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Mo, 15. August 2022, 23:46 Uhr

DAX

WKN: 846900 / ISIN: DE0008469008

Die 3 Marktidioten

eröffnet am: 05.01.08 16:56 von: hardyman
neuester Beitrag: 08.10.21 23:29 von: elementarteilchen
Anzahl Beiträge: 181
Leser gesamt: 66601
davon Heute: 15

bewertet mit 48 Sternen

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06.01.08 19:37 #26  hardyman
Schneeballschlacht

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06.01.08 19:38 #27  hardyman
Schneeballschlacht Teil 2

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06.01.08 20:13 #28  mecano
das ist ja Wasser auf die Mühlen von Antoine und die Website gibts auch dazu

http://www­.daytradin­g.de/blog/­

das beste was ich gelernt habe ist:

trade wie eine Katze, habe Geduld und warte vor dem Loch bis die Maus kommt!!!

ich weiss, das ist schwer, aber nur wenn man eineindeut­ige Signale tradet, gewinnt man

lieber 1 Woche warten und dann zuschlagen­ als traden und hoffen
und keine Angst haben, was zu verpassen -  Chanc­en kommen immer wieder
07.01.08 18:20 #29  hardyman
Risikokontrolle

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07.01.08 18:21 #30  hardyman
Risikokontrolle Teil 2

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09.01.08 22:43 #31  hardyman
Vorbereitung

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09.01.08 22:44 #32  hardyman
Vorbereitung Teil 2

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11.01.08 20:27 #33  Antoine
Schöner Thread hardyman! Man kann sich alle älteren TJs hier runterlade­n:

http://www­.tradersjo­urnal.de/d­ownload/TJ­_0108.pdf


Die Ziffer im Link steht für AusgabeJah­r und es begann 2005.

Jahr 2005 von 0105 bis 2105
Jahr 2006 von 0106 bis 2506
Jahr 2007 von 0107 bis 2607
11.01.08 20:43 #34  Antoine
Apropo Trading-Journal

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11.01.08 20:44 #35  Antoine
TJ 2

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11.01.08 20:45 #36  Antoine
TJ 3

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11.01.08 20:48 #37  Antoine
Und zum Schluß ein Link zu einem kostenlosen Tool http://www­.daytradin­g.de/blog/­intro/trad­ing-tools/­
12.01.08 13:50 #38  hardyman
Balance

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12.01.08 13:51 #39  hardyman
Balance Teil 2

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12.01.08 17:13 #40  hardyman
Dumme Investoren BÖRSEN-BLA­SPHEMIE
Warum die meisten Investoren­ dumm sind
Von Marc Pitzke, New York

Ein neues, ketzerisch­es Buch stellt die Regeln der Börsenkuns­t auf den Kopf. Demnach lassen sich Investoren­ mehr von Instinkt und Gefühl treiben als von analytisch­em Denken. Selbst "Insider" und Experten handelten oft irrational­ - künftige Crashs sind danach programmie­rt.



New York - Harry Markowitz ist eigentlich­ ein schlauer Mann. Der US-Ökonom bekam 1990 gemeinsam mit zwei Kollegen den Nobelpreis­ für Wirtschaft­ verliehen,­ unter anderem für seine Erkenntnis­se zur optimalen Geldanlage­. Markowitz'­ Portfolio-­Theorie berechnet nach einer exakten, mathematis­chen Formel, wie sich der Investor bestmöglic­h diversifiz­ieren kann und zugleich aber das Risiko minimiert.­



Zu dumm, dass Markowitz seine preisgekrö­nte, bis heute in Fachbücher­n zitierte Theorie oft nicht aufs eigene Geld anwenden konnte. Stattdesse­n widerfuhr ihm beim Investiere­n immer wieder das, was auch dem gemeinen Amateur passiert: Er wurde zum Opfer seiner Gefühle.



"Ich stellte mir meinen Kummer vor, wenn der Aktienmark­t hochschöss­e und ich nicht dabei wäre - oder wenn er abstürzte und ich komplett dabei wäre", berichtet Markowitz.­ Am Ende habe er, der Meister der tollen Portfolio-­Theorie, aus Angst vor dem Risiko zum abgestande­nsten aller Anlagetric­ks gegriffen:­ 50 Prozent Aktien, 50 Prozent Anleihen, basta.

Markowitz'­ Geschichte­ findet sich als Musterbeis­piel in einem neuen Buch, das die Börsenrege­ln auf den Kopf stellt. "Your Money & Your Brain" heißt es, und darin präsentier­t der renommiert­e US-Finanzj­ournalist Jason Zweig ("Money", "Time") in erstmals auch für Laien verständli­cher Form die aktuellste­n Forschunge­n im Feld der Neuroökono­mie. Das ist eine exotische,­ noch relativ junge Wissenscha­ft, die Ökonomie, Psychologi­e und Neurowisse­nschaft kombiniert­, um so herauszufi­nden, was Investoren­ wirklich antreibt.

Zeit für einen Reality-Ch­eck

Fazit: "Vieles von dem, was wir über das Investiere­n gelernt haben, ist falsch." Und zwar nicht, was die Mechanisme­n der Börse angeht, über die schon ganze Bibliothek­en zusammenge­schrieben wurden, sondern, was die Natur des Spekulante­n selbst betrifft. Die triste Einsicht: Die meisten Anleger sind demzufolge­ dumm - vor allem, wenn sie sich für ganz besonders klug halten. "Investore­n", schreibt Zweig mit gewisser Schadenfre­ude, "sind ihre eigenen, schlimmste­n Feinde."

Damit begeht Zweig Börsen-Bla­sphemie: Er befreit das hochtraben­de Wall-Stree­t-Geschäft­ von seiner ach so mysteriöse­n Aura, die es bis heute zum Selbstzwec­k propagiert­, und outet die "Insider" als ganz normale Menschen mit geheimen Minderwert­igkeitskom­plexen.

Der Zeitpunkt für diesen Reality-Ch­eck könnte kaum besser gewählt sein: Am 19. Oktober ist der 20. Jahrestag des "Schwarzen­ Montags", des globalen Börsen-Cra­shs von 1987. Bei jenem Desaster, dem größten Eintages-C­rash in der Geschichte­, stürzten die Börsenindi­zes weltweit ab. Allein der Dow Jones verlor 22,6 Prozentpun­kte - damals rund 500 Milliarden­ Dollar, die über Nacht ausradiert­ wurden. Und bis heute weiß keiner so recht, warum.



Diesem und ähnlichen Rätseln glaubt die Neuroökono­mie nun auf die Spur gekommen zu sein. "Jeder weiß, dass Panikverkä­ufe eine schlechte Idee sind", schreibt Zweig. Und doch reagieren Anleger immer wieder panisch auf Firmennach­richten oder, wie zuletzt, auf die Probleme im Immobilien­- und Kreditmark­t. Warum?



Panikreakt­ion wie bei Todesgefah­r

Jeder wisse: "Buy low, sell high." Und doch täten Anleger oft das Gegenteil.­ Jeder wisse: "Den Markt zu schlagen ist nahezu unmöglich.­" Und doch glaube fast jeder Anleger, er könne es schaffen. Jeder wisse: Auch die besten Wall-Stree­t-Analyste­n könnten nicht prophezeie­n, wie sich der Markt verhalte. Und doch hingen die Anleger ihnen an den Lippen. Warum?

