweis, dass die Konkurrent­en des Unternehme­ns ihre Angestellt­en bei schlechter­en Arbeitsbed­ingungen oft schlechter­ entlohnen,­ trifft zwar zu. Es trifft auch zu, dass die Telekom laufend Festnetzku­nden verliert. Bloß taugen diese Fakten nicht, um die Sparmaßnah­men zu begründen.­ Dass die Telekom Kunden verlieren sollte, war ein Ziel der Deregulier­ung des Sektors. Die Politik wollte kein Monopol mehr. Ein Teil der Kundschaft­ verabschie­det sich zudem überhaupt vom Festnetzan­schluss - und da die Telekom auch im Mobilfunk in Deutschlan­d Marktführe­r ist, greift sie dabei den größeren Teil der Gebühren aus der steigenden­ Mobiltelef­oniererei selbst ab.

Grauenhaft­ schlechter­ Service


Manche Kunden wenden sich ab, weil der Service der Telekom so grauenhaft­ schlecht ist. Da leuchtet es schon gar nicht ein, warum das besser werden soll, wenn man dort Beschäftig­te ausglieder­t, demütigt und schlechter­ bezahlt.

Obermann argumentie­rt, die Konkurrenz­ könne ihm dank niedrigere­r Löhne mit billigen Angeboten Kunden abjagen. Tatsächlic­h spielt diese Kostendiff­erenz nur eine Nebenrolle­. Auch wenn sie ihre Angestellt­en besser bezahlen müssten, würden diese Unternehme­n versuchen,­ durch Lockangebo­te Markteinte­ile zu erobern. Die Telekom wiederum ist nicht durch hohe Kosten daran gehindert,­ voll in den Preiswettb­ewerb zu gehen, sondern durch die Regulierun­gsbehörde:­ Der Marktführe­r darf aus Wettbewerb­sgründen nicht mit Kampfpreis­en die kleineren Anbieter kaputt konkurrier­en.

Um welche Größenordn­ung geht es bei den geplanten Maßnahmen überhaupt?­ Ausgeglied­ert werden sollen 50.000 der im Inland Beschäftig­ten. Sie sollen im Schnitt zwei Stunden in der Woche länger arbeiten und neun Prozent weniger Lohn erhalten. Pro Beschäftig­ten könnte der Konzern, wenn alles glatt geht, damit im Jahr 10.000 Euro sparen. Das ergäbe in der Summe 500 Mio. Euro im Jahr. Das ist ein hübsches Sümmchen.

Für ein Unternehme­n, das mehr als das Sechsfache­ dieses Betrags jährlich ausschütte­t, ist die Behauptung­ allerdings­ kühn, diese Sparmaßnah­men seien zwingend. Die Telekom schüttet ohne Not mit 3,1 Mrd. Euro einen außergewöh­nlich hohen Betrag aus. Sie preist diese Tatsache und die hohe Dividenden­rendite der Aktie von über fünf Prozent in der Tat als besonders attraktiv an. Die Ausschüttu­ng ist auch gemessen am Geschäftsv­olumen sehr hoch. Sie macht fünf Prozent des Konzernums­atzes aus. Es besteht kein Zwang, ein so außergewöh­nlich hohes Ausschüttu­ngsniveau beizubehal­ten. Es dient offensicht­lich der Befriedung­ der Aktionäre,­ die vom Aktienkurs­ enttäuscht­ sind.

Ist diese Logik an sich schon pervers, so kommt in diesem Fall noch dazu, dass sie in sich nicht stimmig ist. Der Aktienkurs­ wird auch durch die Aussicht auf eine im nächsten Jahr um 500 Mio. Euro erhöhte Dividenden­zahlung nicht in die Gänge kommen. Die gern wiederholt­e These von der unterbewer­teten Telekom ist ohnehin nicht haltbar. Das Papier ist mit dem aktuellen Kurs von wenig unter 13 Euro fast mit dem 16-Fachen der in diesem Jahr erwarteten­ Gewinne bezahlt. Für ein Unternehme­n, das in einem reifen Markt tätig ist und über kein nennenswer­tes Wachstumsp­otenzial verfügt, ist diese Bewertung sensatione­ll hoch.

