NAHB: Zweitrundeneffekte belasten US-Immobilienklima
16.04.26 08:44
Nord LB
Hannover (www.aktiencheck.de) - Der NAHB-Bauklimaindex erfüllt mit 34 Punkten die Erwartung, dass der US-Immobilienmarkt weiterhin stagniert und die Stimmung im April sogar wieder schlechter wird, so die NORD LB.
Das zarte Pflänzchen der Hoffnung, welches im Februar noch auszutreiben schien, habe sich als solches also nicht durchsetzen können. Zwar nicht direkt tangiert, spiele der Iran-Konflikt dennoch eine wichtige Rolle in der trüberen Stimmung.
Im Bau- und Immobiliensektor der USA scheine sich ein Wachstumsimpuls durch die wieder relativ günstig gewordenen Kreditkonditionen abzuzeichnen. Vor allem das Frühlingsgeschäft sei für die Kaufinteressenten sehr wichtig und die durchschnittlichen 30-jährigen Hypothekenzinsen von unter 6% seien ein wichtiges Signal gewesen. Seit im Iran die Kanonen knallen würden, sei in der Folge auch der Anleihemarkt wieder angestiegen, so auch die 30-jährigen US-Treasuries. Diese hätten mit den vorgenannten Hypotheken einen hohen Gleichlauf, insofern würden diese beiden Entwicklungen nicht wirklich überraschen. Die Treasuries hätten sich Ende Februar, also vor dem Beginn der Kriegshandlungen in den Anrainerstaaten der Straße von Hormus, noch im unteren Bereich von 4,6% befunden; zwischenzeitlich hätten die langfristigen Benchmarks allerdings fast die 5%-Marke überstiegen.
Dies sei eine Entwicklung, welche man auch bei den Hypothekenzinsen beobachten könne. Zwischenzeitlich seien die 6,5% wieder in den Fokus bei den 30-jährigen Hypotheken gerückt. Auch wenn der Markt für Immobilienfinanzierungen etwa anderen Regeln folge, sei dieser nicht abgekapselt. Höhere Inflationserwartungen würden natürlich auch die Immobilienzinsen treiben.
In der Folge habe sich die Bereitschaft auf der Käuferseite, eine Immobilie zu erwerben, durchaus abgekühlt, wobei die respektiven Komponenten teils merklich zurückgegangen seien. Die als Wachstumsschwelle definierten 50 Punkte seien somit in weite Ferne gerückt. Und auch der "Prospective Buyers Traffic" dümple mit 22 Punkten in der Nähe von Allzeittiefs. Regional sehe es in Summe kaum besser aus. Während der Nordosten zeitweise noch Wachstumsmarkt gewesen sei, sei seit dem Herbst auch hier die Stimmung mit 41 Punkten nachhaltig schlecht. Der Westen der USA scheine mit 26 Punkten deutlich weiter abgeschlagen zu sein.
Bis zum Wechsel an der Spitze der FED werde die Fed Funds Target Rate wohl nicht mehr angetastet werden, was weniger an Powell, sondern eher an dem herausfordernden Inflationsumfeld liege. Sinkende Leitzinsen sollten auch für günstigere Finanzierungskonditionen sorgen, wenn auch mit zeitlicher Verzögerung. Washington lege aber weiter an Lösungen der "Affordability Krise" an - die US-Administration habe derzeit allerdings alle Hände voll zu tun, weshalb Lösungen für den heimischen Immobilienmarkt von den "Law Makern" vom Capitol Hill noch auf sich warten lassen würden.
