AMD Advanced Micro Devices Inc
WKN: 863186 / ISIN: US0079031078AMD Aktie: Im Schatten der KI-Hausse - NVIDIA bleibt strukturell im Vorteil
13.02.26 12:35
Leverage Shares
Dublin (www.aktiencheck.de) - AMD-Aktienanalyse von Leverage Shares:
Mit der Vorlage der Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 am 3. Februar hat der US-Chiphersteller Advanced Micro Devices Inc. (AMD) (ISIN: US0079031078, WKN: 863186, Ticker-Symbol: AMD, NASDAQ-Symbol: AMD) ein insgesamt solides Zahlenwerk präsentiert, so Sandeep Rao, Senior Analyst bei Leverage Shares und Income Shares.
Dennoch bleibe die Reaktion an der Börse verhalten. Trotz spürbarer Fortschritte auf der Ertragsseite würden sich die Zweifel mehren, ob AMD im aktuell attraktivsten Teil des KI-Marktes, dem Rechenzentrumsgeschäft, tatsächlich entscheidend Boden gutmachen könne. Während CEO Lisa Su im Rahmen der Ergebnisse für das dritte Quartal 2025 noch in Aussicht gestellt habe, dass die Kooperation mit OpenAI - angelehnt an das dichte Partnernetzwerk von NVIDIA - langfristig ein Umsatzpotenzial von über 100 Mrd. US-Dollar eröffnen könnte, sei dieser strategische Durchbruch in den aktuellen Zahlen zumindest noch nicht klar erkennbar.
Datacenter-Geschäft wachse - aber ohne strukturellen Durchbruch
Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 habe AMD weitgehend die Umsatztrends bestätigt, die bereits nach dem dritten Quartal sichtbar gewesen seien, während das verwässerte Ergebnis je Aktie stärker habe zulegen können. Das Umsatzwachstum sei maßgeblich durch steigende Erlöse im Rechenzentrumssegment getragen worden. Nachdem für diesen Bereich im dritten Quartal 2025 noch ein vergleichsweise moderates Wachstum von 18 Prozent erwartet worden sei, habe er im Gesamtjahr 2025 um 32 Prozent zugelegt - nahezu doppelt so stark wie ursprünglich prognostiziert. Dennoch sei es AMD nicht gelungen, den im Vorquartal unterstellten Rückgang der Marktanteile vollständig auszugleichen. Das Unternehmen habe das Geschäftsjahr mit einem Rückgang des Umsatzanteils von rund einem Prozentpunkt gegenüber 2024 abgeschlossen.
Ein Teil des Umsatzanstiegs sei zudem einmaliger Natur gewesen: Rund ein Prozent der Erlöse des Geschäftsjahres 2025, bzw. etwa sieben Prozent der Rechenzentrumsumsätze im vierten Quartal, seien auf die Freigabe zuvor exportbeschränkter Instinct-MI308-GPUs nach China im Juli 2025 entfallen. Diese Entscheidung der Trump-Administration habe AMD den Abbau von Lagerbeständen in Höhe von rund 360 Mio. US-Dollar und die Verbuchung zusätzlicher Umsätze von etwa 390 Mio. US-Dollar ermöglicht.
Client- und Gaming-Segment bleibe tragende Säule
Während das Datacenter-Geschäft an Dynamik gewonnen habe, habe sich erneut das Segment "Client and Gaming" als stabilster Wachstumstreiber erwiesen. Die operative Entwicklung in diesem Bereich habe sich leicht verbessert: Das Umsatzwachstum habe sich von 138 Prozent nach dem dritten Quartal 2025 auf 141 Prozent im Gesamtjahr beschleunigt. Diese Entwicklung, kombiniert mit der Auflösung von Lagerbestandsbelastungen, habe insbesondere das überdurchschnittliche Wachstum des verwässerten Ergebnisses je Aktie im Schlussquartal unterstützt. Gleichzeitig habe das Embedded-Segment weiter an Dynamik verloren, wobei sich der Rückgang der Wachstumsrate von zwei Prozent im zweiten Quartal 2025 auf drei Prozent bis zum Jahresende ausgeweitet habe.
