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Fr, 17. April 2026, 18:21 Uhr

Starmedia Network kaufen


01.11.99 00:00
Stisweekly

Kaum ein Markt werde in den kommenden Jahren so stark wachsen wie das Internet und kaum eine Region habe unter den Wachstumsmärkten der Welt so gute Aussichten wie Lateinamerika, berichten die Analysten von Stisweekly.

Eine Traumkonstellation also für den risikobereiten Anleger. Ein Unternehmen, das in diesem Umfeld arbeite und noch dazu erst vor kurzem mit seinen Zahlen die Analystenschätzungen weit übertroffen habe sei das amerikanische Internetunternehmen StarMedia (WKN 922622)

StarMedia Network sei ein Internetunternehmen, das ein breites Angebot an Internetservices und -produkten anbiete. Darunter auch E-Commerce. Dabei konzentriere sich die Gesellschaft auf den lateinamerikanischen Raum und die spanisch sprechende Gemeinschaft in den USA. StarMedia unterhalte mit Periscopio ein vielfältiges Portal für die weltweite spanisch- und portugiesisch sprechende Bevölkerung. Mit latinred betreibe StarMedia eine der größten spanischen Communities. Dazu würden mit openchile, zeek! Und Cade? weitere lokale Portals treten. Über StarMedia Acesso/Acceso würden in ganz Lateinamerika Internetzugänge angeboten. StarMedia sei 1996 von dem gebürtigen Urugayer Fernando Espueleas gegründet worden und beschäftigs 450 Mitarbeiter. Seit Mai diesen Jahres würden 13% des Gesamtkapitals an der Nasdaq gehandelt.

Die Region Lateinamerika werde in den nächsten 5 Jahren der am stärksten wachsende Markt für das Internet sein. Zwar würden derzeit nur etwa 7 Mio. Menschen in Lateinamerika einen Internetzugang besitzen, also etwa nur 20% verglichen mit Europa. Doch werde mit einem Anstieg auf etwa 20 Mio. Nutzer bis 2002 gerechnet. Man gehe davon aus, dass Lateinamerika in der Verbreitung des Internets etwa drei Jahre hinter den USA sei.

Dabei habe die lateinamerikanische Region einen großen Vorteil gegenüber Europa oder auch dem zweiten großen Wachstumsmarkt auf der Welt, Asien. Während sich in Europa und Asien die Märkte sehr stark durch zahlreiche unterschiedliche Sprachen trennen würden, sei Lateinamerika sprachlich sehr homogen. Dieser Markt biete den großen Vorteil, mit nur zwei Sprachen, nämlich Spanisch und Portugiesisch, 350 Mio. Menschen in 23 Ländern ansprechen zu können. Dies sei ein erheblicher Vorteil für Betreiber von Internetportals. Zum einen würden kosten- und zeitaufwendige Übersetzungen von Internetseiten entfallen, zum anderen sei es ein großer Vorteil für Werbekunden, die eine sehr viel größere Breitenwirkung nützten und regional auftreten könnten. Bislang sei es keiner lateinamerikanischen Firma gelungen einen grenzüberschreitenden, regional bekannten Markennamen aufzubauen. Eine fortgeschrittene Ausbreitung des Internets könnte diesbezüglich eventuell Abhilfe verschaffen. Insgesamt beziffere sich der Umsatz aus Internetwerbung für dieses Jahr auf 3,3 Mrd. US$. Bis zum Jahr 2004 gehe man jedoch von einem starken Wachstum auf über 33 Mrd. US$ aus. Lateinamerika würde dann etwa 5% vom weltweiten Internetwerbevolumen halten. Langfristig sei allerdings erst bei einem Weltmarktanteil von 7% – 8% mit einer Sättigung zu rechnen.

Innerhalb der Region Lateinamerika werde Brasilien den größten Wachstumsanteil auf sich vereinen können. Derzeit würden 4 Mio. brasilianische Internetnutzer ca. 90% des gesamten E-Commerce-Aufkommens in der lateinamerikanischen Region tragen. Mit weitem Abstand würden Mexiko, Argentinien und Chile folgen. Allerdings betrage das Gesamtvolumen nur 170 Mio. US$, doch erwarte man bis 2003 einen Anstieg auf 8 Mrd. US$. Auch dann werde Brasilien den Löwenanteil tragen. Nicht nur, weil es das bevölkerungsreichste Land Südamerikas sei, sondern auch, weil dort die Benutzung des Internets im Alltag bereits am weitesten fortgeschritten sei.