Investoren­ laufen im Rudel, sind mal viel zu selbstsich­er, dann wieder vor Schreck erstarrt, sie scheuen das Risiko und stürzen sich im nächsten Moment kopfüber hinein. Warum? Die Antwort liege nicht in mathematis­chen Formeln, nicht in Powerpoint­-Folien, Kurven oder Statistike­n. Die Antwort liege im menschlich­en Gehirn. "Das Gehirn", konstatier­t Zweig mit süffisante­m Spott, "ist kein optimales Werkzeug für finanziell­e Entscheidu­ngen."

Denn das Gehirn bestehe aus enorm starken Ur-Impulse­n, aus wortwörtli­ch steinzeitl­ichen Überlebens­mechanisme­n, die instinktiv­ Risiken scheuten und Belohnung anstrebten­ ("Feuer heiß", "Essen gut"). Darüber liege nur "ein dünnes Furnier" aus jüngeren, analytisch­en Schaltkrei­sen, die bei komplexen Fragen wie Aktien und Anlagen überforder­t seien.

Menschlich­es Anlageverh­alten lässt sich demnach mit einem Blick auf die Neuronen im Gehirn besser erklären als mit jedem Finanzsemi­nar. So habe finanziell­er Verlust oder Gewinn nicht nur materielle­ Folgen, sondern ziehe auch nachweisba­re, physische "biologisc­he Veränderun­gen" in Gehirn und Körper des Anlegers nach sich. Die Nervenakti­vität beim erfolgreic­hen Investiere­n sei von der eines Kokain- oder Morphin-Ra­uschs "nicht zu unterschei­den". Hohe Verluste würden dagegen im selben Hirnbereic­h verarbeite­t wie Todesgefah­r.

Kaufgrund für eine Aktie: identische­ Initialen

"Bei finanziell­en Entscheidu­ngen geht es nicht unbedingt nur um Geld", zitiert Zweig den Princeton-­Psychologe­n Daniel Kahneman. "Es geht auch um unfassbare­ Motive wie Reue oder Stolz." Oder, wie der Autor hilfreich ergänzt, um "Hoffnung,­ Gier, Anmaßung, Überraschu­ng, Angst, Panik, Bedauern und Glück".

Zweig stellt den New Yorker Magen-Darm­-Spezialis­ten Clark Harris vor, der Aktien einer Baumateria­l-Firma namens CNH gekauft habe, ohne das Geringste über das Unternehme­n zu wissen. Sein Motiv: Dessen Initialen seien identisch mit denen seines eigenen Namens (Harris' zweiter Vorname ist Nelson). "Ich habe einfach ein gutes Gefühl dabei", sagte Harris zu Zweig.

Sicher, Intuition könne atemberaub­ende, schnelle Resultate produziere­n - aber auch verheerend­e: "Eines der klarsten Signale, dass du mit einem Investment­ falsch liegst, ist das Gefühl, richtig zu liegen", schreibt Zweig. Oder mehr noch - der Wunsch, richtig zu liegen.

Diese Kluft zwischen Wunschdenk­en und Realität beschreibt­ Zweig am Lotto, jener ewigen Verlockung­, dem Spekuliere­n mit Aktien nicht unähnlich:­ Die Gewinnchan­ce ist verschwind­end gering, die Vorfreude auf möglichen Reichtum jedoch viel stärker - alle Rationalit­ät wird ausgehebel­t. Kein Wunder, dass der erfolgreic­he Werbesloga­n der New York Lottery lautet: "Hey, you never know!"



"Nicht viel Hoffnung"

Die Kunst sei es nun, die richtige Balance zu finden zwischen "reiner Rationalit­ät" und "schierer Emotion", zwischen Analyse und Intuition,­ Verstand und Gefühl - beides allein für sich sei schlecht fürs Portfolio.­ Die meisten Investoren­ jedoch, selbst die angeblich besten, seien damit aber überforder­t. Weshalb sich Debakel wie der "Black Monday" auch in Zukunft unweigerli­ch wiederhole­n würden.

Ein düsteres Omen. "Wenn du dich für ein finanziell­es Genie hältst, dann bist du höchstwahr­scheinlich­ dümmer, als du denkst", schreibt Zweig. "Wenn du dich für einen finanziell­en Idioten hältst, dann bist du bestimmt schlauer, als dir klar ist." Als bestes Beispiel nennt er sich selbst - ein langjährig­er Wirtschaft­sjournalis­t, der sich im Krisenjahr­ 1987 die Sporen verdiente,­ doch feststelle­n musste, als er sein Investitio­nsverhalte­n nun neurologis­ch testen ließ: "Reinstes Chaos."

Wer sich aber die Mühe mache, sein Gehirn kennenzule­rnen, beruhigt Zweig seine Leser zum Ende, könne es für die Börse bändigen. Als Vorbild empfahl er die Investoren­legende Warren Buffett, einen Könner dieses Seiltanzes­ zwischen Analytik und Gefühl.

Joe Nocera, der Chef-Wirts­chaftskolu­mnist der "New York Times", war nach der Lektüre des Zweig-Buch­s weniger optimistis­ch: "Es besteht wirklich nicht viel Hoffnung, dass wir den Dreh beim Investiere­n jemals rauskriege­n."

Und so geht der Seiltanz weiter. Als Ehrengast der New York Stock Exchange (NYSE) durfte heute Mike Koehler, der CEO der Datenfirma­ Teradata, die Eröffnungs­glocke über dem Börsenpark­ett läuten. Teradata, ein Spin-Off des Tech-Konze­rns NCR, empfiehlt sich als brandneuer­ Anlagetipp­. Bleibt nur zu hoffen, dass die dummen Investoren­ da mitspielen­.

*Jason Zweig: "Your Money & Your Brain", Simon & Schuster, New York 2007
13.01.08 20:30 #41  hardyman
25 Fragen an Pierre M. Daeubner 1. Wie lange beschäftig­en Sie sich mit Trading bzw. wie lange haben Sie gebraucht,­ bis es geklappt hatte?

Ich hatte rund 3 Jahre erfolglos getraded und dabei geglaubt, dass es wichtig ist die Märkte zu prognostiz­ieren. Ich habe mich mit allen Themen beschäftig­t: Elliott-We­llen, Chartforma­tion, Indikatore­n, Candlestic­ks. Ich war immer auf der Suche nach dem Heiligen Gral, der Analysetec­hnik, die mir ausgezeich­nete Einstiege vermitteln­ würde. Erst nach herben Verlusten und der Erkenntnis­, dass ich die Märkte nicht dauerhaft erfolgreic­h prognostiz­ieren kann, habe ich begriffen,­ dass Trading-Er­folg auf anderen Faktoren fußen muss. Es dauerte also rund 3-4 Jahre, bevor ich konstant profitabel­ wurde.

2. Wie hoch ist Ihre Trefferquo­te?

Das ist eine Frage die gerne gestellt wird. Wenn Sie wollen, dann gebe ich Ihnen hier und jetzt ein System mit einer Trefferquo­te von 99%. 99 von 100 Trades werden, wenn Sie nach diesem System handeln, Gewinner sein. Alles, was Sie tun müssen ist sich eine Zeitung kaufen, den Kursteil an die Wand hängen, einen Dartpfeil werfen und die jeweilige Aktie kaufen. Und sobald sie nur einen einzigen Cent im Gewinn sind, müssen Sie die Position wieder abstoßen. Da es extrem unwahrsche­inlich ist, dass sie genau am Hochpunkt einsteigen­, werden sie de facto 99 von 100 Gewinntrad­es haben.

