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Fr, 17. April 2026, 19:41 Uhr

Zeichen stehen auf Konsolidierung


18.02.02 14:47
Consors Capital

Die Sorge um die Qualität der Unternehmensbilanzen bleibt zunächst das dominierende Thema an den Aktienbörsen, so die Analysten von "Consors Capital".

Besonders leide darunter das Wachstumssegment. Aufgrund der hohen Wachstumsraten der letzten Jahre verfügten diese Unternehmen über relativ große Spielräume in ihren Zahlenwerken, was für eine aggressive Bilanzkosmetik genutzt werden könne. Daneben bestehe unverändert die Furcht vor weiteren Gewinnherabstufungen. Insbesondere für die im S&P 500 enthaltenen Unternehmen werde die Gewinnschätzungen für das zweite Halbjahr 2002 zu hoch angesetzt erscheinen. Nach einem prognostizierten Rückgang im ersten Quartal um 8,2% gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal, erwarte der Konsensus im zweiten Vierteljahr mit einem Anstieg um 8,5% zunächst lediglich eine relativ moderate Erholung. Starke Zuwächse würden hingegen für das dritte (+31,1% yoy) und das vierte Quartal (+40,5% yoy) erwartet.

Vor dem Hintergrund der Bewertungsproblematik auf der Unternehmensebene überrasche es wenig, dass die Aktienmärkte bei der Bekanntgabe neuer positiver Makrodaten lediglich bescheidene Kursgewinne verbuchen könnten. Sehr positiv entwickele sich die zuletzt für Januar bekannt gegebenen Einzelhandelsumsätze. So läge der Anstieg der Kernrate - die Entwicklung des volatilen Automobilsektors sei hier herausgerechnet worden- mit 1,2% mom deutlich oberhalb der Markterwartungen, die von plus 0,3% mom ausgegangen seien. Die verhaltene Marktreaktion auf eindeutig positive volkswirtschaftliche Daten ließe aber nur eine Schlussfolgerung zu: Die Konsolidierungsphase würde sich zumindest kurzfristig fortsetzen. Bestätigt wäre diese Aussage von der Markttechnik. Relativ stabil sehe dabei die Situation beim Dow Jones Industrial Average (DJIA) und beim DAX aus. In den letzten Wochen habe sich der DJIA innerhalb einer Trading-Bandbreite zwischen 9.500 und 10.000 seitwärts bewegt.

Die neutrale Trendeinstufung verbessere sich jedoch erst bei einem signifikanten Überschreiten des wichtigen Widerstands bei 10.300. Umgekehrt kämme es erst nach Durchbrechen der Unterstützungen 9.580 bzw. 9.529 zu einer nachhaltigen Verschlechterung der Markttechnik. Im neutralen Bereich befände sich auch die markttechnische Gesamtbewertung des DAX. Das deutsche Leitbarometer habe zwar bereits in der Vorwoche die technisch bedeutsame Unterstützung bei 4.980 unterschritten, der wichtige Supportlevel bei 4.659 - das 38.2 Fibonoacci Retracement der Aufwärtsbewegung von September 2001 bis Januar 2002 – wäre im Rahmen der aktuellen Konsolidierung nicht einmal getestet worden. Damit sei der mittelfristige Aufwärtstrend als unverändert intakt einzustufen. Erste Positivsignale ergäben sich mit Überwindung der 5.000er-Marke, stark bullish werde das technische Bild bei einem Überschreiten des Widerstands bei 5.220.

Negativer fielen die technischen Bewertungen hingegen bei NASDAQ Composite und NEMAX 50 aus. Beim NASDAQ Composite hätten sämtliche kurzfristigen Indikatoren mit dem Unterschreiten der Unterstützungen bei 1.879 und 1.851 in den bearishen Bereich gedreht. Die kurzfristige Trendsituation sei demnach negativ zu bewerten. Eine Verbesserung könne erst nach einem erfolgreichen Wiederanstieg über die 1.900-Marke erwartet werden, nachhaltige Positivsignale erfordern sogar den Durchbruch des Widerstands bei 1.962. Der NEMAX 50 befände sich in einer ähnlichen Ausgangssituation. Ein Schließen der am 5. Februar zwischen 1.103 und 1.116 entstandenen Abwärtsgap - im Dezember und Januar sei in diesem Bereich noch eine ausgeprägte Unterstützungszone verlaufen - verbessere die kurzfristigen Indikatoren lediglich in den neutralen Bereich. Uneingeschränkt positiv wäre der Ausblick hingegen erst bei einer nachhaltigen Überwindung der Marke von 1.200 Punkten.





 
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