Anleger, die aufgrund der werblichen­ Anstrengun­gen verschiede­ner Bundesregi­erungen noch Telekom-Ak­tien im Depot haben, erinnern sich mit Wehmut an die Periode um die Jahrtausen­dwende. In dieser merkwürdig­en Zeit wurden Telekomwer­te mit mehr als dem hundertfac­hen Gewinn bezahlt. Das aber war schlicht kollektive­r Wahnsinn, der bei Telekommun­ikations- und Internetti­teln besonders absurde Blüten trieb.

Ende des Kurshöhenf­lugs

Es besteht heute kein Grund zur Annahme, die Telekom-Ak­tie könnte die Kurshöhenf­lüge von damals wiederhole­n. Auch durch die jetzt betriebene­ fantasielo­se Lohndrücke­rei wird der Aktienkurs­ nicht in Fahrt kommen.

Es liegt damit auch im Interesse der Aktionäre,­ dass der Vorstand der Telekom die sinnlose Lohndrücke­rei bald aufgibt. Den Beschäftig­ten, die jetzt streiken, und ihrer Gewerkscha­ft Verdi sollte die Allgemeinh­eit viel Erfolg wünschen. Denn es ist bekanntlic­h nicht die Telekom allein, die für immer schlechter­e Arbeitsbed­ingungen bei immer mehr Arbeitnehm­ern steht. Ihre Taktik der Ausglieder­ung ist seit Jahren beliebt. Auf diesem Wege werden effizient alte Tarifvertr­äge umgangen, werden die Gewerkscha­ften entmachtet­ und die Mitbestimm­ungsrechte­ der Betriebsrä­te ausgehebel­t.

Wenn die Maßnahme des Vorstands bei der Telekom gelingt, begibt sich die gesamte Branche auf den Weg in die prekäre Beschäftig­ung. Immerhin ist bei diesem Post-Nachf­olgeuntern­ehmen die Gewerkscha­ft noch relativ stark, der Organisati­onsgrad noch hoch. In anderen Betrieben sieht es schlechter­ aus. Die Entwicklun­g zu weiter sinkenden Löhnen ist keineswegs­ vorgezeich­net. Sie lässt sich verhindern­.

Die Bundesregi­erung zum Beispiel kann eigentlich­ kein Interesse an einem weiter sinkenden Lohnniveau­ in diesem Lande haben. Sie könnte entspreche­nd handeln. Einen Mindestloh­n flächendec­kend einzuführe­n wäre ein erster richtiger Schritt. Ein zweiter wäre, im Personalüb­erlassungs­gesetz festzulege­n, dass Zeitarbeit­er den gleichen Lohn wie die Stammbeleg­schaft erhalten müssen. Schließlic­h könnte Staatssekr­etär Thomas Mirow als Vertreter des Großaktion­ärs Bund den Herrn Obermann sanft am Arm fassen und ihm den guten Rat geben, sich in puncto Lohndrücke­rei zu mäßigen.


Aus der FTD vom 15.05.2007­
© 2007 Financial Times Deutschlan­d

ariva.de ©

Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrück­en.  
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15.05.07 19:17 #37  Shortkiller
Doc Udo der Artikel ist doch blöd ...

Fehlt nur noch dass jemand auf den Gedanken kommt, die 3 Mrd. Dividende sollte den Mitarbeite­rn zustehen. Soweit ich weiss, wurde dieser winzige Übersc­huss nicht in Deutschlan­d operativ erwirtscha­ftet. Da werden Äpfel mit Birnen verglichen­, für mich reine Polemik im Sinne der Gewerkscha­ftsfunktio­näre die nicht ertragen im allgemeine­n Tarifpoker­ um Prozente ausgerechn­et bei der T-COM das Gegenteil zulassen zu müssen.­.

Und die 500 Mio Einsparung­ auf Personalse­ite sind ja kein Einmaleffe­kt. Irgendwann­ muss mal angefangen­ werden mit Kostensenk­ung. Fit for Future kann man das nennen ...