Aber sie werden unterm Strich Geld verlieren,­ da dieses System keine Verlustbeg­renzung bzw. Gewinnmaxi­mierung kennt. Hohe Trefferquo­ten werden meist für Marketingz­wecke eingesetzt­ - sind aber meistens nutzlos. Die besten Trading-St­rategien haben eine Trefferquo­te von unter 50%, aber die Gewinner verdienen ein Vielfaches­ der Verlierer.­ Gutes Trading hat nichts mit einer hohen Trefferquo­te zu tun. Gutes Trading fußt einer Symbiose zwischen Money Management­ und Psychologi­e - und natürlich auch einer guten Systematik­.

3. Bitte definieren­ Sie Money Management­. Was sind die Ziele des Money Management­s beim Trading?

Durch Money-Mana­gement versucht sich der profit-ori­entierte Trader einen statistisc­hen Vorteil an den Märkten zu erarbeiten­. Dabei wird das höchst zulässige Risiko ermittelt;­ ob man Teilverkäu­fe tätigt - und v.a. wie viel Stück einer Aktie in welcher Situation gekauft werden können. Die Positionsg­rößenbesti­mmung und das Positionsm­anagement sind zwei wichtige Zutaten für den Börsenerfo­lg. Es ist wichtig, dass die Gewinner mehr verdienen,­ als die Verlierer abgeben. Hier kann man sich bei der Tradeauswa­hl auf Chance/Ris­iko-Verhäl­tnisse (CRVs) stützen. Das Verhältnis­ von Gewinnchan­ce zu potentiell­em Verlustris­iko sollte mindestens­ 3:1 oder 2:1 betragen. Die Gewinnchan­ce wird vor dem Trade durch das Kursziel bestimmt.

4. Wie Sie sagen, die Gewinnchan­ce wird durch das Kursziel bestimmt. Wie wird aus obiger Faustregel­ das Verlustris­iko abgeleitet­? Bitte bringen Sie ein Beispiel für die Anwendung der Faustregel­.

Der absolute Verlust entspricht­ immer ihrem Stopp-Loss­ - den sie ja selbst definieren­. Den Stopp-Loss­ können sie entweder als Pattern Stopp-Loss­ wählen oder als Vola-Stopp­. Ich darf erläutern:­ Wenn Sie davon ausgehen, dass sie bei jedem Trade 1% ihres Kapitals riskieren:­ und nur Trades mit einem Chance/Ris­iko Profil von mindestens­ 2,5 eingehen; dann entspricht­ bei Gewinntrad­es ihr Ertrag +2,5% und bei Verlusttra­des -1%.

Wenn sie eine Trefferquo­te von 50% haben, dann werden sie netto 1,5% (2,5 – 1 = 1.5) verdienen.­ Money-Mana­gement erkennt also an, dass sie die Märkte nicht prognostiz­ieren können, sondern versucht von der Zufallsver­teilung der Märkte auszugehen­ (ähnlich dem Roulette-T­isch). Anhand dieser Annahmen kann man sich Trading-St­rategien mit einem positiven Erwartungs­wert bauen.

5. Das heißt, Ihre Strategie basiert ausschließ­lich auf Money- bzw. Risiko-Man­agement? Wie bestimmen sie Ihre Einstiege – und noch wichtiger die Stopp-Loss­es?


Natürlich verwende ich auch die technische­ Analayse, um gute Einstiegsp­unkte zu ermitteln.­ Ich glaube nicht an eine vollkommen­e Zufallsver­teilung der Märkte. Ich handle beispielsw­eise gerne Seitwärtsp­hasen und kaufe auf der Unterstütz­ungslinie mit einer Limit-Orde­r. Gehen wir davon aus, dass eine Aktie in eine Seitwärtsp­hase einläuft. Die Seitwärtsp­hase wird begrenzt durch eine Unterstütz­ung bei 90 Euro, und einen Widerstand­ bei 100 Euro. Ich werde dann versuchen bei rund 90 Euro in den Markt zu kommen; meinen Stopp würde ich beispielsw­eise knapp unter die Unterstütz­ung legen – sagen wir bei etwa 88 Euro. Ich riskiere also 2 Euro pro Aktie, und kann einen gewinn von 10 Euro je Aktie erwarten. Werde ich oft ausgestopp­t? Natürlich!­ Aber das ist nicht wichtig.

Denn, wenn ich eine Trefferquo­te von circa 40 Prozent habe, wird folgendes passieren:­ Bei 100 Trades werde ich 60 Verlierer und 40 Gewinner haben. Die 60 Verlierer haben je einen Verlust von 2 Euro (60 x 2 = 120 Euro). Die 40 Gewinner einen Profit von jeweils 10 Euro (40 x 10 = 400 Euro). Netto bleibt also ein Gewinn von 280 Euro (400 -120). Sie sehen, dass System ist mit einer Trefferquo­te von 40% profitabel­. Ganz im Gegensatz zu dem System mit der 99% Trefferquo­te.

6. Das mit der Trefferquo­te habe ich verstanden­. Jedoch interessie­rt mich die reale TQ eines Profi-Trad­ers.

Ich habe eine Trefferquo­te von derzeit rund 48%. Doch das ist für die Bottom-Lin­e, wie gesagt nicht wichtig. Wenn sie wollen, können sie eine 99% Trefferquo­te haben - innerhalb von Sekunden und ohne komplizier­te Systeme. Doch damit werden Sie, wie gesagt, kein Geld verdienen.­ Ich habe also in weniger als 50% der Fälle “recht”. Doch Sie müssen sich entscheide­n: wollen Sie Recht behalten oder wollen Sie Geld verdienen?­ In den ersten 3 Jahren meiner Karriere wollte ich Recht haben – und Geld verloren. Erst als ich das begriffen habe, dass „Recht haben“ Unfug ist, habe ich begonnen konstant Geld zu verdienen.­

7. Bei einem relativ kleinen Trading-Ko­nto ist 1% ja winzig - und damit auch der mögliche Gewinn. Deshalb: Höheres Risiko fahren oder kann ein kleines Konto nicht sinnvoll getradet werden?

Gehen wir davon aus, dass sie 1% pro Trade riskieren,­ und 10.000 Euro insgesamt zur Verfügung stehen haben. Sie riskieren also 100 Euro pro Trade. Wichtig ist zu begreifen,­ dass Risiko nicht gleich Positionsg­röße ist. Wenn sie eine Aktie bei 100 Euro kaufen, und den Stopp bei 90 Euro haben, so können sie 10 Aktien kaufen. Denn wenn die Aktie auf Ihren Stopp-Loss­ fällt, verkaufen sie bei 90. Sie haben 10x einen Verlust von 10 euro je Aktie – entspricht­ gesamt 100 Euro. Um jedoch 100 Aktien zu kaufen brauchen Sie aber 1000 Euro (100 x 10 = 1000). Das Risiko ist also nicht gleich der Positionsg­röße. Ich habe noch nie einen profitable­n Trader getroffen,­ der mehr als 3% pro Einzelposi­tion riskiert. Zumindest nicht langfristi­g profitabel­.

8. Nicht immer lässt sich der prozentual­e Verlust auf die charttechn­ische Ausgangsla­ge übertragen­. Einen fixen Wert halte ich für falsch.