StarMedia habe die Marktentwicklung gut erkannt und setze in seiner Ausrichtung hauptsächlich auf den brasilianischen Markt. Dazu habe man noch vor allen Mexiko und die als Kunden sehr interessante lateinamerikanische Volksgruppe in den USA im Visier.

Im zweiten Quartal 1999 habe StarMedia auf seinen Internetseiten 686 Mio. Pageviews verbuchen können, über 200% mehr als ursprünglich erwartet worden sei. Gegenüber dem ersten Quartal habe man die Seitenaufrufe verfünffachen können. Die meisten Pageviews habe das Portal starmedia.com generiert, danach folgten LatinRed, Cade?, Zeek! und OpenChile. Die Zahl der e-mail Accounts sei auf 1,2 Mio. gewachsen, während man zum Ende des ersten Quartals gerade 424.000 aufweisen konnte.

Für den Bereich des E-Commerce sei StarMedia erst kürzlich eine weitere interessante Partnerschaft eingegangen. Über eOffprice.com könnten Internetnutzer zukünftig über die Seiten von StarMedia Designerkleidung zu deutlich günstigeren Preisen als in herkömmlichen Modegeschäften bestellen. Zu den Marken gehörten u.a. Tommy Hilfinger, Calvin Klein, Gucci, Lacoste und Ralph Lauren. Vor dem Hintergrund, dass jährlich Millionen von Lateinamerikanern wegen der dort tieferen Preise in den USA Markenkleidung kauften, erscheine diese Zusammenarbeit als äußerst vielversprechend.

Die weiteren Unternehmen mit denen StarMedia zusammenarbeite würden die Ambitionen des Unternehmens unterstreichen, zum bedeutendsten Seitenbetreiber Lateinamerikas und der spanisch- bzw. portugiesisch sprechenden Bevölkerung zu werden. Dabei seien vor allem Netscape Communications, Real Networks, CDNOW, Reuters, eBay, National Broadcasting, Hearst Communications und Fininvest aufzuzählen. Trotzdem sei das Geschäftsfeld E-Commerce noch eine Investition in die Zukunft, da man noch zu entwickelteren Märkten wie z.B. den USA aufholen müsse. Den größten Anteil am Geschäftsergebnis habe derzeit noch die Internetwerbung.

Mit der Übernahme von Webcast Solutions habe StarMedia die Tür zu weiteren Angeboten im Internet aufgestoßen. Webcast Solution sei führend im Bereich Webcasting. Damit könne StarMedia über das Internet Breitbandservices anbieten wie Audio- und Videoübertragungen sowie interaktive Multimediaservices. Damit beschreite StarMedia einen zukunftsweisenden Weg, nämlich über das Internet vielfältige Multimediadienste anbieten zu können. Diese Angebotsausweitung ziele nicht nur auf die Internetnutzer ab, sondern betreffe auch die Werbekunden von StarMedia, denen man eine größere Palette von Werbemöglichkeiten anbieten könne.

Im derzeitigen Stadium von StarMedia sei es für einen Betreiber von Internetportals von extrem großer Bedeutung bekannt zu werden und sich Marktanteile zu sichern. Das Marketing müsse intensiv betrieben werden. Diese Strategie verfolge Starmedia konsequent und mit wachsendem Erfolg. Man erkenne dies nicht nur an den Investitionen für Werbung und Marketing, sondern auch am Erfolg der Maßnahmen. So habe StarMedia Mitte des Monats die CASIE – Auszeichnung für die effektivste interaktive Werbekampagne - gewonnen. Zum ersten Mal sei dabei eine Werbung in nicht-englischer Sprache bedacht worden.

Im Geschäftsjahr 1998 habe StarMedia einen Umsatz von 5,33 Mio. US$ erwirtschaftet und habe einen Verlust pro Aktie von 1,09 US$ ausweisen müssen. Im zweiten Quartal 1999 habe das Unternehmen mit starken Wachstumsraten überzeugen können. Allein für dieses Quartal habe man einen Umsatz von 3,75 Mio. US$ erreicht und habe den Verlust pro Aktie deutlich auf 0,41 US$ senken können. Während man im ersten Quartal nur 45 Werbekunden hatte, so sei deren Zahl im Folgequartal auf 160 gestiegen. Auch der Anteil der einzelnen Kunden an den Gesamtwerbeeinnahmen sei nun ausgewogener. Auffallend sei die große Anzahl an regionalen Auftraggebern.

