US-Arbeitsmarkt: Das halbe Comeback
08.06.20 16:50
Legg Mason
Baltimore (www.aktiencheck.de) - Die Arbeitsmarktdaten aus den USA waren zwar eine positive Überraschung, signalisieren aber noch keine Entwarnung, so Michael J. Bazdarich von der Legg-Mason-Boutique Western Asset Management.
Während der Aktienmarkt die V-förmige Erholung bereits vollzogen habe, sehe es in der Realwirtschaft anders aus. Insbesondere die Arbeitsmarktdaten in den USA hätten während der vergangenen Monate gezeigt, wie es um die Wirtschaft wirklich stehet. Der Arbeitsmarkt gelte als wichtiger Gradmesser für die US-Wirtschaft und sei daher indirekt auch für exportorientierte Volkswirtschaften wie beispielsweise Deutschland von Bedeutung. Nach den Hiobsbotschaften der vergangenen Monate seien die jüngsten Zahlen aus den USA umso überraschender gewesen: Während der Markt weitere acht Millionen verlorene Stellen erwartet habe, sei die Zahl der Arbeitsplätze um 2,5 Millionen angestiegen. Dies sei zwar ein starkes Signal der Hoffnung, jedoch noch kein Grund zur Entwarnung.
Gleichzeitig mit der Veröffentlichung der Daten für Mai hätten die öffentlichen Stellen die Arbeitsmarktdaten für März und April revidiert. Demnach seien während der Krisenmonate insgesamt 700.000 Arbeitsplätze mehr verloren gegangen als bislang gedacht. Dies verdeutliche, wie schwer die Krise den US-Arbeitsmarkt getroffen habe. Blicke man auf die jüngsten Erfolgszahlen im Detail, so falle auf, dass der US-Arbeitsmarkt insbesondere in den Branchen ein Comeback habe feiern können, in denen zuvor auch besonders viele Menschen entlassen worden seien: Gastronomie, Bauwesen und Einzelhandel. So seien beispielsweise während der Krisenmonate mehr als sechs Millionen Mitarbeiter in der Gastronomie arbeitslos geworden, im Mai aber wieder rund 1,4 Millionen davon eingestellt worden.
Trotzdem gebe es auch weiterhin Branchen, die nicht vom Comeback am Arbeitsmarkt profitieren würden. Ein Beispiel sei der Tourismus. Auch das verarbeitende Gewerbe habe angesichts der Entlassungen von rund 1,5 Millionen Menschen zuletzt mit 200.000 nur wenige Jobs neu besetzt. Erst wenn das Comeback am US-Arbeitsmarkt alle Branchen erreicht habe, könnten Investoren auch mit Blick auf die Realwirtschaft wieder zuversichtlich sein. Die Zeichen dafür stünden allerdings nicht schlecht. Aktuell sehe es danach aus, als könnten im Juni auch Freizeitanbieter oder Unternehmen aus dem Gesundheitswesen von der allgemeinen Normalisierung profitieren. Dies würde auch dafür sorgen, dass die Diskrepanz zwischen den Notierungen am Aktienmarkt und der Situation in der Realwirtschaft schwinde. Für beide Bereiche wäre das eine gute Nachricht. (08.06.2020/ac/a/m)
Während der Aktienmarkt die V-förmige Erholung bereits vollzogen habe, sehe es in der Realwirtschaft anders aus. Insbesondere die Arbeitsmarktdaten in den USA hätten während der vergangenen Monate gezeigt, wie es um die Wirtschaft wirklich stehet. Der Arbeitsmarkt gelte als wichtiger Gradmesser für die US-Wirtschaft und sei daher indirekt auch für exportorientierte Volkswirtschaften wie beispielsweise Deutschland von Bedeutung. Nach den Hiobsbotschaften der vergangenen Monate seien die jüngsten Zahlen aus den USA umso überraschender gewesen: Während der Markt weitere acht Millionen verlorene Stellen erwartet habe, sei die Zahl der Arbeitsplätze um 2,5 Millionen angestiegen. Dies sei zwar ein starkes Signal der Hoffnung, jedoch noch kein Grund zur Entwarnung.
Gleichzeitig mit der Veröffentlichung der Daten für Mai hätten die öffentlichen Stellen die Arbeitsmarktdaten für März und April revidiert. Demnach seien während der Krisenmonate insgesamt 700.000 Arbeitsplätze mehr verloren gegangen als bislang gedacht. Dies verdeutliche, wie schwer die Krise den US-Arbeitsmarkt getroffen habe. Blicke man auf die jüngsten Erfolgszahlen im Detail, so falle auf, dass der US-Arbeitsmarkt insbesondere in den Branchen ein Comeback habe feiern können, in denen zuvor auch besonders viele Menschen entlassen worden seien: Gastronomie, Bauwesen und Einzelhandel. So seien beispielsweise während der Krisenmonate mehr als sechs Millionen Mitarbeiter in der Gastronomie arbeitslos geworden, im Mai aber wieder rund 1,4 Millionen davon eingestellt worden.
Trotzdem gebe es auch weiterhin Branchen, die nicht vom Comeback am Arbeitsmarkt profitieren würden. Ein Beispiel sei der Tourismus. Auch das verarbeitende Gewerbe habe angesichts der Entlassungen von rund 1,5 Millionen Menschen zuletzt mit 200.000 nur wenige Jobs neu besetzt. Erst wenn das Comeback am US-Arbeitsmarkt alle Branchen erreicht habe, könnten Investoren auch mit Blick auf die Realwirtschaft wieder zuversichtlich sein. Die Zeichen dafür stünden allerdings nicht schlecht. Aktuell sehe es danach aus, als könnten im Juni auch Freizeitanbieter oder Unternehmen aus dem Gesundheitswesen von der allgemeinen Normalisierung profitieren. Dies würde auch dafür sorgen, dass die Diskrepanz zwischen den Notierungen am Aktienmarkt und der Situation in der Realwirtschaft schwinde. Für beide Bereiche wäre das eine gute Nachricht. (08.06.2020/ac/a/m)