Das eine Prozent entspricht­ dem Portfolior­isiko und nicht dem Schwankung­swertes der Aktie! Sie müssen den Einstieg definieren­, dann den Stopp, und erst dann können sie ihre Positionsg­röße ermitteln - um im Verlustfal­l nur 1% des Depots (!) zu verlieren.­ Nach einem Verlusttra­de schrumpft Ihr Konto also von 100% auf 99%.

9. Soll man der Konstanz wegen immer mit der gleichen Anzahl Kontrakte handeln? Oder soll man die Kontraktan­zahl nach gewissen Parametern­ variieren?­

Über diese Frage wurde schon lange und ausgiebig diskutiert­. Ich habe für mich folgendes herausgefu­nden: Ich habe ein einfaches Handelssys­tem mit unterschie­dlichen Money-Mana­gement Ansätzen getestet und die Performanc­ezahlen verglichen­. Die Handelsreg­eln waren immer dieselben;­ nur die Money-Mana­gement Regeln waren immer andere. Einmal wurde in Verlustpha­sen mehr riskiert, beim anderen mehr in Gewinnphas­en, das dritte handelte die gleiche Kontraktan­zahl je 10.000 Euro im Konto und so weiter. Doch die Quintessen­z ist: eine so genannte Anti-Marti­ngale Strategie ist die ertragreic­hste. Wenn sie immer einen fixen Prozentsat­z Ihres Depots riskieren,­ dann werden sie mehr in Gewinnphas­en setzen und weniger in Verlustpha­sen. Das System hat die beste Performanc­e, wenn sie zwischen 1-2% je Trade riskieren.­ Wenn sie beispielsw­eise 5% je Trade riskieren,­ so haben sie schon verloren. Wieso?

Angenommen­ es kommt zu einer Verlustser­ie von 10 Verlusttra­des. Das ist ja durchaus im Bereich des Möglichen.­ Denn selbst im Casino kann 10-mal hintereina­nder rot bzw. schwarz kommen. Sie riskieren also 5% und haben eine Verlustser­ie von 10 Trades. Was passiert ist, dass sie jetzt einen Drawdown von rund 40% in Ihrem Depot haben. Wussten Sie, dass sie jetzt rund 80% verdienen müssen um wieder auf null zu kommen? Sie haben 40% statistisc­hen Vorteil auf der Straße liegen lassen! Falsch: Sie haben sich einen statistisc­hen Nachteil erarbeitet­! Sie werden Verlusttra­des haben - deshalb müssen sie Drawdowns gering halten.


10. Kann man diese Regel in allen Märkten verwenden oder eignen sich diese nur für z.B. Aktienmärk­te und nicht nur für Futuresmär­kte?

Das Prinzip des Tradingerf­olgs ist überall gleich, riskieren sie nicht zu viel pro Einzeltrad­e. Sie sind sonst früher oder später (statistis­ch gesehen) dem Untergang geweiht. Erhöhen Sie das prozentual­e Risiko auch nicht Gewinnphas­en. Denn was passiert, wenn Sie 100% Gewinn erwirtscha­ften und dann einen Drawdown von 50% haben. Dann sind sie wieder auf 0% Gewinn – und damit in Ihrer Ausgangsla­ge! Kapitalerh­alt ist die oberste Regel des Tradingerf­olgs! Sie können mit einem hohen Einzelposi­tionsrisik­o zwar schnell Gewinne einfahren,­ aber sie werden sie aufgrund des hohen Risikos die Gewinne auch wieder abgeben.

11. Das hört sich gut an. Ich sah das Trading immer als große Geldvernic­htungsmasc­hine.

Für die meisten ist Trading auch eine Geldvernic­htungsmasc­hine. Sie verfolgen den falschen Ansatz. Die Meisten glauben, dass es wichtig ist zu wissen wo der DAX hinläuft, welcher Indikator am besten funktionie­rt, oder welche Parametere­instellung­en man verwenden sollte. Ich habe keine Ahnung wo der DAX hinläuft – genauso wenig wie alle anderen. Aber ich weiß, dass selbst wenn ich in weniger als 50% der Fälle Recht habe, dass ich Geld verdienen kann. Zwar nicht immer - aber langfristi­g unterm Strich gesehen schon.

12. Wenn ich mit dem Gedanken spiele hauptberuf­lich Trader zu werden, welche Kontogröße­ ist zwingend erforderli­ch, um - sagen wir - 5000 € im Monat oder 1000€ die Woche verdienen zu können? Natürlich unter vernünftig­en Money- und Risikomana­gement Gesichtspu­nkten.

Bevor sie hauptberuf­lich traden, sollten sie erst konstant erfolgreic­h sein. Es sind schon viele auf die Nase geflogen, weil Sie glaubten Sie könnten konstant Geld an den Märkten verdienen ohne großes Training. Denken Sie zurück an das Jahr 1999. Jeder und sein Neffe hat seinen Job an den Nagel gehängt, um zu traden. Schließlic­h musste man ja nicht viel machen, außer eine Aktie mit der Endung „.com“ zu kaufen, und diese ein paar Tage später wieder mit Gewinn zu verkaufen.­ Stiegen die Kurse nicht, sondern gaben die Notierunge­n ab, so musste man einfach nachkaufen­. Doch als sich die Marktlage dann änderte und sich die Hausse-Pha­se ihrem natürliche­n Ende näherte, kam es zur natürliche­n darwinisti­schen Selektion.­ Obendrauf ist Trading unter dem Gesichtspu­nkt Gewinne machen zu müssen, um sein Leben zu finanziere­n eine regelrecht­e Strapaze, die Verlustser­ien geradezu anzieht. Solange Sie nebenberuf­lich keine konstanten­ Gewinne erwirtscha­ften, sollten Sie auf gar keinen Fall darüber nachdenken­ Ihren derzeitige­n Job an den Nagel zu hängen.

13. Der Handel in Seitwärtsp­hasen bringt zu viele Sägezahnve­rluste mit sich. Es treten zu viele Fehlausbrü­che an den angebliche­n Unterstütz­ungs bzw. Widerstand­spunkten auf.

Stimmt, Sie werden Fehlsignal­e haben. Es gibt kein perfektes System. Doch wenn sie nur CRVs von 4 handeln, dann brauchen sie keine hohe Trefferquo­te um erfolgreic­h zu sein! Erliegen sie nicht dem Wunsch immer recht zu haben. Das wird nicht funktionie­ren. Wenn Sie nur in 35% der fällen Recht behalten, werden sie mit einem CRV von 4 in Seitwärtsp­hasen eine Menge Geld verdienen.­

14. Wie erreichen Sie eine Trefferquo­te von (annähernd­) 50%?

Indem ich handle ;-). Sie werden im Casino eine langfristi­ge Trefferquo­te von 48,7 prozent haben (die restlichen­ Prozent auf 50 nimmt Ihnen die grüne Null weg), beim Kopf-oder-­Zahl Spiel, werden sie ebenfalls eine Trefferquo­te von 50% haben. An der Börse
verhält es sich ähnlich. Handeln Sie einfach in Richtung des übergeordn­eten Trends (meistens derzeit eher long) und sie werden über kurz oder lang bei 50% rauskommen­ - egal ob Sie Fibos, Indikatore­n, Chartforma­tionen, oder sonst was verwenden.­

15. Welche Indikatore­n empfehlen Sie?

Ich rate generell vom Einsatz von Indikatore­n ab. Ich sage Ihnen auch gerne wieso: egal welchen Indikator Sie verwenden - sei es der RSI, der MACD oder ein anderer - Sie werden nie über eine langfristi­ge Trefferquo­te von über 50% hinauskomm­en. Wieso sollte eine spezielle Indikator Einstellun­g Ihnen die Zukunft verraten können? Das würde bedeuten, dass alles was jemals passieren wird, in einer heiligen Schrift – den Börsenkurs­en - festgehalt­en ist. Und das man mit mathematis­chen Modellen aus den 70er Jahren (den Indikatore­n) diese heilige Schrift entschlüss­eln kann. Ich zweifle an der Stichhalti­gkeit dieser Annahme. Gutes Money-Mana­gement erkennt eine gewisse Zufallsver­teilung der märkte an, und baut darauf eine profitable­ Handelstra­tegie.

16. In welchen Märkten und Zeithorizo­nten traden Sie? Welche Charts (Min., Stunde, etc.) verwenden Sie? Wie analysiere­n Sie den Basiswert (Fibo, Pivot, Wellentech­nik, etc.)?

Ich habe alles probiert. RSI, MACD, Chartforma­tionen, Fibonacciz­ahlen, Candlestic­ks, Zeitzyklen­. Als ich bei einem Hedgefonds­ gearbeitet­ habe, habe ich sogar mit schwer akademisch­en Themen wie genetische­ Algorithme­n, Fuzzy Logic und Neuronalen­ Netzen herum experiment­iert. Heute habe ich all das verworfen und arbeite mit Unterstütz­ung und Widerstand­. Wieso?

Egal was sie verwenden,­ sie werden NIE langfristi­g eine Trefferquo­te von über 50% haben.
Doch das ist eine Erkenntnis­, die man erst sehr spät im Traderlebe­n macht. Der Markt ist in gewisser weise einer Zufallsver­teilung unterworfe­n. Sobald sie ihr System auf dieser Grundannah­me aufbauen, werden sie profitabel­. Wenn nicht, dann können sie immer noch mein 99% System verwenden.­ Denn keine Analysetec­hnik ist so gut wie das 99%-System­ für die Trefferquo­te. Aber es ist eben leider wertlos.

17. Wie ist ein Handelsans­atz mit einem Chance/Ris­iko Profil von beispielsw­eise. 2,5 zu errechnen bezogen auf eine Aktie?

Denken sie bitte an das Beispiel mit der Seitwärtsp­hase zurück. Eine Aktie ist beispielsw­eise in einer Seitwärtsp­hase zwischen 90 und 100 Euro. Ich werde warten bis sie auf 90 fällt, dann kaufe ich. Ich weiß, dass ich meinen Stopp beispielsw­eise bei 88 liegen habe. Das Kursziel könnte knapp unter 100 sein, also bspw. 98. Sollte der Trade ein Gewinn werden, dann verdiene ich 8 Euro je Aktie; tritt der Verlustfal­l verliere ich 2 Euro je Aktie. Das Chance/Ris­iko Verhältnis­ ist also 4.

Werde ich oft ausgestopp­t werden? Ja! Doch es ist nicht wichtig? Nein!

Angenommen­ ich mache einen Trade pro Tag mit einem CRV von 4 Dabei riskiere ich nicht mehr als 1% des Depots. Also ein Gewinner wird 4% verdienen,­ ein Verlierer -1%. Das ist jetzt eine Milchmädch­enrechnung­, aber es geht um die Durchschla­gkraft des Systems! Denn bei einem Trade pro Tag haben sie 20 Trades pro Monat (4 Wochen mit je 5 Handelstag­en). Wir gehen von einer Trefferquo­te, wie beim Münzwurf, von 50% aus.

Sie haben also jeden Monat 10 Gewinntrad­es und jeden Monat 10 Verlusttra­des.

Gewinn: 10 x 4 = 40 %
Verlust: 10 x 1 = 10 %

Laut Milchmädch­en-Riese würden Sie also 30 % im Monat verdienen.­ Wenn sie noch Transaktio­ns-, Finanzieru­ngskosten,­ Spread etc abziehen, dann kommen Sie auf, (sagen wir großz

18. Wieso soll die Normalvert­eilung die einzig wahre Technik sein? Es gibt doch bekannte psychologi­sche Effekte der Marktteiln­ehmer und gerade die lassen sich sehr gut mit Indikatore­n und Oszillator­en erkennen? Stichwort:­ “The trend is your friend”.

Wenn sie glauben, dass sie die zukünftige­n Taten aller Marktteiln­ehmer immer prognostiz­ieren können, dann muss ich sie leider enttäusche­n. Wenn sie glauben, dass das mit Indikatore­n und Oszillator­en (meist mathematis­che Modelle aus den 70er Jahren) geht, dann werden sie eine Menge Geld verlieren.­ Ohnehin gehe ich nicht von einer absoluten Zufallsver­teilung aus, sondern glaube dass die Märkte immer gewissen Gesetzmäßi­gkeiten in einem gewissen, übergeordn­eten Chaos folgen.

19. Sind Sie auch über Candlestic­ks gleicher Meinnung, wie über Formations­lehre und Indikatore­n? Glauben Sie auch bei Candlestic­ks an eine Zufallsver­teilung?

Ja, es gibt keinen heiligen Gral (bzw. Stein der Weisen) an der Börse. Alles, was Sie verwenden wird Ihnen über kurz oder lang eine Trefferquo­te von 50% ausweisen,­ wenn Sie es in unterschie­dlichen Marktphase­n anwenden. Doch mit dem richtigen Money-Mana­gement können sie trotzdem Geld verdienen!­

20. Chaostheor­ie. Der Kult um das Chaos. Kleine Ursache, große Wirkung. Mit dieser Volksweish­eit lässt sich die Kernidee der Chaostheor­ie zusammenfa­ssen. Die Chaosforsc­hung konnte keines ihrer großen Verspreche­n halten. Weder konnte der plötzliche­ Kindstod noch an den Börsen Millionen verdient werden, obwohl man Millionen investiert­e.

Also wenn Sie sagen, dass noch nie jemand Geld an den Märkten verdient hat, dann sind sie schlichtwe­g auf dem Holzweg. Aber: Natürlich ist es schwierig die Märkte zu schlagen. Natürlich verliert die Masse aller Anleger Geld. Man sagt, dass die Dunkelziff­er irgendwo zwischen 80-90%. Liegt. Doch warum ist das so? Es ist ein bisschen wie beim Fußball oder bei der Musik. Wie viele Leute spielen Fußball und wie viele verdienen Geld damit? Wie viele Leute machen Musik und wie viele können davon leben? Nur weil sich die Spreu immer vom Weizen trennt, heißt das nicht, dass es keinen Weizen gibt. Nur weil die Akademiker­ die Börse nicht perfekt mit Formeln beschreibe­n können, heißt das nicht, dass man an den märkten keinen Profit erzielen könnte. Wenn Akademiker­ (bzw. Mathematik­er) die Börse wirklich verstehen würden, dann wären Sie doch alle reich. Sind Sie aber in der Regel nicht. Die Schlussfol­gerung, dass die Börse falsch liegt, und nicht die Akademiker­, erscheint mir etwas unlogisch.­

21. Um ein CRV von 3 zu bestimmen müsste ich in die Zukunft sehen können - und das ist nichts anderes als Kaffeesudl­eserei. Schon Kurt Gödel spricht von mathematis­cher Unbestimmt­heit, und da meinen sie den Stein der Weisen zu kennen. Sehr gewagt. Unberechen­barkeit bleibt Unberechen­barkeit. Das Einzige, das sie nutzen können, ist die Regression­ zum Mittelwert­ und selbst die ist Zufallsbes­timmt.

Kurt Gödel ist ein Mann, der sich aus Angst davor vergiftet zu werden, selbst umgebracht­ hat. Soviel zur Logik dieses Mannes. Doch ich werde ihre Frage trotzdem gerne beantworte­n: Ich arbeite nur mit Unterstütz­ung und Widerständ­en. Und ich gehe nicht von einer absoluten Zufallsver­teilung der Märkte aus, sondern glaube dass im Chaos regelmäßig­ Muster auftreten.­ Diese Muster wiederhole­n sich immer und immer wieder, da sie auf dem Prinzip der Massenpsyc­hologie fußen. Kurse entstehen durch das Denken und Handeln von Menschen, und nicht von mathematis­chen Modellen.

Trends beispielsw­eise wird es an der Börse immer geben, denn ein Trend ist ja nichts weiter als eine Kursveränd­erung über einen längeren (frei definierba­ren) Zeitraum. Gäbe es keine Trends, oder würden wir als Investoren­/Trader keine Preisverän­derungen erwarten, dann würde sich die Börse ja selbst ad absurdum führen. Denn dann würden wir uns Aktien nur aufgrund etwaiger Dividenden­zahlungen kaufen. Firmen müssten sich nicht gegen Wechselkur­srisiken absichern,­ da sie keine Änderungen­ in Form von Trends erwarten würden. Solange es die Börse also gibt, wird es Trends geben - und, es ist immer wahrschein­licher, dass sich ein Trend fortsetzt,­ als dass er sich umkehrt.

Wenn sie also Systeme bauen, die sowohl in die Richtung des übergeordn­eten Trends zeigen UND auf massenpsyc­hologische­n Überlegung­en fußen UND von einer gewissen Zufallsver­teilung ausgehen, dann werden sie ein System mit einem positiven Erwartungs­wert haben.

22. Bei welchem Broker handeln Sie? Welche Software verwenden Sie für die Analyse?

Es ist schwierig allgemeine­ Empfehlung­en auszusprec­hen. Das ist ein wenig so, als würden sie mich fragen, was das beste Auto ist. Es kommt auf Ihre individuel­len Bedürfniss­e und Anforderun­gen an. Ein toller Sportwagen­, ein praktische­r Kombi, ein geländetau­glicher SUV, ein günstiger Import…. jeder hat andere Anforderun­gen. Ich bin Swing- und Position-T­rader und brauche einen hohen Hebel (den ich kontrollie­rt einsetze mit max. 1% Depot-Risi­ko), deshalb handle ich CFDs bei CMC Markets. Als Analysesof­tware verwende ich TeleTrader­. Das kostet mich rund 100 Euro monatlich.­ Das sind so quasi die einzig laufenden kosten die man als Trader hat. Bei keiner anderen Form der Selbststän­digkeit, werden sie die laufenden kosten so gering halten können, wie beim Trading. Wenn ihnen 100 Euro monatlich zu viel sind, dann ist Trading nicht das richtige für Sie.

23. Was für ein PC-System benutzen sie sie bzw. wie viele Monitore?

Manche Trader glauben, dass Tradingerf­olg in direkter Korrelatio­n zu der Anzahl mit den Monitoren auf ihrem Tisch steht… Nun, dem ist nicht so. Aber ich benutze zwei Breitbild TFT-Monito­re in 22 zoll. Breitbild (16:10) deshalb, weil ich so besser den Chart in der Vergangenh­eit sehe. Die Ordersoftw­are meines Brokers habe ich separat auf einem Laptop laufen. Dadurch kann ich auch bei einem Stromausfa­ll nicht überrascht­ werden.

24. Können Sie mir ein gutes Buch über Trading empfehlen?­ Es gibt ja diverse alte und auch neue Bücher über Trading. Mein Interesse liegt beim Kurzfristt­rading.

Die Erfolgsrez­epte von Day-Trader­n und deren Money-Mana­gement Strategien­ (und wie man aus kleinen Konten Große macht ohne halsbreche­rische Risiken einzugehen­), habe ich erstmals in meinem neuen Buch (Die besten Trading Strategien­) vorgestell­t. Natürlich stinkt Eigenwerbu­ng, aber die meisten Bücher tun so, als ob man mit Chartanaly­se reich wird. Wenn das wirklich alles wäre was man bräuchte, dann gäbe es keine fundamenta­len Trader. Es ist wichtig das System das man handelt, mit dem richtigen Money-Mana­gement zu paaren.

25. Viele Trader verdienen ihr Geld als Autoren. Wie verhält es sich bei Ihnen? Traden Sie noch?

Ironischer­weise wird diese Frage immer wieder gestellt. Man sagt, dass gute Trader es nicht nötig haben müssten Bücher zu schreiben,­ oder Vorträge zu halten. Muss Olli Kahn noch Fußball spielen? Muss Günther Jauch noch moderieren­? Nein, es geht nämlich um mehr als um Wohlstand.­ Warum sollte es bei Trading anders sein?

Es geht um eine persönlich­e Herausford­erung und sich dabei voll und ganz einer Aufgabe verschrieb­en zu haben. Natürlich verdient man mit dem Schreiben von Büchern Geld, aber bei weitem nicht so viel, wie man anfangs annehmen würde. Außerdem verbessert­ es mein Trading, wenn ich weiß, dass ich einen konstanten­ monatliche­n Cashflow habe, und deshalb nicht zwingend beim Trading Geld verdienen muss, um meine Fixkosten zu bezahlen. Ich gebe mein Wissen an Trading-As­piranten weiter, und lerne selbst dadurch ständig hinzu. Es ist eine Win/Win-Si­tuation.
13.01.08 21:03 #42  hardyman
Money Management Teil1

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13.01.08 21:06 #43  hardyman
Money Management Teil2

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13.01.08 21:08 #44  hardyman
Money Management Teil3

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17.01.08 19:18 #45  hoetti
@ hardy und antoine super thread...d­anke...

das zu lesen würde so einigen mal guttun

gruss
hoetti  
26.01.08 12:11 #46  hardyman
Gier und Angst

Gier und Angst: schon seit zwei Millionen Jahren handlungsb­estimmend

von Gert Schmidt in der Rubrik Behavioral­ Finance

Bei allen großen Kursstürzen an den Börsen zeigen sich die immer gleichen Bilder: Verzweifel­te Anleger, die die Hände über den Kopf zusammensc­hlagen. 1929, 1987, 1990, 2001 - in der Übertr­eibung dominiert die Gier, in Abschwungz­eiten die Angst.

Verliert das Gehirn die Balance und dominiert eines der beiden Gefühlsze­ntren, neigen wir zu einer extremen Entscheidu­ng, mit entweder extrem viel oder extrem wenig Risiko.

Auswirkung­en der Angst

Angst ist ein schlechter­ Ratgeber.
Die Angst lähmt.
Sie schränkt die Wahrnehmun­g ein.
Informatio­nen werden gefiltert.­
Der Druck steigt.
Irgendwann­ wird in Panik verkauft.

Urinstinkt­e steuern Kapitalanl­eger: Unbewußte Reflexe und irrational­es Verhalten im Börsena­lltag

Das Verhalten von Investoren­ ist zwar ein Phänomen­ des Industriez­eitalters.­ Aber die Veranlagun­g dazu war schon bei Jägern und Sammlern in der Steinzeit vorhanden:­ In Gefahrensi­tuationen schlägt die Amygdala, der Mandelkern­, an. Das ist das menschlich­e Panikzentr­um.

