PSI Software: Aufmunterndes Zeichen - Aktienanalyse
29.08.22 13:34
Heibel-Ticker
BerlinBerlin (www.aktiencheck.de) - PSI Software-Aktienanalyse von "Heibel-Ticker":
Stephan Heibel, Chefredakteur und Herausgeber des "Heibel-Ticker Börsenbriefs", nimmt in einer aktuellen Ausgabe die Aktie der PSI Software AG (ISIN: DE000A0Z1JH9, WKN: A0Z1JH, Ticker-Symbol: PSAN) unter die Lupe.
PSI Software sei der Anbieter von Steuerungssoftware für unsere Stromnetze. Die Software von PSI könnte die Stromverteilung effizienter gestalten. Heute werde überschüssiger Strom aus Windrädern oder von Solaranlagen in Mittelspannungsnetz der regionalen Energieversorger gespeist. Diese würden nicht benötigten Strom weiter ins Hochspannungsnetz leiten, das den Strom dann beispielsweise von der Ostsee nach Bayern schicke. Die Nord-Süd-Trasse stehe aber noch nicht, daher könne dieser Austausch nicht in gewünschtem Umfang erfolgen. Windräder würden daher abgeschaltet.
Sinnvoller wäre es, den Überschussstrom im Mittelspannungsnetz unter den regionalen Versorgern erst einmal auszutauschen. Dadurch müsste allerdings ein rechtlicher Rahmen geschaffen werden, sowie die erforderliche Software (von PSI) entwickelt werden, so CEO Dr. Harald Schrimpf. Gerne würde er auch in die Stromversorgung der Wärmepumpen eingreifen. Dort werde auch viel Strom verbraucht, um Häuser zu heizen. Die Wärme entstehe langsam und bleibe dann auch lange, daher gebe es dort viel Optimierungspotential für die Zeiten, zu denen Wärmepumpen laufen würden: Wenn durch eine intelligente Steuerung der Wärmepumpen Spitzen ausgeglichen werden könnten, müsse man Windräder nicht abschalten.
Gute Ideen, die von den Energieversorgern umgesetzt werden sollten. Doch da komme man auf das aktuelle Problem von PSI Software zu sprechen: Die Entwicklungskosten für entsprechende Systeme müssten von Energieversorgern getragen werden. Doch die würden sich gerade schwer unter Druck befinden: Ihre Versorgerverträge würden zu günstigen Strompreisen laufen, doch um die Lieferverpflichtung einzuhalten, müsse am Spotmarkt zu hohen Preisen zugekauft werden. Über 300 der 1.500 Versorger in Deutschland seien nach Meinung von CEO Schrimpf stehend insolvent. Eine ähnlich große Zahl befände sich bereits auf dem Krankenbett.
Wie solle also unser Netz modernisiert werden, wenn diejenigen, die das bezahlen müssten, finanzielle Probleme hätten? CEO Schrimpf habe von einem Entwicklungsprojekt berichtet, das deutlich aufwendiger geworden sei als ursprünglich geplant. Der Zusatzaufwand sei für PSI im abgelaufenen Quartal entstanden, die Rechnung müsse nun vom Kunden bezahlt werden. Doch wie es aussehe, werde das Geld wohl nicht so einfach fließen, weil die Kunden eine angespannte geschäftliche Situation hätten.
Der Umsatz von PSI Software sei daher im abgelaufenen Q2 rückläufig gewesen, auch der Gewinn sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Unternehmensprognose für das laufende Jahr sei gesenkt worden, die Aktie habe sich seit November halbiert. In der Bilanz liege ausreichend Cash, um diese schwere Zeit durchzustehen. Außerdem habe das zweite Standbein des Konzerns, die Produktionssteuerung in der Industrie, den Rückgang bei den Stromnetzen kompensieren können.
In der Branche der Energieversorger gebe es Länder, die Energieträger verkaufen würden, und Länder die kaufen müssten. Deutschland gehöre zu den Ländern, die kaufen müssten. CEO Schrimpf habe gesagt, er habe beobachtet, dass von sechs Jahren meist nur eines schlecht sei für die Einkäufer von Energieträgern. Meistens komme man gut und günstig an die benötigten Energieträger heran.
Auf der anderen Seite hätten die Verkäufer von Energieträgern meist fünf schwere Jahre, um dann in einem Jahr mit hohen Preisen am Energiemarkt dicke Gewinne zu erzielen. Das seien dann die Jahre, in denen die Gewinne investiert würden: Ausbau und Modernisierung der Netze etc. Für Russland sei 2022 ein solches Jahr und der Modernisierungsbedarf sei exorbitant groß. Der Energiepreis sei hoch und jetzt würden die russischen Versorger mit prall gefüllten Kassen an den Markt gehen und neue Projekte und Investitionen beauftragen.
