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Fr, 17. April 2026, 6:25 Uhr

BECHTLE MANAGED SERV.O.N.

WKN: 696760 / ISIN: DE0006967607

PSB Interview


12.01.00 00:00
at-stoxx

Aufregende Monate hätten die Inhaber der PSB (WKN 696760) hinter sich, berichten die Analysten von at-stoxx. Kurz nach der Erstnotiz (24,50 Euro) sei die Aktie bis auf 40 Euro angestiegen. Bis Anfang Dezember habe sie jedoch immer mehr an Wert verloren, bereits Ende November sei das Anfangsniveau von 24 Euro wieder erreicht worden. Gründe habe es viele gegeben. Der IT-Dienstleister habe unter anderem am Preisanstieg der Halbleiter gelitten. Noch im Oktober habe sich der Vorstand vorsichtig über die Entwicklung der nächsten Monate geäußert, auch unter Berücksichtigung eventueller Y2K-Probleme. Mit der Erwartung, die Wachstumsprognosen im Jahr 2000 zu erfüllen, sei bei den Analysten nicht unbedingt die Kursphantasie genährt worden.

Seit Anfang Dezember gehe es jedoch sukzessiv aufwärts. Bis Ende Dezember sei die Aktie auf 30, bis heute sogar auf 46,00 Euro gestiegen. Allein am 4. Januar sei der Kurs um über 27% gestiegen. Grund sei die Unternehmensmeldung gewesen, dass die PSB mit Wirkung zum 1. Januar 2000 die Noeske Networks GmbH zu 100% übernehme. Noeske sei im Bereich Daten Management Systeme (DMS) tätig. Parallel dazu habe PSB eine strategische Allianz mit der Leitz ELO, einem DMS-Hersteller für den öffentlichen Dienst - für PSB ebenfalls die größte Kundengruppe - geschlossen. Bereits zuvor habe man die Akquisition der CS&W GmbH und der DSC bekannt gegeben. Sämtliche Übernahmen würden das geplante Wachstum deutlich beschleunigen, so der Vorstand.

Grund genug für die Experten, das Unternehmen persönlich zu kontaktieren. Der CEO der PSB AG, Herr Hans-Ulrich Niedner, habe sich persönlich den Fragen der Analysten gestellt:

at-stoxx: "Unterliegt PSB Quartalszyklen im Umsatz?"

Hans-Ulrich Niedner: "Zykliken im Umsatz waren früher extrem stark durch den hohen Staatsanteil und die damit verbundene Kameralistik ("Dezember-Fieber"). Da insgesamt der Staatsanteil sinkt (1999 ca. 55%) und viele staatliche Stellen auf Budgetierung umstellen, wird dieser Effekt jedes Jahr kleiner."

at-stoxx: "Wie ist die prozentuale Aufteilung zwischen einmaligen und laufenden Erträgen?"

Hans-Ulrich Niedner: " Ca. 80% des Umsatzes wird über Rahmenverträge abgewickelt. Aus diesen Rahmenverträgen werden von den Kunden die vereinbarten Services bzw. Produkte abgerufen."

at-stoxx: "Gibt es kurz-/ mittel- und langfristige Akquisitionsstrategien?"

Hans-Ulrich Niedner: "Es gibt sowohl kurz- als auch mittel- bzw. langfristige Akquisitionspläne. Wie sie den Adhoc-Nachrichten entnehmen konnten, haben wir in 1999 insgesamt 3 Unternehmen übernommen (DSC, CS&W und Noeske). Es werden in 2000 weitere Übernahmen erfolgen. Dabei wird konkret nach vorgegebenen Szenarien nach passenden Kandidaten gesucht."

at-stoxx: "Wie hoch ist dafür der finanzielle Spielraum und besteht die Gefahr der Verwässerung der Rendite?"

Hans-Ulrich Niedner: "Alle bisherigen Akquisitionen wurden durch Ausgabe neuer Aktien bezahlt, da die durch den Börsengang gewonnene Liquidität zur Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebes benötigt wird. Zur Zeit haben wir noch rund 1 Million Stück genehmigte Aktien und entsprechenden Spielraum für Übernahmen. Die Rendite wird normalerweise nicht verwässert. Wir übernehmen nur gesunde und leistungsfähige Unternehmen. Es ist jedoch vorstellbar, daß in näherer Zukunft Unternehmen dazukommen, die Geschäftsmodell bedingt, zunächst Verluste machen (typisches Beispiel Internet)."

at-stoxx: "Was sind die für sie entscheidenden Kriterien bei Akquisitionen (Konkurrenz, know-how, Sonstiges)?"

Hans-Ulrich Niedner: "Sehr unterschiedlich. Im Bereich Systemhaus achten wir auf Flächendeckung in Deutschland bzw. angrenzenden Ländern. Gleichzeitig werden Spezialisten gesucht, die die vorhandenen Ressourcen sinnvoll ergänzen bzw. nutzen können. Im Bereich Internet werden dagegen mehrheitlich ergänzende Unternehmen gesucht. Unsere direkten Konkurrenten können wir meist nicht übernehmen, da diese deutlich größer sind als wir (debis, Siemens, M+S etc.)."

at-stoxx: "Wie positioniert sich PSB im Vergleich: heute - in 2 Jahren, in Bezug auf Kunden, Umsatzschwerpunkte, Länderausrichtung und Marktpositionierung."

Hans-Ulrich Niedner: "Kunden: der Staatsanteil wird weiter sinken, daher wird dieser Kundenkreis langsamer steigen als der Rest. Der Umsatz wird immer stärker vom Consulting geprägt. Dies bedeutet auch einen überproportionalen Mitarbeiteranstieg. Der Länderfokus wird sich von heute Deutschland auf ganz Europa ausdehnen. PSB wird in zwei Jahren unter den Top 10 Systemhäusern in Deutschland sein. Gleichzeitig werden Spezialgebiete erschlossen, die PSB deutlich von den klassischen Häusern unterscheiden. Umsatz- und Renditewachstum wird weiterhin stark (> 50%) sein."

at-stoxx: "Welchen Umsatzanteil besitzt die Holzmann AG? (Anmerkung der Redaktion: Holzmann ist bekanntermaßen PSB-Kunde) Besteht die Möglichkeit eines Forderungsausfalles - müssen Abschreibungen getätigt werden, wenn ja wie hoch?"

Hans-Ulrich Niedner: "Holzmann hat 1999 ca. 3% zu unserem Umsatz beigetragen. Da wir mit Holzmann keine komplexen Projekte abwickeln, sondern hauptsächlich Service und Produkte abrechnen, sind alle offenen Posten binnen 20 Tagen bezahlt. Es hat 1999 keine Verzögerungen, geschweige den Ausfälle bei den Zahlungen gegeben. PH war und ist ein guter und fairer Kunde."

at-Stoxx: "Vielen Dank für das ausführliche Interview."

Die Gewinnschätzungen liegen bei 0,30 Euro (1999e), 0,60 Euro (2000e) und 1,00 Euro (2001e). Die Gewinnschätzung unterliegt jedoch aufgrund von geplanten Akquisitionen einer großen Bandbreite. Basierend auf den aktuellen Prognosen liegt das KGV für 2001(e) bei 46 und scheint damit fair bewertet zu sein. Bereits Gewinne von 1,50 Euro/Aktie lassen das KGV auf 30 fallen. Bei einem in der Branche realistischen KGV von ca. 60 würde somit das Kursziel für das kommende Jahr bei 90 Euro liegen. Der Gewinn von 1,00 Euro/Aktie bedeutet einen Zielkurs von ca. 60 Euro.





 
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