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Fr, 17. April 2026, 7:46 Uhr

Internationale Märkte: Unsicherheit über wichtige Datenveröffentlichungen aus den USA


17.10.25 10:28
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - Im August schrumpfte der Handelsbilanzüberschuss der Eurozone drastisch auf EUR 1,0 Mrd. (Juli: EUR 12,7 Mrd.), berichten die Analysten der Nord LB.

Haupttreiber sei ein Einbruch bei Maschinen & Fahrzeuge gewesen: Der Überschuss sei hier von EUR 18,0 Mrd. (Aug. 2024) auf EUR 7,8 Mrd. gesunken. Die Exporte in Länder außerhalb der Währungsunion seien um 4,7% auf EUR 205,9 Mrd. gefallen, die Importe um 3,8% auf EUR 204,9 Mrd. Besonders belastend: Der Überschuss im Handel mit den USA habe sich auf EUR 6,5 Mrd. (Vorjahr: EUR 15,3 Mrd.) halbiert, da die EU-Exporte in die USA um über 22% eingebrochen seien. Das jüngst veröffentlichte Beige Book gebe Einblicke in die konjunkturelle Entwicklung in den zwölf Fed-Distrikten und damit in die weitere Entwicklung der US-Ökonomie. Neben Tendenzen eines sich weiter abkühlenden Arbeitsmarktes dürfte die Inflation in den kommenden Monaten weiter steigen. Ersteres sei bei der September-Sitzung ein Hauptgrund für die Leitzinssenkung gewesen. In Bezug auf die Inflation sei der Blick eher optimistisch. Spielräume bei der Preisüberwälzung seien nur begrenzt vorhanden, wobei sich sowohl die Angebots- als auch die Nachfrageseite darüber im Klaren zu sein schienen. Entsprechend dürfte das Realzinsniveau künftig so restriktiv verbleiben, dass Spielraum für Zinssenkungen verbleibe. Wir erwarteten weiterhin, dass die Fed Funds Target Rate bis Jahresende um weitere 50 Basispunkte sinken werde.

Auch am Ende einer weiteren turbulenten Woche bleibe den Märkten heute die Unsicherheit über wichtige Datenveröffentlichungen aus den USA nicht erspart. Sicher sei jedoch, dass es frische Töne aus Washington von Fed-Vertreter Musalem geben werde. Auch die EZB sei dort mit Redebeiträgen von Rehn und Nagel präsent.

Die internationalen Anleihemärkte hätten sich kaum verändert gezeigt. Nach einem schwankenden Handelsstart habe der DAX am Donnerstag ins Plus gedreht und den Tag mit einem Gewinn von 0,38 % bei 24.272 Punkten beendet. Der MDAX habe 0,84 % auf 30.036 Punkte zugelegt. Auch der EURO STOXX 50 habe Stärke gezeigt und sei um 0,81 % gestiegen. Impulse seien aus der Berichtssaison (z.B. Sartorius +7,6%) sowie von der Wall Street gekommen. Dort hätten vor allem die ermutigenden Zahlen des Chip-Auftragsfertigers TSMC aus Taiwan gestützt. Nach enttäuschenden Zahlen aus dem Versicherungssektor hätten die US-Indizes nach dem Börsenschluss in Europa allerdings in den roten Bereich gedreht.

DAX +0,38%; MDAX +0,84%; TecDAX +1,18%
Dow Jones -0,65%; S&P 500 -0,63%; Nasdaq Comp. -0,47%

Sartorius wachse profitabel: Der Labor- und Pharmazulieferer habe den Umsatz in 9M 2025 um 7,5% auf EUR 2,61 Mrd. gesteigert. Besonders gefragt seien margenstarke Verbrauchsmaterialien gewesen. Das operative Ergebnis habe überproportional um 12,8% auf EUR 774 Mio. zugelegt, der Nettogewinn sei um 17% auf EUR 244 Mio. gestiegen. CEO Michael Grosse zeige sich optimistisch und hebe die Jahresprognose leicht an: Umsatzplus von rund 7% (zuvor: rund 6%) und EBITDA-Marge über 29,5% (zuvor: 29%-30%).

TUI begleiche die ausstehenden rund 118 Millionen Euro ihrer ursprünglich bis 2028 laufenden Wandelanleihe vollständig. Die Anleihe sei im Jahr 2021 während der Pandemie mit einem Kupon von 5% emittiert worden. Bereits im Juli 2024 habe TUI 80% der Anleihe zurückgekauft. Die verbleibenden 20% würden am 17. November 2025 zum Nominalwert ohne Aufschlag zurückgezahlt. Die vorzeitige Rückzahlung erfolge aus vorhandenen liquiden Mitteln und trage zur Stärkung des Finanzprofils bei. Sie führe zu einer weiteren Reduzierung der Bruttoverschuldung und senke zudem die laufenden Zinsaufwendungen.

Der steigende Bedarf an Spezialprozessoren für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) habe TSMC erneut ein Rekordquartal beschert. Als Reaktion darauf habe der weltweit größte Auftragsfertiger für Chips seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr nach oben korrigiert. Der Umsatz solle 2025 nun um etwa 35% steigen – zuvor sei ein Wachstum von rund 30% erwartet worden. TSMC betone, dass der "KI-Megatrend" weiter an Fahrt gewinne und maßgeblich zur positiven Geschäftsentwicklung beitrage.
Der EUR habe nach dem vereitelten Sturz der französischen Regierung den dritten Tag in Folge leicht zulegen können.

Gold habe gestern den fünften Tag in Folge ein neues Rekordhoch erreicht. Rückenwind hätten weiterhin die Aussicht auf fallende Zinsen, der anhaltende Shutdown in den USA sowie die Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China gegeben. (17.10.2025/ac/a/m)




 
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