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Fr, 17. April 2026, 12:38 Uhr

Odeon Film

WKN: 685300 / ISIN: DE0006853005

Odeon Film Interview


01.12.99 00:00
Brokerworld-Online

Das Interview mit Michael Zrenner, Finanzvorstand der Odeon Film AG (WKN 685300), wurde von unserem Kooperationspartner Brokerworld-Online geführt.

BROKERWORLD-online: Am 30.11. hat die Odeon Film AG die 9-Monats-Zahlen veröffentlicht. Können Sie uns dazu bitte ein kurzes Statement geben?

Herr Zrenner: Der Umsatz liegt mit DM 41 Mio. im Rahmen der Erwartungen. Mit einem EBIT von DM 161.000 ist die Gewinnzone erreicht. Bitte bedenken Sie, dass wir seit Juni verstärkt in Internet und e-commerce investieren. Die Investitionen werden zum Jahresende in Richtung DM 2 Mio. tendieren. Diese Veränderung zur IPO-Planung kommunizieren wir gegenüber allen Investoren und Analysten seit Juni. Trotz der hohen Investitionen wird zum Jahresende der EBIT positiv bleiben.

BROKERWORLD-online: Thema e-commerce. Ein schwieriges Geschäftsfeld. Wie möchten Sie mit filmstadt.de Geld verdienen und wo sehen Sie die Perspektiven?

Herr Zrenner: Geld verdient man auch bei filmstadt.de durch Banner-Werbung, Sponsoring und Verkäufe, beispielsweise in unserem www.janoschshop.de mit über 1000 Produkten. Erst Ende Sep-tember sind wir mit filmstadt.de, der Community für alle Film- und Fernsehfans, gestartet. Nachdem wir die sogenannte Beta-Phase abgeschlossen haben, d. h. wir die ersten „Kinder-krankheiten“ überwunden haben, startet kommenden Freitag eine breit angelegte Promotion-Kampagne in Zusammenarbeit mit Radio NRJ. Seit kurzer Zeit sind wir außerdem im Portal von amazon.de vertreten. Laufend werden neue Partnerschaften verhandelt und eingegan-gen, u. a. sind wir dabei, mit den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten Kooperationen aus-zuloten.

BROKERWORLD-online: Ihre erste internationale Spielfilmproduktion „Asterix & Obelix gegen Caesar“ war ein großer Kinoerfolg. Warum sind die daraus resultierenden Ergebnisse noch nicht in den Quartalszahlen enthalten und was können wir erwarten?

Herr Zrenner: Asterix & Obelix hatte ein vertragliches Budget von 40 Mio. US$. Die tatsächlichen Herstel-lungskosten lagen deutlich darüber. Aufgrund nicht ungeschickter Vertragsgestaltung seitens Odeon Film mußten wir uns hieran nicht beteiligen, jedoch wird die Kinokasse zunächst zur Einspielung der Produktionskosten verwendet. Insoweit wird Odeon Film nach heutigem Auswertungsstand mit einem 6-stelligen Betrag von den Kinoerlösen profitieren. Odeon Film generiert darüber hinaus Fördermittel in Millionen-Höhe, die wichtiger Baustein für nächste Spielfilmprojekte sein werden. Das funktioniert so: Nach Einspielung der investierten Gelder sind zunächst die für die Finanzierung des Filmes erhaltenen Bundes- und Landesförderungen zurückzuzahlen. Da es sich bei den zurückge-zahlten Förderbeträgen um sogenannte revolvierende Fördermittel handelt, stehen diese Rückzahlungsbeträge zur Finanzierung von neuen Filmproduktionen der Odeon Film AG zur Verfügung. Da „ASTERIX & BELIX GEGEN CAESAR“ weiterhin der an der Kinokasse erfolgreichste deutsche Film seit "Knockin on Heavens Door" - also der letzten zweieinhalb Jahre - ist, wird Odeon Film Anfang des Jahres 2000 zusätzlich den Höchstbetrag an neuen Fördermitteln der Filmförderungs-anstalt Berlin erhalten. Dieser wird voraussichtlich bei über DM 2 Mio. liegen und ebenfalls für neue Spielfilme zur Verfügung stehen. Ein nicht zu unterschätzender Punkt ist auch der internationale Imagegewinn. Selbst Hollywood hat die Professionalität des Filmes anerkannt. Insgesamt ist unser Standing in der internationalen Filmbranche stark gewachsen, was wir nutzen werden.

BROKERWORLD-online: Der Kursverlauf der Odeon-Aktie ist sehr enttäuschend. In den vergangenen Tagen rutschte der Kurs weit unter den Emissionspreis. Wie erklären Sie sich das? Wie wer-den Sie gegensteuern?

Herr Zrenner: Mit dem Kursverlauf der Odeon Film-Aktie sind wir sehr unzufrieden. Auch halten wir den Kurs aufgrund unserer Perspektiven nicht für gerechtfertigt. Offensichtlich ist es uns noch nicht ausreichend gelungen, dem Anleger unsere Mischung aus Solidität und Phantasie nä-herzubringen:
Wir haben ein solides Standbein mit der Fernsehproduktion langlaufender erfolgreicher Seri-en. Viel Phantasie und Potential steckt im Spielfilm, insbesondere bei den nächsten interna-tionalen Projekten. Mit filmstadt.de und den angeschlossenen Shops schaffen wir für den Investor ein Asset mit großen Wachstumsperspektiven. Wir sind davon überzeugt, dass wir uns mittelfristig mit dieser Strategie am Markt durchsetzen werden.

