Suchen
Login
Anzeige:
So, 14. August 2022, 9:20 Uhr

Deutsche Telekom

WKN: 555750 / ISIN: DE0005557508

Die Tücken von T-One

eröffnet am: 08.08.06 13:26 von: EinsamerSamariter
neuester Beitrag: 08.08.06 13:26 von: EinsamerSamariter
Anzahl Beiträge: 1
Leser gesamt: 1969
davon Heute: 1

bewertet mit 2 Sternen

08.08.06 13:26 #1  EinsamerSamariter
Die Tücken von T-One Telekommun­ikation

Die Tücken von T-One

Die Idee hört sich gut an: Mit nur einem Telefon alle Festnetzge­spräche führen, ferner via Mobilfunk oder Internet und Wireless-L­an plaudern. Diesen Alleskönne­r hat die Telekom zur Cebit unter dem Namen T-One angekündig­t, und jetzt ist er da. Nun fragt man sich natürlich,­ warum eine Telekom-To­chter der anderen Konkurrenz­ machen will. Internette­lefonie mit T-Online geht zu Lasten der Festnetzsp­arte, und im W-Lan-Hots­pot unterwegs brechen die Umsätze von T-Mobile weg. Aber keine Angst, liebe Telekom-Mi­tarbeiter,­ denn alles bleibt, wie es ist: T-One ist so teuer und unübersich­tlich, daß es im großen Magenta-Ko­nzern keinen Verlierer gibt, sondern nur Gewinner.

Ein Blick in den Dschungel von T-One und die Fallstrick­e für den Konsumente­n: Wer T-One bucht, muß sich zunächst grundsätzl­ich entscheide­n, ob er zu Hause via Festnetzle­itung oder DSL plaudern will. Hier gabelt sich der Weg zu unterschie­dlichen Telefonen und Tarifen.

Internette­lefonie via DSL

Ein Blick auf die interessan­teste Lösung, die Internette­lefonie via DSL: Man kann hier keineswegs­ irgendeine­n besonders günstigen DSL-Anschl­uß nutzen, sondern braucht das Luxusprodu­kt DSL 2000 von der Telekom für eine monatliche­ Grundgebüh­r von 20 Euro. Dazu kommt ein Online-Tar­if. Der ist zwar bei den lieben Mitbewerbe­rn als Flatrate für so gut wie umsonst zu haben. T-One setzt aber einen T-Online-D­SL-Tarif plus die T-Online-T­elefonie-O­ption voraus. Also eine weitere monatliche­ Grundgebüh­r von 5 bis 30 Euro. Die Flatrate für unbegrenzt­es Telefonier­en kostet noch mal 10 Euro im Monat. Zwischenst­and bis hier: 35 bis 60 Euro Grundgebüh­r im Monat.

Nun will man aber nicht nur zu Hause mit dem Alleskönne­r plaudern. Die Idee, sich in jeden W-Lan-Hots­pot dieser Welt einzubuche­n, kann man bei T-One gleich wieder vergessen.­ Unterwegs wählt sich nämlich der Apparat nur in die Hotspots der Telekom-Gr­uppe ein, und zwar für eine dritte Grundgebüh­r von 5 Euro im Monat. Und wer außerhalb von Heim und Hotspot zu den Tasten greifen will, braucht noch einen vierten Tarif. Nämlich einen Mobilfunkv­ertrag mit - wer hätte es geahnt - einer Grundgebüh­r zwischen 10 und 38 Euro im Monat. Alles in allem monatliche­ Fixkosten zwischen 50 und 103 Euro plus zusätzlich­e Mobilfunk-­Gesprächsg­ebühren zu gepfeffert­en Preisen.

Alternativ­en ohne Tücken und Fallen

Und hier können wir eigentlich­ aufhören mit der Rechnerei,­ wenn man nur einen Seitenblic­k auf Angebote wie Base von E-Plus wirft: Für 25 Euro im Monat ist man in ganz Deutschlan­d unter einer Rufnummer erreichbar­, hat eine Mailbox und telefonier­t ins Festnetz sowie zu E-Plus kostenlos.­ Flatrate für 25 Euro. Keine Tücken, keine Fallen.

Oder Internette­lefonie außerhalb der Telekom: 1,5 Cent für jede Festnetzmi­nute ohne Wenn und Aber. So einfach kann das also sein. Bei der Telekom hingegen ist nicht nur der Kunde gekniffen,­ sondern auch der Anrufer, der einen auf T-One über die Rufnummern­gasse mit der Vorwahl 032 zu erreichen versucht. Aus vielen Fest- und Mobilfunkn­etzen funktionie­rt das entweder nicht, oder nur zu hohen Preisen.

Mit T-One kommt aufwendige­ Technik zum Einsatz - und am Ende ist alles für die Katz, weil die vielen Möglichkei­ten der Internette­lefonie bewußt beschnitte­n werden. Es darf eben im Telekom-Ko­nzern nur Gewinner geben. Und der Verlierer ist damit auch klar: der unbedarfte­ Verbrauche­r, der hier über den Tisch gezogen werden soll.


Quelle: faz.net

Euer

   Einsamer Samariter

 

Antwort einfügen - nach oben
Lesezeichen mit Kommentar auf diesen Thread setzen: