BASF
| eröffnet am: | 20.11.06 13:17 von: | Georg_Büchner |
| neuester Beitrag: | 17.04.26 17:34 von: | Cedico |
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BASF: Shortpositionen aufbauen?
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Auch wenn die Aktie von BASF jüngst über das bisherige Verlaufshoch bei 68,45 Euro ausgebrochen ist, kann die Gesamtlage des Aktienkurses nicht rundweg als bullish bezeichnet werden.

- Doppeltop oder Aufbruch zu neuen Ufern, lautete die Devise. ( mic )
Also ACHTUNG aufpassen was kommt !
"Was sagte
doch gleich Kamieth.....es ist überschaubar...ich lach mich schlapp" Worauf beziehst du dich hier und warum lachst du dich schlapp?
Danke und Gruss
Die Aussage von Kamieth, das es überschaubar ist und kurz darauf eine massive Preiserhöhung angekündigt wird ist doch selbsterklärend (es ist alles andere aber nicht überschaubar).
Gruß
https://www.finanznachrichten.de/...scheitert-der-kurs-erneut-486.htm
Das ist nicht das was ich klassischerweise bei eine Preissteigerung vermute. Aber kann natürlich bei der BASF der Fall sein, du musst es wissen als ehemaliger (?) Insider.
Wenn die NAPHTHA-Preise weiterhin so angespannt bleiben erwarte ich weitere Preiserhöhungen in anderen Bereichen. Bei manchen Chemikalienpreisen gibt es Preisformelverträge, d.h. die NAPHTHA-Preiserhöhungen werden direkt an den Kunden durchgereicht.... die sind aber in der Minderheit. Generell muss man festhalten, das steigende NAPHTHA-Preise direkt auf die Marge durchschlagen und umgekehrt die Marge direkt erhöhen. Die Stärke hängt auch noch vom Veredelungsgrad des Produktes ab. Je höher veredelt das Produkt um so geringer der Effekt. Bei den sogenannten Basischemikalien ist er am höchsten.
Gruss
Und für BASF ist Effiziienz kein Fremdwort, musste mansch hierzulande doch schon seit längerem darum kümmern. Also ich sehe BASF weiterhin als recht gut aufgestellt an. Chemie bleibt aber natürlich zyklisch.
In der Branche gibt es eine Art Beamtenmikado..., wer sich zuerst bewegt hat verloren. Das heißt der Erste erhöht die Preise und die anderen warten ab und zögern hinaus um dann die verärgerten Kunden zu übernehmen. Diese müssen dann beim neuen Lieferanten auch einen höheren Preis zahlen aber nicht so hoch wie bei dem der zuerst die Preise angehoben und den Kunden verärgert hat. Diesen Effekt darf man auf keinen Fall unterschätzen, ich bin hier mehrfach leidgeprüft. Wenn die Geschäftsverluste dann Größenordnungen erreichen, so das die Produktionsanlagen in einen unprofitablen Bereich absacken, dann ist aber so richtig die Kacke am dampfen! Um das auszugleichen muss dann mit Dumpingpreisen versucht werden die verlorenen Kunden und die nötigen Absatzmengen zurückzugewinnen. Was das dann letztlich für den Profit bedeutet brauche ich wohl nicht zu erläutern.
der Aniliner a.D.
Die Anteile der Ludwigshafener zeigen relative Stärke und bereiten einen Ausbruch vor, aber reicht der Rückenwind für diesen charttechnischen Kraftakt?
Lesen Sie den ganzen Artikel: BASF-Aktie: Das ist beeindruckend, aber ...
Ich halte still, bis nach der Divi/HV.
Gibt's eigentlich bei der noch folgenden Abspaltung (IPO) Aktienzuteilungen für die Aktionäre?
War ne tolle Sache bei ThyssenKrupp mit TKMS.
Dann würden steigende Kurse zusätzlich Sinn machen.
China wird man sehen, inwiefern das ins Ergebnis einfließt, ist aber auch kein 1000%ig sicheres Unterfangen.
