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Fr, 17. April 2026, 19:41 Uhr

Unilever

WKN: A0JMQ9 / ISIN: NL0000388619

Unilever kaufen


26.11.08 09:05
Hauck & Aufhäuser

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von Hauck & Aufhäuser, Sven Madsen, empfiehlt weiterhin, die Aktien von Unilever (ISIN NL0000009355 / WKN A0JMZB) zu kaufen.

Im 3. Quartal 2008 habe sich die positive Umsatzentwicklung (fortgeführte Geschäftsaktivitäten: +8,3%) der letzten Quartale fortgesetzt und habe über der Markterwartung gelegen. Festzuhalten sei aber auch, dass dieses Wachstum nahezu ausschließlich durch Preisanhebungen erzielt worden sei. Das Volumenwachstum habe lediglich bei 0,6% gelegen und sei nur dank des weiterhin sehr starken Emerging-Markets-Geschäfts erzielt worden. In Europa sei das abgesetzte Volumen rückläufig gewesen (-2%).

Damit bleibe die ausbleibende Geschäftsbelebung in Europa und hier insbesondere in Westeuropa (Volumen: -2,8%) das Hauptproblem des Konzerns. Höher als erwartete Rohstoffkosten hätten durch starke Preisanhebungen und Kostensenkungen mehr als ausgeglichen werden können, so dass die operative Marge (Unilever Definition: inklusive Restrukturierungskosten und Veräußerungsgewinnen) gegenüber dem Vorjahr um 30 Basispunkte auf 16,1% (9 Monate 2008: 15,4% ggü. 15,1%) angestiegen sei.

Die für 2008 zu erwartenden Geschäftszahlen würden durch Veräußerungsgewinne (Vorsteuergewinn rund 1,5 Mrd. Euro) und durch einen erheblichen Restrukturierungsaufwand (rund 1 Mrd. Euro) wesentlich verzerrt. Die Analysten würden für 2008 mit einem geringfügigen Umsatzwachstum von 1,5% und aufgrund der durchgeführten Aktienrückkäufe mit einem EPS-Anstieg von 2% rechnen. 2009 erwarte man (konservativ) ein Umsatzwachstum von 2% und einen Anstieg der operativen Marge auf 13,9%. Gleichzeitig rechne man mit einem sinkenden Restrukturierungsaufwand und einer leicht niedrigeren Steuerquote (2008 hohe Steuerbelastung aufgrund von Desinvestitionen). Bei ausbleibenden Aktienrückkäufen ergebe sich aus den Annahmen der Analysten ein EPS-Wachstum von rund 4%. Mit einem EPS von 1,35 Euro liege man aufgrund der negativen Konjunkturerwartung deutlich unter dem Konsens von 1,45 Euro. Erst 2010 dürften die Restrukturierungserfolge und der von den Analysten erwartete positive Einfluss des neuen CEO zu höheren Gewinnwachstumsraten führen.

Die Analysten bewerten die Unilever-Aktie im Rahmen einer Peer-Group-Analyse. Als Vergleichsunternehmen habe man die international tätigen Nahrungsmittel- und Konsumunternehmen herangezogen, die bezogen auf die Geschäftstätigkeit aus Sicht der Analysten am ehesten mit Unilever vergleichbar seien. Da man nicht für sämtliche Unternehmen der Peer Group eigene Schätzungen habe, stelle man hier auf die Konsensschätzungen ab.

Die Gewinnschätzung der Analysten von Hauck & Aufhäuser für Unilever liege aufgrund der pessimistischen Konjunktureinschätzung unter der Konsensschätzung. Wie bei Unilever rechne man auch bei der Vergleichsgruppe damit, dass die Konsens-Gewinnschätzungen tendenziell zu optimistisch seien. Unilever verfüge sowohl bei der konservativen Schätzung der Analysten als auch unter Berücksichtigung der Konsensschätzung über einen Bewertungsabschlag gegenüber der Vergleichsgruppe. Da man bei Unilever ein überdurchschnittliches Margenpotenzial sehe und in den Jahren nach 2009 positive Impulse durch die oben beschriebenen Managementveränderungen erwarte, erachte man bezogen auf die Unilever-Konsensschätzung eine Bewertung auf Höhe der Vergleichsgruppe als gerechtfertigt. Dabei ergebe sich ein Kursziel von 21,90 Euro (15,1 (KGV-2009-Peer-Group) * 1,45 Euro (Unilever-Konsens-EPS 2009)]. Bezogen auf die konservativere EPS-Schätzung der Analysten von 1,35 Euro für 2009 bedeute ein Kursziel von 21,90 Euro ein KGV 2009 von 16,2 und damit einen aus Sicht der Analysten vertretbaren Bewertungsaufschlag von rund 7%.

Gegenüber dem Stand von vor 10 Jahren (24.11.1998, 24,06 ) habe die Unilever-Aktie einen Kursverlust von 21% (Stand: 24.11.2008) aufzuweisen. Im gleichen Zeitraum sei der europäische Nahrungsmittelsektor DJ Stoxx Food & Beverage um 4% gestiegen, während der europäische Gesamtmarkt DJ Stoxx 600 um 27% nachgegeben habe. In diesem Jahr habe sich Unilever hingegen mit einem Rückgang von rund 25% besser als die Nahrungsmittelbranche und deutlich besser als der Gesamtmarkt (-44%) entwickelt. Auch seit der Erstempfehlung der Analysten von Hauck & Aufhäuser vom 04.09.2008 habe sich die Aktie (-6%) deutlich besser als der Gesamtmarkt (-31%) und als die Nahrungsmittelbranche (-16%) verhalten. Gründe hierfür seien nach Ansicht der Analysten in erster Linie die Hoffnung der Marktteilnehmer auf eine erfolgreichere Geschäftsentwicklung unter dem neuen CEO, die sinkenden Rohstoffkosten und das defensive Geschäft des Unternehmens in Zeiten konjunktureller Schwäche.

Die Analysten von Hauck & Aufhäuser bestätigen die Unilever-Aktie auf der H&A-Research-Aktien-Select-Liste mit einem Kursziel von 21,90 Euro (bisher: 23,00 Euro) und empfehlen den Kauf. (Analyse vom 26.11.2008) (26.11.2008/ac/a/a)




 
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