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Mo, 29. Mai 2023, 3:47 Uhr

Medienbranche neutral gewichten


05.09.01 14:28
DG Bank

Nach einem Jahr der Konsolidierung sollte der europäische Mediensektor im nächsten Jahr wieder auf seinen bisherigen Wachstumspfad zurückkehren, dies berichten die Analysten der DG Bank.

Mit einer auf den DJ Stoxx Media bezogenen EPS-Wachstumsrate von 45,5% nach knapp 0,8% in diesem Jahr scheine die Schwächephase durchschritten. Die audiovisuelle Medienbranche vermelde solide Wachstumsraten, während im Bereich der Video/DVD-Auswertung dank der Digitalisierung sogar von einer boomenden Nachfrage gesprochen werden könne. Einzig der Free-TV-Sektor leidt derzeit unter einer vorübergehend schwächeren Entwicklung der Werbeeinnahmen.

Da sich derzeit noch keine Verbesserung bei der Vermarktung von Werbezeiten abzeichne, stagnierten die Umsatzerwartungen in diesem Geschäftsbereich. Eine weitere Herausforderung, die es zu bewältigen gelte, sei die derzeit noch offene Frage, wie man die produzierten Inhalte am effizientesten vermarkte. Grundsätzlich stünden neben dem TV auch Mobiltelefone der dritten Generation und das Internet als Distributionskanal zur Verfügung. Allerdings verzögere sich eine verstärkte Nutzung der beiden letztgenannten Distributionswege, da es noch an der erforderlichen technischen Umgebung (Breitbandkanal, UMTS-Handy) fehle. Die Unsicherheit über die zügige Implementierung wiege derzeit höher als die Chancen.

Von der für das kommende Jahr erwarteten konjunkturellen Belebung solle gerade die Medienbranche besonders profitieren, da dann auch ihre langfristigen Wachstumschancen besser zur Geltung kommen könnten, als es in diesem Jahr bei konjunkturellem Gegenwind der Fall gewesen sei. Auf europäischer Ebene seien die Titel zu präferieren, die über die entsprechenden Alleinstellungsmerkmale verfügten und in der Lage seien, das komplette Content-Spektrum (Filme, Musik, Spiele, TV-Produktionen) abzudecken. Wie auch in den anderen New-Economy-Branchen sei jedoch eine selektive Titelauswahl Trumpf.