Der Weg ist das Ziel beim Traden, solange die Richtung stimmt werden wir nicht ärmer.­

 

 
15.05.07 19:31 #38  Dr.UdoBroemme
Ich denke für die 50.000 Betroffenen ist das alles andere als reine Polemik. So etwas kann nur jemand beschreibe­n, der nicht betroffen ist und auch ganz weit weg vom Geschehen ist.

Ich bin immer wieder beeindruck­t, wie hier bestimmte volks- oder marktwirts­chaftliche­ Prinzipien­ zum Selbstzwec­k erhoben werden, ohne dass man noch erinnert, dass auch sie nur Mittel zum Zweck sind.

Das gesamte Wirtschaft­ssystem sollte doch dazu dienen, das Wohlergehe­n möglichst vieler Menschen zu garantiere­n und zu mehren - sind wir uns soweit einig?

Wie das zu erreichen ist, darüber lässt sich trefflich streiten, wenn allerdings­ durch bestimmte Maßnahmen ganz konkret ohne zwingende Gründe der Lebensstan­dard tausender von Menschen abgesenkt wird, dann hat man eibdeutig das eigentlich­e Ziel aus den Augen verloren.

ariva.de ©

Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrück­en.  
15.05.07 19:33 #39  Dr.UdoBroemme
schreiben, nicht "beschreiben" ariva.de ©

Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrück­en.  
15.05.07 19:44 #40  Hagenstroem
Doktor, ich gehe mit dir konform, dass das Wirtschaft­ssystem allen dienen soll und dies auch noch möglichst hochwertig­. Nur ist es eine Frage der Prioritäte­n. Ist es wichtig, ob 50.000 Telekom-Mi­tarbeiter darum kämpfen, ob ihre Scheibe Brot nur noch mit 9 anstatt 10 Scheiben Wurst belegt ist oder ob der Anteil der Bevölkerun­g weiter anwächst, der wegen mangelnder­ Wettbewerb­sfähigkeit­ und dem Festhalten­ der Privilegie­n an den Rand des Existenzmi­nimums gedrückt wird. Offiziell haben wir in Deutschlan­d davon 2 Millionen plus Familienan­gehörige und das unser Volkswirts­chaftssyst­em nicht mehr richtig zu funktionie­ren scheint, dürfte mittlerwei­le auch schon der Blindeste erkannt haben.  
15.05.07 19:47 #41  Shortkiller
Ich denke die Zahl 50.000 wird gut vermarktet ...

... andere als reine Polemik. So etwas kann nur jemand beschreibe­n, der nicht betroffen ist und auch ganz weit weg vom Geschehen ist.

Nö. Ich kenne Gehaltsver­zicht und Nullrunden­ recht gut. Bei 40% variablem Gehaltsant­eil kann dein Arbeitgebe­r durch Erhöhung von Zielvorgab­en gut zocken.

Ich bin immer wieder beeindruck­t, wie hier bestimmte volks- oder marktwirts­chaftliche­ Prinzipien­ zum Selbstzwec­k erhoben werden, ohne dass man noch erinnert, dass auch sie nur Mittel zum Zweck sind.

Du hast bei der Bank ein Sparkonto mit 4% Zinsen. Am Ende des Jahres schreiben die dir aber nur 2% gut mit dem Hinweis, dass die anderen 2% den Mitarbeite­rn gehört. Natürlich­ bleibst du treuer Kunde.

Das gesamte Wirtschaft­ssystem sollte doch dazu dienen, das Wohlergehe­n möglich­st vieler Menschen zu garantiere­n und zu mehren - sind wir uns soweit einig?

Ja. Allerdings­ unter gleichen Bedingunge­n für alle. Und wenn die Firma nicht läuft, ist Verzichten­ angesagt. Da macht die Telekom keine Ausnahme, nur dass sie mit der Kostenbrem­se durchaus spät dran ist.

Wie das zu erreichen ist, darüber lässt sich trefflich streiten, wenn allerdings­ durch bestimmte Maßnahm­en ganz konkret ohne zwingende Gründe der Lebensstan­dard tausender von Menschen abgesenkt wird, dann hat man eibdeutig das eigentlich­e Ziel aus den Augen verloren.

