Rohwedder für hartgesottene Spekulanten & Zocker
14.08.09 08:56
SdK AktionärsNews
München (aktiencheck.de AG) - Nach Ansicht der Experten von "SdK AktionärsNews" ist die Aktie von Rohwedder nur für hartgesottene Spekulanten und Zocker geeignet.
"Excellence in Automation" laute das Motto des Automatisierungsspezialisten Rohwedder. Alles andere als exzellent sei jedoch die Unternehmensentwicklung in den vergangenen Jahren gewesen, die zu hohen Verlusten und einer Existenz bedrohenden Krise geführt habe.
Rohwedder beliefere weltweit Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen, wie z. B. Automotive, Telekommunikation und Medizintechnik. Dass mit 148,2 Mio. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr ein um fast 12% höherer Rekordumsatz ausgewiesen worden sei, habe alleine an der erstmaligen ganzjährigen Konsolidierung der finnischen Tochter JOT Automation gelegen.
Aufgrund von Auftragsstornierungen bzw. -verschiebungen und wegen außerordentlicher Good-will-Abschreibungen sei jedoch ein hoher Jahresfehlbetrag von 22,9 Mio. Euro ausgewiesen worden. Da die Bilanz immer noch Firmenwerte von 12,5 Mio. Euro aufweise, würden weitere Abschreibungen drohen, die das Eigenkapital, das sich 2008 auf 19,7 Mio. Euro fast halbiert habe, weiter schrumpfen lassen könnten. Inzwischen seien umfangreiche Maßnahmen ergriffen worden, um möglichst schnell die Wende zu schaffen, was angesichts der Weltwirtschaftskrise ein sehr ambitioniertes Unterfangen sei.
Immerhin sei mit den Hausbanken eine Verlängerung der Kreditvereinbarungen bis Ende Juni 2010 ausgehandelt worden, wodurch die Liquidität vorerst gesichert worden sei. Auf der Hauptversammlung am 29. Juni 2009 habe der inzwischen als Alleinvorstand agierende Manfred G. Müller diesen Schritt als "Meilenstein" auf dem Weg zu einer erfolgreichen Sanierung bezeichnet.
Neben Kurzarbeit und Entlassungen stehe das Beteiligungsportfolio auf dem Prüfstand. In diesem Zusammenhang sei bereits die Beteiligung an der ASIC Robotics AG veräußert worden. Insgesamt sollten so 30 Mio. Euro eingespart werden, wovon im ersten Halbjahr bereits 11,4 Mio. Euro realisiert worden seien.
Dies sei auch dringend notwendig, wie die Zahlen zum ersten Quartal zeigen würden. Der Umsatz habe um 37% auf nur noch 27,4 Mio. Euro kollabiert und das Vorsteuerergebnis sei von 0,5 Mio. Euro im Vorjahresquartal auf -1,3 Mio. Euro gerutscht. Dennoch habe sich der auf der Hauptversammlung sehr engagiert und motiviert auftretende Vorstand Müller davon überzeugt gezeigt, im laufenden Geschäftsjahr den Break even schaffen zu können.
Die leidgeprüften Aktionäre hätten jedoch Zweifel daran geäußert, dass dies ausgerechnet in diesen schwierigen Zeiten gelingen werde. Schließlich habe es Rohwedder in den vergangenen "fetten Jahren" schon nicht geschafft, operativ schwarze Zahlen zu schreiben.
Der Vorstand scheine indes überzeugt zu sein, dass das ehrgeizige Vorhaben gelinge, da er in den letzten Monaten insgesamt 10.000 Rohwedderaktien zugekauft habe. Auch der Firmengründer und ehemalige Vorstandsvorsitzende Joachim Rohwedder habe weitere Aktien erworben.
Harsche Kritik habe allerdings sein vorzeitiges Ausscheiden unmittelbar vor der Hauptversammlung aus dem Vorstand hervorgebracht. Ein Aktionärsvertreter habe ihm deswegen vorgeworfen, dass er sich aus der Verantwortung für die katastrophale Entwicklung habe stehlen wollen. Diese Aktion habe ihren negativen Höhepunkt darin gefunden, dass Rohwedder sich dann sogar noch habe in den Aufsichtsrat wählen lassen, um dort den Vorsitz zu übernehmen.