Auffällig bleibe zudem, dass sowohl der Anteil der Herstellungskosten als auch die Forschungs- und Entwicklungsausgaben gemessen am Umsatz seit 2023 rückläufig seien. Parallel dazu seien die Anteile von operativem Ergebnis und Nettogewinn gestiegen. Ein Zeichen zunehmender Effizienz, aber auch ein Hinweis darauf, dass derzeit kein aggressiver Investitionszyklus wie in den Jahren 2021 und 2022 stattfinde.
Neue Partnerschaften, begrenzte Marktwirkung
Im Gegensatz zur medienwirksamen OpenAI-Kooperation im dritten Quartal sei die wichtigste strategische Ankündigung des vierten Quartals nüchterner ausgefallen: Eine Partnerschaft mit dem indischen IT-Dienstleister Tata Consultancy Services (TCS). Ziel der Zusammenarbeit sei es, Unternehmen bei der Modernisierung hybrider Cloud- und Edge-Infrastrukturen, der Einführung KI-gestützter Arbeitsplatzlösungen sowie der Entwicklung generativer KI-Frameworks für Branchen wie Life Sciences, Industrie und Finanzdienstleistungen zu unterstützen. Ein konkretes finanzielles Volumen sei nicht genannt worden. Die Partnerschaft unterstreiche zwar AMDs technologische Kompetenz außerhalb klassischer Rechenzentren, ändere jedoch wenig an der Marktstruktur im lukrativsten Teil des KI-Ökosystems.
NVIDIA bleibe strukturell im Vorteil
Der von NVIDIA etablierte "zirkuläre Deal-Mechanismus" binde einen Großteil der globalen Rechenzentrumsnachfrage langfristig an das Unternehmen. Auch wenn die im Jahr 2025 kommunizierten Umsatzpotenziale möglicherweise überzogen gewesen seien, würden diese Strukturen NVIDIA eine hohe Präsenz und wiederkehrende Nachfrage sichern. Rechenzentren würden zu den verlässlichsten Kundensegmenten mit einer verstärkten Bindung zählen, da GPU-Ausfälle und technologische Erneuerungen einen kontinuierlichen Ersatzbedarf erzeugen würden.
AMD hingegen scheine bei großen Unternehmenskunden weiterhin primär außerhalb klassischer Hyperscale-Rechenzentren positioniert zu sein. Ein Umstand, der den anhaltenden Erfolg des Client- und Gaming-Segments erkläre, jedoch die Wachstumsfantasie im Kernbereich des KI-Hypes begrenze.
Marktreaktion signalisiere nachlassende Überzeugung
Die verhaltene Kursreaktion im nachbörslichen Handel sowie in den frühen Handelsstunden nach der Veröffentlichung deute darauf hin, dass Investoren derzeit keine substanzielle Verschiebung der Kräfteverhältnisse im Rechenzentrumsmarkt erwarteten. Trotz solider Ergebnisverbesserungen dürfte ein Teil der hohen Bewertung, die AMD im Zuge des KI-Booms zuerkannt worden sei, in den kommenden Quartalen auf den Prüfstand gestellt werden. Bis zur nächsten Ergebnisveröffentlichung sei daher mit einer erhöhten Volatilität und einer eher holprigen Kursentwicklung zu rechnen.
AMD habe zwar geliefert - operativ, ertragsseitig und in Teilen auch strategisch -, doch im entscheidenden Segment des KI-Booms bleibe das Unternehmen klar in der Rolle des Herausforderers. Solange sich die Marktstellung im Rechenzentrumsgeschäft nicht substanziell verbessere, dürfte es schwerfallen, die hohen Erwartungen dauerhaft zu rechtfertigen. Der Markt verlange zunehmend nicht nur Wachstum, sondern sichtbare Marktanteilsgewinne im profitabelsten Teil der Wertschöpfung. Genau hier bleibe AMD bislang hinter den Hoffnungen zurück.