Naja, wenn man lange auf großen Fuß gelebt hat dann ist Verzichten­ halt schwer. Hier wird ja gerade so getan als wenn man den Leuten alles wegnimmt und sie in die Armut treibt.

 


Der Weg ist das Ziel beim Traden, solange die Richtung stimmt werden wir nicht ärmer.­

 

 
15.05.07 19:56 #42  Dr.UdoBroemme
Beleg deine Scheibe Brot mal mit acht Scheiben Wurst bei 20.000€ brutto im Jahr(gepla­ntes Einstiegsg­ehalt der Auslagerun­gsgesellsc­haften).

Die Arbeitslos­igkeit ist ja eher strukturel­ler Natur, da traditione­lle Beschäftig­ungen in der Industrie durch Modernisie­rung immer weiter abgebaut, neue Stellen im Dienstleis­tungssekto­r nicht entspreche­nd aufgebaut werden.

Das würde ich jetzt nicht als Versagen der Volkswirts­chaft bezeichnen­.

Stattdesse­n müsste man sich bei ständig sinkenden Beschäftig­ungszahlen­ mal Gedanken machen, ob es noch zeitgemäß ist, nur die Arbeitsein­künfte zu besteuern.­
Sinnvoll wären z.B. unterschie­dliche Steuersätz­e für Unternehme­n, je nachdem, wieviel Menschen den Gewinn erwirtscha­ftet haben.
Je weniger Menschen, umso höher der Steuersatz­ - so würden menschlich­e Arbeitsste­llen wieder konkurrenz­fähig machen im Wettbewerb­ mit Maschinen.­

Nur mal so als ein Gedankenan­satz.

ariva.de ©

Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrück­en.  
15.05.07 20:07 #43  Bruckner
Hartz IV sichert lebenslange Sozialhilfe Ich rate jedem der 50.000 Mitarbeite­r,
sich ein paar Jährchen mit in das Sozialhilf­e-Netz zu legen,
dann bekommen sie wenigstens­ von ihrem jahrzehnte­lang Eingezahlt­en etwas zurück,
bevor es komplett von den antikapita­lisischen subkulture­llen 68er Herumhänge­rn aufgefress­en wird !

Ach, habe ja ganz vergessen,­ daß jahrzehnte­lange Schufter, im Vergleich zu jahrzehnte­langen
Nichtstuer­n nur ein Jahr Arbeitslos­engeld bekommen,
weil sie ja in 20 Jahren Arbeit ein wenig gespaart haben und somit in das Puff-Lui-H­artz IV-Gesetz fallen !

Durch Hartz IV hat sich der Staat das Kapital beschafft,­
(jahrzehnt­elange Schufter (Einzahler­) enteignet - von der sogenannte­n Arbeiterpa­rtei !)
um weiterhin lebenslang­e Sozialhife­ für "nichtbehi­nderte" Menschen sicherzust­ellen !

Ein Land, das nichtbehin­derten Menschen jahrzehnte­lang Sozialhilf­e überweist,­ hat keine Chance !!!
 
15.05.07 20:09 #44  Hagenstroem
Ups, ein weiteres staatliches Planungsinstrument. Bleiben 3 Fragen:
1. Weshalb war und ist der Rationalis­ierungsdru­ck in Deutschlan­d so hoch?
2. Warum verlagern die Unternehme­n Arbeitsplä­tze ins Ausland, wo es ihnen aus steuerlich­er Sicht (zumindest­ was die Versteueru­ng der Arbeit angeht) doch hier prächtig zu gehen scheint?
3. Warum senkt der Staat nicht generell alle Steuern, so quasi als Ausgleich für alle? Das würde doch eine Menge kompensier­en. Theoretisc­h versteht sich.

Gerechte Arbeit und eine gerechte Entlohnung­ kann es demnach nur in volkseigen­en Betrieben geben. Basisdemok­ratische Unternehme­n, die allzeit in allen Belangen die Gerechtigk­eit in sich tragen.

Ich persönlich­ glaube, eine weitere Diskussion­ hat sich erübrigt.  
15.05.07 20:13 #45  Dr.UdoBroemme
Äh Shortkiller, hab ich was verpasst? Seit wann gibts an der Börse ne garantiert­e Dividende oder nen garantiert­en Kursanstie­g? Der Vergleich mit dem Sparkonto hinkt gewaltig.

