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Do, 23. April 2026, 10:30 Uhr

Internationale Börsen im Überblick


01.04.26 10:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Die Angriffe im Nahen Osten hielten auch am Dienstag auf beiden Seiten an, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Teheran habe seine Attacken auf benachbarte Golfstaaten mit ballistischen Raketen und Drohnen fortgesetzt. Vor der Küste Dubais sei zudem ein kuwaitischer Öltanker getroffen worden. In diesem angespannten Umfeld sei auch der Ölpreis zunächst im Tagesverlauf weiter angestiegen, ehe Nachrichten aus dem Weißen Haus für Beruhigung hätten sorgen können. Grund für den Optimismus sei ein Bericht des "Wall Street Journals" gewesen, der auf eine mögliche Deeskalation im Krieg hindeute. Laut der Zeitung solle sich US-Präsident Donald Trump gegenüber seinen Berater:innen bereit erklärt haben, den Krieg zu beenden. Vor allem an den US-amerikanischen Börsen hätten diese Signale zunächst für Erleichterung gesorgt. Die wichtigsten Indizes hätten daraufhin Aufschläge von 2% bis 3% verzeichnet.

Die Vergangenheit lehre jedoch, Trumps Aussagen nicht zu viel Glaubwürdigkeit beizumessen. Gegen ein baldiges Ende des Krieges spreche zudem der deutliche Ausbau der US-Truppenpräsenz im Nahen Osten: Tausende Soldaten der 82. Luftlandedivision seien bereits in der Region eingetroffen, am Wochenende seien außerdem 2.500 Marineinfanteristen hinzugekommen. Die eingesetzten Einheiten seien auf Luftlandeoperationen sowie auf die Einnahme und Sicherung von Gelände spezialisiert. Nach einem Bericht der Financial Times habe das Pentagon insgesamt die Entsendung von rund 10.000 Soldaten angeordnet. Als mögliches Ziel gelte die iranische Insel Charg im Persischen Golf, über die ein Großteil der iranischen Ölexporte abgewickelt werde. Doch selbst ein Rückzug der USA, den Trump vermutlich als Erfolg darstellen dürfte, ließe die Probleme nicht einfach verschwinden. So solle die komplexe Operation zur Wiederöffnung der für den Öltransport zentralen Straße von Hormus nach Trumps Vorstellungen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Zudem habe der Iran offenbar in einer Art Mautsystem für die Passage von Öltankern durch die Straße von Hormus eine lukrative Einnahmequelle entdeckt und dürfte kaum bereit sein, diese nach einem amerikanischen Rückzug sofort wieder aufzugeben.

Die gestiegenen Ölpreise schürten erneut Inflationssorgen, die durch die heutigen Konjunkturdaten in der Eurozone zusätzlich untermauert würden. Im März spiegelten sich erstmals die Auswirkungen des Irankrieges in der Euro-Preisentwicklung wider. Die Preise für Waren und Dienstleistungen hätten somit im Durchschnitt 2,5% über dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen, während es im Februar noch 1,9% gewesen seien. Damit habe die Teuerungsrate erneut das Ziel der Europäischen Zentralbank überschritten, die für den Währungsraum mittelfristig eine Inflationsrate von 2,0% anstrebe. Vor diesem Hintergrund wachse der Druck auf die EZB, bei ihrer nächsten Sitzung Ende April eine Anhebung des Leitzinses in Betracht zu ziehen, um dem wieder zunehmenden Preisauftrieb entgegenzuwirken. Die Futures-Märkte rechneten derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von 58 % mit einer Zinserhöhung um einen Viertelbasispunkt. An den europäischen Börsen habe gestern dennoch der Optimismus überwogen, wenngleich die Kursanstiege weniger spektakulär als bei den US-Amerikanern ausgefallen seien. Der ATX habe damit gut 0,9% gewonnen, während DAX und EURO STOXX 50 um jeweils rund 0,5% zugelegt hätten.

Mit den Aussichten auf ein Ende des Krieges im Nahen Osten habe der Ölpreis über Nacht deutlich verloren. Ein Fass der Sorte Brent handele derzeit bei USD 105. Der Goldpreis habe sich gestern hingegen kaum von der Stelle bewegt. Eine Feinunze koste derzeit rund USD 4.700. Der Bitcoin lege gestern leicht zu und notiere aktuell bei rund USD 68.000.

Die asiatischen Börsen zeigten sich heute Morgen einheitlich mit klaren Kursgewinnen. Während Festland-China und Hongkong robuste Gewinne von 1% bis 2% verbuchten, handle Japan mit rund 4 % noch deutlicher im positiven Bereich. Der Datenkalender sei heute prall gefüllt mit spannenden Makrodaten. Neben der Arbeitslosenquote der Eurozone und der ADP-Beschäftigung in den USA stünden auch die Einzelhandelsumsätze und der ISM-Index des verarbeitenden Gewerbes in den USA auf dem Programm. (01.04.2026/ac/a/m)




 
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