ZEW-Umfrage - Krieg lässt Konjunkturerwartungen abstürzen
17.03.26 13:55
Nord LB
Hannover (www.aktiencheck.de) - Soeben hat das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) aktuelle Ergebnisse seiner monatlichen Konjunkturumfrage veröffentlicht, so die Analysten der Nord LB.
Die heutige Datenmeldung habe besonders im Fokus gestanden, gebe sie doch Aufschluss darüber, wie stark sich der Irankrieg und der Energiepreisschock auf die Stimmung der Finanzmarktexperten auswirken würden. Die Konjunkturerwartungen seien im Vergleich zum Vormonat regelrecht abgestürzt und würden nur noch bei -0,5 Punkten notieren. Dies sei ein Rückgang um sage und schreibe 58,8 Saldenpunkte gegenüber dem Vormonat. In den vergangenen 30 Jahren sei es nur dreimal zu einem stärkeren Einbruch gekommen, und zwar allesamt in der jüngeren Vergangenheit: Zu Beginn der Corona-Pandemie, nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine und nach Trumps "Liberation Day" im April 2025.
Die aktuelle gesamtwirtschaftliche Lage werde zwar mit -62,9 Saldenpunkten etwas weniger negativ als zuvor beurteilt, dies sei im Gesamtbild der heutigen Umfrageergebnisse aber sicher nur eine Randnotiz. Der regelrechte Absturz der Konjunkturerwartungen gehe weit über das hinaus, was zuvor befragte Analysten und Volkswirte ohnehin schon befürchtet hätten. Auch die Konjunkturerwartungen für die Eurozone (-8,5 Punkte), die USA (-28,7) und China (-15,8) lägen im negativen Bereich.
Mit dem Irankrieg, der Bedrohungslage in der Straße von Hormus und dem Energiepreisschock hätten sich die Risiken für die Konjunktur massiv erhöht. Der Ölpreis (Brent) sei über die Marke von 100 USD gesprungen und habe damit seit Beginn der Angriffe auf den Iran Ende Februar um fast 50% zugelegt. Gegenüber dem Jahresauftakt betrage der Preisschock gar mehr als 70%. Folgerichtig würden nun die Finanzmarktexperten nahezu einhellig einen Anstieg der Inflationsrate in den kommenden sechs Monaten erwarten.
Das Ausmaß und die Dauer der negativen ökonomischen Folgewirkungen würden maßgeblich von der Dauer des Krieges und den Beeinträchtigungen des Handels durch die Straße von Hormus abhängen. Während sich bei einem zügigen Kriegsende der Schock weitgehend auf einen temporären Energiepreisschock begrenzen dürfte, drohe bei einem längeren Konflikt ein spürbarer Angebots- und Preisschock, zusätzlich verstärkt durch neue Verspannungen der Lieferketten und Ausstrahleffekte auf Nahrungsmittelpreise.
Die weitere Konfliktdynamik sei nur schwer prognostizierbar, weshalb Ökonomen derzeit mit verschiedenen Szenarien arbeiten würden. Auffällig sei die Diskrepanz der heutigen ZEW-Daten zu der ähnlich angelegten Umfrage von sentix, die ca. eine Woche nach Kriegsbeginn durchgeführt worden sei, als die Märkte noch von einem sehr kurzen Konflikt ausgegangen seien. Zwischenzeitlich hätten verschiedene Meldungen die Sorgen vor einem längeren Konflikt verstärkt. Entsprechend würden nicht nur die Märkte steigende Zinsen einpreisen, auch die Finanzmarktexperten hätten ihre Zinserwartungen deutlich nach oben angepasst. Zwar werde die EZB am Donnerstag nicht vorschnell handeln, aber mit einer sehr hawkishen Kommunikation klarmachen, dass alle geldpolitischen Optionen auch für eine Reaktion im Frühjahr auf dem Tisch lägen. An den Finanzmärkten hätten die heutigen Umfragedaten keinen zusätzlichen Schock ausgelöst – diese hätten aber auch bereits im Vorfeld reagiert und damit auch die Stimmung der Experten beeinflusst.