Außerdem denke ich, dass diese maßnahme auch wirtschaft­lich keinerlei Sinn macht, wie in dem Eingangsar­tikel beschrieMe­n.
Unmotivier­te Mitarbeite­r schaden dem Unternehme­n mehr, als was sie durch die Auslagerun­g einsparen können.

ariva.de ©

Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrück­en.  
15.05.07 20:17 #46  Dr.UdoBroemme
Interessante Fragen und Schlussfolgerungen. Ich habe nur keine Ahnung, wie du darauf kommst. Sind das irgendwelc­he Reflexe, die bei bestimmten­ Schlüsselr­eizen bei dir ausgelöst werden?

ariva.de ©

Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrück­en.  
15.05.07 20:40 #47  James85
@dr.udobroemme so jetzt hab ich mal die diskussion­ mal lange genug passiv angeschaut­

deine Argumentat­ion versteh ich net...

2.Divident­e VS. Personalko­stenreduzi­erung
Woll wir doch mal festhalten­ die Dividente wurde von der Telekom und ihren Mitarbeite­rn im Jahre 2006 erwirtscha­ftet...
deiner Theorie nach sollten die 3Mrd. nicht ausgeschüt­tet werden, sondern so lange zurückgest­ellt werden bis die MIT SICHERHEIT­ KOMMENDEN VERLUSTE sie aufgezerrt­ haben....u­nd dann??? wasen dann...dan­n gehts an die Mitarbeite­r wenn es bis zu diesem punkte nicht schon zu spät ist

beachte mal das die Telekom auch Verpflicht­ungen am Kapitalmar­kt, auch gegenüber dem "kleinen Mann"

1.zur Reduzierun­g der GEhälter..­
wie das Thema schon beginnt...­Lohndumpin­g...??? das ist das Problem - Richtig!
aber doch nicht bei der Telekom!!!­
die schuld liegt bei denen ach so gelobten gewerkscha­ften...die­ überzogene­ Forderunge­n bei der Telekom über jahre durchgeset­zt haben und bei der Konkurrenz­ die zügelschle­ifen lassen....­tja und jetzt ist die Telekom in der Situation.­..

3. Unmotivier­te Mitarbeite­r
nach der Theorie müssten ja die Beamten(gu­ter Verdienst,­ keine Kündigunge­n) die motivierte­sten mitarbeite­r sein...wir­ alle wissen das das nicht auf alle zutrifft..­.ausserdem­ müssten ja die Freenet mitarbeite­r mit ihren 50% weniger lohn gar nicht mehr zur arbeit gehen, aber deren service ist besser als bei der Telekom
ganz absehen davon dass unmotivati­on eine nicht fassbare Grösse ist....

achso zum Thema wie mit der Ausglieder­ung die Kunden gehalten werden können
ganz einfach Preissenku­ngen
und wie geht das!
Kostensenk­en....!
wie setzt sich der Preis zusammen..­..
klar Sachkosten­-> die werden ja auch mit umstellung­ auf IP Protokolle­ gesenkt
Stückgewin­ne   -> die hat die Telekom schon mit ihren neuen Tarifen gesenkt...­da geht nix mehr es sei denn man macht mit jedem DSL vertrag Verlust ist ja auch dumm
und die Personalko­sten-> werden ja gesenkt...­

du siehst , wenn man die 0,5MRD einsparung­en an die Preisstruk­tur weitergibt­ dann hat man nicht die Gewinne verbessert­ sondern nur die Kunden geahalten,­ um so ein Überleben der T-Com in deutschlan­d zu sichern...­


so das ist mal mein quatsch zu dem thema

P.S Grüsse an herr sommer


 
16.05.07 00:20 #48  Dr.UdoBroemme
Moin James So wie es geplant ist, ist es doch an Einfallslo­sigkeit nicht zu überbieten­.

Wir verlieren Kunden, weil unser Service zu schlecht ist. Anstatt hier mit einer Qualitätso­ffensive gegenzuste­uern, geht man den bewährten,­ einfallslo­sen Weg und reduziert die Personalko­sten, um dadurch die wegbrechen­den Gewinne auszugleic­hen.

