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Fr, 17. April 2026, 18:14 Uhr

Japan in der Rezession


04.07.01 13:24
GZ-Bank

Nachdem schon seit geraumer Zeit darüber spekuliert worden ist, ob die japanische Volkswirtschaft im Jahre 2001 in eine Rezession rutscht, kann nunmehr mit hinlänglicher Gewissheit davon ausgegangen werden, dass sich Nippon derzeit in einer Rezession befindet, so die Analysten der GZ-Bank.

Nach international üblicher Definition sei ein derartiger Zustand durch mindestens zwei aufeinanderfolgende Quartale mit einem rückläufigen Bruttoinlandsprodukt gekennzeichnet. Dies sei in Japan zuletzt im Jahre 1999 der Fall gewesen. Für das erste Quartal dieses Jahres sei eine negative Veränderungsrate gegenüber dem Vorquartal von 0,2% gemeldet worden, und die Aussichten für das zweite Quartal hätten bislang nicht erkennen lassen, dass sich an dem Minuszeichen schnell etwas ändern könne.

Inzwischen habe selbst die Regierung eingeräumt, dass die Phase einer Stagnation länger anhalten könne und das offizielle Wachstumsziel eines Zuwachses beim Bruttoinlandsprodukt von 1,7% in diesem Jahr klar verfehlt werde. Zuvor sei auf Regierungsseite immer von einer vorübergehenden Schwächephase gesprochen worden. Bei einer Umsetzung der angestrebten Strukturreformen müsse mit einem weiteren massiven Rückgang der gesamt-wirtschaftlichen Nachfrage gerechnet werden.

Nachdem das Kabinett die grundsätzliche Ausrichtung angestrebter Reformen formal verabschiedet habe, sei nun geplant, nach den Wahlen im Juli mit der Ausarbeitung weiterer Details und vor allem von Zeitplänen zur Reformumsetzung zu beginnen. Dass die anvisierten Maßnahmen schnell griffen, sei nicht zu erwarten. In Anbetracht dessen habe man die bereits sehr pessimistische Einschätzung zum BIP-Zuwachs von 1,2% im Jahre 2001 deutlich auf 0% zurück genommen. Für das Jahr 2002 erwarte man im Zuge einer sich wieder belebenden Weltkonjunktur eine Ausweitung der gesamtwirtschaftlichen Leistung um magere 1%.