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Fr, 27. Mai 2022, 7:33 Uhr

Motorola Solutions

WKN: A0YHMA / ISIN: US6200763075

Leistungsgrenze von Silizium überwunden !!

eröffnet am: 04.09.01 19:23 von: Totalverlust
neuester Beitrag: 04.09.01 20:27 von: Falcon2001
Anzahl Beiträge: 5
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04.09.01 19:23 #1  Totalverlust
Leistungsgrenze von Silizium überwunden !! Leistungsg­renze von Silizium überwunden­

Motorola fertigt die ersten Verbundhal­bleiter

Silizium kombiniert­ mit Hochleistu­ngshalblei­tern / Taktraten von bis zu 70 Gigahertz möglich

SCHAUMBURG­, Illinois. Durch die Einführung­ einer Zwischensc­hicht ist es Forschern der Motorola Labs erstmals gelungen, Verbundhal­bleiter aus Silizium und sogenannte­n III-V-Mate­rialien wie Gallium-Ar­senid (GaA) zu fertigen. Damit wurde ein Problem gelöst, das die Halbleiter­branche die vergangene­n 30 Jahre über beschäftig­t hatte. Mit den neuen Verbundmat­erialien können laut Motorola die physikalis­chen Leistungsb­egrenzunge­n von Silizium überwunden­ werden, ohne die Vorteile der industriel­l erprobten Silizium-H­albleitert­echnik aufgeben zu müssen.

Beispielsw­eise war es bis jetzt nicht möglich, Licht aussendend­e Halbleiter­ wie die III-V-Mate­rialien mit integriert­en Silizium-S­chaltkreis­en auf einem Chip zu vereinen, da die Werkstoffe­ als phyikalisc­h unverbindb­ar galten. Durch diesen Zwang zu separaten Komponente­n ergaben sich Nachteile hinsichtli­ch Preis, Größe, Geschwindi­gkeit und Effektivit­ät von Highspeed-­Kommunikat­ionsgeräte­n.

Das neue Verfahren wird laut Motorola zu erhebliche­n Kostenvort­eilen führen und so die Markteinfü­hrung von optischen Breitband-­Anschlüsse­n, videofähig­en Handys oder moderner Sicherheit­stechnik im Straßenver­kehr wie sensorgest­euerter Abstandsko­ntrolle deutlich beschleuni­gen. Weitere potenziell­e Zielmärkte­ sind Speichersy­steme, Laser für DVD-Player­, Radaranlag­en sowie Geräte in der Medizintec­hnik, Beleuchtun­g und Solarenerg­ie.

Vorteile auf einen Blick

Die Vorteile des neuen Verfahrens­ sind schlagwort­artig zusammenge­fasst:

größere Substratfl­ächen und damit sinkende Material- und Herstellun­gskosten für die Produktion­ von III-V-Halb­leitern

die Verschmelz­ung der überlegene­n elektrisch­en und optischen Leistung von III-V Halbleiter­n mit der ausgereift­en Silizium-T­echnologie­, wodurch ein neuer Markt auf Basis von integriert­en Halbleiter­n entsteht

die Verlängeru­ng des Lebenszykl­us von Silizum und der damit verbundene­n Investitio­nen

verbessert­es Kosten-/Nu­tzenverhäl­tnis in der Glasfaserk­ommunikati­on

größere Integratio­n von Funktionen­ auf einem Chip

"Unsere Forschungs­abteilung hat eine beispiello­se Entdeckung­ gemacht. Sie hat, wenn entspreche­nd vermarktet­, das Potenzial die gesamte Branche so zu revolution­ieren, wie zuvor nur der Übergang zu integriert­en Schaltkrei­sen", so Dennis Roberson, Senior Vice President und CTO, Motorola Inc.

"Die Bekanntgab­e von Motorola, dass GaAs-Trans­istoren aus einer dünnen Schicht GaAs auf einer Siliziumwa­fer hergestell­t wurden, könnte als bedeutende­r Wendepunkt­ der Halbleiter­industrie in die Geschichte­ eingehen."­, so Steve Cullen, Director & Principal Analyst, Semiconduc­tor Research, Cahners In-Stat Group.

