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DE0005098503

WKN: 509850 / ISIN: DE0005098503

VCL Film + Medien abwarten


12.07.01 16:49
Baader Bank

Sobald die Liquiditätssituation entschärft ist sollte der Kurs von VCL Film + Medien AG (WKN 509850) deutlich anspringen, so die Analysten von Baader.

Die im MDAX notierte VCL Film + Medien AG, München, habe auf ihrer Hauptversammlung am gestrigen Mittwoch den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2000 (01.12.99-30.11.00) vorgelegt und habe zur aktuellen Finanzlage Stellung bezogen. VCL, 1981 vom Vorstandsvorsitzenden Datty Ruth gegründet, sei Deutschlands größter unabhängiger Anbieter für Home Entertainment wie Video und DVD.

Zusammen mit der im vergangenen Oktober zu 100% übernommenen dänischen Scanbox Entertainment A/S und deren 18 Tochterunternehmen verfüge die VCL-Gruppe über einen Filmstock von 3.200 Titeln, deren Vermögenswert auf rund 94 Mio. Euro geschätzt werde. Trotz der schwierigen Situation am deutschen Filmmarkt, der zahlreiche Medienunternehmen am Neuen Markt Tribut hätten zollen müssen, sei VCL im vergangenen Jahr ihren revidierten Planzahlen ziemlich nahe gekommen und habe mit deutlichen Zuwächsen aufgewartet.

Gemessen an der Umsatzentwicklung habe der Bereich Video (Rental, Sell-through, Racking) um 6%, der Bereich Lizenzen um 48% und der Bereich DVD um stolze 255% zugelegt. VCL habe im GJ 2000 einen konsolidierten Umsatz iHv 118 Mio. DM gegenüber 78 Mio. DM im auf neun Monate begrenzten Rumpfgeschäftsjahr 1999 erzielt. Nach Abzug der Kosten verbleibe für das GJ 2000 ein Konzernjahresüberschuss iHv 6,608 Mio. DM (0,22 Euro pro Aktie) gegenüber 4,286 Mio. DM (0,14 Euro pro Aktie) im Vorjahr.

Speziell der Lizenzhandel und die Kofinanzierung seien mit Risiken behaftet, da hier hohe finanzielle Einzelverpflichtungen eingegangen würden. VCL habe in den vergangenen zwei Jahren, vom allgemeinen Markttrend animiert, in Ergänzung zum traditionellen Videogramm-Geschäft den Ausbau des Lizenzgeschäftes beschleunigt und sei zahlreiche vertragliche Engagements zur Kofinanzierung von Kinofilmproduktionen eingegangen. Dazu würden neun Filme von Francis Ford Coppolas Produktionsfirma American Zoetrope sowie drei Woody Allen Filme zählen, von denen zwei bereits abgedreht seien.

In den ersten Monaten des GJ 2001 sei es bei VCL zu einer bedrohlichen Liquiditätssituation mit einer Deckungslücke von bis 50 Mio. Euro gekommen. Finanzvorstand Christian Bennhold habe zwei Auslöser für die Krise genannt. Zum einen sei der geplante Mittelzufluss beim Rechteverkauf an TV-Sender aufgrund der Marktsituation ausgeblieben; zum anderen seien durch vorgezogene Drehtermine in den USA, wo ein Streik der Schauspieler gedroht habe, Zahlungsverpflichtungen früher als geplant fällig geworden.

Durch Stornierung von Filmprojekten und Verhandlungen mit den Vertragspartnern habe der Liquiditätsengpass auf aktuell 20 Mio. Euro gesenkt werden können. Mit Banken würden intensive Gespräche über die Aufnahme neuer Finanzmittel geführt. Im Mittelpunkt der zahlreichen Wortmeldungen von Anlegern und Schutzvereinigungen habe Kritik an der späten Information über die akute Lage gestanden. Die Vorstände hätten damit das Vertrauen der Anleger eingebüßt und den Kursrutsch beschleunigt.

Die Vertreter von SdK und DSW hätten gegen eine Entlastung des Vorstands und gegen die Schaffung neuen Genehmigten Kapitals sowie die Ausgabe von Wandel- und Optionsschuldverschreibungen gestimmt. In der anschließenden Abstimmung seien bei einer Präsenz von 63,17% des Grundkapitals sämtliche Anträge des Vorstands und des Aufsichtsrats mit über 92% bewilligt worden.

Für das laufende Geschäftsjahr strebe VCL eine Steigerung des Konzernumsatzes um 152% auf 151,8 Mio. Euro bei gleichbleibendem Ergebnis in Höhe von 3,8 Mio. Euro an. Rund 38% des Umsatzes und 18% des Gewinns würden von Scanbox stammen, die erstmals in die Konsolidierung mit eingehe. Im ersten Halbjahr 2001 habe der Umsatz bereits um 168% gesteigert werden können. Erfahrungsgemäß gelte das vierte Quartal wegen des Weihnachtsgeschäftes als das stärkste. Gegenwärtig notiere die VCL-Aktie knapp über ihrem Tiefststand. Mit einem KUV von 0,17 und einem KGV von 7 (Basis 2001) liege die Marktkapitalisierung iHv 25 Mio. Euro weit unter dem geschätzten Wert des Filmvermögens.

Sobald die Liquiditätssituation entschärft ist - Vorstand Bennhold rechnet damit bis September - sollte der Kurs deutlich anspringen, so die Analysten von Baader.





 
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