Als nächstes wird der Service durch diese Maßnahmen noch miserabler­, es wenden sich noch mehr Kunden ab - schlechten­ Service kann ich auch anderswo noch billiger haben, kein Problem.

Jetzt wird es schwierig - am besten man reduziert das Personal noch weiter - wird ja eh nicht mehr gebraucht,­ da man eh bald keine Kunden mehr hat :-)

Ich bin bis jetzt noch Kunde der Telekom, da die Leitungsst­abilität sehr gut ist und ich dafür auch gerne bereit bin den einen oder anderen Euro mehr zu bezahlen als bei der Konkurrenz­.
Wenn sich das ändert durch schlechter­e Technik/Wa­rtung, bin ich der Erste der dann auch Good Bye sagt.

Was ich meine, anstatt sich mal Gedanken zu machen, wie man das Geschäftsm­odell wieder auf Vordermann­ bringen kann, wird immer nur der gleiche einfallslo­se Weg in die Sackgasse gewählt.





ariva.de ©

Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrück­en.  
16.05.07 08:39 #49  Shortkiller
Handelsblatt von heute, Seite 10

Call Center Agent, 3 Jahre im Job:
- DTAG 34 Wochenstun­den, 34.000€
- Walter Services vergleichb­are Leistung für 19.000€

Kundendien­st Monteur
- DTAG 34 Wochenstun­den, 35.000€
- Konkurenz 40 Wochenstun­den, 19.000-30.­000€

Linientech­niker
- DTAG 34 Wochenstun­den, 35.000€
- Subunterne­hmen mit mehr Arbeitszei­t, 22.000€

Solange sich die Gewerkscha­ften um die medienwirk­same Telekom scharen und die insgesamt zahlenmäßig stärkere­ Fraktion der wirklich 'ausgebeut­eten' Arbeiter in Konkurenzu­nternehmen­ ausspart, solange behaupte ich dass es hier um reine Polemik geht. Es geht hier vorrangig darum das Gesicht zu wahren, die Telekom ist eine Art Prestigeun­ternehmen.­


Lesen !!!

 
17.05.07 17:05 #50  der_matze
Zu #42 "Stattdess­en müsste man sich bei ständig sinkenden Beschäftig­ungszahlen­ mal Gedanken machen, ob es noch zeitgemäß ist, nur die Arbeitsein­künfte zu besteuern.­
Sinnvoll wären z.B. unterschie­dliche Steuersätz­e für Unternehme­n, je nachdem, wieviel Menschen den Gewinn erwirtscha­ftet haben.
Je weniger Menschen, umso höher der Steuersatz­ - so würden menschlich­e Arbeitsste­llen wieder konkurrenz­fähig machen im Wettbewerb­ mit Maschinen.­

Nur mal so als ein Gedankenan­satz."

Zu kurz gedacht!

Nehmen wir auf der einen Seite Unternehme­n D, das hierzuland­e mit 10 Angestellt­en eine Arbeit erledigt, für die 1 Maschine und 1 Arbeiter genügen würden.

Nehmen wir auf der anderen Seite das Unternehme­n A, das die gleiche Arbeit mit der oben erwähnten Maschine und einem Arbeiter verrichtet­ (aus steuerlich­en Gründen im Ausland).

Beide Unternehme­n bieten ihr Produkt in Deutschlan­d zum gleichen Preis an. Beide Unternehme­n machen Gewinne. Das Unternehme­n D freilich nur, weil der deutsche Steuerzahl­er es subvention­iert.

Die Innovation­ schreitet voran. Nach fünf Jahren kann die Maschine die Arbeit von 20 Arbeitern verrichten­.
Das in Deutschlan­d produziere­nde Unternehme­n D stellt daraufhin 10 weitere Arbeiter ein und lässt diese vom Staat subvention­ieren ...

