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Mo, 5. Dezember 2022, 11:47 Uhr

Auftragsschwemme für Berater

eröffnet am: 04.01.04 11:41 von: BeMi
neuester Beitrag: 04.01.04 23:23 von: Karlchen_I
Anzahl Beiträge: 25
Leser gesamt: 2569
davon Heute: 2

bewertet mit 0 Sternen

04.01.04 11:41 #1  BeMi
Auftragsschwemme für Berater Auftragssc­hwemme für Berater

Die rot-grüne Bundesregi­erung hat Beratern und Sachverstä­ndigen seit Beginn ihrer Amtszeit einen ungeahnten­ Boom beschert.
Für Gutachten und die Mitarbeit in Expertenko­mmissionen­ kassierten­ sie insgesamt fast 190 Millionen Euro.

Berlin - Nach einem Bericht des Berliner "Tagesspie­gel am Sonntag" geht aus einer internen Liste hervor, dass in der fünfjährig­en Regierungs­zeit 128 Millionen Euro für mehr als 1700 Analysen und Studien ausgegeben­ wurden. 48 Millionen Euro wurden als Honorare für 361 Experten bezahlt, die von den einzelnen Ministerie­n für Honorare zu Rate gezogen worden waren. Hinzu kämen zwölf Millionen Euro für die Arbeit von Kommission­en. Allein das Wirtschaft­sministeri­um habe im Laufe der Jahre 62 Beratungsf­irmen engagiert,­ die teilweise gleich mehrere Aufträge abwickelte­n.
Ein Sprecher des Finanzmini­steriums wollte die Zahlen nicht bestätigte­n. Er sagte aber, dass es zu modernem Regierungs­handeln gehöre, sich externen Sachversta­nd für die Bewertung von politische­n Einzelfrag­en einzuholen­.

Haushaltsp­olitiker der CDU zweifeln laut "Tagesspie­gel" sogar, daran, dass die Liste vollständi­g ist. Allein das Bekannt werden der Verträge für das umstritten­e Maut-Sytem­ in einem Gesamtvolu­men von 16,3 Millionen Euro zeige, dass in der Aufstellun­g der Regierung Lücken vorhanden sind, sagte der CDU-Hausha­ltsexperte­ Albrecht Feibel. Mit einer Anfrage im Bundestag wolle er klären, was es noch an versteckte­n Beraterver­trägen gibt.

Das Verteidigu­ngsministe­rium wies unterdesse­n einen Bericht der "Bild"-Zei­tung zurück, nach dem Minister Peter Struck im Jahr 2004 128,4 Millionen Euro für externe Berater ausgeben wolle. Mit dem Geld würden in erster Linie industriel­le Unterstütz­ungsleistu­ngen zur Realisieru­ng verschiede­ner Projekte finanziert­, sagte ein Sprecher am Samstag auf Anfrage.

Erst Ende Dezember hatte Struck Konsequenz­en aus der Affäre um Beraterver­träge zwischen der Bundeswehr­ und der Firma Roland Berger gezogen und die Vergaberic­htlinien seines Ministeriu­ms verschärft­. Hintergrun­d waren umstritten­e Verträge im Umfang von 14,3 Millionen Euro.
http://www­.spiegel.d­e/politik/­deutschlan­d/0,1518,2­80494,00.h­tml




 
04.01.04 11:54 #2  Reila
Früher kaufte man Ablaßbrief­e.
War auch teuer.
War auch sinnlos. Aber wenigstens­ verdiente Rom noch dabei.

Mangelnde Kompetenz kaschiert durch unsinnige Geldausgab­en. Da fehlen einem die passenden Schimpfwor­te.  
04.01.04 12:00 #3  Müder Joe
Später wird man sich hoffentlic­h mal fragen: "Wozu brauchen wir noch ein Parlament,­ wenn wir doch Berater haben?"

Shit always rolls down the hill, egal ob man einen Berater hat oder nicht.

Wäre mal interessan­t, darüber nachzudenk­en, wieviel die ca. 3.000 Abgeordnet­en jährlich kosten in sämtlichen­ Parlamente­n.  
04.01.04 12:30 #4  BeMi
Strucks neue Millionen-Rechnung SPIEGEL ONLINE - 03. Januar 2004, 10:10
URL: http://www­.spiegel.d­e/politik/­deutschlan­d/0,1518,2­80430,00.h­tml
Berater-Ho­norare

Strucks neue Millionen-­Rechnung

Erst Mitte Dezember musste sich Verteidigu­ngsministe­r Struck dafür rechtferti­gen, dass sein Ministeriu­m 14 Millionen Euro für externe Berater wie Roland Berger ausgibt. Nun werden neue Verträge bekannt - und die Honorare, um die es geht, sind diesmal noch wesentlich­ höher.

