Value-Blick auf Tech: Sektor nach "Halo-Trade" mit Chancen
04.03.26 15:00
Lingohr Asset Management
Erkrath (www.aktiencheck.de) - Die Düsseldorfer Value-Boutique Lingohr Asset Management sieht im Technologiesektor eine wachsende Spreizung zwischen strukturellen Gewinnern und Geschäftsmodellen, die durch den aktuellen KI-Zyklus unter Druck geraten.
Gerade in Phasen geopolitischer Verunsicherung, wie sie der Krieg mit Iran derzeit erzeuge, werde an den Märkten häufig pauschal reduziert, obwohl sich die Fundamentaldaten einzelner Unternehmen deutlich unterscheiden würden. "Der Markt handelt in Stressphasen zunächst Risiko, erst danach wieder Qualität", sage Harald Sporleder, Chief Investment Officer von Lingohr Asset Management. "Das führt zu Übertreibungen, die für Value-Investoren nur dann interessant sind, wenn die Substanz intakt bleibt. Ein Konzern wie IBM kann in solchen Abverkaufswellen mitgerissen werden, ohne dass das automatisch einen Bruch des Geschäftsmodells bedeutet."
Aus Sicht von Lingohr habe der jüngste KI-Zyklus einen "Halo-Effekt" ausgelöst, der Bewertungen und Kapitalströme stark auf wenige, als unverzichtbar wahrgenommene Plattformen konzentriere. Gleichzeitig werde am Markt teilweise unterstellt, neue KI-Anbieter könnten bestehende Software- und Service-Landschaften kurzfristig ersetzen. Diese Sicht greife aus Sicht der Value-Boutique zu kurz: In vielen Unternehmen seien ERP- und Datenarchitekturen tief in bestehende Systeme eingebettet, Abhängigkeiten würden eher diversifiziert werden als zugespitzt. Die Konsequenz sei ein Umfeld, in dem Disruption real bleibe, jedoch ungleich verteilt wirke. Besonders anfällig seien Spezialanbieter ohne klare Preissetzungsmacht oder ohne belastbare Kundenbindung, während etablierte Anbieter mit breiter Kundenbasis, hoher Wechselträgheit und skalierbaren Serviceerlösen auch in der Transformation Bestand haben könnten.
Der geopolitische Hintergrund verstärke diese Selektionsnotwendigkeit. Steigende Energiepreise, höhere Risikoaufschläge und kurzfristige Risikoreduktion in Portfolios könnten die Kursbewegungen dominieren, ohne dass sich die Ertragskraft in gleicher Geschwindigkeit verändere. Harald Sporleder betone daher die Bedeutung eines disziplinierten Value-Prozesses: Bewertungsabschläge würden nicht als Kaufargument an sich verstanden, sondern als Einladung zur Prüfung von Bilanz, Cashflow-Robustheit und Ertragsqualität. "Wer jetzt Ruhe bewahrt, vermeidet die typische Verwechslung von Kursbewegung und Substanz", so der Chief Investment Officer. "Für die Portfoliokonstruktion heißt das: Tech bleibt investierbar, wenn man die Spreizung akzeptiert und die Titelauswahl an Fundamentaldaten und Bewertungsdisziplin bindet." (04.03.2026/ac/a/m)
Gerade in Phasen geopolitischer Verunsicherung, wie sie der Krieg mit Iran derzeit erzeuge, werde an den Märkten häufig pauschal reduziert, obwohl sich die Fundamentaldaten einzelner Unternehmen deutlich unterscheiden würden. "Der Markt handelt in Stressphasen zunächst Risiko, erst danach wieder Qualität", sage Harald Sporleder, Chief Investment Officer von Lingohr Asset Management. "Das führt zu Übertreibungen, die für Value-Investoren nur dann interessant sind, wenn die Substanz intakt bleibt. Ein Konzern wie IBM kann in solchen Abverkaufswellen mitgerissen werden, ohne dass das automatisch einen Bruch des Geschäftsmodells bedeutet."
Aus Sicht von Lingohr habe der jüngste KI-Zyklus einen "Halo-Effekt" ausgelöst, der Bewertungen und Kapitalströme stark auf wenige, als unverzichtbar wahrgenommene Plattformen konzentriere. Gleichzeitig werde am Markt teilweise unterstellt, neue KI-Anbieter könnten bestehende Software- und Service-Landschaften kurzfristig ersetzen. Diese Sicht greife aus Sicht der Value-Boutique zu kurz: In vielen Unternehmen seien ERP- und Datenarchitekturen tief in bestehende Systeme eingebettet, Abhängigkeiten würden eher diversifiziert werden als zugespitzt. Die Konsequenz sei ein Umfeld, in dem Disruption real bleibe, jedoch ungleich verteilt wirke. Besonders anfällig seien Spezialanbieter ohne klare Preissetzungsmacht oder ohne belastbare Kundenbindung, während etablierte Anbieter mit breiter Kundenbasis, hoher Wechselträgheit und skalierbaren Serviceerlösen auch in der Transformation Bestand haben könnten.
Der geopolitische Hintergrund verstärke diese Selektionsnotwendigkeit. Steigende Energiepreise, höhere Risikoaufschläge und kurzfristige Risikoreduktion in Portfolios könnten die Kursbewegungen dominieren, ohne dass sich die Ertragskraft in gleicher Geschwindigkeit verändere. Harald Sporleder betone daher die Bedeutung eines disziplinierten Value-Prozesses: Bewertungsabschläge würden nicht als Kaufargument an sich verstanden, sondern als Einladung zur Prüfung von Bilanz, Cashflow-Robustheit und Ertragsqualität. "Wer jetzt Ruhe bewahrt, vermeidet die typische Verwechslung von Kursbewegung und Substanz", so der Chief Investment Officer. "Für die Portfoliokonstruktion heißt das: Tech bleibt investierbar, wenn man die Spreizung akzeptiert und die Titelauswahl an Fundamentaldaten und Bewertungsdisziplin bindet." (04.03.2026/ac/a/m)