Anleger sollten um die Rohwedder-Aktie auf jeden Fall solange einen großen Bogen machen, bis sich abzeichnet, dass ein nachhaltiger Turn around geglückt ist, so die Experten von "SdK AktionärsNews". Bis dahin ist das Papier nur für hartgesottene Spekulanten und Zocker geeignet. (Ausgabe 194 vom 13.08.2009) (14.08.2009/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
"Excellence in Automation" laute das Motto des Automatisierungsspezialisten Rohwedder. Alles andere als exzellent sei jedoch die Unternehmensentwicklung in den vergangenen Jahren gewesen, die zu hohen Verlusten und einer Existenz bedrohenden Krise geführt habe.
Rohwedder beliefere weltweit Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen, wie z. B. Automotive, Telekommunikation und Medizintechnik. Dass mit 148,2 Mio. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr ein um fast 12% höherer Rekordumsatz ausgewiesen worden sei, habe alleine an der erstmaligen ganzjährigen Konsolidierung der finnischen Tochter JOT Automation gelegen.
Aufgrund von Auftragsstornierungen bzw. -verschiebungen und wegen außerordentlicher Good-will-Abschreibungen sei jedoch ein hoher Jahresfehlbetrag von 22,9 Mio. Euro ausgewiesen worden. Da die Bilanz immer noch Firmenwerte von 12,5 Mio. Euro aufweise, würden weitere Abschreibungen drohen, die das Eigenkapital, das sich 2008 auf 19,7 Mio. Euro fast halbiert habe, weiter schrumpfen lassen könnten. Inzwischen seien umfangreiche Maßnahmen ergriffen worden, um möglichst schnell die Wende zu schaffen, was angesichts der Weltwirtschaftskrise ein sehr ambitioniertes Unterfangen sei.
Immerhin sei mit den Hausbanken eine Verlängerung der Kreditvereinbarungen bis Ende Juni 2010 ausgehandelt worden, wodurch die Liquidität vorerst gesichert worden sei. Auf der Hauptversammlung am 29. Juni 2009 habe der inzwischen als Alleinvorstand agierende Manfred G. Müller diesen Schritt als "Meilenstein" auf dem Weg zu einer erfolgreichen Sanierung bezeichnet.
Dies sei auch dringend notwendig, wie die Zahlen zum ersten Quartal zeigen würden. Der Umsatz habe um 37% auf nur noch 27,4 Mio. Euro kollabiert und das Vorsteuerergebnis sei von 0,5 Mio. Euro im Vorjahresquartal auf -1,3 Mio. Euro gerutscht. Dennoch habe sich der auf der Hauptversammlung sehr engagiert und motiviert auftretende Vorstand Müller davon überzeugt gezeigt, im laufenden Geschäftsjahr den Break even schaffen zu können.
Die leidgeprüften Aktionäre hätten jedoch Zweifel daran geäußert, dass dies ausgerechnet in diesen schwierigen Zeiten gelingen werde. Schließlich habe es Rohwedder in den vergangenen "fetten Jahren" schon nicht geschafft, operativ schwarze Zahlen zu schreiben.
Der Vorstand scheine indes überzeugt zu sein, dass das ehrgeizige Vorhaben gelinge, da er in den letzten Monaten insgesamt 10.000 Rohwedderaktien zugekauft habe. Auch der Firmengründer und ehemalige Vorstandsvorsitzende Joachim Rohwedder habe weitere Aktien erworben.
Harsche Kritik habe allerdings sein vorzeitiges Ausscheiden unmittelbar vor der Hauptversammlung aus dem Vorstand hervorgebracht. Ein Aktionärsvertreter habe ihm deswegen vorgeworfen, dass er sich aus der Verantwortung für die katastrophale Entwicklung habe stehlen wollen. Diese Aktion habe ihren negativen Höhepunkt darin gefunden, dass Rohwedder sich dann sogar noch habe in den Aufsichtsrat wählen lassen, um dort den Vorsitz zu übernehmen.
Anleger sollten um die Rohwedder-Aktie auf jeden Fall solange einen großen Bogen machen, bis sich abzeichnet, dass ein nachhaltiger Turn around geglückt ist, so die Experten von "SdK AktionärsNews". Bis dahin ist das Papier nur für hartgesottene Spekulanten und Zocker geeignet. (Ausgabe 194 vom 13.08.2009) (14.08.2009/ac/a/nw)
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