Davon ab kommt der Diviabschlag und über den Sommer mit fragiler pol. Lage und aktuell hohen Energiepreisen sehe ich irgendwie keinen Sinn in wahnsinnig steigenden Kursen. Sparprogramm, ARP helfen, aber eigentlich besteht der Zauber doch oft in zu erwartenden Steigerungen auf der EinnahmeEinnahmeseite, die derzeit hauptsächlich in Verkäufen bestehen. Dazu kommen die untwrnehmensfeindlichen Regierungen des Landes... Für mich war bei 54,8x erstmal Schluss. Sollte der Kurs nie mehr darunter zurückkommen, sei es allen hier gegönnt.
Das ARP ist zweischneidig. Auf dem Niveau finde ich es in Ordnung, etwas hoch angesetzt m. E. aber nicht zwingend beflügelnd. Die HV ist in Kürze, der Abschlag kommt dann und auch für diejenigen Verbleibenden ist ein günstiger Rüvkkaufkurs nicht verkehrt. Die positive Kostenentwicklung in China ist gut und wäre für mich jetzt ein Proargument, allerdings ist schwer absehbar, wie sich der dortige Immomarkt entwickelt, was die Hormussituation mit chinesischen Rohstoffpreisen macht und was darauf basierend dann das chinesische Werk wirklich abwirft, die Weltwirtschaftslage, die für einen hohen Absatz besser positiv sein sollte, mal kaum eingeworfen. Wie geschrieben wünschen ich allen einen guten Kurs, allerdings nehme ich lieber die Steuererstattung und warte ab.
Erstmal ist es für alle Dringebliebenen schön, dass es bei 54,x noch Interessenten zu geben scheint.
Grüße aus LU,
BASF MA a.D.
BASF ist kein Wachstumswunder, sondern ein industrielles Schwergewicht mit enormer Substanz, hoher Zyklik und derzeit immer noch deutlich unter seinem eigentlichen Ertragspotenzial. Genau darin liegt der Reiz der Aktie. Wer BASF kauft, kauft keinen glamourösen Compounder, sondern einen globalen Chemiekonzern, der in schwachen Phasen unerquicklich aussieht, in normalen bis guten Chemiezyklen aber sehr viel mehr verdienen kann, als die aktuellen Gewinnkennzahlen vermuten lassen. Zum Stand 15. April 2026 notiert die Aktie auf Xetra bei 52,90 Euro. (BASF)
Zur Einordnung: BASF hat 2025 einen Umsatz von 59,7 Milliarden Euro erzielt, nach 61,4 Milliarden Euro im Vorjahr. Das EBITDA vor Sondereinflüssen lag bei 6,554 Milliarden Euro, das EBIT vor Sondereinflüssen bei 2,887 Milliarden Euro, der ausgewiesene Nettogewinn bei 1,619 Milliarden Euro. Das Ergebnis je Aktie betrug 1,82 Euro, das bereinigte Ergebnis je Aktie 2,24 Euro. Der operative Cashflow lag bei 5,6 Milliarden Euro, der Free Cashflow bei 1,3 Milliarden Euro, die Investitionen bei 4,0 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalquote lag bei 45,1 Prozent, die Nettoverschuldung zum Jahresende bei 18,329 Milliarden Euro. BASF hatte Ende 2025 weltweit 108.251 Beschäftigte.