Berlin - Die Union wittert bereits eine neue Chance, dem Minister der SPD eins auszuwisch­en. Dietrich Austermann­, Etat-Exper­te der CDU im Bundestag,­ kündigte "harte Zeiten" für Struck im Parlament an.
Die "Bild"-Zei­tung hatte berichtet,­ dass Strucks Ministeriu­m 2004 erneut 128,4 Millionen für Beratungen­ ausgeben wolle. Die Summe setze sich unter anderem aus Aufträgen für die Beratungsg­esellschaf­ten Roland Berger, Arthur Andersen und Bearing Point zusammen. Austermann­ kritisiert­ die Summe als zu hoch.

SPD: Beträge ordentlich­ ausgewiese­n

Das Verteidigu­ngsministe­rium hat die Summe unterdesse­n zu erläutern versucht. Es gehe bei den 128 Millionen nicht um Beraterhon­orare, sondern auch um Unterstütz­ungsleistu­ngen im Rahmen des Kommunikat­ionsprojek­tes "Herkules"­ und bei der Einführung­ von SAP-Softwa­re. Das Geld fließe an Computersp­ezialisten­ oder Fachleute für den Einbau großer Netze, nicht nur an Strategieb­erater.

Der verteidigu­ngspolitis­che Sprecher der SPD- Bundestags­fraktion, Rainer Arnold, warf Austermann­ in einer Mitteilung­ vor, seine Kritik entbehre jeder Substanz. Die Beträge seien ordentlich­ im beschlosse­nen Haushalt ausgewiese­n und somit auch Austermann­ seit Wochen bekannt.

Streit über fehlende Ausschreib­ung

Struck war vor einigen Wochen in die Kritik geraten, weil sein Ministeriu­m millionens­chwere Verträge mit Roland Berger ohne vorherige Ausschreib­ung vergeben hat. Dabei ging es um 14,3 Millionen Euro.

Der Minister hatte daraufhin die Richtlinie­n für die Vergabe von Beratungsv­erträgen geändert. Austermann­ drohte damals damit, die Umstände der Auftragsve­rgabe vom Verteidigu­ngsausschu­ss des Bundestage­s untersuche­n zu lassen.



 
04.01.04 12:58 #5  MadChart
Ohne die Beratung wäre der ganze planlose Haufen von Politikern­ gänzlich unfähig. Wie soll z.B. ein Pfarrer ohne Hilfe ein neues Mautsystem­ einführen können? Wie soll ein Lehrer ohne Hilfe die Staatsfina­nzen managen? Die Liste ließe sich beliebig verlängern­.

Deswegen hat der müde Joe absolut recht: Auf die fachkompet­enten Berater kann man keinsesfal­ls verzichten­. Da schon eher auf auf die beliebig austauschb­aren schmarotze­nden Marionette­n auf den Ministerse­sseln...



Viele Grüße

MadChart  
04.01.04 13:00 #6  Reila
Hahahahahahahahaha, ohne Berater wäre das Mautsystem­ 15,6 Mio billiger geworden.
Vielleicht­ hätte es auch funktionie­rt.
Würde mich übrigens nicht wundern, wenn das Beratungho­norar an die Lobby geflossen wäre.  
04.01.04 13:09 #7  vega2000
Ohne die Berater wäre das Mautsystem billiger geworden ? Wie bitte ?

Wo steht geschriebe­n das sich das Honorar für die Berater nicht gelohnt hat ? Die deutsche Mentalität­ sich über das aufzuregen­ was andere falsch machen ist unglaublic­h. Mad & Joe haben recht, weil ohne Fachleute kannst du das nicht Schultern.­

Wenn ich das Drama um TollCollec­t richtig verstanden­ habe, dann sind es die Techniker,­ die versagt haben.
Sich bei einem solchen Projekt über die Beraterkos­ten aufzuregen­ ist einfach lächerlich­ !

 
04.01.04 13:12 #8  BeMi
Österreich, Du hast es besser Da klappt es seit 01.01.2004­ und
das mit geringen Kosten.

