INFOR BUSINESS SOL.UMT.
WKN: 622540 / ISIN: DE0006225402infor Interview
08.10.99 00:00
Brokerworld-Online
Das Interview mit Werner Huttner, Leiter PR und Marketing der infor business solutions AG (WKN 622540) wurde von unserem Kooperationspartner Brokerworld-Online geführt.
Brokerworld: Die infor business solutions AG ist seit dem 11. Mai dieses Jahres am Neuen Markt notiert. Sie sind ERP-Anbieter und -Dienstleister. Können Sie uns das etwas genauer erläutern?
Werner Huttner: infor ist Anbieter einer integrierten betriebswirtschaftlichen Komplettlösung für die mittelständische Fertigungsindustrie. Mit unserer technologisch führenden Software infor:NT können alle Geschäftsprozesse eines Unternehmens optimiert abgewickelt werden. Immer bedeutender für den erfolgreichen Einsatz von Software ist die effiziente Einführung beim Kunden. Mit dem isc - einer von uns in über 1500 Projekten entwickelten standardisierten Vorgehensweise - erreichen wir sehr kurze Einführungszeiten. Das bedeutet für unseren Kunden niedrigere Kosten und einen schnellen Return On Investment.
Brokerworld: Trotz dieser positiven Ausgangslage lag die Erstnotiz der infor-Aktie deutlich unter Emissionspreis von 31 Euro. Seither bewegt der Kurs sich zwischen 20 und 30 Euro. War die Aktie überteuert?
Werner Huttner: Wir sind überzeugt, daß die infor-Aktie nicht überteuert war. Die Aktien der infor business solutions AG waren auf der Roadshow in den Gesprächen mit den institutionellen Anlegern auf sehr großes Interesse gestoßen. Die starke Nachfrage zum Emissionspreis von 31 Euro bestätigte diesen Eindruck. Entsprechend hoch fiel auch die Überzeichnung während des Bookbuilding-Verfahrens aus. Leider fand zum Zeitpunkt unseres Börsengangs eine generelle Neubewertung am Neuen Markt statt. Außerdem waren - verursacht durch schlechte Ergebnisse von ERP-Anbietern und die Jahr-2000-Diskussion - Softwarehäuser und speziell ERP-Anbieter nicht mehr gefragt.
Brokerworld: Wie sehen Sie die Zukunft des ERP-Marktes und welche Chancen
rechnet sich infor in diesem Markt aus?
Werner Huttner: Führende und renommierte Marktforschungsinstitute gehen von einem durchschnittlichen weltweiten Wachstum von 30 % in den nächsten 5 Jahren aus. Ich schätze diese Aussagen als realistisch ein. Das Wachstum wird vor allem bei mittelständischen Unternehmen erwartet, genau in dem Marktsegment auf das wir uns konzentrieren. Außerdem wird für Windows NT ein weiter wachsender Anteil bei neuen IT-Systemen prognostiziert. Windows NT ist unsere primäre Plattform. Wir werden im ERP-Markt überproportional wachsen und den Markt wie in den letzten Jahren deutlich outperformen.
Brokerworld: Sie sprachen vom weltweiten Wachstum. Wie sieht denn die Strategie der Internationalisierung bei infor aus?
Werner Huttner: Die Globalisierung im Markt der ERP-Anbieter zeichnet sich ganz deutlich ab. Am allerwichtigsten ist es, aus einer starken Stellung im deutschen Markt heraus die internationalen Märkte angehen zu können. Als Marktführer im Mittelstand mit einem Netz von 9 Geschäftsstellen haben wir diese Voraussetzung in den letzten Jahren geschaffen. In Europa sind wir in den wichtigsten Industrienationen mit eigenen Niederlassungen vertreten. Innerhalb von 2 Jahren wollen wir in allen europäischen Ländern vertreten sein und dort dann ein ähnlich umfassendes Netzwerk an Geschäftsstellen aufgebaut haben. Nachdem wir den Schritt in die USA ein Jahr lang umfassend vorbereitet haben, werden wir zum Jahresbeginn den amerikanischen Markteintritt vollziehen.
Brokerworld: Informatiker sind zur Zeit schwer zu finden. Könnte das ein Hindernis für das weitere Wachstum der infor darstellen?