Damit ist BASF bilanziell nicht schwach, aber auch nicht so komfortabel, dass man Probleme einfach weglächeln könnte. Der Konzern ist robust genug, um durch schwierige Jahre zu kommen, doch die Ertragskraft ist im Verhältnis zur Kapitalbasis noch klar zu niedrig. Die ausgewiesene Bewertung wirkt auf den ersten Blick nicht billig: Auf Basis des berichteten Gewinns 2025 liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei rund 29, auf Basis des bereinigten Gewinns bei rund 23,6. Die vorgeschlagene Dividende von 2,25 Euro je Aktie entspricht auf dem Kursniveau vom 15. April 2026 einer Rendite von gut 4,25 Prozent. Die Marktkapitalisierung liegt grob bei 47,2 Milliarden Euro. (BASF)
Wer daraus schließt, BASF sei teuer, greift zu kurz. Das Problem ist nicht primär die Bewertung, sondern das aktuell noch gedrückte Gewinnniveau. BASF ist stark zyklisch. In einer schwachen europäischen Industrie, bei verhaltener globaler Chemienachfrage, hohen Energiekosten in Europa und anhaltenden geopolitischen Spannungen sehen die Gewinne zwangsläufig mager aus. Entscheidend ist deshalb die Frage, ob BASF strukturell beschädigt ist oder nur unterdurchschnittlich verdient. Ich halte Letzteres für wahrscheinlicher. Das Unternehmen selbst erwartet für 2026 ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro und einen Free Cashflow zwischen 1,5 und 2,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig soll der Capex nach den sehr investitionsintensiven Jahren sinken, auf 3,4 Milliarden Euro für 2026. (BASF)
Das Geschäftsmodell von BASF ist im Kern weiterhin stark. Der Verbund ist der große strategische Vorteil des Konzerns: Produktionsketten, Energie- und Stoffströme sowie Infrastruktur werden so integriert, dass Nebenprodukte an anderer Stelle weiterverwendet werden. Das spart Rohstoffe, Energie, Logistik und Kosten. Genau dieser Verbundgedanke ist einer der Gründe, warum BASF über sehr lange Zeit zu den leistungsfähigsten Chemiekonzernen der Welt gehörte. BASF betreibt laut eigener Darstellung sieben Verbundstandorte und rund 234 weitere Produktionsstandorte weltweit. (BASF)
Historisch ist BASF eines der bedeutendsten Industrieunternehmen Deutschlands. Gegründet wurde das Unternehmen am 6. April 1865 als „Badische Anilin- & Sodafabrik“. Aus einem Farbstoffhersteller wurde schrittweise ein Chemieriese. Ein zentraler historischer Meilenstein war die Industrialisierung der Ammoniaksynthese: 1913 nahm die erste Ammoniakanlage ihren Betrieb auf, basierend auf dem Haber-Bosch-Verfahren, das BASF unter Carl Bosch in den industriellen Maßstab überführte. Das war nicht irgendeine technische Verbesserung, sondern eine industrielle Zäsur. Nach den Verwerfungen des 20. Jahrhunderts, einschließlich der Einbindung in I.G. Farben 1925, entwickelte sich BASF nach dem Krieg erneut zu einem eigenständigen globalen Chemiekonzern. (BASF)
Heute ist BASF breiter aufgestellt als viele Anleger auf den ersten Blick sehen. Der Konzern gliedert sich in die Segmente Chemicals, Materials, Industrial Solutions, Nutrition & Care, Surface Technologies und Agricultural Solutions. 2025 kamen die höchsten Beiträge zum EBITDA vor Sondereinflüssen aus Agricultural Solutions mit 2,081 Milliarden Euro sowie Materials mit 1,575 Milliarden Euro. Schwächer waren Chemicals mit 853 Millionen Euro und Nutrition & Care mit 649 Millionen Euro. Das zeigt zweierlei: Erstens ist BASF kein reines Basischemikalien-Unternehmen mehr. Zweitens ist die Ertragslage innerhalb des Konzerns sehr unterschiedlich.
Für die nächsten Jahre ist besonders wichtig, dass BASF nach der Phase hoher Investitionen wieder in eine Phase besserer Kapitaldisziplin übergeht. Der neue Verbundstandort in Zhanjiang in China ist dabei der größte strategische Hebel. BASF hat den Standort im März 2026 offiziell eingeweiht. Der Steamcracker, das Herzstück des Standorts, wurde im Januar 2026 wie geplant gestartet. Laut BASF sind am Standort bereits 18 Anlagen erfolgreich angelaufen und 32 Produktionslinien in Betrieb. Zudem ist die Anlage vollständig mit erneuerbarem Strom versorgt. Das ist strategisch bedeutsam, weil BASF damit näher an den wachsenden asiatischen Märkten produziert und gleichzeitig moderne, integrierte Kapazitäten aufbaut. (BASF)