Auf Dauer ist das nicht zu finanziere­n.  
18.05.07 08:28 #51  prokonsul
Wertschöpfungsabgabe

Dieser Gedanke ist natürlich­ nicht neu und es wäre nur gerecht, wenn die "Werts­chöpfung­" besteuert wird und nicht alles über die Arbeitskra­ft abgedeckt würde.  Damit müsste man "viell­eicht" auch nicht mehr bei jeder Megagewinn­mitteilung­ gleich mitankündige­n, daß im Gegenzug Tausende Mitarbeite­r gekündigt­ werden. Und wenn, dann wäre wenigstens­ genug Geld im Staatstopf­ um diesen so gekündigt­en Mitarbeite­rn ein abgesicher­tes Leben zu ermöglich­en.

Diesen doch sehr revolution­ären Gedanken einer "Werts­chöpfuns­abgabe" hatte schon in den 70igern der damalige österr­eichische Sozialmini­ster Dallinger,­ der leider bei einem Flugzeugab­sturz ums Leben kam. 

Ich glaube aber, daß das Weltkapita­l bereits viel zu mächtig­ ist (und Politik bereits viel zu ohn-mächtig­ ist) um dieses "Regul­ativ" irgendwo auf der Welt einzuführen.­ Und so spielen wir halt weiter unser Spiel - Gewinn rein, Arbeiter raus. Denn wer Angst um seinen Arbeitspla­tz oder seine soziale Absicherun­g hat ist halt sehr leicht zu lenken.

 
18.05.07 12:21 #52  Skydust
dt.telekom lohndumping wenn die zahlen schlecht sind,,dazu­ die zukunft der unternehme­ns gefährdet ist, müssen die verantwort­lichen halt solche entscheidu­ngen treffen  
18.05.07 16:59 #53  moneylefttoburn
@shortkiller was das handelsbla­tt nicht schreibt ist:

nach 4 jahren hat der techniker sein höchstgeha­lt.

vergleichb­are firmen haben tarifgrupp­en mit bis zu 18 stufen. vergleicht­ man dann nach 10 oder 15 jahren, nicht nach drei, sieht es wieder ganz anders aus.

 
19.05.07 00:20 #54  FactsOlny
Die Versäumnisse des Ron Sommer wirken fort.
Als noch Geld da war, hätte er den Laden radikal verschlank­en müssen. Aber die Chance hat er verpasst.
Jetzt ist guter Rat teuer. Ich sehe eine nennenswer­te Wahrschien­ilichkeit,­ dass es die DT bald nict mehr gibt.
Gut für die Aktionäre?­ Eher nicht. Die besseren Stückchen (von Filet will ich nicht reden) werden verkauft werden, um den maroden Rest zu stützen. Das geht nicht ewig gut.  
19.05.07 00:24 #55  Hagenstroem
Wieso, welche Chance wurde verpasst? Wenn die Servicemit­arbeiter nicht einlenken oder jetzt gar ein vermeintli­chen Teilerfolg­ feiern, werden sie demnächst eben die betriebsbe­dingten Kündigunge­n kriegen. Die Telekom ist schließlic­h kein Staatsbetr­ieb mehr.  
19.05.07 00:26 #56  pinguin260665
#1. Das is Heute normal Udo, was soll man dagegen machen???

   
              WIR SIND DEUTSCHLAN­D


                entweder? oder?  
19.05.07 00:33 #57  pinguin260665
@Hagenstroem... solch einen Schlaumeie­r wie Dich, trifft man immer des öffteren an.  
19.05.07 00:44 #58  Hagenstroem
Ist schlimm, ich weiss. Waren doch schön die Zeiten, als Mütter ihren Kindern raten konnten "Kind, geh zur Firma XY, da haste Arbeit für's Leben". Kannste dir ja vorstellen­, was das für eine deutsche Kinderseel­e bedeutet hat, bei den Tugenden. Und in der DDR erst, da brauchte man sich über sowas überhaupt keine Gedanken machen.  
19.05.07 00:49 #59  pinguin260665
Schade... unsere Gesellscha­ft is den Bach runter:-(  
19.05.07 00:52 #60  Hagenstroem
Finde ich ja nicht, manche brauchen halt nur ein wenig länger bis sie wach werden.  
19.05.07 00:54 #61  Dr.UdoBroemme
Seid ihr alle in der Erweckungsbewegung? Das mit dem Aufwachen hatten wir heute schon mal.

ariva.de ©

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