QIAGEN bekräftigt Guidance für 2010
19.10.10 12:03
Oldenburgische Landesbank
Oldenburg (aktiencheck.de AG) - Christoph Siebecke, Analyst der Oldenburgischen Landesbank, stuft die QIAGEN-Aktie von "kaufen" auf "halten" herab.
Der Biotechkonzern QIAGEN habe bei der Vorlage seiner Halbjahreszahlen den Ausblick für 2010 bekräftigt, dennoch sei der Aktienkurs nun seit einigen Wochen unter Druck. QIAGEN habe den Umsatz im zweiten Quartal ggü. dem Vorjahresquartal um 9% auf 263 Mio. USD verbessern können. Das Betriebsergebnis sei hingegen um 9% auf 47 Mio. USD gesunken. Grund hierfür seien die jüngsten Übernahmen gewesen. Analysten hätten hier deutlich mehr erwartet. Konzernchef Schatz habe aber betont, dass das Wachstum über alle Kundengruppen hinweg stabil sei. Für das vierte Quartal erwarte der Chef einen Wachstumsschub, aber auch das dritte Quartal solle besser ausfallen als das zweite.
Sehr erfreulich entwickle sich die Kapitalbasis von QIAGEN. Per 30.06.2010 verfüge das Unternehmen über knapp 850 Mio. USD an liquiden Mitteln. Die Eigenkapitalquote liege bei stolzen 62%, während die Bilanz ein Nettofinanzvermögen von 57 Mio. USD ausweise.
Ab 2014 rechne QIAGEN zudem mit deutlichem Rückenwind durch die US-Gesundheitsreform. Wenn mehr Menschen krankenversichert seien, dürfte dies die Nachfrage nach Vorsorgetests steigern, allen voran nach dem Test auf Gebärmutterhalskrebs (HPV), einem der umsatzstärksten Produkte von QIAGEN, welche die Krankheit im Frühstadium nachweisen und Behandlungskosten senken könne. Das Diagnostikgeschäft in den USA wolle man durch die Kooperation mit dem US-Pharmakonzern Abbott weiter stärken. Bei der Kooperation gehe es um den Vertrieb von HIV-, HPV (Gebärmutterhalskrebs)- und HCV(Hepatitis)-Tests. Das gesamte Marktvolumen für diese diagnostischen Verfahren schätze QIAGEN auf 320 Mio. USD.
Nach den jüngsten Übernahmen wolle QIAGEN vor allem in Asien und Lateinamerika das Wachstum voranbringen. In den kommenden Jahren solle nach früheren Aussagen der Umsatz in China mehr als verdoppelt werden. 2009 sei die Nachfrage in Asien mit einem Umsatzwachstum von 39% erneut sehr stark gewesen. Darüber hinaus habe QIAGEN ein Portfolio von 70 Testverfahren zur Überprüfung von Lebensmittelqualitäten erworben. Auch in diesem Bereich erwarte man für die Folgejahre positive Ergebnisbeiträge. Mittelfristig traue sich das Unternehmen sogar den Aufstieg in den DAX zu.
Die jüngsten Zahlen würden den Kursrutsch der Aktie in keinster Weise rechtfertigen. Das Unternehmen sei hervorragend aufgestellt und verfüge über ein ausgezeichnetes Produkt Know-how. Aufgrund der sehr guten Kapitalausstattung sei QIAGEN gut gerüstet, um sich weiterhin punktuell zu verstärken. Darüber hinaus bleibe das Unternehmen aufgrund der geringen Größe (Marktkap.: 3,1 Mrd. Euro/ 4,3 Mrd. USD) ein potenzieller Übernahmekandidat. Der jüngste Kursrückgang sei auf Umschichtungen bei einigen institutionellen Großinvestoren zurückzuführen. So habe beispielsweise eine amerikanische Fondsgesellschaft die Hälfte ihrer Anteile veräußert.
Die Analysten der Oldenburgischen Landesbank sind weiterhin von der grundsätzlichen Story überzeugt, raten derzeit aber aufgrund der angeschlagenen Stimmung von Neuengagements ab und stufen die QIAGEN-Aktie von "kaufen" auf "halten" herab. (Analyse vom 19.10.2010) (19.10.2010/ac/a/t)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Der Biotechkonzern QIAGEN habe bei der Vorlage seiner Halbjahreszahlen den Ausblick für 2010 bekräftigt, dennoch sei der Aktienkurs nun seit einigen Wochen unter Druck. QIAGEN habe den Umsatz im zweiten Quartal ggü. dem Vorjahresquartal um 9% auf 263 Mio. USD verbessern können. Das Betriebsergebnis sei hingegen um 9% auf 47 Mio. USD gesunken. Grund hierfür seien die jüngsten Übernahmen gewesen. Analysten hätten hier deutlich mehr erwartet. Konzernchef Schatz habe aber betont, dass das Wachstum über alle Kundengruppen hinweg stabil sei. Für das vierte Quartal erwarte der Chef einen Wachstumsschub, aber auch das dritte Quartal solle besser ausfallen als das zweite.
Sehr erfreulich entwickle sich die Kapitalbasis von QIAGEN. Per 30.06.2010 verfüge das Unternehmen über knapp 850 Mio. USD an liquiden Mitteln. Die Eigenkapitalquote liege bei stolzen 62%, während die Bilanz ein Nettofinanzvermögen von 57 Mio. USD ausweise.
Nach den jüngsten Übernahmen wolle QIAGEN vor allem in Asien und Lateinamerika das Wachstum voranbringen. In den kommenden Jahren solle nach früheren Aussagen der Umsatz in China mehr als verdoppelt werden. 2009 sei die Nachfrage in Asien mit einem Umsatzwachstum von 39% erneut sehr stark gewesen. Darüber hinaus habe QIAGEN ein Portfolio von 70 Testverfahren zur Überprüfung von Lebensmittelqualitäten erworben. Auch in diesem Bereich erwarte man für die Folgejahre positive Ergebnisbeiträge. Mittelfristig traue sich das Unternehmen sogar den Aufstieg in den DAX zu.
Die jüngsten Zahlen würden den Kursrutsch der Aktie in keinster Weise rechtfertigen. Das Unternehmen sei hervorragend aufgestellt und verfüge über ein ausgezeichnetes Produkt Know-how. Aufgrund der sehr guten Kapitalausstattung sei QIAGEN gut gerüstet, um sich weiterhin punktuell zu verstärken. Darüber hinaus bleibe das Unternehmen aufgrund der geringen Größe (Marktkap.: 3,1 Mrd. Euro/ 4,3 Mrd. USD) ein potenzieller Übernahmekandidat. Der jüngste Kursrückgang sei auf Umschichtungen bei einigen institutionellen Großinvestoren zurückzuführen. So habe beispielsweise eine amerikanische Fondsgesellschaft die Hälfte ihrer Anteile veräußert.
Die Analysten der Oldenburgischen Landesbank sind weiterhin von der grundsätzlichen Story überzeugt, raten derzeit aber aufgrund der angeschlagenen Stimmung von Neuengagements ab und stufen die QIAGEN-Aktie von "kaufen" auf "halten" herab. (Analyse vom 19.10.2010) (19.10.2010/ac/a/t)
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