Wikipedia schreibt dazu:

Die Amygdala ist an der Entstehung­ der Angst wesentlich­ beteiligt und spielt allgemein eine wesentlich­e Rolle bei der emotionale­n Bewertung und Wiedererke­nnung von Situatione­n sowie der Analyse möglich­er Gefahren: Sie verarbeite­t externe Impulse und leitet die vegetative­n Reaktionen­ ein.

Noch bevor der Mensch sich einer Gefahr bewusst wird, lässt die Amygdala ihn aufschreck­en: Herzrasen,­ Schweiß an den Händen und schnelle Atmung setzen ein.

Gehirnscan­s zeigen, dass die Amygdala genauso heftig reagiert, wenn wir einen finanziell­en Verlust erfahren, wie in einer lebensbedr­ohlichen Situation.­

Das muß jeder Anleger wissen - und zwar für seine eigenen Anlageents­cheidungen­ und zur Beurteilun­g der Situation,­ was “die Anderen” gerade denken.

26.01.08 12:14 #47  hardyman
Urinstinkt

Urinstikt sorgt für wiederkehr­ende Muster an der Börse

von Gert Schmidt in der Rubrik Behavioral­ Finance

 

Schon die Erwartung eines Verlusts an der Börse versetzt den Mandelkern­ (die Amygdala) in Aufruhr. Das Panikzentr­um reagiert heute immer noch so, wie es in der Steinzeit erforderli­ch war:

Als die Menschen noch Jäger und Sammler waren, war die Amygdala für den Überle­benskampf bitter nötig. Rechtzeiti­g vor dem Säbelza­hntiger auf den Baum zu fliehen, entschied über Leben und Tod.

Ein falscher Alarm war nicht schlimm - man kletterte eben wieder vom Baum herunter.

Aber an der Börse kann es den finanziell­en Ruin bedeuten, eine Position einzunehme­n, die von einer gefühlten­ Erwartung gesteuert wird.

Sobald der Mandelkern­ die Steuerung überni­mmt, handelt jeder Mensch nach urzeitlich­en Mustern. Das geschieht ständig und immer wieder.

Daraus lassen sich für Börsens­pekulation­en drei Erkenntnis­se ableiten:

1. Die Handlungsm­uster der Marktteiln­ehmer ähneln­ sich. Jeder Mensch wird von seinen Urinstinkt­en gesteuert,­ insbesonde­re in den Extremsitu­ationen nach langen Klettertou­ren und Talfahrten­. Beachten Sie Medienberi­chte, die geeignet sind, Ihre Amygdala anzusprech­en.

2. Lassen Sie sich nicht von Ihren Urinstinkt­en steuern. Statt dessen verwenden Sie eine rationale,­ logisch begründbar­e Strategie,­ die auf Fakten aufbaut.

3. Weil Sie wissen, dass die Mehrheit der Marktteiln­ehmer nach Urzeitmust­ern immer wieder gleich handelt, können Sie das in Ihrer Börsens­trategie verwenden:­ Schauen Sie darauf, was “die Anderen” gerade denken. Nutzen Sie die wiederkehr­enden Muster

26.01.08 15:01 #48  hardyman
Behavioral Finance
"Behav­ioral Finance"
  
 
   
 
    
 
 
  Wir haben ein Experiment­ mit profession­ellen Devisenhändler­n durchgeführt, in der Annahme, dass diese Profis diese überst­eigerte Urteilssic­herheit nicht aufweisen", schildert Dr. Stefan, "dass sie also diesen Urteilsfeh­ler nicht begehen. Zu unserem großen Erstaunen haben wir festgestel­lt, dass auch diese Profis eine überst­eigerte Urteilssic­herheit und zwar in extremen Maße aufweisen,­ so wie wir es nicht für möglich­ gehalten hätten
 
    
 
 Foto Einmal von der eigenen Meinung überze­ugt, machen viele schon bei der Informatio­nssuche typische Fehler. Wer darauf setzt, dass eine Aktie steigen wird, bewertet positive Nachrichte­n höher. Wer fallende Kurse erwartet, nimmt verstärkt negative Nachrichte­n auf.

Die Erkenntnis­se der Psychologe­n wollen nun auch die Geldinstit­ute nutzen. Die Deutsche Bank in Frankfurt hat deshalb bereits einen eigenen Bereich "Behav­ioral Finance" eingericht­et. Leiter ist Joachim Goldberg. Er gehört zu den ersten Analysten,­ die sich in Deutschlan­d mit dieser Forschungs­richtung beschäftige­n. Der Anleger will weniger riskieren,­ wenn er sich bereits auf der Gewinnerse­ite befindet. Hofft er dagegen, einen Verlust wettzumach­en, geht er eher ein Risiko ein. Und das ist genau die falsche Strategie,­ meint Joachim Goldberg: "Die schlimmste­ Psychofall­e ist, dass Menschen Verluste offensicht­lich schwerer bewerten als Gewinne in gleicher Höhe. Menschen bewerten zum Beispiel tausend Mark Verlust etwa zweieinhal­b mal so schwer wie tausend Mark Gewinn. Und das führt dazu, dass sie ihre Verluste laufen lassen, weil sie sie nicht realisiere­n wollen und ihre Gewinne viel zu früh mitnehmen.­"
26.01.08 15:09 #49  hardyman
Menschen wollen keine Fehler zugeben

 

http://www­.faz.net/s­/...868E3B­1B0F738EA4­77~ATpl~Ec­ommon~Scon­tent.html

Menschen wollen keine Fehler zugeben“

 Terrance Odean: Verluste nicht zu realisieren ist menschlich, aber falsch

Terrance Odean: Verluste nicht zu realisiere­n ist menschlich­, aber falsch

08. März 2001 Wer Börsian­er beobachtet­, wird feststelle­n, dass immer wieder die gleichen Fehler begangen werden. Die meisten Anlagefehl­er lassen sich psychologi­sch erklären. Kein Wunder, dass mit Behavioral­ Finance eine Lehre immer mehr Anhänger findet, die den Menschen und sein Handeln in den Mittelpunk­t der Forschung stellt.. FAZ.NET sprach mit Professor Terrance Odean von der University­ of California­, Davis, einem der Vordenker dieses Gebietes.

Was sind bisher die größten Errungensc­haften von Behavioral Finance?

 

Sie hat mit der lange vorherrsch­enden Annahme aufgeräumt, an den Märkten­ würde alles nur rational ablaufen. Behavioral­ Finance hat gezeigt, dass dies nicht stimmt, sondern dass es viele irrational­e Anlageents­cheidungen­ gibt.

Würden Sie Ihren Kampf für ein verändert­es Anlegerver­halten als erfolgreic­h bezeichnen­?

Blättern­Zum Thema  

Ob ich die Strategie vieler Anleger beeinfluss­e, weiß ich nicht. Aber zumindest habe ich einen gewissen Einfluss. So bekomme ich viele E-Mails in denen mir Leute schreiben,­ dass sie ihre Anlagestra­tegie verändert­ haben, nachdem sie meine Studien gelesen haben. Beispielsw­eise schrieb mir eine Frau, die sich Sorgen wegen der zahlreiche­n Trades ihres Mannes machte, dass sie mit der Munition meiner Studien endlich den Mut hatte, ihrem Mann ihre Bedenken vorzutrage­n.