Werner Huttner: Nein. Wir haben in 1999 bereits an die 150 neue Mitarbeiter eingestellt. Als Vorteil erweist sich hier die dezentrale Struktur der infor. Außerdem bewerben sich zunehmend Mitarbeiter von Mitbewerbern, die in infor einen attraktiven Arbeitgeber sehen. Zudem haben wir eine sehr geringe Fluktuation.
Brokerworld: Was plant infor mit den Erlösen aus dem Börsengang?
Werner Huttner: Wir wollen ca. 70 % in die Marktexpansion und die restlichen 30 % in die Produktweiterentwicklung investieren. Der größte Teil des Erlöses wird für Akquisitionen genutzt. In Deutschland haben wir ja bereits die Übernahme der sib GmbH gemeldet. Wir sind zur Zeit sowohl im Inland wie im Ausland in weiteren konkreten Verhandlungen. Wir wollen uns hier aber nicht unter Druck setzen lassen, denn wichtiger als eine schnelle Akquisition ist, dass die Übernahme zu uns und zu unserer Strategie passt und ihren Preis wert ist. Wir werden in diesem Jahr aber noch mindestens zwei Übernahmen und in Kürze eine strategisch für uns bedeutende Beteiligung abschließen .
Brokerworld: Die IT-Messe Systems in München steht vor der Tür. Was gibt es
dort Neues von infor?
Werner Huttner: Auf der Systems in München stellen wir die nächste Generation unserer Software vor. Durch die Browser-Oberfläche kann infor:NT zukünftig über jeden beliebigen Internet-Browser ausgeführt werden. Das erschließt der infor zukünftig die Möglichkeit, die Software auch als Outsourcingdienstleistung anzubieten und sich damit ein neues Marktsegment zu erschließen. Am auffälligsten sind natürlich die funktionalen Neuerungen wie e-commerce, CRM, Service und Wartung, usw. Die wichtigste Innovation für mich ist, dass infor:NT keine Releasestände mehr kennt! Die Weiterentwicklung der Software in betriebswirtschaftliche Komponenten, eingebettet in ein Framework, ermöglicht in Zukunft den Austausch einzelner kleiner in sich geschlossener Komponenten. Dabei wird die Stabilität oder Sicherheit des installierten Systems nicht gefährdet, da jede Komponente ihre Umgebung analysiert und sich nur in korrekt lauffähige Umgebungen einbetten läßt. Und das in nächster Zukunft direkt übers Internet!
Brokerworld: Wie sehen Sie die weitere Entwicklung Ihres Aktienkurses?
Werner Huttner: In zahlreichen Research-Berichten und Veröffentlichungen wird auf die zur Zeit deutliche Unterbewertung der infor-Aktien hingewiesen! Wir sind sehr zuversichtlich, die Anleger durch eine positive Geschäftspolitik zu überzeugen und so eine entsprechende Neubewertung zu erfahren und eine positive Entwicklung unseres Aktienkurses zu erreichen.
Brokerworld: Die infor business solutions AG ist seit dem 11. Mai dieses Jahres am Neuen Markt notiert. Sie sind ERP-Anbieter und -Dienstleister. Können Sie uns das etwas genauer erläutern?
Werner Huttner: infor ist Anbieter einer integrierten betriebswirtschaftlichen Komplettlösung für die mittelständische Fertigungsindustrie. Mit unserer technologisch führenden Software infor:NT können alle Geschäftsprozesse eines Unternehmens optimiert abgewickelt werden. Immer bedeutender für den erfolgreichen Einsatz von Software ist die effiziente Einführung beim Kunden. Mit dem isc - einer von uns in über 1500 Projekten entwickelten standardisierten Vorgehensweise - erreichen wir sehr kurze Einführungszeiten. Das bedeutet für unseren Kunden niedrigere Kosten und einen schnellen Return On Investment.
Brokerworld: Trotz dieser positiven Ausgangslage lag die Erstnotiz der infor-Aktie deutlich unter Emissionspreis von 31 Euro. Seither bewegt der Kurs sich zwischen 20 und 30 Euro. War die Aktie überteuert?
Werner Huttner: Wir sind überzeugt, daß die infor-Aktie nicht überteuert war. Die Aktien der infor business solutions AG waren auf der Roadshow in den Gesprächen mit den institutionellen Anlegern auf sehr großes Interesse gestoßen. Die starke Nachfrage zum Emissionspreis von 31 Euro bestätigte diesen Eindruck. Entsprechend hoch fiel auch die Überzeichnung während des Bookbuilding-Verfahrens aus. Leider fand zum Zeitpunkt unseres Börsengangs eine generelle Neubewertung am Neuen Markt statt. Außerdem waren - verursacht durch schlechte Ergebnisse von ERP-Anbietern und die Jahr-2000-Diskussion - Softwarehäuser und speziell ERP-Anbieter nicht mehr gefragt.