Das ändert aber nichts daran, dass BASF ein schwieriges Europa-Problem hat. Ludwigshafen bleibt das Herz des Konzerns, aber Europa und besonders Deutschland leiden unter strukturell höheren Energie- und Regulierungskosten. BASF reagiert darauf seit geraumer Zeit mit Kostensenkungen, Portfolioanpassungen und einer stärkeren regionalen Ausbalancierung. Das ist vernünftig, aber es bedeutet eben auch: Ein Teil der früheren europäischen Überrenditen kommt wahrscheinlich nicht zurück. Wer auf eine einfache Rückkehr zu den alten Margen in Europa setzt, dürfte zu optimistisch sein. Wer dagegen annimmt, BASF könne trotz dieser Probleme global wieder deutlich besser verdienen, liegt aus meiner Sicht näher an der Realität. (BASF)
Für 5 bis 15 Jahre ist die Aktie vor allem ein Fall für Anleger, die mit Zyklen umgehen können. BASF hat mehrere Dinge, die langfristig wertvoll bleiben dürften: globale Marktpositionen, technologische Tiefe, Verbundvorteile, eine große installierte Produktionsbasis, starke Kundenbeziehungen in vielen Industrien und eine nach wie vor relevante Forschungs- und Entwicklungskapazität. Gleichzeitig ist BASF kein Unternehmen, das strukturell mit hohen zweistelligen Raten wachsen wird. Es bleibt kapitalintensiv, energieabhängig und zyklisch. Wer hier investiert, setzt eher auf Ertragsnormalisierung, Cashflow-Erholung, Dividenden und eine vernünftigere Kapitalrendite als auf spektakuläres Umsatzwachstum. (BASF Report 2025)
Meine Einschätzung der Aktie ist deshalb klar: BASF ist auf dem aktuellen Niveau kein Selbstläufer, aber für langfristige Anleger mit Geduld attraktiv. Die Aktie ist kein offensichtliches Schnäppchen auf Basis der gegenwärtigen Gewinne, wohl aber günstig bis fair, wenn man an eine schrittweise Normalisierung der Ertragskraft glaubt. Entscheidend ist, dass das Unternehmen seine 2028-Ziele nicht verfehlt. BASF will bis 2028 ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 9 bis 11 Milliarden Euro erreichen, einen ROCE von rund 10 Prozent und eine Dividende von mindestens 2,25 Euro je Aktie anstreben. Das ist ambitioniert, aber nicht unrealistisch, wenn Chemiezyklus, Auslastung und Kapitaleffizienz sich verbessern. (BASF)
Daraus leite ich folgende Kursziele als eigene Einschätzung ab. Im Negativszenario, also bei anhaltend schwacher Industrie in Europa, zäher globaler Nachfrage und nur mäßiger Ergebnisverbesserung, sehe ich die Aktie eher im Bereich von 40 bis 48 Euro. Im Basisszenario, also bei einer moderaten Ergebnisnormalisierung, sinkendem Capex, etwas besserem Free Cashflow und glaubwürdiger Umsetzung der Strategie, halte ich auf Sicht von 12 bis 24 Monaten 58 bis 68 Euro für plausibel. Im optimistischen Szenario, also bei einer echten zyklischen Erholung und erkennbarer Annäherung an die 2028-Ziele, sind 75 bis 90 Euro denkbar. Das ist keine sichere Prognose, sondern eine bewertungsbasierte Einschätzung auf Grundlage der derzeitigen Finanzlage, des Kursniveaus und des normalisierten Ertragspotenzials. Die Spannweite ist bewusst groß, weil BASF eben stark von Makro, Energiepreisen, Nachfrage und Chemiezyklus abhängt. (BASF)
Unterm Strich ist BASF für mich eine solide, aber anspruchsvolle Langfristanlage. Die Aktie ist interessant für Anleger, die Substanz, Dividende und zyklisches Aufholpotenzial suchen. Sie ist weniger geeignet für Investoren, die planbares, stetiges Gewinnwachstum erwarten. BASF wird in den nächsten 5 bis 15 Jahren sehr wahrscheinlich nicht durch Fantasie glänzen, sondern durch operative Disziplin, Portfolioarbeit, globale Produktionslogik und die Fähigkeit, auch unter widrigen Bedingungen wieder akzeptable Kapitalrenditen zu erzielen. Gelingt das, ist die Aktie auf dem heutigen Niveau eher unterbewertet. Gelingt es nicht, bleibt sie eine klassische Value-Falle mit ordentlicher Dividende, aber zu schwacher Ertragsbasis. Genau an diesem Punkt steht BASF im April 2026.
Autor: ChatGPT
