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Fr, 17. April 2026, 7:50 Uhr

Inflation

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USA: PCE-Deflator - Inflation dürfte das FOMC kaum beeinflussen!


20.02.26 15:57
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - Zu der etwas ungewissen Stimmung bei den Notenbankern der USA gesellt sich nun eine spannende Datenlage hinzu, welche zunächst nicht helfen dürfte eine klarere Prognose für die nächste FOMC-Sitzung abzugeben, so die Analysten der Nord LB.

Der heutige PCE-Deflator für den Dezember falle mit 0,4% M/M etwas höher aus als zunächst erwartet und signalisiere folglich eine leicht gesteigerte Dynamik bei dieser Inflationsrate. Diese übersetze sich in eine Jahresrate von 2,9% und liege 0,1 Prozentpunkte über dem Vormonat. Auch die Kerninflation sei mit 0,4% M/M leicht höher als die von der Mehrheit der Ökonomen erwartete Preissteigerungsrate. Da der Datenkranz jedoch mit einiger Verzögerung erscheine – der Shutdown der US-Regierung halle an dieser Stelle noch nach – sollte das heutige Zahlenwerk aber nicht überinterpretiert werden, da bereits einige Indikationen auf eine sich abschwächende Entwicklung im Januar hinweisen würden.

Außerdem präsentiere sich die finanzielle Situation in den Haushalten in der Rückschau besser als erwartet. Die Persönlichen Einkommen seien im November nämlich um 0,4% M/M gestiegen, sei also um 0,1% nach oben revisioniert worden, und die Ausgaben seien um das gleiche Delta auf 0,4% gesunken. Bei der heutigen Veröffentlichung seien die Ausgaben um die gleiche Wachstumsrate gestiegen, die Einkommen seien lediglich um 0,3% M/M gewachsen. Zwar würden die Verbraucher in den USA die Inflation in den Geldbeuteln spüren, in Summe sei das Bild aber etwas freundlicher als zunächst signalisiert.

Während die Energiekomponente im November noch um 1,7% M/M gewachsen sei, seien es im Dezember nur noch 0,2% M/M gewesen. Dieser wichtige Bestandteil des Warenkorbs sollte weiterhin genau im Blick behalten werden, da hier aktuell eine erhöhte Unsicherheit herrsche und im Januar auch gesteigerte Volatilität zu beobachten gewesen sei. Bei der Schwesterzeitreihe rund um den CPI habe es im Januar immerhin eine gewisse Entwarnung gegeben, denn die "Energieinflation" sei sogar um 0,1% M/M gesunken – eine wichtige Implikation für den PCE!

Gleichwohl dürfte die heutige Inflationsrate etwas Druck von Powell nehmen, welcher den Leitzins in der nächsten Notenbanksitzung voraussichtlich nicht senken wollen werde. Der Arbeitsmarkt in den USA untermauere diese Prognose, denn dieser hsbe sich zuletzt trotz größerer Revisionen stärker als erwartet präsentiert. Die heutigen BIP-Zahlen hätten allerdings etwas enttäuscht, wenngleich dies keine stützenden Impulse erforderlich mache. Mit 1,4% Q/Q sei die US-Wirtschaft weiterhin robust aufgestellt. Dies alles spreche dafür, dass Zinssenkungen vor allem mit dem Wechsel an der Spitze der Fed erfolgen sollten. Powell habe derzeit keine Not zu handeln.

Die heutigen Inflationsdaten aus den USA würden leicht überraschen. Mit einer Wachstumsrate von 0,4% M/M liege der PCE-Deflator marginal über den Prognosen der Mehrheit der befragten Volkswirte. Die Einkommens- und Ausgabensituation in den Haushalten präsentiere sich in der Rückschau allerdings etwas besser als zunächst dargestellt. Für den November seien die Einkommen nach oben und die Ausgaben nach unten revisioniert worden. Die Verbraucher würden aber weiterhin die Inflation in den Geldbeuteln spüren, wenn auch nur leicht. Die heutigen Zahlen sollten aber die taktische Ausrichtung der Fed nicht nachhaltig beeinflussen, welche bis auf Weiteres eine abwartende Haltung einnehmen dürfte. Aus Sicht der Analysten der Nord LB hat jenes Szenario an Wahrscheinlichkeit zugenommen, welches erste Zinssenkungen nach dem Wechsel an der Fed-Spitze antizipiert. Powell habe derzeit keine Not und Kevin Warsh dürfte dann ab Mai mit einer Senkung der Fed Funds Target Rate in Erscheinung treten. (20.02.2026/ac/a/m)




 
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