Aufgrund des Krieges Russlands in der Ukraine habe sich PSI jedoch aus diesen Projekten verabschiedet. Das sei moralisch gut, geschäftlich entgehen würden PSI aber hier die Früchte der Arbeit von sechs Jahren betrachtet.
Kein Wunder also, dass die Aktie von PSI in den vergangenen Monaten unter Druck gewesen sei. Aktuell stehe das KGV 23e bei 19, der Gewinn wachse mit zweistelligen Raten. Aufgrund der oben beschriebenen Probleme sei der Gewinn im ersten Halbjahr rückläufig gewesen und es sei fraglich, ob das bis Jahresende ausgeglichen werden könne. Doch wenn man sich auf einen Zeithorizont von mehreren Jahren einstelle, dann gebe es einen großen, gesellschaftlichen Bedarf für die Lösungen von PSI und entsprechend könne man davon ausgehen, dass die Gesellschaft Rahmenbedingungen schaffen werde, um die gewünschten Projekte umzusetzen.
Sprich: PSI sei günstig bewertet. Möge sein, dass es kurz- und mittelfristig noch turbulent in der Geschäftsentwicklung bleibe. Doch langfristig gefalle Heibel das Geschäft und die Aktie sehr gut. Übrigens, CEO Schrimpf habe zuletzt PSI-Aktien für 24.000 Euro gekauft. Das sei zwar kein hoher Betrag, aber immerhin ein aufmunterndes Zeichen, so Stephan Heibel, Chefredakteur und Herausgeber des "Heibel-Ticker Börsenbriefs". (Ausgabe 34 vom 26.08.2022)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.
Börsenplätze PSI Software-Aktie:
Tradegate-Aktienkurs PSI Software-Aktie:
23,50 EUR +1,08% (29.08.2022, 13:13)
XETRA-Aktienkurs PSI Software-Aktie:
23,35 EUR -1,89% (29.08.2022, 12:09)
ISIN PSI Software-Aktie:
DE000A0Z1JH9
WKN PSI Software-Aktie:
A0Z1JH
Ticker-Symbol PSI Software-Aktie:
PSAN
Kurzprofil PSI Software AG:
Der PSI-Konzern (ISIN: DE000A0Z1JH9, WKN: A0Z1JH, Ticker-Symbol: PSAN) entwickelt eigene Softwareprodukte zur Optimierung des Energie- und Materialflusses bei Versorgern (Energienetze, Energiehandel, Öffentlicher Personenverkehr) und Industrie (Metallerzeugung, Automotive, Maschinenbau, Logistik). PSI wurde 1969 gegründet und beschäftigt weltweit mehr als 2.000 Mitarbeiter. (29.08.2022/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Stephan Heibel, Chefredakteur und Herausgeber des "Heibel-Ticker Börsenbriefs", nimmt in einer aktuellen Ausgabe die Aktie der PSI Software AG (ISIN: DE000A0Z1JH9, WKN: A0Z1JH, Ticker-Symbol: PSAN) unter die Lupe.
PSI Software sei der Anbieter von Steuerungssoftware für unsere Stromnetze. Die Software von PSI könnte die Stromverteilung effizienter gestalten. Heute werde überschüssiger Strom aus Windrädern oder von Solaranlagen in Mittelspannungsnetz der regionalen Energieversorger gespeist. Diese würden nicht benötigten Strom weiter ins Hochspannungsnetz leiten, das den Strom dann beispielsweise von der Ostsee nach Bayern schicke. Die Nord-Süd-Trasse stehe aber noch nicht, daher könne dieser Austausch nicht in gewünschtem Umfang erfolgen. Windräder würden daher abgeschaltet.
Sinnvoller wäre es, den Überschussstrom im Mittelspannungsnetz unter den regionalen Versorgern erst einmal auszutauschen. Dadurch müsste allerdings ein rechtlicher Rahmen geschaffen werden, sowie die erforderliche Software (von PSI) entwickelt werden, so CEO Dr. Harald Schrimpf. Gerne würde er auch in die Stromversorgung der Wärmepumpen eingreifen. Dort werde auch viel Strom verbraucht, um Häuser zu heizen. Die Wärme entstehe langsam und bleibe dann auch lange, daher gebe es dort viel Optimierungspotential für die Zeiten, zu denen Wärmepumpen laufen würden: Wenn durch eine intelligente Steuerung der Wärmepumpen Spitzen ausgeglichen werden könnten, müsse man Windräder nicht abschalten.
