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So, 14. August 2022, 21:07 Uhr

Goldpreis

WKN: 965515 / ISIN: XC0009655157

Zeit für die Gold-Junioren, erwachsen zu werden


20.06.22 12:15
VanEck

Frankfurt am Main (www.aktiencheck.de) - Es sieht so aus, als würden die Märkte und die Wirtschaft erste Anzeichen einer bevorstehenden Rezession zeigen, so Joe Foster, Portfoliomanager und Goldstratege bei VanEck, in seinem aktuellen Goldkommentar (ISIN: XC0009655157, WKN: 965515).

Krypto-Werte, Akquisitionszweckgesellschaften (SPACs) und Technologieaktien seien das ganze Jahr über immer wieder im Crash-Modus gewesen. Der S&P 500 habe kurzzeitig offizielles Bärenmarkt-Territorium erreicht, als er am 20. Mai auf einen Rückgang von 20 Prozent gegenüber seinem Höchststand vom Januar gefallen sei. Viele Einzelhändler hätten ihre Prognosen für 2022 gesenkt. Die Verkäufe neuer Häuser seien so stark eingebrochen wie seit fast neun Jahren nicht mehr und die Preise der noch offenen Immobilienverkäufe seien das ganze Jahr über rückläufig. Im ersten Quartal sei das BIP-Wachstum negativ gewesen und das Verarbeitende Gewerbe im Bundesstaat New York sei im Mai zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten geschrumpft.

Dies erinnere an die Dotcom-Blase im Jahr 2000, als Technologieaktien abgestürzt seien und der S&P 500 innerhalb von zwei Jahren um 50 Prozent von seinen Höchstständen zurückgefallen sei. Während jeder der letzten vier Rezessionen seit 1990 sei die FED das Licht am Ende des Tunnels gewesen und habe die Wirtschaft aggressiv stimuliert. "Diese Abschwünge fanden jedoch in einer säkularen Desinflation statt, bei der jede Rezession mit einer Inflationsrate begann, die niedriger war als die letzte", so Foster. "Wenn sich die Inflation nicht auf wundersame Weise kontrollieren lässt, wird die FED irgendwann zwischen niedrigerer Inflation und höherem Wachstum wählen müssen."

Es sei nicht beides möglich und es könnte zu keinem von beidem kommen, wenn eine Stagflation eintrete. Die stratosphärisch hohe Verschuldung verschärfe die Herausforderung. Gold habe sein Allzeithoch von 2.075 US-Dollar pro Unze bereits zweimal erreicht, zuerst ausgelöst durch die Pandemie und dann durch den Krieg. "Unabhängig von der weiteren Entwicklung des Goldpreises gehen wir davon aus, dass Gold im Laufe des kommenden Jahres erneut den oberen Rand der Preisspanne erreichen wird, und zwar aufgrund von Inflation, einer Umkehr der Fed-Politik, geopolitischen Spannungen, einem schwächeren Dollar oder anderen risikogesteuerten Ereignissen", so Foster.

Obwohl Gold und Goldaktien im vergangenen Monat unter Druck geraten seien, liege der Goldpreis nach wie vor auf einem Niveau, auf dem sich Goldunternehmen gut behaupten könnten. Seit Juni 2019 habe Gold um 40,7 Prozent zugelegt, während der NYSE Arca Gold Miners Index (GDMNTR) eine Gesamtrendite von 56,1 Prozent erzielt habe. Enttäuscht seien die Experten jedoch von der Entwicklung der Junior-Goldaktien gewesen - der MVIS Global Juniors Gold Miners Index habe sich seit Juni 2019 um 12,7 Prozent schlechter entwickelt als der GDMNTR.

Junior-Aktien würden in der Regel zu Beginn eines Zyklus schlechter abschneiden, würden aber normalerweise innerhalb von ein oder zwei Monaten aufholen und schließlich ihre größeren Konkurrenten übertreffen. Es gebe mehrere mögliche Gründe für die gedämpfte Wertentwicklung im aktuellen Bullenmarkt:

Der US-Dollar sei im Gegensatz zu früheren säkularen Gold-Bullenmärkten stark gewesen. Dies habe wahrscheinlich dazu geführt, dass der Goldpreis nicht so spektakulär gestiegen sei wie in den Bullenmärkten der 1970er und 2000er Jahre. Für Gold und Junior-Titel gebe es in diesem Zyklus im Markt noch keine große Begeisterung.

Viele Rohstoffe würden sich ebenfalls in einem Bullenmarkt befinden, in dem Öl und Gas oder "grüne Metalle" (das seien Metalle, die vorwiegend für saubere Energietechnologien verwendet würden, wie Kupfer, Zink, Kobalt und Lithium) die Aufmerksamkeit der Anleger abgelenkt hätten.

Es habe weniger Junior-Akquisitionen gegeben, weil die größeren Produzenten nicht wie in früheren Zyklen auf Wachstum gesetzt hätten. Die Erzeuger würden organische Möglichkeiten dem Erwerb vorziehen.

Da immer weniger Junior-Entwickler aufgekauft würden, würden immer mehr ihre Grundstücke zur Produktion bringen. Leider gebe es zu viele Junioren, die als Betreiber arg ins Straucheln geraten seien.

Die meisten Vorstände von Junior-Goldunternehmen würden nach dem antiquierten Modell der Fusionen und Übernahmen arbeiten, bei dem sie darauf warten würden, dass ein größerer Hersteller eine großzügige Prämie anbiete. Für sie ende die Wertschöpfung für die Aktionäre mit der Übernahme. "Wir glauben, dass die langfristige Wertschöpfung über die Grundstücksgrenze hinausgeht, aber es gibt nur wenige (wenn überhaupt) Junior-Manager mit der Vision und der Energie, Unternehmen zusammenzuführen. Das muss sich unserer Meinung nach ändern", erkläre Foster. (20.06.2022/ac/a/m)





 
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