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Fr, 24. April 2026, 16:57 Uhr

Koninklijke Philips NV

WKN: 940602 / ISIN: NL0000009538

Philips Aktie: Kurze Atempause


22.01.26 15:04
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Philips-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:

Julian Lindinger, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), nimmt die Aktie von Koninklijke Philips N.V. (ISIN: NL0000009538, WKN: 940602, Ticker-Symbol: PHI1, Euronext Amsterdam-Symbol: PHIA) unter die Lupe.

Q3: Der Umsatz für das dritte Quartal habe sich auf EUR 4,30 Mrd. belaufen, was einem Wachstum von 3% gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspreche, aber trotzdem leicht unter den Konsensschätzungen von EUR 4,32 Mrd. gelegen habe. Der Gewinn je Aktie habe sich auf EUR 0,36 belaufen und habe damit über den Erwartungen von EUR 0,31 gelegen.

Rückruf Respironics: Die größten Risiken um die fehlerhaften Atemgeräte der Tochter Respironics habe Philips 2024 durch einen Vergleich beilegen können. Dennoch bleibe die Belastung auch im Jahr 2026 bestehen, da die FDA das Verkaufsverbot in den USA weiterhin aufrechterhalte. Diesbezüglich mache das Unternehmen jedoch Fortschritte: Die von der FDA verlangten Reparaturen und Austauschprogramme seien laut Unternehmen fast vollständig abgeschlossen. Nun müssten kommende Audits die US-Behörde davon überzeugen, dass gesundheitsgefährdende Produktionsfehler künftig ausgeschlossen seien. Mit einem erneuten Verkaufsstart rechne Lindinger jedoch erst ab 2027. Dieser Wiedereinstieg könnte zudem kostspielig werden: Da viele Kund:innen in den letzten Jahren zu anderen Herstellern gewechselt seien, müssten Marktanteile nun mühsam durch Marketing und Preisnachlässe zurückgewonnen werden. Dennoch könnte diese Aussicht die Wachstumsfantasien neu anregen und die Aktie stützen. Zum Vergleich: Vor den Rückrufen (2020) habe Respironics rund 13% zum Gesamtumsatz beigetragen und einen US-Marktanteil von etwa 37% gehalten.

KI: Philips habe sich zu einem führenden Anbieter für KI-gestützte klinische Workflows transformiert. Ein zentraler Pfeiler dieser Strategie sei die HealthSuite Imaging Cloud, eine in Partnerschaft mit AWS entwickelte Cloud-Plattform. Diese Lösung mache radiologische Daten ortsunabhängig verfügbar und nutze generative KI, um die Befundung durch automatisierte Berichte und Bildanalysen drastisch zu beschleunigen. Zusätzlich trieben zwei Innovationen das Wachstum: Die im Januar 2026 eingeführte 3D-Navigationssoftware LumiGuide ermögliche strahlungsfreie Katheter-Eingriffe, während die Integration von SpectraWAVE die kardiologische Bildgebung durch KI-gestützte Gewebeanalysen revolutioniere. Diese Systeme markierten für Philips den entscheidenden Wechsel von reiner Hardware hin zu hochmargigen, wiederkehrenden Software-Umsätzen. Rund 40–45% des Gesamtumsatzes kämen mittlerweile aus Abonnements, Serviceverträgen und Cloud-Lösungen wie der HealthSuite Imaging Cloud.

Zölle: Bereits im letzten Ausblick habe das Unternehmen mit negativen Zollauswirkungen auf das EBITA in Höhe von EUR 150 Mio. bis EUR 200 Mio. gerechnet. Mit einem Anteil von rund 7,5% bis 10% am gesamten EBITA seien diese Effekte keineswegs zu vernachlässigen. Zwar verfüge Philips über rund 40 Standorte in den USA und habe jüngst Investitionen von USD 150 Mio. angekündigt. Die komplexesten und zugleich margenstärksten Systeme des Konzerns (unter anderem MRT- und CT-Geräte) würden jedoch weiterhin überwiegend in Europa produziert und von dort exportiert. Die im Streit um Grönland von Trump angedrohten Strafzölle seien zwar später wieder zurückgenommen worden. Dennoch zeige der Vorgang, dass Trump dieses Instrument weiterhin als Verhandlungstaktik einsetze und damit für erhöhte Volatilität an den Märkten und auch bei Philips sorgen könne. Ganz vom Tisch sei die Zollthematik im Jahr 2026 damit leider noch nicht.

Bewertung: Auf den ersten Blick zeige Philips attraktive Bewertungskennzahlen: Diverse Preis- und EV-Multiples lägen im Durchschnitt um rund 17% unter den vergleichbaren Kennzahlen der Peergroup. Diese scheinbar günstige Bewertung relativiere sich jedoch erheblich, wenn man die zugrundeliegenden Wachstumsaussichten betrachte: Während die Peergroup über die nächsten drei Jahre mit einem starken EBIT-Wachstum von durchschnittlich rund 12,4% jährlich rechne, prognostiziere der Konsens für Philips nur rund 6,6%. Auch beim Umsatzwachstum hinke Philips mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 1,4% der Peergroup (5,2%) hinterher. Aus Sicht des Analysten sei die Aktie daher aufgrund der schwächeren Wachstumsaussichten fair bepreist.

Philips lege den strategischen Fokus auf KI-gestützte Softwarelösungen, die Krankenhäusern Effizienzgewinne ermöglichten und dem Unternehmen zugleich hochmargige, wiederkehrende Umsätze sichern sollten. In den kommenden Jahren dürfte dieser Schwerpunkt ein moderates Umsatzwachstum unterstützen, wenngleich Philips damit hinter der Konkurrenz zurückbleibe. Ein mögliches Ende des Verkaufsstopps für Atemgeräte könnte zusätzliche Wachstumsimpulse liefern, mit einem spürbaren Effekt rechne Lindinger jedoch frühestens ab 2027. Bezüglich der Unsicherheiten um US-Zölle verbesserten sich die Aussichten zuletzt wieder. Dennoch bestehe hier weiterhin ein Restrisiko. Bewertungsseitig sehe Lindinger für die Aktie von Philips derzeit bedingtes Aufwärtspotenzial.

Julian Lindinger, Analyst der RBI, stuft die Philips-Aktie daher auf HALTEN herab und reduziert das Kursziel auf 26,00 EUR. Dieses basiere auf einem Multiples-Bewertungsmodell, das Philips auf Basis diverser Preis- sowie EV-Multiples mit der eigenen Historie und der Peergroup vergleiche. Die Zahlen würden auf Konsensschätzungen basieren. (Analyse vom 22.01.2026)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity (22.01.2026/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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