Gute Ideen, die von den Energieversorgern umgesetzt werden sollten. Doch da komme man auf das aktuelle Problem von PSI Software zu sprechen: Die Entwicklungskosten für entsprechende Systeme müssten von Energieversorgern getragen werden. Doch die würden sich gerade schwer unter Druck befinden: Ihre Versorgerverträge würden zu günstigen Strompreisen laufen, doch um die Lieferverpflichtung einzuhalten, müsse am Spotmarkt zu hohen Preisen zugekauft werden. Über 300 der 1.500 Versorger in Deutschland seien nach Meinung von CEO Schrimpf stehend insolvent. Eine ähnlich große Zahl befände sich bereits auf dem Krankenbett.
Wie solle also unser Netz modernisiert werden, wenn diejenigen, die das bezahlen müssten, finanzielle Probleme hätten? CEO Schrimpf habe von einem Entwicklungsprojekt berichtet, das deutlich aufwendiger geworden sei als ursprünglich geplant. Der Zusatzaufwand sei für PSI im abgelaufenen Quartal entstanden, die Rechnung müsse nun vom Kunden bezahlt werden. Doch wie es aussehe, werde das Geld wohl nicht so einfach fließen, weil die Kunden eine angespannte geschäftliche Situation hätten.
Der Umsatz von PSI Software sei daher im abgelaufenen Q2 rückläufig gewesen, auch der Gewinn sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Unternehmensprognose für das laufende Jahr sei gesenkt worden, die Aktie habe sich seit November halbiert. In der Bilanz liege ausreichend Cash, um diese schwere Zeit durchzustehen. Außerdem habe das zweite Standbein des Konzerns, die Produktionssteuerung in der Industrie, den Rückgang bei den Stromnetzen kompensieren können.
In der Branche der Energieversorger gebe es Länder, die Energieträger verkaufen würden, und Länder die kaufen müssten. Deutschland gehöre zu den Ländern, die kaufen müssten. CEO Schrimpf habe gesagt, er habe beobachtet, dass von sechs Jahren meist nur eines schlecht sei für die Einkäufer von Energieträgern. Meistens komme man gut und günstig an die benötigten Energieträger heran.
Auf der anderen Seite hätten die Verkäufer von Energieträgern meist fünf schwere Jahre, um dann in einem Jahr mit hohen Preisen am Energiemarkt dicke Gewinne zu erzielen. Das seien dann die Jahre, in denen die Gewinne investiert würden: Ausbau und Modernisierung der Netze etc. Für Russland sei 2022 ein solches Jahr und der Modernisierungsbedarf sei exorbitant groß. Der Energiepreis sei hoch und jetzt würden die russischen Versorger mit prall gefüllten Kassen an den Markt gehen und neue Projekte und Investitionen beauftragen.
Aufgrund des Krieges Russlands in der Ukraine habe sich PSI jedoch aus diesen Projekten verabschiedet. Das sei moralisch gut, geschäftlich entgehen würden PSI aber hier die Früchte der Arbeit von sechs Jahren betrachtet.
Sprich: PSI sei günstig bewertet. Möge sein, dass es kurz- und mittelfristig noch turbulent in der Geschäftsentwicklung bleibe. Doch langfristig gefalle Heibel das Geschäft und die Aktie sehr gut. Übrigens, CEO Schrimpf habe zuletzt PSI-Aktien für 24.000 Euro gekauft. Das sei zwar kein hoher Betrag, aber immerhin ein aufmunterndes Zeichen, so Stephan Heibel, Chefredakteur und Herausgeber des "Heibel-Ticker Börsenbriefs". (Ausgabe 34 vom 26.08.2022)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.
Börsenplätze PSI Software-Aktie:
Tradegate-Aktienkurs PSI Software-Aktie:
23,50 EUR +1,08% (29.08.2022, 13:13)
XETRA-Aktienkurs PSI Software-Aktie:
23,35 EUR -1,89% (29.08.2022, 12:09)
ISIN PSI Software-Aktie:
DE000A0Z1JH9
WKN PSI Software-Aktie:
A0Z1JH
Ticker-Symbol PSI Software-Aktie:
PSAN
Kurzprofil PSI Software AG:
Der PSI-Konzern (ISIN: DE000A0Z1JH9, WKN: A0Z1JH, Ticker-Symbol: PSAN) entwickelt eigene Softwareprodukte zur Optimierung des Energie- und Materialflusses bei Versorgern (Energienetze, Energiehandel, Öffentlicher Personenverkehr) und Industrie (Metallerzeugung, Automotive, Maschinenbau, Logistik). PSI wurde 1969 gegründet und beschäftigt weltweit mehr als 2.000 Mitarbeiter. (29.08.2022/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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