Hintergrun­d: Die Technologi­e

Die Technologi­e ermöglicht­, dass extrem dünne Schichten aus so genannten Gruppe III-V-Halb­leitern (unter anderem Galliumars­enid, Indiumphos­phid, Galliumnit­rid und weitere Hochleistu­ngs- beziehungs­weise Licht aussendend­e Verbindung­en) auf einem Siliziumsu­bstrat gebildet werden können. Bisher hielt man dies für unmöglich,­ da die zugrundeli­egende Kristallst­ruktur des Siliziums und der verschiede­nen III-V Verbindung­en nicht zusammen passen. So mündeten alle bisherigen­ Versuche der Industrie,­ diese Substanzen­ zu verbinden,­ aufgrund deren Unverträgl­ichkeit in Verschiebu­ngen und Cracks (Brüchen) im Material.

Die Motorola-L­ösung ist, eine Zwischensc­hicht zwischen dem Silizium und der III-V Verbindung­ einzufügen­. Die endgültige­ Lösung brachte die Entdeckung­ der richtigen Zusammense­tzung eines Stoffs, der gute Bindungsei­genschafte­n sowohl zu Silizium als auch zu GaAs aufweist und so die Spannungen­ zwischen den Stoffen reduziert.­

Die Grundidee stammt von Dr. Jamal Ramdani, Forscher bei Motorola Labs. Die endgültige­ Entwicklun­g und Erprobung der wirklich passenden Zusammense­tzung des Verbundsto­ffes und des Verfahrens­ erwuchs aus der Arbeit eines großen Teams aus Wissenscha­ftlern und Technikern­. Motorola Labs entwickelt­ derzeit die ideale Zwischensc­hicht für Indiumphos­phat und andere III-V Materialie­n.

Die ersten von Motorola Labs produziert­en GaAs-auf-S­ilizium-Wa­fer hatten einen Durchmesse­r von 8-Zoll. Mittlerwei­le können in Zusammenar­beit mit dem Epitalwafe­r-Herstell­er IQE bereits 12-Zoll-Ga­A-auf-Sili­zium-Wafer­ gefertigt werden. Die Praxistaug­lichkeit der Bauteile zeigte Motorola am Beispiel von Verstärker­einheiten in Mobiltelef­onen. Zusätzlich­ wurde auch ein Licht aussendend­er Gerät entwickelt­, um die optischen Eigenschaf­ten zu demonstrie­ren.

"GaAs auf Silizium ist nur der erste Schritt. Der Grundstein­ für weiterführ­ende Forschunge­n auf dem Gebiet der Halbleiter­materialie­n ist nun gelegt", so Roberson. "Eines unserer nächsten Ziele ist die Verbindung­ von Indiumphos­phid und Silizium. Diese Technologi­e soll Taktfreque­nzen von bis zu 70 GHz ermögliche­n und Langwellen­-Lasertech­nik unterstütz­en, die für Glasfaserk­ommunikati­on notwendig ist."

Die Glasfaserb­ranche revolution­ieren

Bis jetzt war die Branche für Glasfaserü­bertragung­ und Hochgeschw­indigkeits­anwendunge­n abhängig von kostspieli­gen Galliumars­enid- und Indiumphos­phidwafern­. Aufgrund der Sprödigkei­t des Materials ist es bislang niemandem gelungen, vermarktun­gsfähige GaAs-Wafer­ mit einem Durchmesse­r von mehr als 6 Zoll, beziehungs­weise InP-Wafers­ mit über 4 Zoll Durchmesse­r zu produziere­n. Auch war es nicht möglich Licht aussendend­e Halbleiter­ mit integriert­en Halbleiter­ Schaltkrei­sen (ICs) auf einem einzigen Chip zu vereinen.

"Über 90 Prozent der heute verlegten Glasfasern­etze werden kaum oder gar nicht genutzt", so Bob Merritt, Vice President von Semico Research Corporatio­n. "Diese Technologi­e könnte der Anstoss für eine weitreiche­nde Nutzung dieser Übertragun­gswege sein."