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Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (13.02.2026/ac/a/n)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Mit der Vorlage der Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 am 3. Februar hat der US-Chiphersteller Advanced Micro Devices Inc. (AMD) (ISIN: US0079031078, WKN: 863186, Ticker-Symbol: AMD, NASDAQ-Symbol: AMD) ein insgesamt solides Zahlenwerk präsentiert, so Sandeep Rao, Senior Analyst bei Leverage Shares und Income Shares.
Dennoch bleibe die Reaktion an der Börse verhalten. Trotz spürbarer Fortschritte auf der Ertragsseite würden sich die Zweifel mehren, ob AMD im aktuell attraktivsten Teil des KI-Marktes, dem Rechenzentrumsgeschäft, tatsächlich entscheidend Boden gutmachen könne. Während CEO Lisa Su im Rahmen der Ergebnisse für das dritte Quartal 2025 noch in Aussicht gestellt habe, dass die Kooperation mit OpenAI - angelehnt an das dichte Partnernetzwerk von NVIDIA - langfristig ein Umsatzpotenzial von über 100 Mrd. US-Dollar eröffnen könnte, sei dieser strategische Durchbruch in den aktuellen Zahlen zumindest noch nicht klar erkennbar.
Datacenter-Geschäft wachse - aber ohne strukturellen Durchbruch
Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 habe AMD weitgehend die Umsatztrends bestätigt, die bereits nach dem dritten Quartal sichtbar gewesen seien, während das verwässerte Ergebnis je Aktie stärker habe zulegen können. Das Umsatzwachstum sei maßgeblich durch steigende Erlöse im Rechenzentrumssegment getragen worden. Nachdem für diesen Bereich im dritten Quartal 2025 noch ein vergleichsweise moderates Wachstum von 18 Prozent erwartet worden sei, habe er im Gesamtjahr 2025 um 32 Prozent zugelegt - nahezu doppelt so stark wie ursprünglich prognostiziert. Dennoch sei es AMD nicht gelungen, den im Vorquartal unterstellten Rückgang der Marktanteile vollständig auszugleichen. Das Unternehmen habe das Geschäftsjahr mit einem Rückgang des Umsatzanteils von rund einem Prozentpunkt gegenüber 2024 abgeschlossen.
Ein Teil des Umsatzanstiegs sei zudem einmaliger Natur gewesen: Rund ein Prozent der Erlöse des Geschäftsjahres 2025, bzw. etwa sieben Prozent der Rechenzentrumsumsätze im vierten Quartal, seien auf die Freigabe zuvor exportbeschränkter Instinct-MI308-GPUs nach China im Juli 2025 entfallen. Diese Entscheidung der Trump-Administration habe AMD den Abbau von Lagerbeständen in Höhe von rund 360 Mio. US-Dollar und die Verbuchung zusätzlicher Umsätze von etwa 390 Mio. US-Dollar ermöglicht.
Client- und Gaming-Segment bleibe tragende Säule
Während das Datacenter-Geschäft an Dynamik gewonnen habe, habe sich erneut das Segment "Client and Gaming" als stabilster Wachstumstreiber erwiesen. Die operative Entwicklung in diesem Bereich habe sich leicht verbessert: Das Umsatzwachstum habe sich von 138 Prozent nach dem dritten Quartal 2025 auf 141 Prozent im Gesamtjahr beschleunigt. Diese Entwicklung, kombiniert mit der Auflösung von Lagerbestandsbelastungen, habe insbesondere das überdurchschnittliche Wachstum des verwässerten Ergebnisses je Aktie im Schlussquartal unterstützt. Gleichzeitig habe das Embedded-Segment weiter an Dynamik verloren, wobei sich der Rückgang der Wachstumsrate von zwei Prozent im zweiten Quartal 2025 auf drei Prozent bis zum Jahresende ausgeweitet habe.
