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Fr, 17. April 2026, 11:40 Uhr

Mobilcom

WKN: 662240 / ISIN: DE0006622400

MobilCom kaufen


06.12.99 00:00
at-stoxx

Die Analysten von at-stoxx halten die Aktien der MobilCom AG (WKN 662240) derzeit für ein aussichtsreiches Investment.

Während Mobilcom im vergangenen Jahr große Erfolge im Call-by-Call Verfahren zu verbuchen hatte und damit insbesondere im 4. Quartal Gewinne einfuhr, deren Höhe für eine Telefongesellschaft völlig untypisch seien, habe man in diesem Jahr aufgrund des starken Preisverfalls zunehmend Probleme bekommen: Am Anfang des Jahres habe man es versäumt, mit einer rechtzeitigen Preissenkung das Angebot attraktiv zu halten; starke Kundenabwanderung sei die Folge gewesen. Zugleich sei immer deutlicher geworden, dass das reine Call-by-Call Verfahren kein Modell für die Zukunft sein könne, da die Kundenbindung gering sei, und durch die Interconnectiongebühren eine natürliche Grenze für die Preisgestaltung gegeben gewesen sei.
Diese Schwachstellen scheine man erkannt zu haben und beseitige sie nun konsequent. Das Preismodell sei bereits seit geraumer Zeit wieder wettbewerbsfähig, so dass die Kundenabwanderung gestoppt werden konnte.
Die Zahl der täglich vermittelten Minuten in der Sprachtelefonie sei dadurch auf dem Anfang des Jahres erreichten Niveau stabilisiert worden. Gleichzeitig habe man erheblich in die Kundenbindung investiert. Der Erfolg seien über 270.000 Preselection-Kunden bis Ende September, während man Anfang des Jahres bei gerade mal 40.000 begonnen hatte. Inzwischen habe Mobilcom durch die Übernahme der Telepassport sowie durch weiterhin große Erfolge bei der Gewinnung von Kunden die Zahl der Preselection-Kunden auf etwa 500.000 steigern können. Dies sei - neben dem starken Preisdruck - ein Grund für die geringen Gewinne in diesem Jahr gewesen, denn schließlich koste die Gewinnung von Preselection-Kunden Geld: Zu dem Werbeaufwand komme noch eine Wechselgebühr von knapp 50 DM pro Kunde. Zudem profitieren Preselection-Kunden von einer sekundengenauen Abrechnung. Mittelfristig werde sich diese Strategie jedoch auszahlen, da für einmal gewonnene Preselection-Kunden keine Werbegelder mehr aufgewendet werden müssten.

Auch an der Kostenstruktur werde gefeilt: Die Zahl der Interconnection-Punkte habe sich seit Januar von 23 auf 26 erhöht, viel wichtiger sei jedoch die Anmietung eines 2500 km langen Glasfaserbackbones von der Gasline, einer Tochter der Ruhrgas. Mobilcom erwarte, das Glasfasernetz bereits im ersten Quartal des kommenden Jahres in Betrieb nehmen zu können. Zwar werde man dadurch auf das Mietleitungsnetz der Deutschen Telekom nicht vollständig verzichten können, dennoch könne man jedoch die "dicksten" und damit auch die teuersten Leitungen ersetzen. Mobilcom schätze den Kostenvorteil gegenüber den von der Telekom gemieteten Leitungen auf 90 Prozent. Gleichzeitig solle die Kapazität erheblich wachsen. Während man bisher für Internet und Telekommunikation zwei verschiedene Leitungsnetze betrieben habe, werde es ab Anfang des nächsten Jahres möglich, beide Dienste über dasselbe Glasfasernetz abzuwickeln.

Bei den zum 31.12. dieses Jahres auslaufenden Interconnection-Verträgen mit der Deutschen Telekom dürfte Mobilcom keine negative Überraschung blühen. Bereits vor einigen Monaten hatte Mannesmann Arcor für sich einen Preisnachlass von 15 Prozent ausgehandelt. Der Grund hierfür sei, dass Mannesmann Arcor eine große Zahl von Vermittlungsstellen beitreibe, und es keinen "vagabundierenden Verkehr" gebe (so bezeichne die Telekom Gespräche, die über die optimalste Vermittlungsstelle laufen könnten, weil diese überlastet oder nicht vorhanden sei). Da Mobilcom - anders als viele kleinere Konkurrenten - an allen 23 überregionalen Vermittlungspunkten der Deutschen Telekom vertreten sei und darüber hinaus noch an drei weiteren, sei es eher unwahrscheinlich, dass es gegenüber der derzeitigen Regelung zu einem Preisaufschlag komme. Phantasie bestehe eher in einem Preisnachlass, da Mobilcom bei der derzeitigen Höhe der IC-Gebühren Anbieter mit schlechterer Infrastruktur mitfinanziere. Alternativ sei jedoch ebenso möglich, dass jene Anbieter mit einer Preiserhöhung zu rechnen hätten, hier müsste dann jedoch die Regulierungsbehörde entscheiden.