Der Irankrieg mit seinen möglichen ökonomischen Folgen habe die Stimmung der Finanzmarktexperten regelrecht schockgefrostet. Die Konjunkturerwartungen für Deutschland seien auf -0,5 Saldenpunkte abgestürzt, was einen der schärfsten Einbrüche der vergangenen dreißig Jahre darstelle. Vor allem der Energiepreisschock habe dazu geführt, dass die zuvor recht hohe Zuversicht Sorgen vor größeren negativen Auswirkungen auf Konjunktur und Inflation gewichen sei. Für die Beurteilung der ökonomischen Effekte seien jedoch die Dauer des Konflikts und das Ausmaß möglicher längerfristiger Lieferbeeinträchtigungen maßgeblich. Dies lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht prognostizieren, weshalb auch die heutigen Umfragedaten erstmal nur eine Momentaufnahme darstellen würden. Die EZB werde am Donnerstag noch stillhalten – gleichwohl mit einer sehr hawkishen Kommunikation die Märkte auf mögliche kurzfristige Reaktionen vorbereiten. (17.03.2026/ac/a/m)
Die heutige Datenmeldung habe besonders im Fokus gestanden, gebe sie doch Aufschluss darüber, wie stark sich der Irankrieg und der Energiepreisschock auf die Stimmung der Finanzmarktexperten auswirken würden. Die Konjunkturerwartungen seien im Vergleich zum Vormonat regelrecht abgestürzt und würden nur noch bei -0,5 Punkten notieren. Dies sei ein Rückgang um sage und schreibe 58,8 Saldenpunkte gegenüber dem Vormonat. In den vergangenen 30 Jahren sei es nur dreimal zu einem stärkeren Einbruch gekommen, und zwar allesamt in der jüngeren Vergangenheit: Zu Beginn der Corona-Pandemie, nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine und nach Trumps "Liberation Day" im April 2025.
Die aktuelle gesamtwirtschaftliche Lage werde zwar mit -62,9 Saldenpunkten etwas weniger negativ als zuvor beurteilt, dies sei im Gesamtbild der heutigen Umfrageergebnisse aber sicher nur eine Randnotiz. Der regelrechte Absturz der Konjunkturerwartungen gehe weit über das hinaus, was zuvor befragte Analysten und Volkswirte ohnehin schon befürchtet hätten. Auch die Konjunkturerwartungen für die Eurozone (-8,5 Punkte), die USA (-28,7) und China (-15,8) lägen im negativen Bereich.
Das Ausmaß und die Dauer der negativen ökonomischen Folgewirkungen würden maßgeblich von der Dauer des Krieges und den Beeinträchtigungen des Handels durch die Straße von Hormus abhängen. Während sich bei einem zügigen Kriegsende der Schock weitgehend auf einen temporären Energiepreisschock begrenzen dürfte, drohe bei einem längeren Konflikt ein spürbarer Angebots- und Preisschock, zusätzlich verstärkt durch neue Verspannungen der Lieferketten und Ausstrahleffekte auf Nahrungsmittelpreise.
Die weitere Konfliktdynamik sei nur schwer prognostizierbar, weshalb Ökonomen derzeit mit verschiedenen Szenarien arbeiten würden. Auffällig sei die Diskrepanz der heutigen ZEW-Daten zu der ähnlich angelegten Umfrage von sentix, die ca. eine Woche nach Kriegsbeginn durchgeführt worden sei, als die Märkte noch von einem sehr kurzen Konflikt ausgegangen seien. Zwischenzeitlich hätten verschiedene Meldungen die Sorgen vor einem längeren Konflikt verstärkt. Entsprechend würden nicht nur die Märkte steigende Zinsen einpreisen, auch die Finanzmarktexperten hätten ihre Zinserwartungen deutlich nach oben angepasst. Zwar werde die EZB am Donnerstag nicht vorschnell handeln, aber mit einer sehr hawkishen Kommunikation klarmachen, dass alle geldpolitischen Optionen auch für eine Reaktion im Frühjahr auf dem Tisch lägen. An den Finanzmärkten hätten die heutigen Umfragedaten keinen zusätzlichen Schock ausgelöst – diese hätten aber auch bereits im Vorfeld reagiert und damit auch die Stimmung der Experten beeinflusst.
Der Irankrieg mit seinen möglichen ökonomischen Folgen habe die Stimmung der Finanzmarktexperten regelrecht schockgefrostet. Die Konjunkturerwartungen für Deutschland seien auf -0,5 Saldenpunkte abgestürzt, was einen der schärfsten Einbrüche der vergangenen dreißig Jahre darstelle. Vor allem der Energiepreisschock habe dazu geführt, dass die zuvor recht hohe Zuversicht Sorgen vor größeren negativen Auswirkungen auf Konjunktur und Inflation gewichen sei. Für die Beurteilung der ökonomischen Effekte seien jedoch die Dauer des Konflikts und das Ausmaß möglicher längerfristiger Lieferbeeinträchtigungen maßgeblich. Dies lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht prognostizieren, weshalb auch die heutigen Umfragedaten erstmal nur eine Momentaufnahme darstellen würden. Die EZB werde am Donnerstag noch stillhalten – gleichwohl mit einer sehr hawkishen Kommunikation die Märkte auf mögliche kurzfristige Reaktionen vorbereiten. (17.03.2026/ac/a/m)
