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Fr, 17. April 2026, 5:29 Uhr

US-Immobilien: Die 6%-Marke im Fokus der Käufer


17.03.26 09:03
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - Der NAHB-Bauklimaindex konnte im Vergleich zum Vormonat zulegen und befindet sich nun bei 38 Punkten, der Immobilienmarkt in den USA ist damit aber immer noch fernab einer tüchtigen Belebung, so die NORD LB.

Die Expansionsschwelle, welche mit 50 Punkten definiert sei, befinde sich demnach in weiter Ferne. Eine wichtige Schwelle sei im Februar jedoch gerissen worden, was den Entwicklern und Bauinteressenten doch etwas Mut für das wichtige Frühlingsgeschäft machen dürfte.

Die 30-jährigen Hypothekenzinsen hätten nämlich eine psychologisch wichtige Schwelle unterboten. Mit Zinssätzen von unter 6% bei den durchschnittlichen 30-jährigen Hypotheken könnte in dem ein oder anderen Haushalt der Groschen gefallen sein. Zinsen von knapp 8% schienen damit erstmal Geschichte zu sein, was finanzielle Spielräume schaffe. Gleichzeitig reife bei manchen Wirtschaftssubjekten mit einem Hang zum Immobilienkauf die Erkenntnis, dass die Zinsen nicht mehr allzu weit sinken könnten. Zumindest dürften "Post-Pandemie"-Niveaus in absehbarer Zeit kaum erreicht werden. Gerade die jüngsten Inflationssorgen, welche aus dem Iran-Konflikt erwüchsen, veränderten den Blick auf die Zinsentwicklung. Es gebe allerdings auch Alternativen mit interessanteren Konditionen.

Jene Finanzierungsform, welche vor allem mit der Subprime-Krise aus dem Jahre 2007 in Verbindung gebracht werde, habe zuletzt wieder starken Zulauf bekommen. Gerade im Vergleich zu den eher teuren Konditionen seien die US-Amerikaner auf der Suche nach günstigeren Optionen gewesen. Diese hätten sie in den Hypotheken mit variablem Zins gefunden. Jene lohnten sich immer dann, wenn man von perspektivisch sinkenden Zinsen ausgehe. "Hat man denn nichts aus der Weltfinanzkrise gelernt?", möge sich manch einer verwundert fragen. Doch, denn während in den Nuller-Jahren kaum bzw. eine nur kurze Zinsbindungsfrist bestanden habe, habe man nun fixe Zinsen zwischen fünf bis zehn Jahren implementiert. Gleichzeitig sei der Abschluss an eine höhere Compliance gekoppelt. Diese Unsicherheit in Bezug auf ungewisse Zahlungsströme in der Zukunft werde mit einem günstigeren Zinssatz honoriert, der die Wohnträume am Ende doch noch wahr machen könne.

Regional habe sich auf dem US-Immobilienmarkt allerdings so gut wie nichts geändert. Der Mittlere Westen erreiche mit 46 Punkten fast die Wachstumsschwelle, die übrigen Regionen verharrten jedoch auf ihren niedrigen Werten. Dass die örtlichen Märkte mit Initiativen stimuliert werden sollten, davon sei zuletzt nicht mehr viel zu hören gewesen. Die US-Administration sei mit dem Management des Iran-Konfliktes allerdings auch deutlich anderweitig gebunden. Trotz eines inflationssteigernden Szenarios sollten per heute aber noch Zinssenkungen bei der Federal Reserve möglich sein. Sinkende Leitzinsen würden sich perspektivisch auch positiv bei der Hypothekenzinsentwicklung bemerkbar machen.

Fazit: Der NAHB-Bauklimaindex sei mit 38 Punkten marginal gestiegen, verbleibe nach mechanistischer Interpretation aber noch weit unterhalb der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Das für den US-Immobilienmarkt wichtige Frühlingsgeschäft stehe vor der Tür und erhalte zumindest einen Impuls von den durchschnittlichen 30-jährigen Hypothekenzinsen, welche im Februar erstmal unter die psychologisch wichtige Marke von 6% gesunken seien. Trotz der gesteigerten Inflationsrisiken sollte die Fed Funds Target Rate in diesem Jahr dennoch unter der Ägide von Kevin Warsh gesenkt werden können. Dies hätte auch positive Implikationen für den Immobilienmarkt der Vereinigten Staaten von Amerika. (17.03.2026/ac/a/m)




 
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