Brent Crude Rohöl ICE Rolling
WKN: COM062 / ISIN: XC0009677409Rohöl: Risikoprämien weiterhin erhöht
27.03.26 14:18
Helaba
Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Vier Wochen Krieg am Persischen Golf und an der Levante haben Folgen für die Ölproduktion, so die Helaba.
Die Straße von Hormus sei noch immer nicht frei passierbar, die Risikoprämien blieben erhöht.
Auch vier Wochen nach dem Ausbruch des Krieges gegen den Iran und verbündete Milizen sei ein Ende der Kampfhandlungen mehr Wunsch und Hoffnung als Realität. Während vor einer Woche zunächst von US-Seite ein 48-Stunden-Ultimatum an den Iran gestellt worden sei, habe US-Präsident Trump dieses Anfang der Woche auf fünf - später auf zehn - Tage verlängert und den Beschuss iranischer Energieförderanlagen ausgesetzt. In der Nacht auf Mittwoch sei schließlich ein 15-Punkte-Plan vorgelegt und dem Iran ein Monat Verhandlungszeit eingeräumt worden.
Die Meldungen hätten den Öl- und Gasnotierungen an den Rohstoffmärkten eine erhebliche Volatilität beschert. Letztlich seien den Preisen zwar die Spitzen genommen worden, die Niveaus seien aber weiterhin stark erhöht.
Der Iran signalisiere unterdessen wenig Kompromissbereitschaft. Derweil setze Israel den Kampf gegen die Hisbollah im Südlibanon mit unverminderter Härte fort und diese ihrerseits ihre Angriffe auf Nordisrael. Offen sei daher, ob der Krieg binnen Wochen beendet werden könne. Solange aber die für die globale Energieversorgung so wichtige Straße von Hormus faktisch geschlossen sei, blieben die Risikoprämien bei Rohöl und Erdgas erhöht.
Zudem hätten in den letzten Wochen Nachrichten über dauerhafte Beschädigungen der Energieförderanlagen in den Golfstaaten zugenommen. Berichte aus dem Iran lägen dabei nur in unzureichendem Ausmaß vor. Laut IEA (International Energy Agency) seien 40 Energieanlagen rund um den Golf schwer oder sehr schwer beschädigt. Die Verunsicherung sei groß, ebenso wie die Bandbreite von Schadensberichten. Der zweitgrößte Ölproduzent der Welt Saudi-Arabien berichte, in wenigen Tagen könne die Produktion wieder hochgefahren werden. Dagegen bestünden Sorgen vor allem bei kleineren Ölfeldern, der Druckverlust in den Fördersträngen könne ein Hochfahren für Wochen oder Monate verzögern und kostenintensiv sein. Darüber hinaus hätten internationale Ölgesellschaften und Serviceleister ihre Beschäftigten evakuiert und es bedürfe einer ausreichenden Stabilisierung der Lage, um diese wieder an ihre Arbeitsplätze zu beordern.
Vor diesem Hintergrund hab die Helaba ihre Ölprognosen erneut nach oben angepasst. Kurzfristig und wohl bis in den April hinein dürfte der Ölpreis der Sorte Brent weiter oberhalb von 100 US-Dollar je Fass notieren. Unter der Voraussetzung, dass der Iran und die USA sowie Israel die Kampfhandlungen bis spätestens Mai einstellten und die Straße von Hormus dann wieder geöffnet sei, sollten die Ölpreise bis Jahresmitte auf 80 USD/Fass und bis zum Jahresende auf 75 USD/Fass sinken. Die erratische Politik des US-Präsidenten und die Komplexität des Konflikts erhöhten jedoch die Risiken für dieses Szenario. Sowohl ein überraschend schnelles Ende der Angriffe und die Öffnung der Seewege seien möglich als auch eine militärische Eskalation, beispielsweise durch den Einsatz von Bodentruppen oder das Eingreifen anderer Golfstaaten. Eine anhaltend hohe Volatilität an den Rohstoffmärkten und in der Folge auch in anderen Segmenten des Finanzmarktes sei ins Kalkül zu ziehen. (27.03.2026/ac/a/m)
Die Straße von Hormus sei noch immer nicht frei passierbar, die Risikoprämien blieben erhöht.
Auch vier Wochen nach dem Ausbruch des Krieges gegen den Iran und verbündete Milizen sei ein Ende der Kampfhandlungen mehr Wunsch und Hoffnung als Realität. Während vor einer Woche zunächst von US-Seite ein 48-Stunden-Ultimatum an den Iran gestellt worden sei, habe US-Präsident Trump dieses Anfang der Woche auf fünf - später auf zehn - Tage verlängert und den Beschuss iranischer Energieförderanlagen ausgesetzt. In der Nacht auf Mittwoch sei schließlich ein 15-Punkte-Plan vorgelegt und dem Iran ein Monat Verhandlungszeit eingeräumt worden.
Der Iran signalisiere unterdessen wenig Kompromissbereitschaft. Derweil setze Israel den Kampf gegen die Hisbollah im Südlibanon mit unverminderter Härte fort und diese ihrerseits ihre Angriffe auf Nordisrael. Offen sei daher, ob der Krieg binnen Wochen beendet werden könne. Solange aber die für die globale Energieversorgung so wichtige Straße von Hormus faktisch geschlossen sei, blieben die Risikoprämien bei Rohöl und Erdgas erhöht.
Zudem hätten in den letzten Wochen Nachrichten über dauerhafte Beschädigungen der Energieförderanlagen in den Golfstaaten zugenommen. Berichte aus dem Iran lägen dabei nur in unzureichendem Ausmaß vor. Laut IEA (International Energy Agency) seien 40 Energieanlagen rund um den Golf schwer oder sehr schwer beschädigt. Die Verunsicherung sei groß, ebenso wie die Bandbreite von Schadensberichten. Der zweitgrößte Ölproduzent der Welt Saudi-Arabien berichte, in wenigen Tagen könne die Produktion wieder hochgefahren werden. Dagegen bestünden Sorgen vor allem bei kleineren Ölfeldern, der Druckverlust in den Fördersträngen könne ein Hochfahren für Wochen oder Monate verzögern und kostenintensiv sein. Darüber hinaus hätten internationale Ölgesellschaften und Serviceleister ihre Beschäftigten evakuiert und es bedürfe einer ausreichenden Stabilisierung der Lage, um diese wieder an ihre Arbeitsplätze zu beordern.
Vor diesem Hintergrund hab die Helaba ihre Ölprognosen erneut nach oben angepasst. Kurzfristig und wohl bis in den April hinein dürfte der Ölpreis der Sorte Brent weiter oberhalb von 100 US-Dollar je Fass notieren. Unter der Voraussetzung, dass der Iran und die USA sowie Israel die Kampfhandlungen bis spätestens Mai einstellten und die Straße von Hormus dann wieder geöffnet sei, sollten die Ölpreise bis Jahresmitte auf 80 USD/Fass und bis zum Jahresende auf 75 USD/Fass sinken. Die erratische Politik des US-Präsidenten und die Komplexität des Konflikts erhöhten jedoch die Risiken für dieses Szenario. Sowohl ein überraschend schnelles Ende der Angriffe und die Öffnung der Seewege seien möglich als auch eine militärische Eskalation, beispielsweise durch den Einsatz von Bodentruppen oder das Eingreifen anderer Golfstaaten. Eine anhaltend hohe Volatilität an den Rohstoffmärkten und in der Folge auch in anderen Segmenten des Finanzmarktes sei ins Kalkül zu ziehen. (27.03.2026/ac/a/m)
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