Pro 1.000 Pageimpressions habe StarMedia einen Umsatz von 5,47 US$ erzielt. Trotz einer Verdreifachung bei den E-Mail-Accounts auf 1,2 Mio. gegenüber dem ersten Quartal, sei der Umsatz pro Account nur um 13% auf 3,16 US$ zurückgegangen. Insgesamt überrascht habe der hohe Umsatz, den StarMedia pro Nutzer erzielt habe. Mit etwa 13,3 Mio. US$ an Kosten im Bereich Sales & Marketing habe sich StarMedia im zweiten Quartal aus strategischen Gründen im Marketing zurückgehalten und mehr im Sektor Produkt und Technologie investiert. In naher Zukunft werde sich dies jedoch umkehren. Dies zeige sich bereits in den Zahlen des dritten Quartals, für das der Verlust pro Aktie auf 0,43 US$ gestiegen sei. Dies sei hauptsächlich auf ausgebaute Marketinganstrengungen zurückzuführen. Die Umsätze seien wieder deutlich auf 5,62 Mio. US$ an.

Für das gesamte Geschäftsjahr 1999 werde StarMedia etwa 17,5 Mio. US$ an Umsatz erwirtschaften und einen Verlust von etwa 1,65 US$ pro Aktie ausweisen. Damit werde das Unternehmen deutlich besser als die Erwartungen abschneiden. Getragen werde diese Prognose von den sich außerordentlich gut entwickelnden Pageimpressions. Dafür zeichneten sich hauptsächlich das aggressive Marketing von StarMedia und die stark wachsende Anzahl der Internetnutzer in Lateinamerika verantwortlich. Bis zum Jahr 2003 werde StarMedia etwa 16 Mio. Nutzer erreichen. Nehme man einen Ertrag von 5 US$ pro Nutzer an, so werde man dann dadurch einen Gewinn vor Steuern von 80 Mio. US$ erreichen. Bei einer Nettoumsatzrendite von 20% wird StarMedia im Jahr 2003 einen Umsatz von etwa 400 Mio. US $ erwirtschaften. Bei einem Price/Sales Ratio von 10 ergebe sich ein Unternehmenswert von 4 Mrd. US$. Diskontiere man diesen mit einem Zinssatz von 20% auf das Jahr 2000 ab, so ergebe sich eine Marktkapitalisierung von 2,05 Mrd. US$. Dies entspräche einem Aktienkurs von 32,02 US$. Zwar würden derzeit Internetunternehmen mit weitaus höheren Price/Sales Ratios bewertet, doch würden diese mit wachsender Rentabilität der Unternehmen stark abnehmen. Da kaum prognostiziert werden könne, wann StarMedia in die schwarzen Zahlen komme und wie erfolgreich das Unternehmen die stark wachsenden Internetnutzer in Lateinamerika zu sich ziehen könne, sei eine exakte Bewertung des Unternehmens zum derzeitigen Zeitpunkt kaum möglich. Zudem werde die Ausbreitung wie auch die Nutzung des Internets in Lateinamerika nicht zuletzt davon abhängen, wie schnell und erfolgreich die krisengeschüttelten Volkswirtschaften wieder gesunden.

Derzeit notiere die Aktie bei ca. 28 US$ und liege damit nur wenig über ihrem Ausgabepreis von 24 US$. Zwar würden renommierte Analystenhäuser Kursziele von 50 bis 60 US$ angeben, die Analysten von Stisweekly möchten sich derartigen Bewertungsmethoden, die zur Feststellung des Unternehmenswertes den 30-35fachen Gewinn von 2003 heranziehen, nicht anschließen.

StarMedia habe zweifelsohne sehr gute Chancen überproportional vom Wachstumsmarkt Internet zu profitieren. Das Management verfolge eine aggressive und erfolgreiche Marketingstrategie zur Sicherung von Marktanteilen und konzentriere sich mit seinem Angebot auf die wichtigsten Märkte der Region. Für den spekulativ eingestellten Investor, der neben dem Engagement in ein Unternehmen, das überwiegend von den emerging-markets abhängig sei, noch nach dem besonderen Reiz einer Anlage in ein Internetunternehmen verlange, sei StarMedia ein klarer Kauf.