Die Interconnectiongebühren würden für das künftige Businessmodell von Mobilcom ohnehin eine abnehmende Rolle spielen. Noch in diesem Jahr wolle man nämlich in acht Städten mit Ortsnetzangeboten starten. Da das Jahr nicht mehr lang sei, werde man sich an dieser Aussage messen lassen müssen. Im kommenden Jahr sollten schon bald in weiteren 18 Städten Teilnehmeranschlüsse angeboten werden. Dazu habe man bereits in neun deutschen Städten die dazu nötigen Ortsvermittlungsstellen installiert. Mit den dann angeschlossenen 26 Städten decke man bereits über 50 Prozent des deutschen Marktes ab. Gegenüber dem Geschäftsmodell bei den derzeitigen Call-by-Call- und Preselectiongesprächen bestünden fundamentale Unterschiede:

Der Kunde wechsele in diesem Fall mit seinem Telefonanschluß komplett zu Mobilcom. In Zukunft werde er dann seine Rechnung von Mobilcom erhalten, die Anschlussgebühr an Mobilcom zahlen und alle Gespräche über Mobilcom abwickeln. Bei einem Komplettwechsel müsse Mobilcom für 25,40 DM pro Monat die Kupferdoppelader vom Kunden zur nächsten Ortsvermittlungsstelle anmieten. Dafür würden für diese Strecke die Interconnectiongebühren entfallen. So könnten Gespräche zwischen zwei Mobilcom Kunden ohne Interconnection abgewickelt werden; Gespräche zwischen einem Mobilcomkunden und einem Kunden einer anderen Telefongesellschaft benötigten nur noch eine Interconnection. Mit diesem Kostenmodell werde es möglich, Gespräche deutlich günstiger als im Call-by-Call Verfahren anzubieten, wodurch reine Call-by-Call-Gesellschaften, wie die jüngst an den Neuen Markt gegangene 3U unterboten werden könnten.

Die alten Vorzüge des Mobilcom-Geschäftsmodells würden weiter bestehen bleiben: Mit geringem Kapitaleinsatz versuche man eine maximale Rendite zu erzielen. Es sei äußerst unklar, ob Gesellschaften, die heute massiv in Infrastruktur investierten nicht in den nächsten Jahren vom technischen Fortschritt eingeholt würden. Ein weiterer strategischer Vorteil sei die liquiditätsschonende Expansion mittels gemieteten Leitungen. Würde Mobilcom Leitungen kaufen, könnte man mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln, bei weitem nicht so stark expandieren. Es sei zudem unwahrscheinlich, dass mit dem Kauf von Immobilien, denn nichts anderes seien Telefonleitungen ja, langfristig eine hohe Kapitalverzinsung erreicht werden könne. Denn eine hohe Kapitalverzinsung ziehe Wettbewerber an.

Hohe Kapitalrenditen ließen sich insbesondere mit hochwertiger Vermittlungstechnik, gutem Marketing, starkem Vertrieb, einer bekannten Marke und innovativen Produktkonzeptionen erzielen. Derzeit müsse Mobilcom so schnell wie möglich wachsen, was voraussetze, dass man das zur Verfügung stehende Kapital optimal einsetze.

Durch die höhere Kundenbindung, die mit der wachsenden Anzahl an Preselection-Kunden und der künftigen Komplettkunden einhergehe sowie durch die geringere Abhängigkeit vom Mietleitungsnetz der Deutschen Telekom und den Interconnectiongebühren sei eine höhere Bewertung von Mobilcom gerechtfertigt. Die Abhängigkeit von der Deutschen Telekom werde sich im kommenden Jahr weiter verringern, denn Mobilcom wolle zum Beispiel eine UMTS-Frequenz ersteigern. Was damit geschehen solle sei noch unklar. Denkbar wäre es, damit die Teilnehmeranschlüsse per Funk anzubinden und sich damit die 25,40 DM pro Monat zu sparen. Des weiteren würde man sich die einmalige Wechselgebühr von etwa 300 DM pro Kunde, die die Deutsche Telekom erhebe, sparen. Phantasie bestehe sicherlich auch dahingehend, dass man möglicherweise ein eigenes Mobilfunknetz aufbauen wolle, wenngleich dies derzeit wohl eher unwahrscheinlich sei. Zum einen wären dazu Investitionen in Milliardenhöhe erforderlich, die Mobilcom beim derzeitigen Aktienkurs kaum aufbringen könnte. Zum anderen bleibe unklar, wie Mobilcom seine derzeitigen Mobilfunkkunden dazu bringen könnte auf das Mobilcomnetz umzusteigen. Zumal dieses Netz in den ersten Jahren qualitativ hinter der Telekom und Mannesmann zurückbleiben dürfte, wie man an E-Plus und an E2 sehe. Langfristig könnte dies aber die Marschrichtung vorgeben.