Auffällig bleibe zudem, dass sowohl der Anteil der Herstellungskosten als auch die Forschungs- und Entwicklungsausgaben gemessen am Umsatz seit 2023 rückläufig seien. Parallel dazu seien die Anteile von operativem Ergebnis und Nettogewinn gestiegen. Ein Zeichen zunehmender Effizienz, aber auch ein Hinweis darauf, dass derzeit kein aggressiver Investitionszyklus wie in den Jahren 2021 und 2022 stattfinde.
Im Gegensatz zur medienwirksamen OpenAI-Kooperation im dritten Quartal sei die wichtigste strategische Ankündigung des vierten Quartals nüchterner ausgefallen: Eine Partnerschaft mit dem indischen IT-Dienstleister Tata Consultancy Services (TCS). Ziel der Zusammenarbeit sei es, Unternehmen bei der Modernisierung hybrider Cloud- und Edge-Infrastrukturen, der Einführung KI-gestützter Arbeitsplatzlösungen sowie der Entwicklung generativer KI-Frameworks für Branchen wie Life Sciences, Industrie und Finanzdienstleistungen zu unterstützen. Ein konkretes finanzielles Volumen sei nicht genannt worden. Die Partnerschaft unterstreiche zwar AMDs technologische Kompetenz außerhalb klassischer Rechenzentren, ändere jedoch wenig an der Marktstruktur im lukrativsten Teil des KI-Ökosystems.
NVIDIA bleibe strukturell im Vorteil
Der von NVIDIA etablierte "zirkuläre Deal-Mechanismus" binde einen Großteil der globalen Rechenzentrumsnachfrage langfristig an das Unternehmen. Auch wenn die im Jahr 2025 kommunizierten Umsatzpotenziale möglicherweise überzogen gewesen seien, würden diese Strukturen NVIDIA eine hohe Präsenz und wiederkehrende Nachfrage sichern. Rechenzentren würden zu den verlässlichsten Kundensegmenten mit einer verstärkten Bindung zählen, da GPU-Ausfälle und technologische Erneuerungen einen kontinuierlichen Ersatzbedarf erzeugen würden.
AMD hingegen scheine bei großen Unternehmenskunden weiterhin primär außerhalb klassischer Hyperscale-Rechenzentren positioniert zu sein. Ein Umstand, der den anhaltenden Erfolg des Client- und Gaming-Segments erkläre, jedoch die Wachstumsfantasie im Kernbereich des KI-Hypes begrenze.
Marktreaktion signalisiere nachlassende Überzeugung
Die verhaltene Kursreaktion im nachbörslichen Handel sowie in den frühen Handelsstunden nach der Veröffentlichung deute darauf hin, dass Investoren derzeit keine substanzielle Verschiebung der Kräfteverhältnisse im Rechenzentrumsmarkt erwarteten. Trotz solider Ergebnisverbesserungen dürfte ein Teil der hohen Bewertung, die AMD im Zuge des KI-Booms zuerkannt worden sei, in den kommenden Quartalen auf den Prüfstand gestellt werden. Bis zur nächsten Ergebnisveröffentlichung sei daher mit einer erhöhten Volatilität und einer eher holprigen Kursentwicklung zu rechnen.
AMD habe zwar geliefert - operativ, ertragsseitig und in Teilen auch strategisch -, doch im entscheidenden Segment des KI-Booms bleibe das Unternehmen klar in der Rolle des Herausforderers. Solange sich die Marktstellung im Rechenzentrumsgeschäft nicht substanziell verbessere, dürfte es schwerfallen, die hohen Erwartungen dauerhaft zu rechtfertigen. Der Markt verlange zunehmend nicht nur Wachstum, sondern sichtbare Marktanteilsgewinne im profitabelsten Teil der Wertschöpfung. Genau hier bleibe AMD bislang hinter den Hoffnungen zurück.
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Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (13.02.2026/ac/a/n)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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