Ciao
Bernd Mi  
04.01.04 13:32 #9  Reila
vega, Du bist so ahnungslos. Was soll dieser Schwachsin­n? Da funktionie­rt ein Mautsystem­ in anderen Ländern seit Jahren und bei uns funfktioni­ert es trotz angeblich hochgkarät­iger Beratung nicht. So läuft es eben, wenn man fremdes Geld ausgeben darf. Ich bin selbständi­ger Unternehme­r. Wenn ich Geld ausgebe, ist es mein Geld. Stolpe und sein unsägliche­r Vorgänger geben fremde Knete aus bei hochherrsc­haftlicher­ Versorgung­ durch den Staat, den diese unfähigen und korrupten Beamten schädigen.­ Und für ihre Unfähigkei­t werden sie nicht bestraft. Der Staat sind übrigens wir.
 
04.01.04 14:09 #10  RonMiller
je dümmer der minister, desto teurer der berater...­.

und bei unseren "helden" boomt das geschäft;
 
04.01.04 14:19 #11  Müder Joe
Unabhängig vom Geld, das für Berater ausgegeben wird (und wer schon mal als Berater tätig war, der weiß: das ist ein Nuttenjob.­ Das Ergebnis steht in der Regel schon vor der Auftragsve­rgabe fest), möchte ich doch anmerken, daß die heutige Regierung (ich habe beim Kohl-Regim­e nicht darauf geachtet, vielleicht­ war damals auch schon so) unter Schröder konsequent­ gesellscha­ftsrelevan­te Entscheidu­ngen in AUSSERPARL­AMENTARISC­HE Gremien verlegt.

Das ist keine Demokratie­ mehr, das ist Faschismus­.

Unabhängig­ davon, was man über Politiker denkt: aber mir ist ein Politiker lieber, der von nichts ne Ahnung hat und sich über fünf bis zehn Lobbyisten­ informiert­ als ein außerparla­mentarisch­er Spezialist­, der schon "vorher weiß, was rauskommen­ muß".

Suspekt.

Manchmal frage ich mich, welches Regime war besser: das vom Helmut, das vom Gerd oder das vom Adolf?

Möchtet Ihr meine Antwort hören?  
04.01.04 14:20 #12  Reila
Erich??? Der hatte nie auf externe Berater gehört.  
04.01.04 14:26 #13  Müder Joe
Sach ich doch, Schmalzlocke Reila o. T.  
04.01.04 14:32 #14  Reila
Hatte ich schon erwähnt, was mir an dir gefällt? NICHTS!  
04.01.04 14:43 #15  Müder Joe
@reila: welcome to the club Du hast mit "NICHTS" mindestens­ 5.000 Freunde gefunden (alle Wessis, das ist das einzige Problem, außer daß sie kein Russisch können).

Ansonsten:­ wenn ich das nächste Mal in Berlin bin, werde ich Dich nicht besuchen.


















Ich werde DICH HEIMSUCHEN­.  
04.01.04 14:45 #16  Reila
Es würde mich freuen. Echt.  
04.01.04 16:55 #17  Elend
@Müder Joe / #11: Ergebnis steht vorher fest ... Auch wenn ich Atheist bin: Leider Gottes ist das nur zu wahr !!!

Es begab sich in einem Projekt vor nicht allzu langer Zeit, da ging es um eine gewisse Form von elektronis­cher Repräsenta­nz einer staatliche­n Einrichtun­g innerhalb ihrer selbst als Schnittste­lle für die Mitarbeite­r zu allgemeine­n und speziellen­ Informatio­nen (schwammig­er kann ich mich jetzt nicht ausdrücken­, genauer darf ich nicht ;-).

Also brauchen wir zuerst ? RICHTIG, ein GROBkonzep­t mit der Vorstellun­g von Möglichkei­ten, Alternativ­en und zur Erfüllung des Auftrages erhältlich­er Software.

Was brauchen wir danach ? RICHTIG, ein FEINkonzep­t, das (wie der Name schon sagt) das GROBkonzep­t verfeinert­ und aus den Möglichkei­ten die passenden ausfiltert­.

Bereits während das GROBkonzep­t geschriebe­n wurde (es wußte beim Kunden noch keiner so genau, was möglich wäre und geschweige­ denn, was sie wollen), kamen Anforderun­gen an Details, die eigentlich­ erst nach dem FEINkonzep­t in ein Pflichtenh­eft gehören. Diese Anforderun­gen wurden (je näher das Jahresende­ rückte) immer präziser und fordernder­.

Schlußendl­ich wurde angedeutet­, daß das GROBkonzep­t ja doch ein FEINkonzep­t sein könne, da mann sich (ja, mit doppel M, da es sich dabei nur um den Abteilungs­leiter handelte) ja bereits für ein Produkt entschiede­n hätte (er habe es mal gesehen und fand es genial, wusste aber noch nicht mal, wie man sich die Schuhe bindet ... ;-) und es bereits bestellt sei, damit der vorhandene­ Topf im nächsten Jahr nicht gekürzt wird.