Fazit: In Summe bestätige der erneut schwache NAHB-Bauklimaindex, dass sich der US-Immobilienmarkt weiterhin in einer Phase der Stagnation befinde und sich eine nachhaltige Trendwende vorerst nicht abzeichne. Die zwischenzeitlich aufgekommene Hoffnung auf eine Belebung des Marktes habe sich als verfrüht erwiesen, da externe Belastungsfaktoren - insbesondere das geopolitische Umfeld und die daraus resultierenden steigenden Renditen am Anleihemarkt - die Finanzierungskonditionen wieder spürbar verschlechtert hätten. Auch regional zeige sich kein belastbarer Lichtblick. Solange das Inflationsumfeld aufgrund des Iran-Konfliktes restriktiv bleibe und Zinssenkungen der Fed auf sich warten lassen würden, dürfte sich an der angespannten Lage wohl wenig ändern. Politische Lösungsansätze zur Entschärfung der "Affordability-Krise" seien zwar in Arbeit, kurzfristige Impulse für den Immobilienmarkt seien jedoch nicht zu erwarten. (16.04.2026/ac/a/m)
Das zarte Pflänzchen der Hoffnung, welches im Februar noch auszutreiben schien, habe sich als solches also nicht durchsetzen können. Zwar nicht direkt tangiert, spiele der Iran-Konflikt dennoch eine wichtige Rolle in der trüberen Stimmung.
Dies sei eine Entwicklung, welche man auch bei den Hypothekenzinsen beobachten könne. Zwischenzeitlich seien die 6,5% wieder in den Fokus bei den 30-jährigen Hypotheken gerückt. Auch wenn der Markt für Immobilienfinanzierungen etwa anderen Regeln folge, sei dieser nicht abgekapselt. Höhere Inflationserwartungen würden natürlich auch die Immobilienzinsen treiben.
In der Folge habe sich die Bereitschaft auf der Käuferseite, eine Immobilie zu erwerben, durchaus abgekühlt, wobei die respektiven Komponenten teils merklich zurückgegangen seien. Die als Wachstumsschwelle definierten 50 Punkte seien somit in weite Ferne gerückt. Und auch der "Prospective Buyers Traffic" dümple mit 22 Punkten in der Nähe von Allzeittiefs. Regional sehe es in Summe kaum besser aus. Während der Nordosten zeitweise noch Wachstumsmarkt gewesen sei, sei seit dem Herbst auch hier die Stimmung mit 41 Punkten nachhaltig schlecht. Der Westen der USA scheine mit 26 Punkten deutlich weiter abgeschlagen zu sein.
Bis zum Wechsel an der Spitze der FED werde die Fed Funds Target Rate wohl nicht mehr angetastet werden, was weniger an Powell, sondern eher an dem herausfordernden Inflationsumfeld liege. Sinkende Leitzinsen sollten auch für günstigere Finanzierungskonditionen sorgen, wenn auch mit zeitlicher Verzögerung. Washington lege aber weiter an Lösungen der "Affordability Krise" an - die US-Administration habe derzeit allerdings alle Hände voll zu tun, weshalb Lösungen für den heimischen Immobilienmarkt von den "Law Makern" vom Capitol Hill noch auf sich warten lassen würden.
Fazit: In Summe bestätige der erneut schwache NAHB-Bauklimaindex, dass sich der US-Immobilienmarkt weiterhin in einer Phase der Stagnation befinde und sich eine nachhaltige Trendwende vorerst nicht abzeichne. Die zwischenzeitlich aufgekommene Hoffnung auf eine Belebung des Marktes habe sich als verfrüht erwiesen, da externe Belastungsfaktoren - insbesondere das geopolitische Umfeld und die daraus resultierenden steigenden Renditen am Anleihemarkt - die Finanzierungskonditionen wieder spürbar verschlechtert hätten. Auch regional zeige sich kein belastbarer Lichtblick. Solange das Inflationsumfeld aufgrund des Iran-Konfliktes restriktiv bleibe und Zinssenkungen der Fed auf sich warten lassen würden, dürfte sich an der angespannten Lage wohl wenig ändern. Politische Lösungsansätze zur Entschärfung der "Affordability-Krise" seien zwar in Arbeit, kurzfristige Impulse für den Immobilienmarkt seien jedoch nicht zu erwarten. (16.04.2026/ac/a/m)
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