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Fr, 17. April 2026, 10:03 Uhr

Japan Telekom Fusionsfieber


20.12.99 00:00
at-stoxx

In Japan würden langsam aber sicher die Weichen der Telekommunikations-Marktanteile für das nächste Jahrtausend gestellt, berichten die Analysten von at-stoxx.

Der Konzentrationsprozess sei in vollem Gange und das Monopol der Nippon Telegraph & Telephone Corp. (NTT) werde jedoch nicht wirklich in Frage gestellt. Die neue Allianz reihe sich jedoch zwischen der führenden NTT und Japan Telecom Co. ein.

Im einzelnen seien dies die KDD Corp., ehemals staatlich und immer noch konservativ, die IDO Corp., ein Mobilfunk-Unternehmen mit starkem Wachstumsdrang, und die DDI Corp., die zugleich auch den Namen des neu gegründeten Unternehmens übernehme. Die größten Anteilseigner seien aufgrund ihrer bisherigen Einzelbeteiligungen der Halbleiterproduzent Kyocera Corp. (15,8%) und der KfZ-Hersteller Toyota mit 10,3%. Noch höher als in anderen Ländern stecke in dieser Fusion Gefahrenpotential durch verschiedene Unternehmenskulturen.

Die drei Telefongesellschaften mittlerer Größe hätten ihre Fusion beschlossen, um für die hohen Investitionen der kommenden Jahre gewappnet zu sein. Ziel sei der Erwerb einer der drei zu vergebenen Funklizenzen, die von der japanischen Regierung Mitte des kommenden Jahres vergeben werde. Die zukünftige DDI Corp. werde als Komplettanbieter auftreten, das heiße, Festnetz, Mobilfunk und Datenübertragung. Eine große Rolle spiele hierbei die Umstellung auf die dritte Mobilfunkgeneration, deren Standard von Qualcomm Inc. entwickelt worden sei (CDMA-Technologie). Die neuen Investitionen in Milliardenhöhe seien für eine Telekom-Gesellschaft offenbar zu hoch - auch MobilCom und debitel hätten sich aus ähnlichem Grund diese Woche für eine Allianz entschieden, um nächstes Jahr eine Funklizenz zu erwerben.

Kursphantasie: An der dritten Macht, Japan Telecom, seien die us-amerikanische AT&T und die British Telecommunications mit insgesamt 30% beteiligt. Das außerordentlich hohe Wachstumspotential des japanischen Telekom-Marktes ziehe seit der jüngsten Entwicklung auch andere ausländische global players magisch an. Gerüchten zufolge sollten bereits erste Gespräche zwischen der DDI und liquiden ausländischen Telekomgesellschaften geführt worden sein, was der weiteren Kursentwicklung der DDI nicht schaden werde. Außerdem könnten die hohen Verluste der japanischen T-Gesellschaften ausgeglichen werden. In Deutschland gebe es ein namhaftes Unternehmen, das derzeit über zu viel Liquidität klage...