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Fr, 17. April 2026, 14:32 Uhr

MEDIA AG INNOV.MED.

WKN: 663330 / ISIN: DE0006633308

Media! verkaufen


15.03.02 10:37
SdK AktionärsNews

Die Analysten von "SdK AktionärsNews" empfehlen die Aktien der Media! AG (WKN 663330) zu verkaufen.

Der Mediendienstleister Media! habe das aus dem Börsengang erhaltene Kapital zum größten Teil zur Absatzfinanzierung genutzt. In nur zwölf Monaten hätten so die Forderungen von 7 Mio. auf 24 Mio. Euro angezogen. Die Liquidität des Unternehmens habe in noch schnellerem Tempo abgenommen und die am Neuen Markt notierte Gesellschaft in eine gefährliche Schieflage gebracht. Mehrere Vorstände und Aufsichtsräte, die für das Desaster verantwortlich gezeichnet hätten, seien vor der am 27. Februar abgehaltenen HV zurückgetreten oder erst gar nicht erschienen.

Lange Zeit sei die Welt für Media! in Ordnung gewesen. Die Zahlen hätten sich planmäßig entwickelt und im Geschäftsjahr 2000/01 (zum 30. Juni 2001) sollte ein Jahresüberschuss von 1,5 Mio. Euro übrigbleiben. Am 26. September sei der Aktienkurs dann plötzlich im Tagesverlauf um mehr als 60% eingebrochen. Die Begründung für den Absturz sei wenige Stunden später in Form einer Ad-Hoc-Meldung gekommen: Statt des avisierten Gewinnes sei ein Jahresfehlbetrag von 6,6 Mio. Euro angefallen. Seither ermittele das BAWe wegen des Verdachts auf Insiderhandel, bislang allerdings ohne Ergebnis.

Mitte November habe sich der Präservativhersteller Condomi an der Media! AG beteiligt. Er habe im Rahmen einer Kapitalerhöhung 9,07% des Unternehmens erworben. Zusätzlich hätten Altaktionäre der Condomi AG eine Option auf Teile ihres eigenen Bestands gewährt. Rund einen Monat später habe Condomi die Option ausgeübt und das gesamte Media!-Paket an die Schweizer Distefora-Holding, einen Konkurrenten der Media! verkauft. Diese halte seitdem 44,78% an dem Mediendienstleister und mache ihren Einfluss scheinbar auch geltend.

Besonders prekär: Die Aktionäre sollten erneut ein genehmigtes Kapital schaffen, bei dem das Bezugsrecht der Altaktionäre in zwei Fällen ausgeschlossen sein sollte. Zum einen für 10% des Grundkapitals gegen Bareinlage und zum anderen im Falle einer Sacheinlage. Zudem habe die Verwaltung der HV vorgeschlagen, dass künftig zwei der drei Aufsichtsräte vom Großaktionär Distefora stammen sollten. Ein gefährliches Gemisch, denn so könne der Großaktionär seine Interessen beinahe unbegrenzt durchsetzen.

Bei einer HV-Präsenz von rund 66% des Grundkapitals sei es der Distefora auf Grund ihres fast 45-prozentigen Anteils an der Media! mit den Herren Georg Hahnloser (61%) und Patrick Hofmann (96%, Chef von Distefora) gelungen, zwei Vertreter in den Aufsichtsrat zu entsenden. Erfreulich sei aus Sicht der SdK allerdings, dass sich nahezu alle freien Aktionäre der Forderung der SdK anschlossen und damit das genehmigte Kapital mit Bezugsrechtsausschluss der Altaktionäre blockiert worden sei. Mit 61,2% habe Distefora hier die für eine Satzungsänderung notwendige Dreiviertelmehrheit verfehlt. Da der Großaktionär Distefora ebenfalls finanziell in der Krise stecke, besteht die Gefahr, dass dieser eher seine eigenen Interessen, als die der Media!-Aktionäre in den Vordergrund stelle.

Freien Aktionären bleibt nur der Rat, trotz der bereits horrenden Kursverluste von mehr als 90% seit der Emission, die Anteile an der Media! AG zu verkaufen, so die Analysten von "SdK AktionärsNews".





 
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