Im Festnetzbereich werde der Preisdruck einige Akquisitionsgelegenheiten offenbaren, so dass hier mit guten Nachrichten zu rechnen sei. Des weiteren dürften die Kostensenkungsmaßnahmen Wirkung zeigen.

Interessant sei jedoch auf jeden Fall die Positionierung im Internetgeschäft. Hinter der Deutschen Telekom und zusammen mit AOL sei Mobilcom hier der führende Anbieter in Deutschland. Durch den Börsengang von freenet.de habe sich die Kapitalausstattung deutlich verbessert und sei die Bekanntheit gewachsen. Durch den Einstieg in den Ortsnetzbereich könne freenet.de ab dem nächsten Jahr seinen Kunden eine Flatrate anbieten ohne dass das Netz wie vor einem Jahr zusammenbreche und auf profitabler Basis. Freenet stehe geschäftlich auf drei Säulen: Zum einen erhalte freenet Provisionen für vermittelte Internetminuten von Topnet. Diese dürften etwa bei 10 Prozent des Nettoumsatzes mit Telefonminuten liegen. Die zweite Säule sei die Vermarktung des freenet-Portals durch Werbebanner, die dritte Säule stelle E-Commerce dar. Gerade in den letzten Bereich scheine man aggressiv vorzudringen. Auf der Webseite von freenet.de würden Computer und Zubehör der Tochter comtech sowie Handyverträge für Mobilcom verkauft. Seit kurzen biete man auch Auktionen an. Dadurch werde man unabhängiger vom Preisverfall beim Internet-Zugang.

Bei einer Marktkapitalisierung von 1,435 Mrd. Euro und einer Beteiligung von 77 Prozent an freenet.de repräsentiere diese Tochter mittlerweile über ein Drittel der Marktkapitalisierung von Mobilcom.

Im Mobilfunk dürften in diesem Jahr etwas mehr als 1,5 Mrd. DM umgesetzt werden. Bei einer zu erwartenden Nettorendite von 3,5 Prozent stehe hier ein Gewinn von etwa 52 Mio. DM in Aussicht. Konstante Rendite vorausgesetzt dürfte bei einer Umsatzsteigerung von 50 Prozent im kommenden Jahr ein Gewinn von etwa 80 Mio. DM erzielbar sein.

Die Bewertung sei sehr konservativ vorgenommen worden, da sie von einer konstanten Umsatzrendite bei 3,5 Prozent netto ausgehe. Diese Umsatzrendite dürfte jedoch eher steigen, da sie zum einen durch die geringere Profitabilität von Cellway beeinträchtigt sei, zum anderen durch WAP in den nächsten Jahren viele Möglichkeiten für neue Dienste erschlossen würden. Außerdem dürfte ein nachlassendes Wachstum, wie wir es ab 2002 vorgesehen haben, die Umsatzrendite erhöhen.

Der Wert des Festnetzbereichs sei aufgrund der oben beschriebenen fundamentalen Veränderungen im Businessmodell derzeit schwer einzuschätzen. Unklar sei auch, wie sehr sich die Profitabilität durch die eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen verbessern werde. Zumindest scheine der Preisverfall bei Ferngesprächen ein vorläufiges Ende gefunden zu haben.

Zusammengenommen seien die Internet- und die Mobilfunksparte derzeit 2,3 Mrd. Euro wert. Mobilcom werde derzeit an der Börse mit 3,1 Mrd. Euro bewertet. Die Festnetzaktivitäten (inkl. Topnet) seien also nur relativ moderat im derzeitigen Kurs berücksichtigt.

Mobilcom habe die letzten Monate genutzt, um sich deutlich solider aufzustellen als vor einem Jahr, damit erhalte Mobilcom erstmalig eine strategische Bedeutung in Deutschland und werde somit selbst zum Übernahmekandidaten - wenn Schmid mitspiele. Phantasie würden insbesondere der geplante Einstieg in den Ortsnetzbereich, die geplante UMTS-Frequenz sowie Übernahmemöglichkeiten versprechen. Ein genaues Kurspotential könne daraus jedoch nicht abgeleitet werden. Das Potential werde jedoch veranschaulicht, wenn man sich vor Augen führe, dass Mannesmann derzeit mit dem 32-fachen der Marktkapitalisierung von Mobilcom bewertet sei. Der strategische Abstand zwischen Mannesmann und Mobilcom dürfte sich aber während der nächsten 12 Monate verringern, so dass der Mobilcom-Kurs durchaus Potential besitze. Sollte ein eigenes Mobilfunknetz aufgebaut werden, so hätte der Kurs noch reichlich Luft nach oben.

Wie in der letzten Woche angekündigt haben die Analysten daher Mobilcom in unser spekulatives Musterdepot aufgenommen.





 
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