BROKERWORLD-online: Die Odeon Film AG hat zum IPO einiges angekündigt. Warum hört man so wenig von Ihnen? Wie sieht es mit Akquisitionen aus?

Herr Zrenner: Wir haben dieses Jahr vieles von dem, was wir zum Börsengang angekündigt haben, durch-gesetzt. filmstadt.de ging – wie zum IPO angekündigt – im September online; im Spielfilmbe-reich sind große Projekte auf den Weg gebracht; die Fernsehproduktion läuft auch Hochtou-ren. Darüberhinaus sind wir dabei, die Verwertungskette zu erweitern.
In Sachen Akquisitionen laufen Verhandlungen. Hier ist die Situation auf dem Markt zur Zeit sehr schwierig. Für die wenigen interessanten Firmen werden zum Teil übertriebene Preise verlangt. Hier sollte man genau hinschauen, denn eine Investition soll sich immer auch lang-fristig rechnen.

BROKERWORLD-online: Die von der Börse vorgeschriebene 6-monatige Haltepflicht ist abgelaufen. Haben vielleicht die Altaktionäre verkauft?

Herr Zrenner: Im Gegenteil. Vor allem unsere Altaktionäre haben Vertrauen, was unseren Geschäftsverlauf anbelangt. Deshalb haben sie sich auch über die gesetzlichen Vorschriften hinaus verpflich-tet, die Aktien für mehrere Jahre zu halten. Bei diesen Kursen überlegen sich die Altaktionä-re sogar noch nachzukaufen.

BROKERWORLD-online: Wo sehen sie sich im Vergleich zu anderen Medienwerten?

Herr Zrenner: Ein allgemeiner Vergleich aller Medienwerte am Neuen Markt ist schwierig. Unser Schwer-punkt liegt auf der Produktion und in Zukunft auf der Ausweitung der Verwertungskette. An-dere Medienwerte spezialisieren sich beispielsweise auf Rechte- und Lizenzhandel, was wiederum ein anderes Geschäftsfeld ist. Am ehesten vergleichbar sind wir noch mit Con-stantin und Senator. Gegenüber diesen Werten sehen wir uns als unterbewertet.

BROKERWORLD-online: Sie haben die Verfilmung der Leni Riefenstahl Memoiren und der Kriegstagebücher Ernst Jüngers sowie eine allgemeine Zusammenarbeit mit dem renommierten Film-produzenten Thomas Schühly bekanntgegeben. Welche Größenordnung haben diese Spielfilme? Haben Sie auch internationale Stars für die Hauptrollen im Blick? Was be-deutet das für den Umsatz?

Herr Zrenner: Zur genauen Höhe der Budgets können wir natürlich noch nichts sagen. Wir beginnen jetzt mit dem Development. Aufgrund der internationalen Ausrichtung der Projekte bewegen wir uns aber sicherlich im oberen zweistelligen Millionen-Bereich.
Da die Filmstoffe sowie Ernst Jünger und Leni Riefenstahl als Personen internationale Re-putation besitzen – auch in Hollywood – werden wir die Filme für einen internationalen Markt produzieren und somit auch mit renommierten Schauspielern besetzen. Für konkrete Namen ist es aber noch zu früh.
Für den Gesamtumsatz der Odeon Film AG erwarten wir dadurch einen Schub nach oben.

BROKERWORLD-online: Noch eine Frage zum Thema Rechte- und Lizenzhandel. Möchte die Odeon Film AG auch in diesem Bereich tätig werden?

Herr Zrenner: Das haben wir zunächst nicht vor. Der Markt ist zur Zeit stark überhitzt. Viele Firmen bemü-hen sich um wenige attraktive Filmpakete und die Preise sind stark gestiegen. Wir denken, hier wird es noch zu einer Marktbereinigung kommen.

BROKERWORLD-online: Werden Sie in nächster Zeit Analystenpräsentationen veranstalten?

Herr Zrenner: In diesem Jahr nicht mehr. Aber im Frühjahr 2000 werden wir den Medienanalysten die Per-spektiven und unsere Strategie für die nächsten Jahre präsentieren.

BROKERWORLD-online: Wo sehen Sie die Phantasie der Anleger? Warum sollte man jetzt in die Odeon Film Aktie investieren?

Herr Zrenner: Der Kurs ist natürlich zur Zeit ideal zum Einsteigen. Odeon Film dürfte wohl die preiswerteste Medienaktie am Neuen Markt sein.
Die Perspektive ist außerordentlich positiv. Wir sind dabei die Filmstadt-Shops weiter auszu-bauen und ein virtuelles Kaufhaus zu installieren. Im Fernsehbereich haben wir ein sicheres Auftragspolster für Serien und beim Kinofilm gehen wir den Weg der Internationalisierung konsequent weiter.





 
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