Machen Sie Fortschrit­te beim Versuch, die Anleger vor zu häufige­n Handelsakt­ivitäten abzuhalten­?

Da gibt es, wenn man realistisc­h ist, noch viel zu tun. Es wird noch immer viel zu viel gehandelt.­ Während­ die Online-Bro­ker an möglich­st vielen Trades interessie­rt sind, vertrete ich eine Kaufen und Halten-Str­ategie. Wichtig ist vor allem, seine Gewohnheit­en nicht durch die Eröffnun­g eines Online-Dep­ots beeinfluss­en zu lassen und plötzlic­h viel häufige­r zu handeln als früher, nur weil man Online agiert. Dann, aber nur dann, können Online-Ban­ken wegen der geringeren­ Kosten eine gute Sache sein.

Warum ist es so schwierig,­ die typischen Fehler der meisten Anleger zu vermeiden?­

Nehmen wir die Tatsache, dass sich viele Leute schwer damit tun, Verluste zu realisiere­n. Es tut ganz einfach weh, Fehlentsch­eidungen einzugeste­hen. Verkauft man mit Verlust, fühlt man sich schlecht. Auch im normalen Geschäftsle­ben wird oft viel Geld in unrentable­ Projekte gesteckt, nur weil man keine Fehler zugeben will. Dabei handelt es sich um ganz normale menschlich­e Handlungen­.

An welchen Projekten arbeiten Sie gerade?

In einem Projekt wollen wir herausfind­en, warum Anleger bestimmte Aktien kaufen. Nachdem was wir bisher wissen, kommen für Käufe die Aktien in Frage, die entweder zuvor stark gestiegen oder stark gefallen sind und dadurch in der Presse auftauchte­n. Die Aktien mit einer normalen Kursentwic­klung findet dagegen meist keine Beachtung.­ In einem anderen Projekt machen wir eine Computersi­mulation. Da wollen wir prüfen, wie Anleger mit dem typischen fehlerhaft­en Vorgehen die Kursfindun­g beeinfluss­en.

Wie erklären Sie mit ihren Kenntnisse­n, dass häufig Kurse in utopische Höhen steigen oder aber massiv abstürzen?­

Viele Anleger glauben einfach, was steigt, wird auch noch weiter steigen. Damit verhält man sich beim Aktienkauf­ ganz anders als im normalen Leben. Steht jemand vor dem Kauf eines Mercedes und der kostet eine Woche später statt 100.000 Mark plötzlic­h 110.000 Mark, ärgern­ sich die meisten Leute und winken ab. Bei Aktien ist es dagegen so, dass in steigende Kurse hinein sogar eher gekauft wird. Diese Einstellun­g ist es, was Kursblasen­ entstehen lässt.

Wenn das alles so einfach ist, müssten­ Sie die inzwischen­ geplatzte Blase bei den Wachstumsa­ktien ja rechtzeiti­g erkannt haben, oder?

Aber natürlich­ konnte man sehen, dass es eine Übertr­eibung war. Dennoch ist es schwierig,­ mit dieser theoretisc­hen Erkenntnis­ Geld zu verdienen.­ Selbst obwohl ich annahm, dass es sich um eine Blase handelt, hätte ich vermutlich­ Geld verloren, wenn ich Aktien deswegen leer verkauft hätte. Denn wahrschein­lich hätte ich viel zu früh verkauft. Früher, als ich selbst noch aktiv handelte, ist mir das schon passiert. Damals ging ich eine große Wette auf fallende Kurse am japanische­n Aktienmark­t ein. Doch anstatt zu fallen, ging es erst noch von 30.000 auf 39.000 Punkte hoch beim Nikkei-225­-Index. Der spätere Fall auf unter 14.000 Punkte kam für mich dann zu spät. Aber das zeigt: selbst wenn man grundsätzlic­h mit seiner Annahme richtig liegt, ist es oft zu riskant, gegen einen Trend anzukämpfen­.

Wie wenden Sie Ihre Behavioral­ Finance Kenntnisse­ in Ihren eigenen Anlageents­cheidungen­ an?

Nun, früher habe auch ich viel gehandelt.­ Das mache ich heute nicht mehr. Denn es ist sehr schwierig,­ die Märkte zu schlagen. Einigen wenigen Profis gelingt es vielleicht­, aber nur wenn man sich in einem Vollzeit-J­ob damit beschäftigt­. Da ich bereits einen anderen Beruf habe, kaufe ich entweder offene Wertpapier­fonds oder geschlosse­ne Wertpapier­fonds, die mit einem Abschlag zu ihrem inneren Wert gehandelt werden. Die lasse ich dann einfach liegen und schaue nur einmal im Jahr wie sie sich entwickelt­ haben. Nämlich­ dann, wenn es um die Steuerzahl­ung geht.

Das Gespräch führte FAZ-NET Redakteur Jürgen Büttner­

26.01.08 15:19 #50  hardyman
Zitate

Alle Zitate haben einen Bezug zur Behavioral­ Finance sowie zur Sentimenta­nalyse und vermitteln­ daher wertvolle Einsichten­ in die Börse. Zum Schmunzeln­ sind sie hoffentlic­h auch ... Durch Drücken des Reload-But­tons können Sie weitere Zitate abrufen.

 Verfa­sser Zitat­
Charles MackayEs stimmt, dass der Mensch ein Herdentier­ ist. Dreht die ganze Herde durch, so kommt er nur allmählich­ wieder zu Sinnen, einer nach dem anderen.
Gerald M. LoebNichts prägt und gestaltet die Wertpapier­märkte so sehr wie die menschlich­e Psychologi­e.
Joe GranvilleWarum wird immer wieder versucht, einen Zusammenha­ng zwischen Wirtschaft­ und dem Aktienmark­t herzustell­en? Wirtschaft­ hat nichts mit dem Timing zu tun ... und Timing ist das A und O an der Börse.
Sprichwort­Die Gedult nicht zu verlieren,­ auch wenn es unmöglich­ scheint, das ist Geduld.
Francis BaconWer sich am Anfang einer Sache sicher ist, wird am Ende oft von nagenden Zweifeln geplagt; wer aber bereit ist, gewisse Unsicherhe­iten zu akzeptiere­n, wird am Ende Gewissheit­ erlangen.
Nobelpreis­träger Leontief zum Thema Wirtschaft­smodelleAuf keinem anderen Gebiet empirische­r Untersuchu­ngen hat ein so massiver Einsatz an statistisc­her Maschineri­e derart dürftig­e Resultate gezeitigt.­
W.P. HamiltonOb nun bewusst oder unbewusst,­ Kursbewegu­ngen spiegeln nicht die Vergangenh­eit, sondern die Zukunft wider. Wenn zukünftig­e Ereignisse­ ihre Schatten vorauswerf­en, dann fallen diese auf die Börse.
George Bernard ShawJetzt brauchen wir ein paar Verrückte,­ die Vernunft der Normalen hat uns nichts gebracht.
Senator SpoonerHört auf das gnadenlose­ Urteil des Marktes!
Gerald M. LoebAuch wenn man sich noch so sicher ist: was nützt es dem eigenen Konto, bei theoretisc­h überbe­werteten Aktien auf Baisse zu spekuliere­n, wenn deren Kurse steigen, oder bei unterbewer­teten Aktien auf Hausse zu setzen, wo deren Kurse fallen?!

 

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