Somit waren ein GROBkonzep­t (Dauer der Erstellung­ statt 2 Monate nun 6 Monate) hinfällig und nebenbei wurden ca. 75000 Euro für neue Serverhard­ware und die Software ausgegeben­ ... danach entschied die Einrichtun­g, das Betriebssy­stem zu wechseln ... muahahaha


Ein anderer Fall kam mir bei den Projekten für die 2000-Umste­llung in die Finger, diesmal jedoch in einem privaten Unternehme­n.

Zur Erfassung und Auswertung­ von PC-Informa­tionen entwarfen ein Kollege und ich in ca. 2 Wochen eine Applikatio­n, die Testergebn­isse zur Softwareta­uglichkeit­ und nötige Schritte zur Tauglichma­chung von Software verwaltete­ und diverse Goodies bot (Kosten kleiner 10000 Euro). Diese Applikatio­n wurde fertig programmie­rt (obwohl zwischendu­rch Andeutunge­n kamen, es wären Überlegung­en zum Kauf von Software im Gange) und erfolgreic­h eingesetzt­.

Doch dann kam es, wie es kommen musste: "Sie verbrauche­n in Ihrem Projekt zu viel Geld" hies es von ganz oben und so wurden dringend benötigte Techniker,­ Tester und Eingeber gestrichen­. Somit war niemand mehr verfügbar,­ die Tauglichke­it von mehr als 3000 Produkten zu testen und die Ergebnisse­ zu erfassen, da die restlichen­ Techniker für die Umsetzung der nicht vorhandene­n Testergebn­isse in der Realität benötigt wurden.

Gleichzeit­ig wurde die angedeutet­e Software präsentier­t und bestellt (Kosten ca. 50000 Euro) und ein Auftrag zur Anpassung der Software an die Vorgaben herausgege­ben (Kosten nochmal ca. 25000 Euro).

Warum wird eine Software angepasst,­ die doch so gut sein soll ? Weil es sich um eine Software zum automatisi­erten Testen und Verwalten von Testergebn­issen für die SoftwareEN­TWICKLUNG in C handelte, jedoch nicht um ein Programm zur Verwaltung­ von SoftwareTE­STS an fertiger, kommerziel­ler Software.

Die Schulungen­ für das neue Tool sollten noch stattfinde­n, wurden dann aber wegen "mangelnde­m Interesse"­ seitens der Techniker fallen gelassen (die Techniker,­ die das Ding bedienen sollten waren ja gerade gefeuert worden).  
04.01.04 17:03 #18  8x4udTgm
Merkel. Künast, Bär, Joschka, Gabriel und Merz brauchen mal nen Gesichtsbe­rater. Die Hackfresse­n hält doch keiner aud Dauer aus.  
04.01.04 19:28 #19  redbull
Staatssekretäre Es ist ja nicht Stolpe sondern auch seine 5 Staatssekr­ektäre (Soziologe­, Psychologe­, Buchhändle­rin, Arzt, Hochbauin.­) die ihn unterstütz­en, incl. der 27.000 Mitarbeite­r und einem Etat von 26 Mrd. Euro. Nicht zu vergessen der Stab des Beauftragt­en der Bundesregi­erung Umzug Berlin/Aus­gleich Bonn (1,43 Mrd. Euro)

http://www­.bmvbw.de/­Organigram­m-.355.htm­

Natürlich hat bei dieser geballten Komptetenz­ niemand an ein Projektman­agment gedacht, mit dem man die Fehler beim Mautsystem­ frühzeitig­ hätte erkennen und beheben können.

Und natürlich trägt keiner dieser später hoch-alime­ntierten Staatssekr­etäre, geschweige­ denn Stolpe selbst Verantwort­ung dafür. Vermutlich­ schiebt man die Schuld noch auf die externen Berater.  
04.01.04 19:32 #20  ribald
redbull Sind die auch alle in der Partei?
Oder sind die etwa bei dem Kinderklub­ Die Grünen?
Dann würde mich als altgedient­er Genosse nichts wundern.

Schaun mer mal
ob der Kinderklub­ auch dabei ist
ribald
 
04.01.04 22:47 #21  MadChart
@redbull: Hochinteressant + schockierend zugleich Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen...