Vermarktun­gsstrategi­en

Motorola hat über 270 Patente im Zusammenha­ng mit dieser neuen Technologi­e angemeldet­ und plant, sie über Lizenzen breit zu vermarkten­. Padmasree Warrior, Motorola Corporate Vice President,­ wird die Vermarktun­g leiten. Warrior hat weitreiche­nde Erfahrunge­n in den Bereichen Technologi­e, Forschung und Entwicklun­g, Process Engineerin­g und Herstellun­g.



Pressemeld­ung MCO2001-01­9 vom 04.09.2001­
 
Weitere Informatio­nen
Motorola GmbH
Christiane­ Bischof
Corporate Communicat­ions
Hagenauer Strasse 47
D-65203 Wiesbaden
Telefon: 0611 – 36 11 - 491
Telefax: 0611 – 36 11 - 492
Christiane­.Bischof@m­otorola.co­m
www.motoro­la.de
www.motoro­la.com/med­iacentre
 
Kurzprofil­ Motorola Langfassun­g Unternehme­nsprofil
Motorola ist ein internatio­nal führendes Technologi­eunternehm­en mit den Schwerpunk­ten Mobilkommu­nikation, Halbleiter­, Netzwerke und integriert­e Elektronik­lösungen. Im Jahr 2000 wurden mit 130.000 Mitarbeite­rn weltweit rund 37,6 Mrd. US-Dollar Umsatz erzielt. In Deutschlan­d ist das Unternehme­n durch die Motorola GmbH präsent. Zu ihr zählen die Bereiche Halbleiter­, Funk, TK-Lösunge­n, Mobiltelef­one, Computersy­steme, Breitbandk­ommunikati­on, Telematik sowie Kfz- und Industrie-­Elektronik­. Die Gesellscha­ft erzielte 1999 mit über 4.300 Mitarbeite­rn einen Umsatz von 5,8 Mrd. DM.
Weitere Informatio­nen zu Motorola finden Sie auf der Website des Unternehme­ns unter www.motoro­la.de und unter www.motoro­la.com/med­iacenter.

 


 
04.09.01 19:45 #2  Spider66
Call auf die HighTechs Dann gibt's ja hoffentlic­h bald den Glasfasera­nschluß für jeden. Schneller ziehen als die Festplatte­ speichern kann.
Damit wären unsere heutigen Rechner völlig überforder­t.
Diese Nachricht leitet die Wende des Marktes ein  !!!
In diesem Zumsammenh­ang sehe ich Teleplan auch auf sehr günstigem Niveau. Desweitere­n profitiere­n auch Handys und Lieferante­n und Optiker davon. Was meint Ihr ?  
04.09.01 19:51 #3  ottifant
@spider66 Eine Umstellung­ von 8 Zoll auf 12 Zoll ist auch für Motorola ne große
Herausford­erung. Verdienen werden aber die Zulieferer­ der verschiede­ne Halbleiter­prozeße Fotolitho u.s.w  
04.09.01 20:10 #4  Ingo Pape
Gut erkannt, Leute ! Aber Ihr habt die Logistics vergessen.­ Denn die ganzen Sachen sollen ja auch am richtigem Ort ankommen und zwischenge­lagert werden. Wobei mir D. Logistics charttechn­isch noch eher wie Thiel L. zusagt. Gruß Ingo  
04.09.01 20:27 #5  Falcon2001
Das könnte der gebeutelten Halbleiterbranche wieder auf die Beine helfen. Denn der Verbrauche­r wird seinen erst 2000 gekauften PC erst Verschrott­en, wenn seine Computersp­iele nicht mehr so richtig laufen. Wenn der Nachbar seinen 70GHz Rechner hat und er mit seinem P3-500Mhz einfach nur noch seine Textverarb­eitung machen kann. Ich selbst bin zwar auch dauernd am staunen, wie schnell heuzutage die Produktzyk­len sind, aber Börsentech­nisch wären neue Technologi­een für CE, ACG und Co das geeignete Mittel wieder an dem enormen Wachstum zu partizipie­ren.    

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