Brokerworld: Wie sehen Sie die Zukunft des ERP-Marktes und welche Chancen
rechnet sich infor in diesem Markt aus?
Werner Huttner: Führende und renommierte Marktforschungsinstitute gehen von einem durchschnittlichen weltweiten Wachstum von 30 % in den nächsten 5 Jahren aus. Ich schätze diese Aussagen als realistisch ein. Das Wachstum wird vor allem bei mittelständischen Unternehmen erwartet, genau in dem Marktsegment auf das wir uns konzentrieren. Außerdem wird für Windows NT ein weiter wachsender Anteil bei neuen IT-Systemen prognostiziert. Windows NT ist unsere primäre Plattform. Wir werden im ERP-Markt überproportional wachsen und den Markt wie in den letzten Jahren deutlich outperformen.
Brokerworld: Sie sprachen vom weltweiten Wachstum. Wie sieht denn die Strategie der Internationalisierung bei infor aus?
Brokerworld: Informatiker sind zur Zeit schwer zu finden. Könnte das ein Hindernis für das weitere Wachstum der infor darstellen?
Werner Huttner: Nein. Wir haben in 1999 bereits an die 150 neue Mitarbeiter eingestellt. Als Vorteil erweist sich hier die dezentrale Struktur der infor. Außerdem bewerben sich zunehmend Mitarbeiter von Mitbewerbern, die in infor einen attraktiven Arbeitgeber sehen. Zudem haben wir eine sehr geringe Fluktuation.
Brokerworld: Was plant infor mit den Erlösen aus dem Börsengang?
Werner Huttner: Wir wollen ca. 70 % in die Marktexpansion und die restlichen 30 % in die Produktweiterentwicklung investieren. Der größte Teil des Erlöses wird für Akquisitionen genutzt. In Deutschland haben wir ja bereits die Übernahme der sib GmbH gemeldet. Wir sind zur Zeit sowohl im Inland wie im Ausland in weiteren konkreten Verhandlungen. Wir wollen uns hier aber nicht unter Druck setzen lassen, denn wichtiger als eine schnelle Akquisition ist, dass die Übernahme zu uns und zu unserer Strategie passt und ihren Preis wert ist. Wir werden in diesem Jahr aber noch mindestens zwei Übernahmen und in Kürze eine strategisch für uns bedeutende Beteiligung abschließen .
Brokerworld: Die IT-Messe Systems in München steht vor der Tür. Was gibt es
dort Neues von infor?
Werner Huttner: Auf der Systems in München stellen wir die nächste Generation unserer Software vor. Durch die Browser-Oberfläche kann infor:NT zukünftig über jeden beliebigen Internet-Browser ausgeführt werden. Das erschließt der infor zukünftig die Möglichkeit, die Software auch als Outsourcingdienstleistung anzubieten und sich damit ein neues Marktsegment zu erschließen. Am auffälligsten sind natürlich die funktionalen Neuerungen wie e-commerce, CRM, Service und Wartung, usw. Die wichtigste Innovation für mich ist, dass infor:NT keine Releasestände mehr kennt! Die Weiterentwicklung der Software in betriebswirtschaftliche Komponenten, eingebettet in ein Framework, ermöglicht in Zukunft den Austausch einzelner kleiner in sich geschlossener Komponenten. Dabei wird die Stabilität oder Sicherheit des installierten Systems nicht gefährdet, da jede Komponente ihre Umgebung analysiert und sich nur in korrekt lauffähige Umgebungen einbetten läßt. Und das in nächster Zukunft direkt übers Internet!
Brokerworld: Wie sehen Sie die weitere Entwicklung Ihres Aktienkurses?
Werner Huttner: In zahlreichen Research-Berichten und Veröffentlichungen wird auf die zur Zeit deutliche Unterbewertung der infor-Aktien hingewiesen! Wir sind sehr zuversichtlich, die Anleger durch eine positive Geschäftspolitik zu überzeugen und so eine entsprechende Neubewertung zu erfahren und eine positive Entwicklung unseres Aktienkurses zu erreichen.
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