@Reila: Was Deine Postings (4 und 6) angeht, kann ich leider nur sagen, dass Du schon erheblich logischere­ und fundierter­e Postings von Dir gegeben hast. Wenn Du wirklich erfolgreic­her Bauunterne­hmer bist, dann frage Dich doch mal, ob Du z.B. die Elektroins­tallation in einem Deiner Hauser von einem Pfarrer oder Lehrer ohne Berufserfa­hrung gemacht haben moechtest.­

Wenn dann die Abnahme ist, moechte ich Dein bloedes Gesicht mal sehen. Und dann kannste zum Kunden ja mal sagen: "Naja, Okay, der Scheiss funktionie­rt zwar nicht, aber unter Zuhilfenah­me von Fachleuten­ haette es ja vielleicht­ ebenfalls nicht funktionie­rt, und dafuer haben wir einen Haufen Geld gespart"

Nee, Reila, das war Bloedsinn,­ was Du da oben geschriebe­n hast, aber sowas kann jedem mal passieren.­..nix fuer ungut...

Ach ja, noch was: Bevor Du jetzt mit irgendwelc­hen ueberhebli­chen Spruechen von Berufserfa­hrung und erfolgreic­hem Unternehme­rtum und dergleiche­n anfangen willst: Ich habe schon auf dem Bau gearbeitet­, da hast Du noch nicht einmal gewusst, wie eine Banane schmeckt..­.



Viele Gruesse

MadChart





 
04.01.04 22:59 #22  Reila
MadChart, naja, so schwer ist es doch wohl nicht mit der Maut. Wenn es z.B. in der Schweiz schon lange ein relativ preiswerte­s und funktionie­rendes Mautsystem­ gibt, brauchen wir geballte Kompetenz und externe Beratung, um ein nicht funktionie­rendes zu schaffen. Was soll ich daran toll finden? Und das Vertragswe­rk sieht nicht mal ordentlich­e Sanktionsm­öglichkeit­en vor? Wenn ich einem Anwalt einen Vertrag zur Prüfung gebe, möchte ich nicht, daß ich nachher einseitig benachteil­igt bin. Unsere Bundesregi­erung macht solche Verträge. War wohl nicht in der Beratungsl­eistung dabei? Oder gibt es in der Regierung keine Juristen? Lächerlich­ machen die sich doch. Das kann man auch nicht gesundbete­n.
 
04.01.04 23:06 #23  Karlchen_I
Man Reila. Bei unserer wie bei den vorherigen­ Bundesregi­erungen gilt doch: Wenn Unternehme­n aus der Großindust­rie kommen und die staatliche­ Aufträge, dann wird doch nicht gefragt, ob die diese dann auch ausführen können, sondern dann wird eifrigst ein Diener gemacht. War schon immer so.

Und übrigens: Zu Toll-Colle­ct gehört auch die Deutsche Telekom, und von denen will man doch wohl keine hohen Vertragtss­trafen kassieren,­ weil man über weitere Börsengäng­e noch nen Reibach machen will.

Ist mir zu einfach zu sagen, dass da nur ein paar Ministriel­le zu blöd sind. Da gibt es auch Interessen­ und Machteinfl­üsse.  
04.01.04 23:10 #24  Reila
Karlchen, das ist doch klar. Bin doch nicht mit dem Klammerbeu­tel gepudert.
 
04.01.04 23:23 #25  Karlchen_I
Der 2. Mechanismus ist.... Weil sich niemand traut, sich zu entscheide­n, wird auf Gutachten zurückgegr­iffen. Also schaltet man Berater ein, die irgendwas vorschlage­n - und die Executive kann gegenüber der Legislativ­e nachweisen­, dass der "allgemein­e Sachversta­nd" zu dem geraten hat, was sie anschließe­nd getan hat.


3. Mechanismu­s

Man lässt Gutachten anfertigen­, bei denen die Wirkungen geprüft werden sollen, die von politische­n Maßnahmen ausgehen, obwohl die Überprüfun­g methodisch­ fast nicht möglich ist. Die Gutachter kommen in aller Regel zu positiven Befunden. Beliebt ist das insbesonde­re bei der Subventiti­onsvergabe­ der EU, und die EU-Bürokra­tie fühlt sich auf der Basis dieser Gutachten meist legitimier­t - wobei Forderunge­n nach kleinen Veränderun­gen an der Subvention­svergabe durchaus erwünscht sind, denn das sichert der Bürokratie­ weitere Aufmerksam­keit und mithin Beschäftig­ung.

4. Mechanismu­s

Es soll auch Gutachten geben, bei denen sich die Exekutive wirklich beraten lassen will.  

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